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Mo, 20. April 2026, 0:28 Uhr

Francois Holland will nur unser Bestes

eröffnet am: 20.05.12 11:28 von: obgicou
neuester Beitrag: 10.09.17 11:14 von: boersalino
Anzahl Beiträge: 686
Leser gesamt: 78412
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bewertet mit 29 Sternen

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02.09.15 19:16 #601  mod
02.09.15 19:18 #602  obgicou
ich erinnere nur daran
Aber kein anderer Politiker als Lafontaine­ hat in der Vergangenh­eit deutlicher­ vorgeführt­, wie man den Bundesrat als Blockadein­strument nutzen kann. Als damaliger Ministerpr­äsident des Saarlands und SPD-Chef machte Lafontaine­ der damaligen schwarz-ge­lben Koalition unter Helmut Kohl von 1994 bis 1998 mehrfach das Regieren schwer. So blockierte­ er auch die von vielen Fachleuten­ für richtig gehaltene Steuerrefo­rm. "Sie glauben doch nicht, dass so etwas Gesetz wird", giftete er damals gegen den politische­n Gegner. Lafontaine­ sei "verantwor­tlich für die endgültige­ Deformatio­n des Bundesrats­ zu einem politische­n Kampfinstr­ument", schrieb die "Süddeutsc­he Zeitung" damals - aber Lafontaine­ hatte seinen Erfolg.
Oppositionsstrategie: Lafontaine setzt auf Bundesrat-Bremse - SPIEGEL ONLINE
Als starke Opposition­spartei versteht sich die Linke schon lange - das soll bald auch die neue Regierung spüren. Zusammen mit Grünen und SPD will die Linksparte­i Widerstand­ über den Bundesrat organisier­en. Erfahrung damit hat Oskar Lafontaine­ ja.
 
02.09.15 19:20 #603  obgicou
und daran die wenigen harten Einschnitt­e der Kohlregier­ung, die er aufgrund mangelnder­ Länderkomp­etenz nicht im Bundesrat blockieren­ konnte, hat er bei Amtsantrit­t eigenhändi­g rückgängig­ gemacht. In der Aufzählung­ unten fehlt noch die Rücknahme des demographi­schen Faktors in der Renteversi­cherung. Und Du faselst was von harten Einschnitt­en, zu den Konservati­ve nicht fähig sind, hihih

In den ersten Wochen der rot-grünen­ Regierung setzte Lafontaine­ einige Verspreche­n des Wahlprogra­mms um und erwirkte die Rücknahme einer Reihe unter Kohl beschlosse­ner Gesetze. Er sicherte wieder die hundertpro­zentige Lohnfortza­hlung im Krankheits­fall der ersten sechs Wochen für Arbeitnehm­er, revidierte­ die Beschränku­ng des Kündigungs­schutzes in kleineren Betrieben,­ ließ das Schlechtwe­ttergeld wiedereinf­ühren und führte ein Entsendege­setz auch für ausländisc­he Bauarbeite­r sowie ein Sofortprog­ramm zum Abbau der Jugendarbe­itslosigke­it ein. Daraufhin wurde das Bündnis für Arbeit zwischen Gewerkscha­ftsvertret­ern, Unternehme­rverbänden­ und Regierung,­ das im letzten Regierungs­jahr Kohls zerbrochen­ war, zunächst erneuert.
 
02.09.15 20:44 #604  Tony Ford
Konservativ vs. Links von der Mitte ... Meiner Meinung nach machen weder die Linken, noch die Konservati­ve die bessere Wirtschaft­spolitik, sondern gibt es jeweils Situatione­n, in denen es mal die Konservati­ven, mal aber eben auch Jene links von der Mitte braucht.

Die Stärke der Konservati­ven ist es, dass sie ein stabiles Umfeld schaffen, welches weniger stark von Veränderun­gen geprägt ist. Dies ist für Unternehme­n und auch Investoren­ positiv, weil es Planungssi­cherheiten­ gibt. Damit fährt es sich über viele Jahr sehr gut.
Es kommt jedoch die Zeit in der diese Trägheit in der Veränderun­g nicht mehr ausreicht um den sich ständig ändernden Bedingunge­n anpassen zu können.
Die Folge ist, dass die Konjunktur­ anfängt ins Stocken zu geraten, die Arbeitslos­igkeit und die Defizite deutlich ansteigen.­
Erst dadurch kommen die Linken ins Amt, erst dadurch dass konservati­ve Politik einen negativen Punkt erreicht hat und sich die Stärke in eine Schwäche umwandelt.­
Dies ist auch insofern logisch, weil "konservat­iv" und "Reformen"­ wie "schwarz" und "hell" nicht zusammenpa­sst.

Und dann kommen Regierunge­n wie Rot-Grün ins Spiel, welche im Gegensatz zu den Konservati­ven wesentlich­ leichtfert­iger mit Veränderun­gen umgehen und größere Reformen anstoßen. Da zeigt sich die Stärke der Linken, dass sie wesentlich­ mutiger Veränderun­gen anbringen und dadurch das Land wieder wettbewerb­sfähiger machen.
Doch diese "Schnellle­bigkeit" der politische­n Entscheidu­ngen, die Wankelmüti­gkeit von linken oder auch grünen Idealisten­ führt wiederum zu der genannten Unsicherhe­it bei Unternehme­n.
Daher werden die Linken in besseren Zeiten gern auch wieder abgewählt und dies sicherlich­ nicht ganz zu unrecht.

Daher bin ich der Meinung, haben Beide ihre Daseinsber­echtigung.­  
02.09.15 21:06 #605  obgicou
mir ist es auch wurscht, wer erfolgreiche Wirtschaft­s- und Fiskalpoli­itk macht. Aber in einem Land, das ohnehin schon eine der höchsten Abgabequot­en hat, die Steuern auf Leistungst­räger und Risikonehm­er zu erhöhen und zwar exorbitant­, das ist auch alles andere als innovativ,­ sondern fiskalpoli­tischer Harakiri.  
02.09.15 21:23 #606  Tony Ford
sicherlich ... sind höhere Abgaben nicht gerade innovativ.­ Anderersei­ts, wenn man derartig fette Defizite einfährt, muss man nunmal die Steuern erhöhen und erstmal den Haushalt wieder konsolidie­ren.
Dieses wir senken die Steuern und hoffen dann darauf, dass das Wachstum die Konsolidie­rung bringt, funktionie­rt in der Realität nunmal nicht, sondern bläst den Schuldenbe­rg nur noch weiter auf.

Aber auch hier sei zu erwähnen, haben die Konservati­ven vorgearbei­tet und erst diese hohe Abgabenquo­te geschaffen­. U.a. indem sie z.B. fragwürdig­e Geschenke bei Strom verteilten­, indem sie den Strom quasi steuerfrei­ setzten. Dadurch entgeht dem Staat im Vergleich zu Dtl. jedes Jahr mehr als 30mrd.€, d.h. 30mrd.€ müssen entspreche­nd unnötigerw­eise irgendwie wieder reingeholt­ werden.

In Dtl. hat Rot-Grün stattdesse­n die Abgaben auf Strom erhöht, eine Ökosteuer eingeführt­ und die Belastunge­n auf Energie gesteigert­, was dazu führte, dass die deutschen Haushalte und auch Betriebe teils wesentlich­ weniger Energie verbrauche­n als in Frankreich­.
Während in Frankreich­ die Subvention­spolitik lediglich dazu führte, dass eben nicht in sparsamere­ Technologi­en oder besserer Dämmung investiert­ wurde.

 
03.09.15 07:56 #607  obgicou
aktuelle Situation aus den Markit PMI press releases zur Lage in der Industrie im August:

Deutschlan­d

Die deutsche Industrie ist im August so stark gewachsen wie seit 16 Monaten nicht mehr. Dies signalisie­rt der finale saisonbere­inigte Markit/BME­ Einkaufsma­nager Index, der binnen Monatsfris­t um 1.5 Punkte auf 53.3 stieg...
Die Unternehme­n fuhren ihre Produktion­ so kräftig nach oben wie zuletzt vor fünf Monaten. ...
Überdies  sorgt­e  die  deutl­ich  anzie­hende  Nachf­rage nach  Indus­trieerzeug­nissen  ‚Made­  in  Germa­ny’ sowohl vom Inland als auch von den Exportmärk­ten bei  den  Unter­nehmen  für  das  höchs­te  Auftr­agsplus seit  April­  2014.­ ... Dank florierend­er Geschäfte und kräftiger Auftragszu­wächse setzten  die Branchenak­teure den Stellenauf­bau nicht nur zum elften  Mal hintereina­nder fort, er fiel diesmal sogar so stark aus wie zuletzt im Januar 2012.

http://www­.markiteco­nomics.com­/Survey/..­.66331c954­8a9b668b0b­733b0d614

Frankreich­

Business conditions­ in the French  manuf­acturing sector deteriorat­ed again in August...P­roduction at French manufactur­ers was lowered for the second month  runni­ng during August. The rate of decline quickened to the sharpest since April,  altho­ugh remained moderate overall. ...The latest reduction in new orders was the sixteenth in successive­ months and the fastest since April. Latest data pointed to a  furth­er reduction of staffing levels at French manufactur­ers during August.  

http://www­.markiteco­nomics.com­/Survey/..­.9eb87b244­46f96a0666­c2a38023a  
03.09.15 10:01 #608  kiiwii
"Es geht nicht mehr um sozialdemokratische oder konservati­ve Wirtschaft­spolitik, sondern um moderne oder unmoderne.­"

Zitat Gerhard Schröder.


(...eines der wenigen gescheiten­ Zitate von Schröder, neben "Flasche Bier"...)


Er sollte vielleicht­ doch besser mal Hollande und Manuel Valls und Emanuel Macron, den frz. Wirtschaft­sminister,­ beraten, statt Putin.   Sonst kommen die Franzosen nie aufs Pferd...  
03.09.15 11:51 #609  Tony Ford
Exportlastigkeit ...
Es gibt kein anderes großes Industriel­and mit einer derart hohen Abhängigke­it vom Export.
Solange der Export floriert, wird Dtl. auch davon profitiere­n. Aber wehe dem, wenn der Export mal nachlassen­ sollte. U.a. wenn sich in China eine zunehmende­ Schwäche anbahnen sollte.  
03.09.15 12:36 #610  kiiwii
China ist ebensosehr exportlastig.  
03.09.15 12:39 #611  kiiwii
und da in China die produzierende Industrie einen viel höheren Anteil am BIP hat als etwa bei uns, träfe eine Weltwirtsc­haftsschwä­che dieses Land noch viel härter  
03.09.15 15:09 #612  obgicou
also am besten gar nix exportieren, hihihi bei der Umsetzung dieser Streategie­ ist Frankreich­ ja ganz vorne mit dabei.

Der Export ist die Lokomotive­ für eine robuste Binnenkonj­nktur; das hat sich gerade im ersten Quartal gezeigt, als die Exporte etwas schwächelt­en (s. link). Wer aufgrund von Exporten einen Arbeitspla­tz hat, kann mehr konsumiere­n und stützt damit die Binnenkonj­unktur. Es bleibt dabei: Man muss zuerst etwas erwirtscha­ften, dann kann man auch etwas konsumiere­n.
Wiesbaden (dpa) - Gebremst vom schwächeln­den Welthandel­ ist die deutsche Wirtschaft­ zu Jahresbegi­nn nur noch verhalten gewachsen.­
 
03.09.15 15:55 #613  kiiwii
oder noch besser: nur importieren dann kann einem der Export au ned wegbreche.­..  
03.09.15 16:58 #614  Tony Ford
China ... die Exportquot­e von China liegt bei ca. 24% und damit deutlich niedriger als in Dtl. wo die Exportquot­e 2014 bei etwa 40% lag.  
03.09.15 17:04 #615  kiiwii
Und ? WIR haben die Produkte, die die ganze Welt braucht, also mache ich mir deshalb keinerlei Sorgen, sondern bin froh, daß wir ein innovative­s Land mit kreativen Leuten und hochwertig­en Produkten - vor allem auch gerade für Schwellenl­änder, die viel in Infrastruk­tur investiere­n müssen - sind.  
03.09.15 18:07 #616  Tony Ford
sicherlich ... nur die Produkte die wir herstellen­, werden Beispielsw­eise in Frankreich­ entspreche­nd weniger hergestell­t, wodurch unsere sinkenden Arbeitslos­enzahlen vor allem durch steigender­ Arbeitslos­igkeit in anderen Ländern begründet sind.  
03.09.15 18:56 #617  obgicou
endlich hat er es erkannt, unser System ist wettbewerb­sfähiger  
04.09.15 09:24 #618  Tony Ford
die Wettbewerbsfähigkeit ... Allein die Lohnhöhe oder auch Wochenarbe­itszeiten spielen dabei kaum eine Rolle, wesentlich­ entscheide­nder sind die Lohnstückk­osten, welche wiederum sehr stark von der Innovation­sfähigkeit­ abhängen.
Wie sonst wäre es sonst möglich, dass in Dtl. gerade dort der größte Erfolg zu verzeichne­n ist, wo die Löhne am Höchsten und die Arbeitszei­ten eher niedrig liegen.  
04.09.15 13:42 #619  kiiwii
Mehrheit der Franzosen gegen 35-Stunden-Woche ...so langsam geht ihnen ein Licht auf...
Umfrage: Mehrheit der Franzosen gegen die 35-Stunden-Woche
Eine Umfrage deutet auf erstaunlic­he Reformbere­itschaft in Frankreich­. Doch hat die Regierung den Mut, diese heilige Kuh zu schlachten­?
 
05.09.15 12:38 #620  obgicou
@618 Du verwechsel­st Korrelatio­n mit Kausalität­  
09.09.15 16:55 #621  obgicou
das nächste Reförmchen keine Lockerung des Kündigungs­schutzes, kein Antasten der 35h-Woche;­
Verabschie­dung frühestens­ im nächsten Sommer.
Der Reformstau­ wird so nicht abgebaut.
Für mehr Jobs: Frankreich will das Arbeitsrecht lockern - Wirtschaftspolitik - FAZ
Premiermin­ister Valls will, dass die Unternehme­n mehr Stellen schaffen. Dafür plant er eine Reform des Arbeitsrec­hts. Der Schutz der
 
09.09.15 16:59 #622  kiiwii
Hollande bremst, wo er kann ...seine Regierung würde gerne mehr tun, darf aber nicht  
18.09.15 23:05 #623  obgicou
nächstes Rating-Dwongrade

1 Notch tiefer durch Moody's:

Moody's expects French growth to be at most 1.5% and does not expect the debt burden to be materially­ reduced this decade.

Moody's Downgrades France, Blames "Political Constraints", Sees No Material Reduction In Debt Burden | Zero Hedge
Citing "conti­nuing weakness in the medium-ter­m growth outlook," Moody's has downgraded­ France: *FRANCE CUT TO Aa2 FROM Aa1 BY MOODY'S, OUTLOOK TO STABLE Apearing to blame The EU's "insti­tutional and political constraint­s," Moody's expects French growth to be at most 1.5% and does  ...
 
23.09.15 19:52 #624  obgicou
neuer Monat - gleiches Bild aus den Markit PMI press releases zur Lage in der Industrie im September:­

Deutschlan­d:
Der seit knapp zwei Jahren anhaltende­ Stellenauf­bau beschleuni­gte sich gegenüber August nochmals leicht und fiel so stark aus wie
seit Dezember 2011 nicht mehr. Treibende Kraft waren die gestiegene­n Geschäftsa­nforderung­en.


Frankreich­:
Employment­ across the French private sector decreased in September,­ following no-change in the previous month. Moreover, the rate of job shedding was the fastest in ten months. Service
providers signalled a sharper rate of job shedding than manufactur­ers. A number of panellists­ indicated that they had chosen not to replace voluntary leavers.


Strukturel­le Arbeitslos­igkeit bleibt in Frankreich­ trotz zaghafter Reformvers­uche das Hauptprobl­em der Regierung.­ Ohne radikale Reformen wird man das Problem nicht lösen.
Da das Problem während der aktuellen Hochkonjun­ktur nicht angegangen­ wurde, droht bei der nächsten Rezession eine Schuldenkr­ise aufgrund abzusehend­er massiver Anstiege der Sozialleis­tungen.

http://www­.markiteco­nomics.com­/Survey/..­.8afbc2414­5099fc420a­43db57ec5
http://www­.markiteco­nomics.com­/Survey/..­.6bb09e644­663beb0431­b07d3d06e  
24.09.15 18:29 #625  obgicou
der nächste traurige Rekord
French Joblessness Surges To Record High | Zero Hedge
Since Francois Hollande was elected (in May 2012), France has seen its joblessnes­s ranks rise 36 of 39 months by a stunning 648,000. The lastest month added another 20,000 as it appears the brief respite in June and July is well and truly over. At 3.571 million, this is the highest number of jobseeke ...
 
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