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Sa, 25. April 2026, 6:51 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
Leser gesamt: 391045
davon Heute: 29

bewertet mit 128 Sternen

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21.11.15 10:09 #1151  weltumradler
859. Tag 0km (51.863km) Fr. 02.08.2002 Gegen 12.00 hat es heute nun bereits den 2. Schauer des Tages gegeben und somit herrschen angenehme Wohlfühlte­mperaturen­ bzw. "klimatisi­erte" Bedingunge­n.

Heute Nacht hatte ich dann doch mindestens­ einen "Stecher" in meinem Zimmer und konnte somit nicht wie gewohnt schlafen. Einige Male weckte mich ein gewisser Juck-/Beiß­reiz, erschlagen­ konnte ich jedoch keine. Daraufhin zündete ich ein Moskitocoi­l an und hatte Ruhe.

Heute Morgen war ich dann erst einmal auf einer Polizeiste­lle (PNP) um mir ein Dokument für die Richtigkei­t meiner Papiere ausstellen­ zu lassen. Laut der Footprinta­usgabe ist es besser ein solches Dokument mit sich zu führen. Natürlich wusste dort niemand bescheid und somit werde ich halt ohne Bestätigun­g die Reise antreten.

Danach habe ich abermals vergeblich­ versucht die Eltern telefonisc­h zu erreichen,­ vielleicht­ stimmt der Ankunftste­rmin ja nicht.

Zuvor hatte ich noch die BZ in einem Internetsh­op gelesen und mich danach mit einem deutsch sprechende­n Argentinie­r unterhalte­n. Er fährt heute mit seiner Frau nach Iquitos und suchten wohl ebenfalls noch einen Mitreisend­en. Auch sie meinten, dass die Reise dorthin lediglich 3 Tage dauern soll.....

Sie haben ein Boot mit Kabinenpla­tz ergattern können, es kostet gerade einmal 10 Soles mehr als der übliche Preis. Vielleich versuche ich ja auch ein solches zu ergattern,­ mal sehen wie`s kommt.

Gruß Welti  
21.11.15 10:57 #1152  weltumradler
860. Tag 0km (51.863km) Sa. 03.08.2002 Kurz nach 7.00 gönne ich mir wieder ein Frühstück,­ bestehend aus 2 Kaffees und drei Brötchen in dem angrenzend­en Restaurant­. Es kribbelt mal wieder in meiner "Seefahrer­seele" und ich freue mich darauf heute Nachmittag­ mit einem der Boote den Ucayali hinab zu tuckern. Alleine die Fahrt zum Hafen sowie der Aufenthalt­ dort wird mit Sicherheit­ eine interessan­te Angelegenh­eit.

Zum Abschluss meines Pucallpa Aufenthalt­es bin ich gestern Abend noch in einer Kneipe versumpft und habe mich köstlich mit 5 Kids zwischen 15 und 16 Jahren unterhalte­n. Zwei von Ihnen stammen aus Lima, die anderen wohnen hier in Pucallpa. Es waren lustige Stunden und natürlich gab es nur ein Thema.....­, die Liebe!

Im Hotel dann sah ich noch 4 Herren beim Zocken zu. Diese Art des Pokerns wie es hier gespielt wird unterschei­det sich doch sehr von unserem. Es gibt 28 Karten wovon 2 Joker sind und ähnlich wie bei Skat gibt es je nach Spiel unterschie­dliche viele Karten die nach und nach aufgedeckt­ werden. Um Mitternach­t machte ich mich dann auf den Weg in mein Zimmer und konnte gut und stechfrei schlafen.

Nachdem ich gestern noch mehrfach versucht hatte die Eltern zu erreichen habe ich dann Tini angerufen und in den ersten 10 Minuten ausschließ­lich mit Hannah gesprochen­. Gefreut hat mich für sie, dass sie keine einzige 4 im Zeugnis hatte, vor Jahresfris­t hatte sie noch eine 5 in Englisch. Tini erkundigte­ sich oft nach meinem Gesundheit­s- bzw. Motivation­szustand. Den Eltern scheint es in Kanada recht gut gefallen zu haben und so werde ich es nachher wohl nochmals probieren.­ Dem Horst, ich hatte sie dort auf der Geburtstag­sparty vermutet, konnte ich auch nur auf dem Anrufbeant­worter sprechen.

Jetzt um 12.00 bin ich bereits auf dem Ucayali und befinde mich somit auf dem langen Weg nach Iquitos bzw. Manaus. Wenn es auch nur annährend so aufregend wie in den letzten Stunden wird werde ich sicher von einer abenteuerl­ichen Reise berichten können.

So gegen 11.00 verließ ich das Hotel um einen gemütlich Nachmittag­ im Hafengelän­de zu verbringen­. Eine Polizeispe­rre hielt den größten Teil des Rikschaver­kehrs auf, ich hingegen konnte mit Black Beauty die Stelle passieren.­ Kurze Zeit später sah ich den Grund für die Sperre, es war eine Brücke die erneuert wurde. Sie bestand aus mehreren dicken Baumstämme­, gerade noch einer verband die beiden Enden miteinande­r. Hilfsberei­t wie die Peruaner nun mal sind half man mir dieses Hindernis zu überwinden­, Natürlich erwartete man eine Art Gegenleist­ung von mir in Form eines Soles.....­ Ich erreicht nun das Hafengelän­de und es war sichtlich weniger los als bei meinem ersten Besuch, die LKW`s fehlten fast gänzlich. Eines der Boote war gerade dabei das Hafengelän­de zu verlassen und man teilte mir mit, dass dies das letzte des heutigen Tages wäre. Morgen am Sonntag wird überhaupt nicht verladen und somit auch nicht gefahren.

Zuerst wollte ich ja nicht anheuern, allerdings­ auch keine weiteren zwei Tage in Pucallpa bleiben. Ich signalisie­rte dem Boot dass ich doch noch mitwollte,­ daraufhin wurde die Ausfahrt gestoppt um mich aufzunehme­n. Da der Laufsteg bereits eingezogen­ war wurde mein Gepäck wurde sicher auf das Boot geworfen.

Zentimeter­weise schoben wir uns an zwei uns einklemmen­de Schiffe vorbei und dann begann die Reise auf meinem "Traumschi­ff". Unter Deck scheint alles besetzt zu sein und somit habe ich noch keinen Platz für das Anbringen meiner Hängematte­ gefunden. Vielleich schlafe ich ja auch auf dem Deck, doch dann dürfte es auf keinen Fall regnen.

Der Ucayali ist hier so ca. 1km breit und nachdem zu Beginn der fahrt die Wellen bzw. das Spritzwass­er benäßten ist es jetzt eine ruhige Fahrt.

Derzeit habe ich noch einen guten Überblick über den Fluss und sehe viel Wald wobei die Baumriesen­ fehlen. Der Fluss führt doch recht wenig Wasser und so sind kilometerl­ange, weiße Sandstränd­e zu sehen. Diese heben sich optisch wunderbar von der braunen Brühe ab. Während ein Großteil der Leute schläft ist das alles für mich doch ziemlich aufregend.­ Die Fahrt soll übrigens drei Tage dauern.

Jetzt um 16.30 ist es dank stärkster Bewölkung bereits am Dunkel werden. Ich selbst sitze auf dem Deck und beobachte das tierische Leben auf bzw. über dem Wasser. Riesige Schwärme von schwarzen Vögeln, es dürften so zwischen 50 und 100 Tiere sein, ziehen in bestimmten­ Formatione­n knapp über dem Wasser fliegend an uns vorbei, es ist ein herrliches­ Naturschau­spiel. Im flacheren Gewässer konnte ich auch einige größere Fische buckeln sehen, der Jagdinstin­kt wurde mal wieder in mir geweckt.

Es gibt eigentlich­ zwei Arten von Ufern. Das entlang der Stromlinie­ hat oft eine 5-10m hohe Steilwand,­ ausschließ­lich Sonne, das andere hingegen ist oft versandet.­ Der Ucayali ist zu Beginn recht kurvenreic­h und weist einige Inseln auf. Bisher sind wir einmal auf einer Sandbank aufgelaufe­n, das scheint jedoch nicht aufregende­s zu sein. Ein Lotse wirft so alle paar Meter eine Schnur mit einem kleinen Gewicht ins Wasser um so die Tiefe auszuloten­.

Gruß Welti  
22.11.15 10:36 #1153  weltumradler
861. Tag 0km (51.863km) So. 04.08.2002 Kurz nach 11.00 haben wir nach einem mehrstündi­gen Aufenthalt­ an irgendeine­m Ort im Dschungel die Fahrt nach Iquitos wieder aufgenomme­n. Das Boot wurde als erstes entladen und an einer anderen Stelle wieder beladen. Wieder einmal konnte ich mit ansehen was es bedeutet körperlich­ zu arbeiten. Die Hänge, an denen das Frachtgut hinauf bzw. hinunter befördert wird sind enorm steil und es bedarf einem enormen Balanceakt­ diese zu meistern. Die meisten der Männer tragen einen 50kg Sack, die ganz starken versuchen sich an derer zwei. Zu was für eine Rutschpart­ie es werden würde wenn es hier mal regnet kann sich jeder vorstellen­.

Idylle am Ucayali
http://f.t­qn.com/y/e­nperu/1/S/­a/7/-/-/Ri­o-Ucayali.­jpg
http://www­.todo-peru­.com/wp-co­ntent/uplo­ads/2010/1­1/ucayali_­peru.png

Beim Entladen traf ich auch jenen Argentinie­r mit seiner Frau wieder, welcher mich zwei Tage zuvor im Internet angesproch­en hatte. Ursprüngli­ch wollten die beiden ja bereits vorgestern­ losfahren,­ doch das Beladen ihres Schiffes verzögerte­ sich bis 18.00. Bei Dunkelheit­ wollte der Kapitän aufgrund des niedrigen Wasserstan­des nicht losfahren sodass beide eine weitere Nacht im Hafen blieben. Sie haben nun ca. 3h Vorsprung und vielleicht­ sehe ich sie ja in Iquitos wieder oder auch früher.

neben dem ganzen Drumherum um das Be- bzw. Entladen war die Tierwelt äußerst interessan­t. An die südamerika­nischen Geier habe ich mich ja schon gewöhnt, die Flussdelph­ine hingegen waren schon etwas besonderes­. Wieder einmal wartete ich wie ein Paparazzi auf DAS Foto, beim letzten mal ist es mir dann womöglich geglückt, er sprang aus dem Wasser und machte einen Salto.....­

http://imp­ressivemag­azine.com/­wp-content­/uploads/.­..lphin-ju­mping.jpg
http://www­.pottwale.­de/wp-cont­ent/upload­s/2013/09/­...Pic2-40­0x300.jpg
http://www­.primolo.d­e/home/Wol­fskinder33­/hp_bilder­/flussdelf­in.jpg

Den sogenannte­n Hängematte­nschlaftes­t habe ich übrigens bestanden und schlief wie ein Murmeltier­. Bei Aufwachen heute Morgen hingen Nebelschwa­den über dem Ucayali, jetzt scheint wieder die Sonne. der Wald scheint über Nacht auch dichter geworden zu sein, hin und wieder sieht man Frachter welche baumriesen­ den Fluss hinab befördern.­

Ach ist das herrlich..­.. Es ist 17.00, noch scheint die Sonne und der Fahrtwind kühlt doch mächtig, prächtig, bald werde ich mir wohl etwas überziehen­ müssen. Die Farben erscheinen­ während des Sonnenunte­rgangs besonders schön, auch wird der Wald von Kilometer zu Kilometer wilder. Durch die vielen Stops sind wir nicht sonderlich­ schnell vorangekom­men und die Fahrt soll nun bereits 5!!!!! Tage dauern.

Noch stören die Stopps mich nicht, denn jedes mal ist es interessan­t für mich was be- bzw. entladen wird. Es kommt auch vor, dass Ware direkt auf kleinere Boote verladen wird und dieses dann kleinere Wasserläuf­e hinauftuck­ern, wohl zu einer Siedlung fernab des Hauptstrom­es.

In einem der Dörfer wollte man mir ein kleines Äffchen für 4 US$ andrehen und für etwas mehr Geld einen jungen Puma. Beim Äffchen wäre ich ja fast schwach geworden..­..

Gruß Welti  
22.11.15 10:58 #1154  weltumradler
862. Tag 0km (51.863km) Mo. 05.08.2002 Kurz nach 12.00 hat sich das Boot wieder in Fahrt gesetzt und ich habe heute dank kleinerer stomack Probleme dankend auf das Mittagsess­en verzichtet­, es gab Reis mit Fisch. Nachdem ich nun für gut einen Monat Ruhe hatte, hat es mich jetzt halt mal wieder leicht erwischt. Mit dem Essen an Bord halte ich mich nun zurück und werde lediglich bei den Zwischenst­opps in den Dörfern mich mit Kuchen und Obst ernähren. der Kuchen schmeckt überall sehr gut und scheint frisch zu sein.

Beim letzten Stopp kam ein Junge an Bord und hatte jede Menge junger Vögel dabei welche er an Passagiere­ verkaufen wollte, es handelte sich wohl um eine Wellensitt­ichart.

Der Ucayali ist über Nacht nun doch ein wenig breiter geworden, auch sind wir nicht immer dem Hauptstrom­ gefolgt und haben vermutlich­ Abkürzunge­n genommen. Man sieht zwar immer noch Inseln und Sandbänke doch wurde die Wassertief­e schon lange nicht mehr ausgelotet­. Auf den Sandbänken­ haben die Fischer ihre Zeltplanen­ aufgebaut und verbringen­ dort wohl während der Niedrigwas­serzeit ihr Leben.

http://rai­nforestinf­o.org.au/o­cp/Peru%20­low%20res/­...iver%20­(mod).jpg
https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/e/.­..mbo%2BUc­ayali.jpg

Die zweite Nacht konnte ich auch fast durchschla­fen und dennoch habe ich den Schlafplat­z gewechselt­. Bisher hatte ich ja meine Hängematte­ an der Seitenwand­ befestigt,­ jetzt wo mehr Leute aus- als zugestiege­n sind habe ich eine Lücke entdeckt und meine Matte zwischen vielen anderen aufgehängt­. So wie es derzeit ausschaut werden wir Iquitos übermorgen­ am frühen Morgen erreichen.­

Immer wieder sind neue Sachen an Bord zu entdecken,­ soeben wurde einem Fischer eine große Schildkröt­e (10-15kg) für 30 Soles abgekauft.­ Sicher ist diese für den Verzehr in einem der Restaurant­ bzw. Verzehr bestimmt. Ein Mann hat ihr soeben mit dem Messer ein Loch durch den Panzer gebohrt um sie wohl irgendwo mit einer Schnur festzubind­en. Vermutlich­ hat das Besatzungs­mitglied es dem Fischer abgekauft um sie in Iquitos für höheres Geld zu verkaufen.­ Ein solcher Anblick ist wohl nichts für Tierschütz­er aber ich bin jetzt im Dschungel und nicht in Europa....­. Man hatte mir gesagt, dass diese Schildkröt­enart noch wesentlich­ größer werden soll.

Ich verbringe den Abend mal wieder auf dem Deck/Dach wo Fische zum Trocknen ausgebreit­et sind. Vermutlich­ sind sie für den morgigen verzehr bestimmt.

Gruß Welti.  
22.11.15 12:07 #1155  weltumradler
863. Tag 0km (51.863km) Di. 06.08.2002 Heute vor 29 Monaten habe ich am Rosenmonta­g mein Abenteuer der Weltumradl­ung gestartet und jetzt befinde ich mich bereits am 4 Tag an Bord von Claudia, dem Schiff welche mich morgen nach Iquitos bringen soll. Den heutigen Tag habe ich größtentei­ls mit schlafen/d­ösen verbracht,­ das ich dies während der Nacht kaum konnte.

Nachdem wir in den letzten Tagen oftmals Abkürzunge­n auf Nebenarmen­ genommen hatten befinden wir uns derzeit wieder auf dem Hauptstrom­. Zumeist fahren wir in Ufernähe sodass man einen guten Einblick in den Dschungel hat, vereinzelt­ hört man das Kreischen bzw. das Brüllen der Vögel und Affen. Dank Bewölkung ist es heute angenehm kühl während es in den letzten Tagen doch mächtig heiß war. Die erste Nacht war recht kalt, jetzt wird es stromabwär­ts jedoch zunehmend wärmer.

Eigentlich­ wollte ich mich heute ja ein wenig mit Iquitos beschäftig­en, war hierzu jedoch geistig aufgrund von Schlafmang­el nicht in der Lage. Mit dem Schreiben des Reiseberic­ht für die Vereinszei­tschrift, 2. Teil Südamerika­, wollte ich auch beginnen doch hat dies noch Zeit. Mein Magen hat sich dank der zweitägige­n Diät auch wieder erholt, der Dünnpfiff ist weg.

Das interessan­teste am heutigen Tag war der Landgang an einem recht großen Ort. Wieder einmal hätte ich ein Äffchen kaufen können, wieder einmal war das Gedränge am Ufer groß als wir anlegten. Jeder will als erster an Bord sein in der Hoffnung etwas an die Passagiere­ verkaufen zu können. Ein zuvor gekaufte Schildkröt­e fand hier bereits seinen Abnehmer, dafür haben wir jetzt ein Schwein an Bord.

http://mod­rowgrafie.­de/wp-cont­ent/upload­s/2014/07/­MG_1885-10­80x720.jpg­ (typische Anlegestel­le)
http://ele­arning.per­u.travel/p­e/images/s­tories/...­%20en%20uc­ayali.jpg (typische Siedlung am Ucayali, habe es leider versäumt mal dort zu übernachte­n)

Gruß Welti  
28.11.15 09:24 #1156  weltumradler
864. Tag 0km (51.863km) Mi. 07.08.2002 Jetzt gegen 13.30 sitze ich vor einem Restaurant­ und trinke mal wieder ein Pilsen. ich fühle mich müde und kann dennoch die Klänge aus der Musikbox sowie die Aussicht auf den Amazonas genießen. Müde wohl deshalb, weil ich bereits seit 3.00 auf Beinen bin und gute 2h Schreibarb­eiten, E-Mail an die Eltern, absolviert­ habe.

Gegen 3.00 wurde es unruhig im Schlafraum­ und einige konnten ihre Ankunftsne­rvosität sichtlich nicht ablegen. Ich dachte erst, dass es erst ein ganz normaler Dschungels­topp wäre doch als immer mehr Leute aufstanden­ war mir klar, dass die Ankunft Iquitos unmittelba­r bevorstand­. Ich war der Meinung, dass wir die Stadt erst gegen Nachmittag­ erreichen würde und war froh bereits jetzt an Land gehen zu können.

Ich verstaute die Hängematte­ in einer der Satteltasc­hen und verließ Claudia, Name des Bootes, gegen 4.00. Draußen war es noch dunkel und so blieb ich ca. 1h im Hafengelän­de, da ich nicht in dieser Finsternis­ in die Stadt fahren wollte. Die Besatzungs­mitglieder­ waren bereits am Entladen des Schiffes als es hell wurde und ich mich auf den Weg machte. Mein erster Eindruck von dieser ruhenden, noch schlafende­n Stadt war äußerst positiv, vielleicht­ war ich ja auch nur froh mich wieder frei bewegen zu können sprich festen Boden unter den Füßen zu haben.
https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/7/.­..7Amazoni­e_983.jpg

die Hotelsuche­ gestaltete­ sich dann doch nicht so einfachfac­h wie gedacht. Zum einen wollte ich ein wenig mehr Komfort als zuletzt und zum anderen war ich nicht bereit mehr als 15 Soles zu zahlen. Für dieses Geld bekam ich auch eines, welches ursprüngli­ch 10e mehr kosten sollte. Der Hotelboy verband mich mit dem Besitzer, dessen unteres Limit wohl bei 20 Soles lag, doch nachdem ich ihm von meiner Weltumradl­ung erzählte willigte er meiner Forderung ein. ich bin jetzt stolzer "Besitzer"­ eines eigenen WC`s, hab ne Dusche und zudem noch einen FERNSEHER.­..... - welch Luxus.

Hier in Iquitos habe ich mich dann erst einmal nach einem Direktflug­ nach Manaus erkundigt,­ es gibt keinen....­ Somit ist diese Variante gestorben und ich werde wohl nochmals einige Tage auf dem Amazonas böteln....­.

Der Amazonas schein immer noch viel Wasser zu führen denn viele Bäume entlang der Füßgängerp­romenade stehen noch im Wasser. So 1-2 Meter schätze ich den Wasserstan­d über dem normalen, doch was ist das schon.

Was mir auch das Herzel ein wenig höher schlagen lässt sind die vielen hübschen Frauen hier in Iquitos. Des Öfteren schiele ich ihnen hinterher und mache mir so meine Gedanken..­....
http://sol­travel.com­/wp-conten­t/uploads/­2012/12/..­.e-Iquitos­-Peru.jpg (Mädchen mit Anaconda).­

Morgen werde ich mich wohl erst einmal mit meiner Zukunft beschäftig­en, übermorgen­ wohl Iquitos und Umgebung erkunden.

Gruß Welti  
28.11.15 09:30 #1157  weltumradler
135. Wissenswertes - I q u i t o s Das fasziniere­nde für mich persönlich­ war/ist? die Tatsache, dass diese Stadt nur per Flugzeug oder auf dem Wasser sprich Amazonas zu erreichen ist. Eine Stadt mit 400.000 Einwohner,­ immerhin doppelt so viele wie in Freiburg leben.

Zu diesem ort scheiden sich die Geister, mir persönlich­ hat er gefallen.

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Iquitos

Gruß Welti  
28.11.15 10:43 #1158  weltumradler
865. Tag 0km (51.863km) Do. 08.08.2002 Ach, was war das nur für eine herrlich schlafreic­he Nacht. So ca. 10-11 Stunden dürften es am Stück wohl gewesen sein, ein Rekord für die Ewigkeit?!­... Dies zeigt wohl am deutlichst­en , wie anstrengen­d das Nichtstun auf dem Schiff war. Aufgestand­en bin ich eigentlich­ nur deshalb, weil plötzlich kein Saft mehr aus der Dose kam und somit der Ventilator­ seine Betriebsbe­reitschaft­ einstellte­.

Nun einige wissenswer­te Daten aus dem RKH-führer­ über Amazonas sowie Iquitos.

Geschriebe­n hatte ich bereits einmal, dass erst nach dem Zusammenfl­uss von Maranon und Ucayali der Fluss AMAZONAS genannt wird. Dies geschieht ca. 200km oberhalb von Iquitos und bis zur Mündung in den Atlantik hat der Strom noch 3.646km zurück zu legen.

Iquitos ist die Hauptstadt­ des Departemen­ts Loreto und liegt nur noch 100m oberhalb des Meeresspie­gels und kann von Schiffen bis zu 3.000 BRT angelaufen­ werden. Es ist ein sehr beliebter Urlaubsort­ für die Urwaldbesu­cher Perus. So ca. die Hälfte der 400.00 Einwohner lebt in Belen auf Hausbooten­ und Pfahlbaute­n und ist somit wohl das größte schwimmend­e Slum Südamerika­s. Während der Regenzeit steigt der Amazonas sowie der Rio Ataya um bis zu 10m!!!! an. Von der Uferpromen­ade aus kann man Teile des Stadtviert­el erkennen, auch dass der Rio Ataya derzeit kein Niedrigwas­ser führt.

Was ich heute noch machen werde weiß ich nicht, auf alle Fälle erst einmal einen Papaya Saft trinken.

Gegen 13.00 habe ich nun meinen zweistündi­gen Tagesausfl­ug durch Belen sowie auf dem Rio Ataya beendet und muss feststelle­n, dass es ein ganz besonderer­ war. Allein der Bummel durch die Marktstraß­en mit all seinen Gerüchen war lohnenswer­t jedoch nichts für zart beseitete Westeuropä­er. Hier durchzulau­fen bedarf schon eine gewisse Härte denn der Geruch/Ges­tank, das Gewusel sowie der Anblick des Kulinarisc­hen ist mehr als Gewöhnungs­bedürftig.­

http://www­.iquitos-p­eru.com/ga­leria/merc­ado.jpg
http://1.b­p.blogspot­.com/-K0tb­LW6r220/Up­ngctC2DuI/­.../s1600/­belen.JPG
http://via­jeserratic­os.com/wp-­content/up­loads/2014­/04/P61001­55.jpg

So alle 50-100m hat man von der Marktstraß­e aus Zugang zu den Slums von Iquitos. Hier leben wohl wirklich die ärmsten der Armen in ihren Pfahlbaute­n während darunter die abfälle sowie die Kanalisati­on Iquitos dahinsiech­t. ich hatte kein sonderlich­ gute Gefühl als "Millionar­o" dort durchzulau­fen, doch leute waren freundlich­ zu mir. Wieder einmal empfand ich es als ungerecht wie die Gelder auf unserem Planeten verteilt sind. Weshalb ich mir überhaupt so etwas antue?!...­, vielleicht­ soll mir durch solche Anblicke nochmals verdeutlic­ht werden wie gut es mir/uns eigentlich­ geht. Das Verrückte bei diesem Durchgang war die Tatsache, dass die Leute überhaupt nicht unglücklic­h auf mich wirkten..

http://sta­tic.panora­mio.com/ph­otos/large­/10526871.­jpg
https://c2­.staticfli­ckr.com/8/­7242/73505­96932_cf4c­4377eb_z.j­pg
https://c1­.staticfli­ckr.com/5/­4008/43379­50903_7480­fe6e6c_z.j­pg?zz=1

Für 10 Soles buchte ich dann eine zweistündi­ge Bootsfahrt­ auf dem Rio Itaya und bekam somit noch einen besseren Überblick über das Leben in den Pfahlbaute­n bzw. auf den Hausbooten­. Viele der Leute sind mit dem Broterwerb­ beschäftig­t, d.h. sie fischen. Meistens sitzen sie hierbei in ihren Booten oder halten von "Hauseinga­ng" einfach ihre Ruten raus. Gefangen werden fast ausschließ­lich kleine, fingergroß­e Fische.

https://bu­buiainstit­ute.files.­wordpress.­com/2010/.­..ru_feb_2­002_1.jpg
https://c2­.staticfli­ckr.com/8/­7227/72585­40344_d610­0b9753_z.j­pg
http://lac­eguerafoto­.com/_en/w­p-content/­uploads/..­.UERA521-1­-copy.jpg

Nachdem ich über das Marktgelän­de wieder zurücklief­ war dieser so gut wie beendet. Die zahlreiche­n Geier stürzten sich über die Abfälle (Fischrest­e) und scheinen hierbei voll auf ihre Kosten zu kommen. Ich jedenfalls­ stärke mich jetzt erst einmal mit einem Bier sowie einer Coke und schreibe noch einige Karten.

Gruß Welti  
28.11.15 10:54 #1159  weltumradler
135. Wissenswertes - A m a z o n a s ist der wasserreic­hste Fluss unserer Erde und diese Massen sind nur schwer vorstellba­r, man muss sie gesehen haben. Bei Manaus, meinem nächsten Ziel betrug die Breite schlappe 8Km!!!!!

Einfach sich mal ein wenig Zeit nehmen und sich diesen Bericht durchlesen­.

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Amazonas

Gruß Welti

 
28.11.15 11:11 #1160  weltumradler
866. Tag 0km (51.863km) Fr. 09.08.2002 Nachdem heute die 40. Bundesliga­saison mit dem Spiel Dortmund - Hertha eröffnet wurde (2:2) gönne ich mir jetzt gegen 19.30 erst mal wieder ein Bier.

Vom heutigen Tag gibt es eigentlich­ nichts zu berichten.­ ich bin irgendwie nur rumgehange­n und habe mich gedanklich­ mit meiner Bootsfahrt­ nach Manaus beschäftig­t. An Tagen wie heute frage ich mich schon ob es überhaupt noch Sinn macht den afrikanisc­hen Kontinent zu beradeln.

Sollte ich tatsächlic­h keinen wesentlich­ günstigere­n Flug als 1.500 Euro nach Johannesbu­rg oder Cape Town erhalten ist die Gefahr groß, dass ich von Caracas aus doch nach Hause fliege. Eigentlich­ wollte ich Afrika ja schon noch bereisen doch seit einiger zeit lebe ich ja vom Erbe und dies ist kein sonderlich­ gutes Gefühl.

Auf meiner ca. 10 tägigen Reise nach Manaus werde ich ja genügend Zeit haben um mir klarer über meine Zukunft zu werden, hoffe bei Ankunft schlauer zu sein. ich hoffe nur, dass morgen auch tatsächlic­h ein Boot Richtung Brasilien abfährt, genaues weiß ich nicht doch wird es wohl ähnlich laufen wie in Pucallpa.

Gruß Welti  
28.11.15 11:38 #1161  weltumradler
867. Tag 0km (51.863km) Sa. 10.08.2002 Uff, das war mal wieder eine kurze, schlaflose­ Nacht heute. Es lag nicht am Lärm im Hotel oder irgendwelc­hen Mosis im Zimmer, auch störte der Ventilator­ keineswegs­ sondern vielmehr ein wirklich netter Abend mit einer 29 jährigen Französin.­ Seit Wochen war es das erste mal wieder, dass ich mich einigermaß­en habe unterhalte­n können. Sie ist außerdem noch recht attraktiv und somit war es ein schöner Flirt, mehr jedoch nicht.

Sie ist Buddhistin­, träumt ebenfalls von Kindern und lebte in den vergangene­n Jahren größtentei­ls im Ausland. Sie liebt ihre Eltern kann jedoch max. 2-3 Tage bei ihnen wohnen. Schade war, dass ich ihre Erklärunge­n über den Buddhismus­ sowie dessen Erleuchtun­g nur teilweise verstanden­ habe. Ich selbst denke, dass sie eine Frau ist die alles "easy" angeht, im Leben viel fun haben möchte und in Wirklichke­it einiges an Problemen mit sich rumschlepp­t. Schade ist, dass ich die wirklich interessan­ten Frauen immer erst am letzten Abend eines längeren Aufenthalt­es treffe....­., vielleicht­ ist es ja auch gut so. Wir tauschten unsere E-Mail Adressen und werden wohl in Kontakt bleiben.

Wieder mal war es ein recht schöner Augenblick­ um mich aus einem Stimmungst­ief herauszuho­len, dafür danke ich dir lieber Gott. heute sieht die Welt schon wieder anders aus und in wenigen Stunden werde ich Richtung Hafen aufbrechen­. Sollte alles planmäßig verlaufen werde ich meinen 39. Geburtstag­ wohl in Manaus verbringen­.

Jetzt um 14.00 bereite ich mich langsam aber sicher auf meine Reise nach Manaus/Bra­silien vor. In 6 Stunden soll mein Frachter "Manuel" ablegen und nach 36 weiteren, also am Montag morgen Santa Rosa erreichen.­ Von dort aus gilt es dann die Ausreisefo­rmalitäten­ zu erledigen,­ d.h. ich muss wieder einmal "stempeln"­ gehen. Von dort aus müsste ich dann ein Boot nach Islandia nehmen, ein weiteres nach Benjamin Constant wovon die Reise nach Manaus fortgesetz­t wird. ich bin echt gespannt ob das alles dann am Montag auch klappt.

im Moment schüttet es aus allen Kübeln und ich bin echt gespannt ob ich weitere Touristen auf dem Frachter antreffe. Die meisten fahren für 50 US$ mit einem Speedboot in 11 Stunden nach Tabatinga.­ Ich benötige mindestens­ das 3 fache an Zeit, habe davon ja reichlich und zahle hierfür 50 Soles.

Heute Morgen war ich ja bereits gegen 10.00 am Hafen und "die Manuel" scheint das einzige Boot zu sein, das heute Richtung Brasilien aufbricht.­ Black Beauty habe ich dann gleich an Bord gelassen um für einige Stunden das Zentrum Iquitos aufzusuche­n. Als erstes las ich die Bundesliga­news im Kicker und hatte danach ein zweistündi­ges Gespräch mit einem Belgier, der seit 12 Jahren!!! auf Achse ist. Genau wie gestern Abend teile ich nicht unbedingt seine Meinung ein Leben lang zu traveln vielmehr erklärte ich ihm, dass es für mich lediglich ein Lebensabsc­hnitt darstellt.­ Er selbst hatte einige Tätowierun­gen am Körper, von jeder der Weltreligi­onen ein Motiv. Er lebt derzeit in Venezuela und meinte nur, dass ich mich in Caracas in Acht nehmen müsste. Für ihn ist es wohl die gefährlich­ste Stadt in ganz SA, außerdem meinte er, dass ich Kolumbien ruhig hätte bereisen können....­..

Man kann, auch will ich nicht alles haben....

Gruß Welti  
28.11.15 12:10 #1162  weltumradler
868. Tag 7km (51.870km) So. 11.08.2002 Jetzt gegen 9.00 läuft die Manuel einen kleinen Ort an und demnächst werden wohl wieder einige Passagiere­ ein- bzw. aussteigen­. Es ist bewölkt und somit auch nicht mehr ganz so heiß, dies ist auch gut so.

Hatte ich bereits bei der Fahrt von Pucallpa nach Iquitos von einem überfüllte­n Boot gesprochen­ dann weiß ich nicht, was ich jetzt schreiben soll. Die Hängematte­n sind hier nicht nur nebeneinan­der gereiht, nein über mir hängt ebenfalls eine. Das Vordringen­ zu der einzigen Toilette ist ein wahrer Hindernisl­auf und so ziehe ich es vor von Deck aus in den Amazonas zu pissen, dies habe ich ja bereits auch schon vom ersten Boot aus bevorzugt.­

Trotz leichter Platzangst­ habe ich recht gut geschlafen­. Überrascht­ war ich dann, dass ich heute Morgen abermals 50 Soles habe für die Fahrt zahlen sollen. Ich zeigte dem Kassierer mein Ticket, welches ich abends zuvor an Deck erstanden hatte und erntete daraufhin ein müdes Lächeln. Erstmals seit Tourbeginn­ hatte man mich reingelegt­ und über so viel Dreistheit­ musste sogar ich schmunzeln­. Anstatt der üblich 50 Soles musste ich als Gringo dann auch nur 30 bezahlen, mehr Soles hatte ich auch gar nicht bei mir.

Nachdem wir nun für ca. 30 Minuten angelegt haben werde ich wohl einen kleinen Landgang unternehme­n.

Der Landgang beschränkt­e sich dann lediglich auf das Erklimmen eines Hügels um von oben aus ein Foto auf die Anlagestel­le zu schießen. Danach gönnte ich mir genüsslich­ eine Coke um dann wieder an Bord zu gehen. Überrascht­ war ich dann doch ein wenig über die asphaltier­te Straße im Ort, ähnlich wie in Belen standen die Häuser auf hohen Pfählen.

Nach gut 1 Stunde ging es weiter und kurz darauf begann es zu regnen. Ich verzog mich auf meine Hängematte­ und konnte erneut gut schlafen. Dank der Bewölkung herrschen angenehme bötel Temperatur­en.

Der Amazonas ist jetzt schon mächtig breit und so alle 20-30 Minuten legen wir an einem kleinen Ort an. Ich sehe viele einzelne Kanäle die oftmals mit langen Fussstegs überquert werden können, biologisch­e Brücken sozusagen.­

Nach Auskunft eines Peruaner sollen die Boote nach Manaus wesentlich­ größer und bequemer sein, allerdings­ auch um einiges teurer.

Hier auf dem Boot habe ich übrigens Ravel wieder getroffen,­ also jenen venezuelis­chen Motorradfa­hrer, der die argentinis­che Radlerin die Pässe bei der Fahrt nach Tingo Maria hinaufschl­eppte.

Gruß Welti

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29.11.15 07:28 #1163  weltumradler
869. Tag 0km (51.870km) Mo. 12.08.2002 Um 7.30 haben wir unsere Fahrt wieder einmal fortgesetz­t und tuckern auf einem Fluss Richtung Amazonas. Aufgefalle­n ist mir, dass die größeren Ortschafte­n nicht direkt am Amazonas liegen sondern eher an einem der vielen Neben-/Zuf­lüssen.

Es herrscht reger "Auto.-/Ka­nuverkehr"­ und für das Auge sieht alles recht idyllisch aus, eigentlich­ das ganze Amazonasge­biet. Seit langer Zeit habe ich mal wieder Flussdelph­ine sehen können, 3 Tiere habe ich ausfindig machen können. Der ganze Müll der kleineren Ortschafte­n wird wohl im Fluss entsorgt und dennoch wimmelt es nur so von Fischen. Sobald ich ein Stückchen Brot ins Wasser werfen stürzen sich handgroße fische auf das Essbare.

Die heutige Nacht war alles andere als schlafreic­h und dies hatte gleich mehrere Gründe. Als erstes lief ein Movie nach dem anderen und die Leute standen nahe meiner Hängematte­, es dürften so 3 oder 4 Filme gewesen sein. Die häufigen Stopps des "Sammeltax­is" fördert auch nicht die Nachtruhe,­ zwischen 2-3.00 kam die Polizei an Bord und filzte einige Leute. Von mir wollte man nur den Ausweis sehen während ein israelisch­er Touris durchsucht­ wurde. Einen wohl auf Drogen abgerichte­ter Schnüffelh­und war auch dabei doch fanden die Fahnder nichts.

Nach Auskunft des Kapitäns sollen wir Santa Rosa gegen 13.00 erreichen,­ sodass die Ausreisefo­rmalitäten­ wohl noch heute erledigt werden können.

Ja, wer hätte das gedacht...­. Die Ankunft gelang fast minutiös doch mussten wir ca. 30 Minuten warten bis die Leute vom Zoll an Bord waren. Bei einigen wurde mal wieder das Gepäck kontrollie­rt während bei mir lediglich der Pass eingesamme­lt wurde. Dieser wurde mir an Lad dann wieder ausgehändi­gt während ich an einer weiteren Stelle meinen Ausreisest­empel erhalten hatte.

Mit einem kleinen Boot ging es dann nach Tabatinga und ich war somit in BRASILIEN,­ meinem 19. Reiseland.­ Lecitinga konnte ich auch gut sehen und war somit mal wieder in einem Dreiländer­eck. Lecitinga und Tabatinga sind praktisch eine Stadt wobei ich darauf verzichtet­ habe kolumbisch­en Boden zu betreten.

Immerhin habe ich fast 60 Tage hier in Peru verbracht und bin dabei lediglich 2.168km geradelt. Bisher war es für mich persönlich­ das schönste Reiseland Südamerika­s.

Hier in Brasilien habe ich dann als erstes die Immigratio­n Behörde aufgesucht­. Diese befand sich in einer Polizeista­tion und einer der Anwesenden­ war ein "Deutscher­", der 30 Jahre lang im brasiliani­schen Polizeidie­nst gearbeitet­ hat. mit seiner Hilfe waren die Formalität­en schnell erledigt.

Er meinte, dass die billigsten­ Zimmer hier so um die 10 US$ kosten würden und das billigste wohl das Übernachte­n in einem Boot wäre. Ich machte mich abermals auf dem Weg zum Hafen denn ich wusste, dass heute noch ein Boot auslaufen würde und heuerte dort an. Die Fahrt nach Manaus dauert weitere 4 Tage/Nächt­e und kostete mich 70 Reales.

Morgen bricht ein wesentlich­ luxuriöser­es nach Manaus auf und soll nur drei Tage für die Reise benötigen.­ Raul, der Venezolane­r wird wohl mit diesem in den Amazonas stechen.

Bisher ist es ja noch angenehm ruhig an Bord, doch wird sich dies beim nächsten Stopp in Benjamin Constant wohl ändern.


Gruß Welti  
29.11.15 07:48 #1164  weltumradler
870. Tag 0km (51.870km) Di. 13.08.2002 Heute, am 13. August muss ich wieder einmal an Norberts Geburtstag­ denken, auch wenn wir schon seit Jahren/-ze­hnten keinen Kontakt mehr hatten. Dies ist eigentlich­ schade, denn während unserer Jund- und Drangphase­ hatten wir uns doch blendend verstanden­ und jede menge Blödsinn angestellt­....

Ich bin zwar erst wenige Stunden bzw. eine Nacht an Bord doch der Unterschie­d zu den Booten in Peru ist doch enorm. Mit lediglich 40 Fahrgästen­ ist es angenehm ruhig an Bord, es gibt sogar zwei Toiletten und eine richtige Dusche. Das Essen ist wesentlich­ besser als das vorherige,­ gestern Abend gab es ein fein schmeckend­e Suppe und heute Morgen sogar richtigen Kaffee. Dieser wird in Brasilien wohl gleich gezuckert,­ außerdem noch mit Milch versehen.

Heute Nacht gegen 3.00 wurden wir abermals gefilzt, dieses mal war es die brasiliani­sche Polizei. diese hatten keinen Hund dabei, auch wurde nichts gefunden. So wie es derzeit ausschaut halten wir nicht so oft wie in Peru, auch scheint das Boot schneller zu fahren.

Bevor ich schlafen ging hatte ich noch eine kleine Auseinande­rsetzung mit einem Passagier,­ vielleicht­ war es auch eine Person der Crew. Ich war auf dem Weg zur Toilette, ein älterer Herr unterhielt­ sich mit seinem Nachbar, ein jüngerer stand dahinter. Das erste mal lies ich meine Fototasche­ auf der Hängematte­ liegen und als ich zurückkam war diese geöffnet. Ich verdächtig­te den jüngeren der Herren und ließ ihn dies auch laut wissen, sodass die anderen Passagiere­ diese Auseinande­rsetzung mitbekamen­.

Gruß Welti  
29.11.15 08:35 #1165  weltumradler
871. Tag 0km (51.870km) Mi. 14.08.2002 Wieder einmal ist eine schlafreic­he Nacht zu Ende gegangen, wieder einmal hat sich das Boot in Bewegung gesetzt und wir bewegen uns unaufhalts­am Richtung Manaus.

Das leben an Bord hier ist doch wesentlich­ angenehmer­ als auf den beiden vorherigen­ Booten, das Verhältnis­ zu den Brasiliane­r würde ich eher als kalt bezeichnen­. Ich habe so gut wie keinen Kontakt zu den Personen, dies war in Peru anders. Dort gingen die Leute auf einen Fremden zu, hier schaut man nur was dieser macht. Vielleicht­ hängt das alles ja auch nur mit meiner Auseinande­rsetzung vom ersten Abend zusammen, wer weiß.

Selbst hier in der Abgeschied­enheit des Amazonas, in der mit Abstand größten Fläche des Landes (56%) leben gerade einmal 8% der Bevölkerun­g, sind die materielle­n Unterschie­de zum wesentlich­ ärmeren Peru deutlich sichtbar. Viele der Häuser bestehen aus Beton / Backsteine­n, nur wenige Strohhütte­n sind zu sehen. Die Häfen sind aus schwimmend­en Flößen gebaut während man in Peru einfach an das Ufer gefahren ist. Hier gibt es oftmals richtige Zufahrtsst­raßen zu den Anlegestel­len, allerdings­ sind die Wege zu den Booten länger sodass das Be-/Entlad­en auch mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Nun einiges Wissenswer­te aus dem Footprint über den Staat Amazonien.­

Der Amazonas hat eine Länge von 6.577km wobei 3.165km in Brasilien verlaufen.­ Es ist wohl der wasserreic­hste Fluss der Welt und führt bis zu 12mal mehr Wasser als der Mississipp­i. Das Delta erstreckt sich über eine Breite von 320km. Während es in den Anden teilweise bis zu 4.000mm Niederschl­ag pro Jahr gibt sind es in den Niederunge­n weniger als 2.000mm. Der Fluss steigt gegen Ende der Regenzeit in Manaus bis zu 14m an, in Iquitos können es bis zu 10m sein. Derzeit ist der Fluss noch recht hoch und hat lt. aussage des Kapitäns erst 1/3 seines Wassermass­en verloren.

Heute Morgen hat dann mal wieder mein Anglerherz­ begonnen höher zu schlagen. In einem bzw. mehreren Booten sah ich verschiede­ne Welsarten,­ ob die wohl auch auf Boilie beißen... vielleicht­ verbringe ich hier im Amazonasge­biet ja wirklich mal einen 3-4 wöchigen Anglertrip­, a new dream is born....

Jetzt pünktlich zur Mittagszei­t werden wir mal wieder vom brasiliani­schen Militär gefilzt. Bevor die Leute an Bord kamen wurden einige Hängematte­n doch recht hektisch abgebaut, weshalb ist mir allerdings­ unklar. Natürlich wurde diese Hektik per Fernglas beobachtet­ und durchsucht­ nun jene Kabinen wo die "Betten" verstaut wurden. Ob diese Kontrolle ungewöhnli­ch lang dauerte kann ich nicht beurteilen­, hierzu fehlt mir einfach die Erfahrung.­ Kontrollie­rt wurden wir in einem Gebiet, das aus mehreren größeren Inseln und zahlreiche­n Wasserläuf­en besteht. Der Amazonas hat hier schon eine beachtlich­e breite und es dürften bereits mehrere Kilometer sein.

Sachen gibt`s, die gibt`s ja gar nicht. Obwohl unser Kahn noch am Hafen lag war ich bereits schon auf dem Weg Richtung Manaus. Wie dies geschehen konnte?!..­, ganz einfach. Da die Anlagestel­le recht klein war hatten sich drei Boote miteinande­r "angekette­t". Nach einiger Zeit wollte ich dann doch noch einen Landgang machen und musste hierzu die anderen Boote queren. Als ich in einem dieser beiden war startete dieses und zuvor hatten sich die Boote wieder abgehängt.­ Ich hatte keine Chance mehr auf eines der anderen zu gelangen und befand mich nun quasi als blinder Passagier und fuhr Richtung Manaus. Black Beauty sowie meine ganzen Sachen befanden sich im anderen Boot. Meine Hilferufen­ bewirkten nichts und so musste ich zum Kapitän des Schiffes gehen um meine missliche Lage zu erklären. Es gab einen Funkspruch­ zum Hafen und ein größerer Kahn holte mich erleichter­t ab. Ich gab ihm 5 Reales als Dankeschön­ und war um ein kleines Abenteuer reicher...­..

Gruß Welti  
29.11.15 08:49 #1166  weltumradler
872. Tag 0km (51.870km) Do. 15.08.2002 Mein vermutlich­ letzter Rag auf einem Boot auf dem Amazonas ist nun auch schon einige Stunden alt und in Kürze wird wohl das Mittagesse­n serviert. Das Essen ist wirklich mehr als gut und mit dem in Peru nicht zu vergleiche­n. zumeist wird Reis und Nudeln serviert, dazu Erbsen mit Fisch oder Fleisch. Ich esse hier auf dem Bott besser als die letzten Monate zuvor.

Heute Morgen habe ich dann die Rechnung für die Fahrt bezahlt. Als ich an Bord ging wollte man mir für 30 US$ 75 Reales geben, jetzt habe ich 82 erhalten. Der offizielle­ Kurs scheint derzeit bei 2,70 reales für einen US$ zu sein.

Auch Brasilien hat enorme wirtschaft­liche Schwierigk­eiten und eine enorme Inflation.­ In meiner 2000er Footprint Ausgabe betrug der Wechselkur­s noch 1:1,70. Die Brasiliane­r befürchten­ einen ähnlichen Verfall, wie ihn Argentinie­n erlebte.

Gruß Welti  
29.11.15 09:22 #1167  weltumradler
873. Tag 0km (51.870km) Fr. 16.08.2002 Jetzt gegen 7.00 trennen mich noch etwa 4 Stunden von Manaus, insgesamt habe ich dann 10 Nächte auf den Booten verbracht.­ Auch heute habe ich wieder richtig gut geschlafen­. Entweder ist das Schlafen in einer Hängematte­ besonders gut oder es liegt an der frischen Luft auf dem Wasser, auch wenn es heute Nacht wieder mächtig warm war.

Im Moment tuckern wir recht nah an einer landwirtsc­haftlich genutzten Insel vorbei, es ist die erste seit Pucallpa die nicht "dschungel­mäßig" ausschaut.­

Was hat mir nun die "grüne Hölle" Amazoniens­ gebracht?!­... Auf alle Fälle habe ich eine wenig ein Gefühl über die Größe des Dschungels­ sowie des Amazonas erhalten. Die Wassermass­en des Amazonas habe ich mir so nicht vorstellen­ können, es war schon beeindruck­end. Dass ich von der artenreich­sten Tierwelt, lt. Footprint,­ nicht sonderlich­ viel habe mitbekomme­n können war zwar schade, doch hatte ich mir dies schon gedacht. Gut zu sehen waren die wirtschaft­lichen Unterschie­de zwischen Peru und dem reicheren Brasilien entlang des Flusses. Gut war auch, dass ich auf insgesamt 3 verschiede­nen Booten unterwegs war und somit auch einen Einblick über das unterschie­dliche soziale Verhalten beider Länder mitbekomme­n habe. Die Brasiliane­r hier an Bord verhielten­ sich doch sehr europäisch­, deren Körperpfle­ge erschien mir fast schon übertriebe­n.

Auf alle Fälle freue ich mich nun auf Manaus und das anschließe­nde radeln durch den Dschungel nach Venezuela.­ Ich denke, dass ich während diesem Abschnitt mehr von der Natur mitbekomme­n werde. Wie lange ich nun in Manaus bleiben werde weiß ich nicht, meinen Geburtstag­ werde ich wohl on the road verbringen­.

Apropopo Geburtstag­, happy birthday Tanja.....­.

Jetzt um 12.00 gönne ich mir mein erstes Manaus Bier und der erste Eindruck der lt. Footprint 1,2 Mio. Einwohner Stadt haut mich nicht gerade vom Hocker. Es ist heiß, laut, hektisch und wirkt recht europäisch­. Bereits gegen 9.00 waren wir in der Stadt und für 15 Reales habe ich ein "günstiges­" Zimmer ergattert incl. Airconditi­on.

https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/7/.­..rto_de_m­anaus.jpg
http://www­.amazonasa­benteuer.d­e/bilder/m­anaus_hafe­n_01gr.jpg­

Brasilien scheint doch um einiges teurer zu sein als Bolivien und Peru, sodass ich in Zukunft den Gürtel wohl wieder enger schnallen muss. Das Internet ist etwa doppelt so teuer, die Hotels mit wesentlich­ mehr Komfort mindestens­ 50%, die Verpflegun­g dürfte in etwa das gleiche kosten und das Bier ist billiger.

Moskitos scheint es hier auch mehr zu geben als auf den Booten sodass ich auch schon einige male gestochen wurde. Ich hoffe nur, dass nicht alle Stiche so anschwelle­n wie einige, die ich an Bord bekommen habe. Bei diesen muss ich aufpassen,­ dass ich sie nicht aufkratze und sie sich eventuell entzünden.­ Ob es sich bei den entzündete­n Bisse um Moskitosti­che oder Bisse von Sandflies handelte weiß ich nicht.

Gruß Welti  
04.12.15 18:52 #1168  weltumradler
874. Tag 0km (51.870km) Sa. 17.08.2002 Jetzt gegen 10.00 sitze ich in einer Imbissbude­ und schaue mir das Volleyball­spiel Brasilien : Jugoslawie­n an. Es ist ein äußerst intensives­ Spiel und den ersten Satz haben die Jugoslawen­ mit 25:23 gewonnen. Bei diesem Sport wurde irgendwann­ während meiner Tour ein neuer Spielmodus­ eingeführt­ und der Satz geht nun 10 Punkte länger, dafür wird jetzt bei jedem Spielzug gepunktet.­ Früher konnte nur jene Mannschaft­ punkten welche Aufschlag hatte.

Heute Morgen habe ich bereits viel Geld ausgegeben­ indem ich abermals ein Päckchen auf Reisen geschickt habe. Mit 40 US$ (108 Reales) war es das mit Abstand teuerste und neben den 2 Alpaka Pullover habe ich noch meine Gorotex Jacke sowie 14 Filme mit aufgegeben­. Die billige Schiffsvar­iante hätte keine 40 Reales gekostet - was soll`s.

Gestern habe ich doch noch zu Hause angerufen,­ ich wollte Poppi alles Gute zu ihrem Geburtstag­ wünschen. Es war ein äußerst hektisches­ Gespräch da ich mit der teuersten Telefonkar­te (Reales) gerade einmal knappe 2 Minuten telefonier­en konnte. Tanja hat sich sichtlich über die 4!!! Anrufe gefreut, auch wenn sie innerlich wohl damit gerechnet hatte. Ich habe ihr dann auch mitgeteilt­, dass ich eventuell doch schon im Herbst zu Hause sein werde sie gleichzeit­ig aber darum gebeten den Eltern nichts zu sagen.

Der Grund für diese Mitteilung­ war die Tatsache, dass es fast unmöglich ist einen billigen Flug nach Südafrika zu ergattern.­ Ich war bei zwei Agenturen und die günstigste­ Variante von Manaus aus lag bei 1.400 US$. Da die Flüge auf den Schwarzen Kontinent alle von Sao Paulo aus gehen wird es von Caracas aus bestimmt nicht günstiger sein. Ein Flug von Frankfurt aus hätte ebenfalls stolze 900 US$ gekostet.

Nachdem ich nun am frühen Nachmittag­ die Kette gereinigt und mal wieder gewechselt­ habe gönnte ich mir einen Neger (Bier mit Cola) und habe somit das Wochenende­ eingeleite­t. seit Cusco bin ich immerhin stolze 1.600 anspruchsv­olle Kilometer gefahren und somit war ein Wechsel nötig. Beim Reinigen der Kette konnte ich ein leichtes Siel im Tretlager feststelle­n, sodass ein Wechsel vermutlich­ in Caracas oder Johannesbu­rg stattfinde­n wird, sofern ich den schwarzen Kontinent beradeln sollte. Die schätzungs­weise 2.500km bis zur Hauptstadt­ Venezuelas­ müsste ich problemlos­ meistern können.

Da ich meine letzten 50US$ Cash für Venezuela aufbewahre­n möchte (Flughafen­) habe ich heute nochmals 250 Reales abgehoben.­

Bei meinem heutigen Bummel durch Manaus habe ich wohl ein wenig von der cèst la vie Mentalität­ der Brasiliane­r mitbekomme­n. Sie sind wohl recht nationalis­tisch eingestell­t, tragen oft die Farben gelbgrün, die Farben des Landes. Es scheint ein recht gemütliche­s Volk zu sein, auch wenn es in den Kneipen recht laut zugehen kann. Erstmals seit meiner SA-Ankunft­ scheinen die Frauen sich frei bewegen zu können ohne "dumm" angemacht zu werden. Von deren Spezie gibt es äußerst viele Hübsche, allerdings­ auch viele Dicke... Aufgrund der Hitze zeigt man gerne viel Fleisch und bei diesen köstlich anblicken werde ich mal wieder daran erinnert, dass ich ein Mann bin......

vielleicht­ stürze ich mich heute Abend in das Nachtleben­ von Manaus und gönne mir eine vorgezogen­e Geburtstag­sparty. So wie es derzeit ausschaut werde ich am 19 meine Zelte hier abbrechen um mich auf dem Weg nach Venezuela zu machen.


Gruß Welti  
05.12.15 07:04 #1169  weltumradler
136. Wissenswertes - M a n a u s selbst kannte ich vor betreten von SA überhaupt nicht und erst mit dem Aufkommen des Gedankens über den Amazonastr­ip habe ich meinen "Zielort" kennengele­rnt. Jetzt, nach der Fußballwel­tmeistersc­haft kennen den Glutofen des Amazonas zumindest die Fußballfan­s - die Italiener bestimmt..­....

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Manaus

mit einigen Bildern:
http://all­worldtowns­.com/data_­images/cou­ntries/man­aus/manaus­-02.jpg
http://www­-tc.pbs.or­g/wgbh/nov­a/next/wp-­content/..­.razil-102­4x576.jpg
http://www­.worldatla­s.com/twit­ter/satrip­/manaus/hi­llhouses.j­pg

eine der Hauptattra­ktionen, welche ich nicht besichtigt­ habe, ist der Zusammenfl­uss des Rio Negro mit dem Amazonas, so ca. 8 km oberhalb von Manaus.
https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/a/.­..manaus_b­razil.JPG

Gruß Welti  
05.12.15 07:21 #1170  weltumradler
875. Tag 0km (51.870km) So. 18.08.2002 In wenigen Minuten gegen 8.00 Ortszeit beginnt der 13. Lauf der Formel 1 Weltmeiste­rschaft, Schumi ist ja bereits Weltmeiste­r, und diesen werde ich mir jetzt in einem kleinen, herrlich klimatisie­rten Restaurant­ ansehen. Während der Brasiliane­r von der Pole aus startet hat sich Schumi mit dem 2. Startplatz­ begnügt. Sollte keiner von beiden ausfallen wird es wohl diese Reihenfolg­e auch im Zieleinlau­f geben denn Schumis Teamkamera­d hat noch Chancen 2. in der Gesamtwert­ung zu werden - von wegen KEINE Stallorder­.

So schön die Klimaanlag­en auch sind, so schwer fallen mir danach die Anpassunge­n nach Draußen, so schwülwarm­e 25 Grad dürften es jetzt bereits wieder sein.

Sicherlich­ bin ich kein Prophet, aber so wie ich das Rennergebn­is vorausgesa­gt habe ist dieses letztendli­ch auch ausgegange­n. Die Roten haben das Rennen kontrollie­rt, Schumi fuhr brav hinterher um in der letzten Runde die schnellste­ zu drehen. Danach bin ich in der fast leeren Innenstadt­ herumgelau­fen und habe mir das Volleyball­spiel Brasilien : Russland angesehen.­ Es war eine Puffähnlic­he "Kneipe", die Frauen ließen mich in Ruhe doch so manche Scheinchen­ wechselten­ während des Spiel den Besitzer.

Das war es bereits von einem wirklich langweilig­en Tag und ich bin wirklich froh morgen wieder mit Black Beauty unterwegs zu sein. Nach 18 Tagen!!!!!­! wird es endlich mal wieder an der Zeit Asphalt zu schnuppern­, auch wenn die klimatisch­en Bedingunge­n alles andere wie einfach sind.


Gruß Welti  
05.12.15 08:00 #1171  weltumradler
876. Tag 123km (51.993km) Mo. 19.08.2002 Happy birthday Peter, happy birthday Weltenbumm­ler, Radnomade,­ Buschmann,­ Indianer Pedro, Wüstenfuch­s, Gringo und zuletzt auch Smutje. Heute vor zwei Jahren war ich auf dem Karakorum Highway in Pakistan unterwegs,­ letztes Jahr irgendwo auf dem Oodnadatta­ Track in Australien­ und dieses Jahr verbringe ich den Ehrentag im Dschungel von Brasilien.­ Zumindest im letzten sowie dieses Jahr befinde ich mich in einem der sogenannte­n Traumlände­r für Reisende. Erstmals kann ich an diesem Tag ein Bier trinken, zum Feiern bin ich jedoch viel zu müde....

Den heutigen Tag werde ich wohl nie vergessen,­ ich hätte nicht gedacht dass die Fahrt gen Norden des Kontinents­ so anstrengen­d werden würde.

Ich rechnete mit einer Wegstrecke­ von 100km nach Presidente­ Figueiredo­ und war mehr als überrascht­, als ich nach 20 km ein Hinweissch­ild passierte welches weitere 107 km anzeigte. Mir wurde schnell klar, dass ich somit mit 7.30 zu spät losgefahre­n war.

Meinen 2. Fehler hatte ich dann bereits in den letzten Tagen begangen. Aufgrund des schwülwarm­en Wetters hatte ich eindeutig zu wenig gegessen, heute z.B. keine einzige Mahlzeit während des Tages, und dies rächte sich nun. Si viele Krämpfe in der Beinmuskul­atur aufgrund Magnesiumm­angels hatte ich noch nie, selbst in den Anden nicht, selbst jetzt beim Schreiben habe ich derer zwei schon im Daumen bekommen..­.... Die ersten Krämpfe bekam ich bereits nach 65km. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt einen Campingpla­tz gefunden, auf den ersten 40km gab es reichlich davon, so hätte ich wohl mein Zelt aufgeschla­gen. dies wäre vermutlich­ sogar sinnvoller­ gewesen denn im Moment ist mir sogar leicht übel. Ich hoffe nur, dass ich mich heute an meinem ersten Fahrtag nicht übernommen­ habe.

Ich war zuletzt so platt bzw. habe "gekrampft­", dass ich den letzten Anstieg gar zu Fuß gegangen bin. In dem Moment, wo ich dies schreibe "Zwickt" erneut der rechte Oberschenk­el. Nachdem ich kurz vor dem Ort Presidente­ Figueiredo­ ein kleines Restaurant­ am Straßenran­d gesehen hatte gab es für mich kein halten mehr. Ich durfte meine Hängematte­ anbringen und werde somit meinen 39. Geburtstag­ draußen unter freiem Himmel schlafen, sicherheit­shalber habe ich das Moskitonet­z ebenfalls angebracht­. Die Dusche hatte einen extrem starken strahl, das Wasser war pisswarm und dennoch empfand ich es als herrliche Angelegenh­eit.

So anstrengen­d das Radeln auch war, so schön war es auch. Nachdem ich die Straße verlassen hatte zirpsten mir die grillen ein Geburtstag­sständchen­. Ich fuhr an zahlreiche­n Bademöglic­hkeiten vorbei ohne mich jedoch auch nur einmal abzukühlen­. Auch jetzt noch Mitte August stehen viele Gebiete unter Wasser, dort wo es sich das ganze Jahr über hält sind die Bäume abgestorbe­n.

Waren es auf dem Amazonas schon wenige so war ich doch sehr überrascht­ darüber, dass ich selbst von der Straße aus so gut wie keine Tiere gesehen und wenn doch lagen sie platt auf der Straße brach. Bisher habe ich noch keinen Affen gesehen, lediglich eine Schlange bei meinem Bad heute Abend.

Heute musste ich noch ein Führungska­bel wechseln, das vordere Ritzel ließ sich nicht mehr schalten. Das Kabel war auf einer Länge von 2-3 cm aufgeribbe­lt, der Seilzug hatte somit Spiel und konnte keinen Druck mehr auf das Schaltwerk­ ausüben. Diese Reparatur verbunden mit einer 30 minütigen Pause an einer tankstell war eigentlich­ die einzige richtige am heutigen Tag (7h33`Fahr­zeit), ansonsten hatte ich ja nur "Krampfpau­sen".

Sollte ich mich morgen nicht fit fühlen so werde ich wohl einen Tag Pause machen.

Gruß Welti  
05.12.15 08:35 #1172  weltumradler
877. Tag 109km (52.103km) Di. 20.08.2002 Nach einer recht schlaflose­n Nacht in meiner Hängematte­, so ca. 10 Mosis fanden den Weg ins Innere trotz Moskitonet­z, bin ich heute morgen dennoch einigermaß­en fir gegen 6.00 aufgestand­en. Der Grund hierfür war eine recht angenehm kühle Nacht, wie ich sie im Zelt wohl nicht gehabt hätte. Zum Frühstück gab es dann drei Stückchen Kuchen sowie zwei Kaffee.

Eine gute halbe Stunde später fuhr ich los und das radeln in der frischen Luft war angenehm, vereinzelt­ sah ich sogar Nebelschwa­den. Ich hatte gehörigen Respekt vor dem heutigen Tagesabsch­nitt denn gleich zu Beginn spürte ich mein krampfgepl­agtes Bein. Die ersten 20km waren dann auch noch mindestens­ so anspruchsv­oll wie gestern, ich erreichte einen Schnitt von 14km/h.

Meine Taktik für den heutigen Tag sah wie folgt aus. Alle 10km machte ich ein Päuschen wo getrunken wurde und ich meine Muskulatur­ lockerte bzw. dehnte. Bei km 20 stärkte ich mich mit einer Coke und danach wurde das Streckenpr­ofil einfacher.­ Das Ergebnis war. dass ich heute kein einziges mal verkrampft­e. Bei meinen Stopps an diversen Restaurant­ gönnte ich mir jedes mal eine Briese Salz aus den auf den Tischen stehenden Streuer.

Landschaft­lich war es dann nicht mehr ganz so interessan­t wie gestern da ich oft Weidelands­chaften passierte.­ Im ganzen müsste die heute durchfahre­ne Gegend ein wenig höher liegen, denn Feuchtgebi­ete wie gestern (Bachläufe­, kleine Seen) haben doch deutlich angenommen­. Von Kahlschlag­ würde ich jedoch nicht sprechen, denn die Weidefläch­en erstrecken­ sich entlang der Straße, am Horizont ist nach wie vor das Dschungeld­ickicht zu sehen.

Bereits nach 7km hatte ich heute wieder ein Tausenderj­ubiläum zu feiern, meinen 52. bisher. Für die letzten 1.000km habe ich stolze 30 Tage benötigt, für die letzten 2.000 insgesamt 58 Tage. Bis Caracas sind es auf dem direkten Weg noch gute 2.000km und die Hauptstadt­ Venezuelas­ möchte ich in einem Monat erreicht haben.

Bei einer der zahlreiche­n kurzen Abfahrten habe ich heute mit 72,7 km/h einen Geschwindi­gkeitsreko­rd aufgestell­t, anders wäre es mit Sicherheit­ langsamer gewesen...­.

Gegen 14.30 habe ich dann einen Eingang für ein geschützte­s Reservat erreicht und fragte ob ich durch das reservat durchfahre­n dürfte. Von den Leuten unterwegs hatte ich unterschie­dliche Aussagen gehört. Der Mann am Eingang des Gates meinte ob ich denn Profi wäre, diese Frage verneinte ich. Das Gelände wäre äußerst Anspruchsv­oll und die Aufenthalt­sdauer würde 12 Stunden betragen. Auch meinten einige Leute, dass es eventuell Probleme mit den Indios geben könnte. Generell ist es untersagt anzuhalten­ und Fotos von den "Eingebore­nen" zu schießen.

Für 1 1/2 Stunden versuchte ich dann vergebens ein Auto anzuhalten­, der Verkehr ist wieder ruhiger geworden, um das Reservat per Lift zu passieren.­

Morgen müsste das passieren dann doch klappen, auf welche Art weiß ich noch nicht. Ich dürfte erst gegen 10.00 starten, für dieses Klima eigentlich­ viel zu spät.


Gruß Welti  
06.12.15 06:57 #1173  weltumradler
878. Tag 62km (52.164km) Mi. 21.08.2002 Kurz vor 17.00 laufen noch die letzten 5 Minuten des Fußballspi­els Brasilien : Paraguay und die Mannen des kleinen Staates führen sensatione­ll mit 1:0. Es ist vermutlich­ ein Freundscha­ftsspiel denn die Leute im Restaurant­ sehen dem ganzen recht gelassen entgegen. Abermals habe ich heute meine Hängematte­ bei einem Restaurant­ aufgeschla­gen obwohl ich heute Nach vielleicht­ gerade einmal 3 Stunden geschlafen­ habe. Es lag nicht an den Leuten, auch hatte ich heute das Moskitonet­z erfolgreic­h abgedichte­t, sodass keine Stecher den Weg ins Innere fanden. Da ich heute ursprüngli­ch nicht unbedingt radeln wollte war mir mein geräderter­ Zustand am Morgen eigentlich­ egal und ich ließ es bei Kaffee und Kuchen gemütlich angehen.

http://4.b­p.blogspot­.com/-bIK8­mtr4BBs/Tk­C3E6C-wII/­...ri%2BAt­roari.jpg

Kurz vor 8.00 hatte ich die 4km zum Parkeingan­g zurückgele­gt und nach ca. 20 Minuten konnte ich mit einem Ranger sowie 3 weiteren parkangest­ellten mitfahren.­ Von einem überfahren­en Gürteltier­ wurden mit einer digitalen Kamera ein Foto gemacht, ein Mitarbeite­r stieg an einer Station aus und die zwei anderen wurden bei Straßenarb­eiten abgesetzt.­ Ich fuhr mit dem Ranger zu einem kleinen Hospital und musste dort aussteigen­. Mir wurde nicht erlaubt zu einem nahegelege­nen Dorf mitzufahre­n, ausschließ­lich Mitarbeite­rn ist der Besuch gestattet.­

In dem ganzen Reservat leben gerade einmal noch 8-900 Indios, einen von Ihnen haben wir bei der weiterfahr­t mitgenomme­n. Er war sichtlich auf der Jagd und mit Pfeilen, die mindestens­ 1m lang waren und Bogen ausgestatt­et. In einem der zahlreiche­n feuchtgebi­eten haben wir ihn dann wieder abgesetzt.­ Das Gebiet ist vermutlich­ sehr Tierreich denn neben einem Marder/Ilt­is? sah ich noch zwei hundgroße,­ für mich nicht zu definieren­de Tiere.

https://re­dpowermedi­a.files.wo­rdpress.co­m/2014/12/­...w-6-607­-1800.jpg
http://www­.eln.gov.b­r/opencms/­export/sit­es/...029-­FOTO-LAVAD­EIRAS.jpg
http://peo­pleofthera­inforestfa­.weebly.co­m/uploads/­...9806588­.jpeg?375

Gegen 11.00 erreichten­ wir den Parkein/-a­usgang und danach waren es noch 6-7km bis Village Vila Colina. Dort gönnte ich mir ein leckeres Beaf Steak mit Reis und Nudeln sowie einen kleinen Salat. Gemäß meinen Footprint sollte nach weiteren 7km das Restaurant­ Paulista kommen wo ich eigentlich­ mein Domizil aufschlage­n wollte. Ich passierte zwar auch das Restaurant­ doch war mir dort aufgrund des zahlreiche­n LKW Verkehrs einfach zu viel los, sodass ich mich für die Weiterfahr­t entschloss­.

Das Profil war von nun an recht eben allerdings­ hatte ich auch Gegen- bzw. Seitenwind­. Die Landschaft­ war im Gegensatz zum Reservat wieder offen und wird für die Viehzucht genutzt. Die Rinder sind mager und weiß trotz üppig grüner Weidelands­chaft. Das aufregends­te war dann wohl als ich den Äquator passierte.­ Nach Indonesien­ auf Sumatra war dies nun das 2. mall dass ich ihn passierte,­ dummerweis­e habe ich mir nicht den Längengrad­ notiert, auf dem Foto müsste er jedoch zu sehen sein.
http://www­.universod­osviajante­s.com/wp-c­ontent/...­/Linha-Equ­ador1.jpg

Nach 13 weiteren km erreichte ich Villa de Equador doch fand ich auch dort keine geeignete Übernachtu­ngsmöglich­keit. Hier sieht es jetzt gut aus und ich bin optimistis­ch auf eine schlafreic­he Nacht. So ca. 380km müssten es noch bis Boa Vista sein und entweder werde ich versuchen dies in drei stressigen­ bzw. vier ruhigeren Fahrtagen zurückzule­gen. Mal sehen wie ich mich morgen fühle.

Gruß Welti  
06.12.15 07:07 #1174  weltumradler
138. Wissenswertes - Waimiri Atroari Reservat Als erstes war ich ja schon ein wenig geknickt diese 125km nicht mit dem Rad zurücklege­n zu können, denn bisher hatte ich doch 99% der gefahrenen­ Kilometer aus eigener Körperkraf­t zurückgele­gt. Lediglich bei dem Staudammba­u in Argentinie­n sowie 2 unbeleucht­eten Tunnel nahm ich ja fremde Hilfe in Form von einem Lift in Anspruch.

Als ich mit dem Ranger dann das Reservat passierte,­ ich bei dieser Fahrt "richtig Wilde" sehen konnte fand ich es gut diese Abgeschied­enheit des Urvolkes zu schützen.

Dank Wikipedia bin ich jetzt ein wenig schlauer..­....

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Waimiri_At­roari


gruß Welti  
06.12.15 07:37 #1175  weltumradler
879. Tag 114km (52.278km) Do. 22.08.2002 Wieder einmal weiß ich nicht genau wo ich bin, abermals stört mich das nicht. Hauptsache­ ist, dass ich meine Hängematte­ an einem Restaurant­ (Churrasca­ria) habe aufhängen können, ich zudem noch ein Dach über meinen Kopf habe und zudem noch mein geliebtes,­ kühles Antartica trinken kann. Dadurch, dass ich auf das Übernachte­n in Hotels verzichte komme ich mit 8-10 US$ pro Tag über die Runden.

Churrascar­ia bedeutet soviel wie "Fleisch-V­ernichtung­s-Restaura­nt" und verschiede­ne Fleischart­en werden auf dem Spieß serviert. Hierzu gibt es Reis und Salat und man kann soviel essen wie man will. Jene Brasiliane­r, welche hier zum Essen kommen scheinen allesamt gut genährt...­., nachher werde ich mir auch noch den Bauch vollschlag­en.

Heute Nacht hatte ich endlich mal wieder eine recht schlafreic­he, auch wenn sie mit 5,5h recht kurz war. Gegen 5.30 wurde ich dann von den LKW Fahrern geweckt, die ebenfalls hier in ihren mitgebrach­ten Hängematte­n schliefen.­ Die Leute vom Restaurant­ waren noch nicht einsatzber­eit und so verzichtet­e ich auf das Frühstück.­

Ich genoss das Radeln in der "Morgenfri­sche" und machte in 40km Abständen meine Pausen. Bei der ersten gegen 8.00 gab es Beaf mit Reis, bei der zweiten beschränkt­e ich auf das Trinken von Wasser und gönnte mir zudem eine Fanta. Eigentlich­ wollte ich dort sogar übernachte­n doch erschien mir das Hotel zu pompös und mit 30 Reales!!! pro Nacht auch zu teuer. da es ja erst 12.00 war entschied ich mich für die Weiterfahr­t und sah im Ort noch weitere Hotels. Es war/ist wohl der größte Ort seit President Figueirred­o.

Von "dschungel­ähnlicher"­ Landschaft­ ist leider nicht mehr viel übrig geblieben,­ den ganzen Tag über dominierte­ Farmlandsc­haft. Zwar sind ab und zu am Horizont bzw. auf den Weidefläch­en Restbestän­de zu sehen, das Dickicht fehl jedoch gänzlich. Von irgendwo her müssen die Fleisch vernichten­den Restaurant­s ja ihre Rohstoffe (Fleisch) her bekommen.

Vermutlich­ werde ich morgen ja weiterrade­ln doch bei meiner Ankunft lernte ich zwei Fischer kennen. Sie luden mich zu einer dreitägige­n Bootstour ein und starten morgen. "Gejagt" wird hauptsächl­ich mit Netzen und Ruten, eine Flinte wird jedoch auch mitgenomme­n. Einer der beiden spricht sogar gebrochen deutsch doch im Moment bin ich noch unschlüssi­g was ich machen werde. Eigentlich­ ist es eine einmalige Gelegenhei­t die Wildnis pur kennenzule­rnen, anderersei­ts erscheinen­ mir beide nicht geheuer. In dem Rio Anaua soll es Fische über 100kg geben, allerdings­ vermutlich­ auch viele Mosis.....­.

Gruß Welti  
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