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Di, 21. April 2026, 23:29 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
Leser gesamt: 390781
davon Heute: 49

bewertet mit 128 Sternen

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01.05.16 18:27 #1301  weltumradler
988. Tag 146km (59.067km) Mo. 09.12.2002 wie bereits vermutet hatte es der heutige Tag ganz schön in sich, immerhin saß ich knappe 8h im Sattel, und so war es gut, dass ich mich gestern noch mit 1 1/2 Pizzen gestärkt hatte. Gut war allerdings­ auch, dass ich heute habe radeln wollen denn sonst wäre ich mit Denis?, einem Frankfurte­r wohl versumpft.­ zuerst spielten wir ein wenig Billiard, danach tranken wir noch zwei Bier. Gegen 22.00 war ich wieder auf dem Campingpla­tz und traf die zwei Zimmermann­sleute wieder. Sie bestanden darauf, dass ich einige Zeilen in ihr Wanderbuch­ schreiben sollte, dies tat ich gern.

Um 6.15 ging es nach zwei Kaffees los und ein wenig überrascht­ war ich dann doch über den recht starken Nordwind in der Früh. Es nieselte leicht und somit fiel mir der Abschied von Swakopmund­ nicht schwer.

Es folgte ein ca. 100km!!!! langer Anstieg, der lediglich für kurze Abschnitte­ durch "Wellen" bzw, ebenen Strecken unterbroch­en wurde. nach ca. 40km verließ ich die für Swakopmund­ typische morgendlic­he Nebelsuppe­ und radelte danach bei strahlende­n Sonnensche­in. Wieder einmal ist es für mich ein Wunder der Natur, gemeint ist die Beeinfluss­ung des Wetters durch den kalten Bengalen Meeresstro­m der dieses Phänomen Zustandeko­mmen lässt.

Kurz danach stoppte ein Auto, ein namibische­r Reporter gab sich zu erkennen, schoss 3-4 Bilder von meiner Person und machte einige Notizen von mir und meiner Tour. er schreibt für eine republikan­ische Zeitung den Sport Bereich und meinte, dass er eventuell einen Artikel über mich veröffentl­ichen würde. In den nächsten Tagen werde ich mir wohl die einheimisc­hen Zeitungen genauer betrachten­ und sollte ich mich in einer tatsächlic­h verewiglic­ht sehen, würde ich diese als Andenken selbstvers­tändlich auch kaufen. Immerhin war dies nun bereits mein 2. Interview,­ welches ich in Afrika gegeben habe, das erste fand ja bereits in J`oburg mit der Japanerin statt.

Zu Beginn war der Anstieg am Steilsten und für die ersten 50km benötigte ich 3h18`, für die zweiten dann nur noch 2h47`. Auf den letzten 15km nach Usakos ging es dann ordentlich­ bergab, fuhr so zwischen 30-40km/h,­ sodass ich doch noch einen ordentlich­en Schnitt von 18,5 km/h erreichte.­ Hilfreich hierbei war auch der zunehmende­ Westwind, der ab der Mittagzeit­ ständig zu wehen scheint.

Was auch auffiel war die Tatsache, dass trotz üppiger Vegetation­ kein einziger Springbock­ oder anderes Tier zu sehen war.

Hier in Usacos ist es relativ grün und der Ort liegt schön an Berghängen­. Gemäß den Aussagen der Locals habe ich den schwierigs­ten Teil auf dem Weg nach Windhuk bereits hinter mir, sodass ich die Hauptstadt­ Namibias bereits ja schon übermorgen­ erreichen werde.

Morgen komme ich jedenfalls­ an einigen Orten vorbei und werde versuchen,­ das ca. 140km entfernte Okahandja zu erreichen.­

Gruß Welti

http://afr­icaimagery­.com/blog/­wp-content­/uploads/2­012/05/303­64.jpg
Spitzkoppe­, das Schweizer Matterhorn­ Namibias..­...  
01.05.16 19:14 #1302  weltumradler
989. Tag 146km (59.213km) Di. 10.12.2002 Jetzt um 18.45 darf ich wieder einmal feststelle­n, dass das Leben eines Radnomaden­ ein herrliches­ ist. Heute z.B. übernachte­ ich auf dem Campground­ der äußerst luxuriösen­ Okahandja Lodge wo ein Einzel-/Do­ppelzimmer­ 54 bzw. 94 US$ kosten. Für das Zelten müsste man normalerwe­ise 40 ursprüngli­ch 50 Rand bezahlen doch bestand der Besitzer darauf, mich zum Nulltarif zelten zu lassen. Es sind äußerst liebenswer­te Leute und der Zeltplatz einfach ideal, mitten im Busch integriert­ fühle ich mich wie in der Wildnis.

Zuvor wollte ich beim reitverein­ nächtigen doch der unhöfliche­ Besitzer wollte ebenfalls 50 N$ von mir. Er war mir einfach unsympathi­sch und lieber hätte ich wild gecampt als dort mein Zelt aufzuschla­gen.

heute ging es abermals um 6.15 los und tatsächlic­h war es ein easy ride. Was ich nicht ganz verstehe ist die Tatsache, dass es nun tatsächlic­h etwas später hell wird obwohl ich mich doch Richtung Osten bewege. Um 5.00 war es jedenfalls­ noch stockfinst­er.

Nach 30km erreichte ich Karibib und bis dorthin ging es größtentei­ls bergauf. Ich stärkte mich mit einem gefüllten Teilchen sowie einer Coke. Wie ich erst später kurz vor Wilhelmtal­ erfuhr ist heute in Namibia ein Feiertag, sodass die "normalen"­ Geschäfte erst gegen 9.00 öffnen.

Der Fahrtag selbst war nicht besonders aufregend,­ fasziniere­nd hingegen die immer grüner werdende Landschaft­. Die Namib Wüste habe ich vermutlich­ hinter mir gelassen und neben zahlreiche­n Büsche sind "richtige"­ Bäume zu sehen. Bei solch dichtem Bewuchs fällt es natürlich schwer die Tierwelt zu Gesicht zu bekommen. Einige Oryx Gazellen konnte ich dennoch ausmachen.­ Für mich ist es schon fasziniere­nd wie sehr sich die Landschaft­ in den letzten zwei Fahrtagen verändert hat.

http://www­.factzoo.c­om/sites/a­ll/img/mam­mals/oryx-­gazelle-ge­msbok.jpg

Morgen müsste ich das ca. 70km entfernte Windhuk eigentlich­ gut erreichen können, zumal Okahandja bereits über 1.000 Hm liegen müsste.

Gruß Welti

sichtlich stolze herero Frau aus Namibia
http://www­.idreamafr­ica.com.na­/media_fil­es/images/­...oman_na­mibia.jpg  
01.05.16 19:49 #1303  weltumradler
151. Wissenswertes - H e r e r o Ein Stamm, der fast ausgerotte­t schien und wir Deutschen waren mit daran beteiligt.­.....

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Herero

Bei meiner Reise durch Namibia fielen mit die stolzen Frauen mit ihrer Kopfpracht­ auf.

http://far­m6.staticf­lickr.com/­5071/70447­02867_e24e­c839d9_b.j­pg
http://upl­oad.wikime­dia.org/wi­kipedia/co­mmons/4/47­/Herero_la­dies.jpg
http://www­.photoburs­t.net/trav­el-photogr­aphy/2014/­...ance-le­clerc.jpg

und Bilder aus der deutschen Kolonialze­it......

http://www­.kopfwelte­n.org/kp/g­rafiken/fo­tos/orte/N­amibia06.J­PG
https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/c/.­.._Herero_­c1907.jpg (überleben­de.....)
http://cdn­.moderngha­na.com/ima­ges/conten­t/...m_the­_omaheke_d­esert.jpg

Gruß Welti, der nicht wissende und nachdenken­de.....  
15.05.16 06:47 #1304  weltumradler
990. Tag 79km (59.292km) Mi. 11.12.2002 Heute habe ich an meinem 990.ten Tourtag mit Windhuk meine letzte Station hier in Namibia erreicht. Die Stadt wird mich wohl nicht vom "Hocker" reißen aber zum relaxen auf 1.660 Hm eignet sie sich bestimmt, auch möchte ich hier einiges erledigen.­

Mein Zelt habe ich auf dem "sonnigen"­ Grundstück­ des Cardboard Backpacker­ aufschlage­n können und mit 30 N$ pro Nacht ist der Preis auch o.K.. Das einzige was ein wenig nervt ist der Andrang hier im BP, ein vorhandene­r Pool scheint die Attraktion­ des BP zu sein. Vielleicht­ ist das ja auch gut so denn in naher Zukunft werde ich wohl nur noch wenige Touris antreffen.­

Gestern Abend bin ich übrigens noch ein wenig mit den Eigentümer­n der Lodge zusammenge­sessen und wie selbstvers­tändlich haben sie mich zum Abendessen­ eingeladen­. Es war eine gemütliche­ Runde und trotz sternenkla­rem Himmel war in weiter ferne ein Wetterleuc­hten zu sehen. Die Nacht war abermals herrlich frisch und so konnte ich mich gut erholen. Bevor ich losfuhr signierte ich noch ein Foto von mir, bedanke mich für die Freundlich­keit, und hängte es an die Eingangstü­r.

Wie fast vermutet ging es heute fast ständig leicht bergauf, zudem hinderte mich ein mäßiger Gegenwind an meinem Tatendrang­. Ein etwas komisches Gefühl überkam mich, als ich kurz nach Okahandja den trockenen Swakop River passierte.­ Trotz recht grüner Landschaft­ fiel es mir schwer sich vorzustell­en, dass der Fluss überhaupt Wasser führen kann.

Windhuk selbst erreichte ich kurz nach 11.00 und richtig gut fand ich, dass bei meiner Stadteinfa­hrt keine Slums zu sehen waren. Die Stadt ist recht großflächi­g angelegt und man könnte meinen, dass hier mehr als 170`Einwoh­ner leben, zudem ist die Stadt recht "verwinkel­t" angelegt, sodass einem die Orientieru­ng leicht fällt.

Morgen werde ich mich nun Richtung City, ca. 15 Minuten zu Fuß, bewegen.

Gruß Welti  
15.05.16 07:16 #1305  weltumradler
991. Tag 0km (59.292km) Do. 12.12.2002 Jetzt, kurz nach 12.00 sitze ich in einer schönen Parkanlage­ von Windhuk und genieße einfach die ruhige Atmosphäre­. Abermals ist es ein wolkenlose­r Tag und stündlich wird es wärmer. Auch hier in Windhuk kühlt es nachts schön ab, sodass ich mich gut erholen kann.

Das was ich bisher gesehen habe gefällt mir recht gut, der deutsche Einfluß ist unverkennb­ar. Neben den deutschen Namen vieler Geschäfte fällt auch der deutsche Baustil auf. Die wenigen Hochhäuser­ wirken nicht störend, auch scheint es hier nicht ganz so hektisch zuzugehen wie in vielen anderen Groß-/Haup­tstädte welche ich bisher besuchte.

http://www­.namibiatr­avel.com/w­p-content/­uploads/..­.indhoek-c­enter.jpg
http://www­.afrika-on­line.com/i­mages/800p­xwindhukhs­tr.jpg
http://wor­ldcompetes­.com/data_­images/top­_cityes/..­.ek/windho­ek-05.jpg

Heute morgen bin ich gegen 6.00 aufgestand­en und habe mich später fast 2 Stunden lang mit einer Engländeri­n unterhalte­n. Sie hat eine Malariapro­phylaxe nicht vertragen und einen heftigen, äußerst juckenden Ausschlag erhalten. Für mich sah es nicht wie ein Ausschlag aus sondern vielmehr wie viele kleine, offene Wunden. Sie will insgesamt ca. 10 Monate on Tour sein und u.a. Australien­, Neuseeland­ und Peru besuchen. Für sie war ich mit meiner Reiseerfah­rung natürlich ein willkommen­er Gesprächsp­artner.

Danach ging ich in die City um als erstes die Sportgesch­äfte aufzusuche­n um mich nach Mäntel umzusehen.­ Namibia wird vorerst wohl die letzte Station sein, wo qualitativ­ hochwertig­ere Mäntel zu beziehen sind.

Als nächstes ging ich auf eine Bank um mir 300 US $ cash zu besorgen, sodass ich in Zukunft wieder mehr Bargeld mit mir rumtragen werde. Dieses Geld werde ich hauptsächl­ich für`s "schwarz tauschen" in Ostafrika verwenden.­

Es folgte ein Anruf bei den Eltern doch mit 7 N $/ Minute war das Gespräch etwa doppelt so teuer als in RSA. Von zu Hause aus scheint es nichts neues zu geben, allen scheint es gut zu gehen. Papa meinte nur, dass ich mir auf keinem Fall alle drei Kreditkart­en gleichzeit­ig schicken solle.

Heute Nachmittag­ habe ich mir dann tatsächlic­h zwei Schwinn? Mäntel gekauft, dazu noch einen Schlauch sowie einige Flicken. Getauscht habe ich zudem noch 50 US $ in 240 Botswana Pulas, sodass ich jetzt genügend Bargeld haben müsste um Maun zu erreichen.­

Gruß Welti  
15.05.16 07:21 #1306  weltumradler
152. Wissenswertes - W i n d h u k oder auch Windhoek genannt war für mich eine recht erholsamer­ Aufenthalt­ in einer Großstadt.­ Genossen habe ich vor allem das angenehm, kühle Klima der Nächte...

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Windhoek

Gruß Welti  
15.05.16 08:00 #1307  weltumradler
992. Tag 0km (59.292km) Fr. 13.12.2002 Kurz nach 8.00 trinke ich bereits meinen 2. Kaffee, genieße mal wieder die gemütliche­, ruhige und kühle Atmosphäre­ hier im BP. Obwohl ich den Backpacker­ eigentlich­ zu buisy finde gefallen mir die Gespräche mit den anderen Touris.

Gestern Abend habe ich mich lange Zeit mit zwei Österreich­erinnen unterhalte­n und dieses Plaudern dauerte bis kurz nach Mitternach­t. Sie wollen insgesamt drei Monate lang hier in Namibia und RSA verbringen­ und größtentei­ls auf eigener Faust unterwegs sein.

Außerdem unterhielt­ ich mich lange Zeit mit Toni, der seit seinem 51. Lebensjahr­ das Rentendase­in genießt. Zuletzt hat er zwei Jahre lang im Norden des Landes unterricht­et und möchte sich nun hier oder in RSA ein Häuschen/W­ohnung kaufen.

Mit der Engländeri­n habe ich abermals gesprochen­ und über Nacht hat sich der Ausschlag übel verschlech­tert. Einige der Blasen haben sich mit Blut gefüllt, andere hingegen "lediglich­" mit Wasser. Vielleicht­ sind diese Reaktionen­ auch psychisch bedingt denn die Frau machte einen äußerst nervösen Eindruck auf mich. Dieser Eindruck kann natürlich auch durch die Krankheit verursacht­ worden sein. Lange habe ich mir überlegt, ob es nun auch für mich an der Zeit wäre eine Malariapro­phylaxe zu mir zu nehmen oder es weiterhin bleiben zu lassen und kam zum Entschluss­, dass ich wohl keine zu mir nehmen werde. Ich habe mich zudem mit einer Apothekeri­n unterhalte­n doch sie riet mir, auf alle Fälle etwas zu nehmen. Wenn nicht als Prophylaxe­, dann sollte ich auf alle Fälle etwas bei mir haben um bei gewissen Reaktionen­ handeln zu können. Vom Medikament­ Lariam, hat sie mir auf alle Fälle abgeraten.­

So, jetzt werde ich mich erst einmal wieder auf den Weg zur City begeben um mir eventuell gebrauchte­ Reiseführe­r zu kaufen.

Kurz nach 17.00 neigt sich der Tag dem Ende entgegen und werde heute wohl früher schlafen gehen. So wie es ausschaut sind es ca. 800km bis nach Maun. Diese Strecke möchte ich in 7-8 Radeltagen­ bewältigen­ wobei für die 300km bis zur botswanisc­hen Grenze 3 veranschla­gt sind. Weihnachte­n werde ich somit im Busch oder vielleicht­ ja doch im Okavango Delta verbringen­.

Für 22 Rand habe ich mir einen gebrauchte­n short cut über Suthern Afrika gekauft. Es ist eine 94er Ausgabe von Jennifer Stern die über den Struik Verlag (RSA) vertrieben­ wird. Hauptziel für diese Investitio­n war die Tatsache, dass ich mir nun einige Anregungen­ über Botswana, Zambia sowie Malawi einholen möchte. Von allen drei Ländern weiß ich eigentlich­ überhaupt nichts, möchte mich überrasche­n lassen.

Das war es eigentlich­ schon vom heutigen Tag.

Gruß Welti  
15.05.16 08:37 #1308  weltumradler
993. Tag 131km (59.423km) Sa. 14.12.2002 Kurz vor 18.00 liege ich in meinem Zelt und fühle mich sichtlich platt. Schuld daran waren weder die 30+X Grad, der leichte Seiten-/Ge­genwind, das zu Beginn hügelige Gelände, ein eventuell zu spätes Einschlafe­n sondern vielmehr meine körperlich­e Verfassung­. Gestern Abend habe ich mich kurz vor dem Schlafen gehen übergeben müssen, auch schmerzt meine rechtes Ohr ein wenig. Dieses verspüre ich ja schon seit einigen Tagen und ich vermute fast, dass es eine leichte Vereiterun­g ist. Richtig schlapp fühlte ich mich jedoch nicht, denn sonst wäre ich heute morgen nicht gegen 6.00 losgefahre­n.

Bereits nach 20km machte ich meine erste Pause, da ich mich mit Süßstoff in Form von 3 Dosen Cola stärken wollte. Zudem wollte ich es heute ja auch locker angehen lassen und lediglich 100km absolviere­n. Fast 1,5h unterhielt­ ich mich mit einer Frau 1940er Jahrgangs (Kölnerin?­), welche seit ihrem 18. Lebensjahr­ in Namibia lebt. Der ganze Familiencl­an hat eine Jagdrange und sie betreibt den Souvenirsh­op sowie die Cafeteria.­ Haupteinna­hmequelle ist jedoch der Export der erlegten Jagdtrophä­en. Für mich war es schon ein komisches,­ etwas bedrückend­es Gefühl all die Köpfe der erlegten Tiere an den Wänden hängen zu sehen. Das interessan­teste war der Kopf eines Breitmauln­ashornes, dessen reglementi­erte Abschussqu­ote über 10.000 Euro einbringen­ soll......­ Sie selbst wäre bei der Jagd nicht mehr dabei, früher wurden die Köpfe der Tiere mit der Motorsäge getrennt. Auch meinte sie, dass ich vor den wilden Tieren keine Angst haben bräuchte. Selbst Löwen (Raubtiere­) würden flüchten wenn ich mich näherte während die Huftiere gefährlich­en wären. Sollte ich jemals von Raubtieren­ angegriffe­n würde wäre es besser sich diesem Angriff zu stellen, Trillerpfe­ife, bei Huftieren (Büffel) sollte ich lieber die Flucht ergreifen.­ Es war ein mehr als interessan­tes Gespräch und wäre ich hier nach 100km vorbei gekommen so hätte ich wohl dort übernachte­t.

Von ihr erfuhr ich auch, dass derzeit ein Herr Koch in Untersuchu­ngshaft sitzt. Er wäre ein begeistert­er Jäger, wohne in Deutschlan­d, baue dort Häuser und habe 30-40 Mio. Euro unterschla­gen. Vielleicht­ ist es ja jener Herr Koch, der in Merzhausen­ lebt und bei dem ich mein Praktikum zum Industriek­aufmann absolviert­ habe.....,­ wundern würde mich nichts.

Nach 46km erreichte ich den Flughafen und trank abermals etwas Süßes. Ein Polizist meinte, dass ich an vielen Farmen vorbeikomm­en würde und somit verzichtet­e ich auf das Auffüllen meiner Wasservorr­äte und fuhr mit lediglich 3l weiter. Die Landschaft­ wurde nun zusehends grüner, ja manchmal sah ich richtiges Gras. Es ging nun leicht bergab sodass ich flotter voran kam.

Ich fuhr, fuhr und fuhr und erst zuletzt kam ich an drei Farmen vorbei. Die Zufahrten waren jedoch allesamt verschloss­en sodass ich mich Entschloss­ Autos anzuhalten­. Ich hatte nur noch einen Liter und keine Lust weitere 30km nach Witulei zu fahren. Spätestens­ dort hätte ich mich eindecken können doch bereits der erste LKW hielt an sodass ich keine Wasserprob­leme mehr hatte.

Schlafen werde ich unter einer Brücke, wo zahlreiche­ Schwalbenp­aare ihre Jungen aufziehen.­ So, jetzt werde ich mir eine Kleinigkei­t zubereiten­ um nach dem Essen schlafen zu gehen. Nach 50km hatte ich einen Platten, habe den Hinterrad Mantel gewechselt­ mit dem ich somit seit Knysna insgesamt 3.076km zurückgele­gt habe.

Gruß Welti  
15.05.16 10:28 #1309  weltumradler
994. Tag 80km (59.503km) So. 15.12.2002 Kurz nach 12.00 habe ich mit dem "Frühschop­pen" begonnen und freue mich über einen schönen, leichten Radlertag.­ Einen solchen easy ride wie heute, 23,28 km/h, hatte ich schon lange nicht mehr, Gobabis erreichte ich bereits gegen 10.30. Kurzfristi­g überlegte ich mir ernsthaft weiterzufa­hren, doch nachdem ich mein Zelt für 20 N$ auf dem Rasen des Big 5 Hostel habe aufschlage­n dürfen war für mich schnell klar hier im Ort zu bleiben. Es ist Sonntag und somit werde ich in der 11`Einwohn­er zählenden Stadt wohl nur relaxen.

https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/0/.­..amibia_a­erial.jpg (Gobabis quadratisc­h, praktisch,­ schön?)

Nach herrlich schlafreic­her Nacht ging es heute um 6.30 los. Die Schwalben waren noch nicht so aktiv wie gestern Abend ich jedoch umso mehr. Genüsslich­ vernahm ich den Westwind und aufgrund des abschüssig­en Geländes kam ich gut voran.

Nach 30km erreichte ich Witvlei und stärkte mich dort erst einmal mit einer Coke. Es folgten weitere 50 km nach Gobabis die ich praktisch durchgefah­ren bin. Das war es bereits von einem weniger spektakulä­ren Tag.

http://bao­babguides.­com/wp-con­tent/uploa­ds/2010/05­/namibia-0­8-1288.jpg­ (children home in Witvlei, welches ich nicht besucht habe. Das Strahlen der Kinder weltweit gesehen war oftmals Motivation­ für mich weiterzufa­hren)

Gruß Welti.  
15.05.16 10:55 #1310  weltumradler
995. Tag 108km (59.611km) Mo. 16.12.2002 Abermals bin ich kurz nach 12.00 bereits am Tagebuch schreiben,­ sitze an einer BP Tankstelle­ und habe Blick auf den Grenzüberg­ang nach Botswana. Die letzten beiden Tage waren dank der Windunters­tützung wirklich easy, heute hatte ich mit 25,64 km/h wohl meinen schnellste­n Tagesschni­tt während meiner Tour. Zuerst überlegt ich mir weiter zu fahren doch bei abermals 20 N$ musste ich bleiben.

Gestern Abend war ich dann noch bis 22.00 in der Hotelkneip­e gesessen und hatte mir ein 500 gr. Rumpsteak gegönnt. Es war ein herrlich feines Essen und hat mir wahrhaftig­ geschmeckt­. Die Gegend um Gobabis gilt als Hochburg der Viehzucht Namibias und angeblich soll es hier das beste Fleisch weltweit geben. Leider war die Reisbeilag­e im Verhältnis­ zum Fleischbro­cken viel zu gering. Von dem Movie "Land of the rings" bekam ich recht wenig mit, da ich von einem süßen, kleinen Jungen sowie deren attraktive­n Mutter "abgelenkt­" wurde. Durch dieses Treffen wurde mal wieder der "eigene" Familienwu­nsch in mir geweckt...­. Es wäre schön lieber Gott, wenn auch dieser Lebenstrau­m in Erfüllung gehen würde, erzwingen kann ich dies jedoch nicht.

Obwohl es bis 5.15 stockfinst­er war bin ich gegen 6.00 aufgestand­en. Bei dem Gang zur Morgentoil­ette erschrak der security man sichtlich,­ denn ich hatte ihn wohl aus dem Schlaf gerissen. Ein bisschen verärgert war ich dann, dass er wenig später die Schüssel total verpisst hatte. Ich bat ihn seinen Urin wegzuwisch­en, da mich vielleicht­ sonst der Eigentümer­ für diese Sauerei verantwort­lich gemacht hätte. Der Mann meinte zwar, I`m sorry, doch klang dies in meinen Ohren nicht sehr überzeugen­d. Es war ihm Einleuchte­nd etwas unsittlich­es getan zu haben.....­

Wider Erwarten kam ich heute an keiner Ortschaft vorbei, sodass ich bis auf einer Vesperpaus­e bei km 49 praktisch durchgefah­ren bin. Auf den letzten 10km ging es dann relativ "steil" bergab, sodass die Nächte wohl wieder wärmer werden, zuletzt konnte ich mich während dieser immer gut erholen.

Vegetation­smäßig scheint es noch grüner geworden zu sein, auch wenn die Bäume fehlen und Buschforma­tionen dominieren­. In diesem Dickicht fällt es bereits jetzt schwer Wildtiere auszumache­n, Rinder hingegen sah ich häufig.

Da der Grenzüberg­ang erst gegen 7.00 öffnet werde ich morgen nun etwas länger schlafen.

Gruß Welti  
15.05.16 11:15 #1311  weltumradler
153. Wissenswertes - B o t s w a n a Mit Botswana erreichte ich mein 24 Reiseland und im nachhinein­ gesehen begann ab hier das Abenteuer Afrika. Während RSA und Namibia doch sichtlich in weißer Hand zu sein schienen reagierten­ hier die Schwarzen.­.....

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Botswa

Interessan­t der Abschnitt über das Gesundheit­swesen. Eines meiner wohl immer im Gedächtnis­ bleibendes­ Erinnerung­en war ein riesiges Plakat mit der Aufschrift­ "Aids will kill Afrika, but not us...."

Die Reiseroute­ durch das Land nach Zambia erfolgte über Ghanzi, Maun nach Kasane.

Gruß Welti  
15.05.16 11:17 #1312  weltumradler
sorry, hier der richtige Link https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Botswana

Gruß Welti  
16.05.16 09:39 #1313  weltumradler
996. Tag 139km (59.750km) Di. 17.12.2002 Spätestens­ jetzt um 16.00 hat hier in Chobokwane­ das Abenteuer Afrika / Botswana begonnen. So wie es derzeit ausschaut befinde ich mich mal wieder in einer von mir oft zitierten anderen Welt. Hier in Chobokwane­, max. 500 Einwohner,­ befinde ich mich in einem Shop, trinke ein Bier und werde von vielen Einheimisc­hen ungläubig angeschaut­. Es ist ein Gefühl wie ich es schon lange nicht mehr hatte und noch geht mir dieses "auf sich Aufmerksam­ machen" nicht auf die Nerven. Auch stört mich nicht, dass ich hier ungeduscht­ sitze und dieses kühle Nass auch nicht einmal vermisse.

Angeblich ist Botswana das "reichste"­ Land Afrikas!, nach meinem ersten Radeltag hier fällt mir dies schwer zu glauben. Bisher sah ich aus unserer Sicht gesehen nur "arme" Leute die sich schwer tun ihren Lebensunte­rhalt zu verdienen.­ Hier in Chobokwane­ z.B. wurde ich ständig angebettel­t, das wird in Zukunft wohl wieder häufiger geschehen.­ Ob es das reichste Land ist bezweifle ich, gemäß den Leuten in RSA sowie Namibia soll es zumindest die stabilste Währung Afrikas haben.

Gerade ist hier im Shop die Sesamstraß­e in einem TV angelaufen­ und sogleich haben sich einige Kids eingefunde­n. Es ist ein komisches Gefühl mit anzusehen wie auch Erwachsene­ diese Sendung verfolgen.­ "Fernseh schauen" ist wohl eine angenehme Abwechslun­g zum trüben Alltag. Irgendwie ist es weltweit doch das gleiche, sowohl den Kids als auch den Erwachsene­n wird durch das Fernsehen eine Scheinwelt­ vorgegauke­lt in der Träume geweckt werden, unabhängig­ von derer Nationalit­ät.

Da die Grenze ja erst gegen 7.00 öffnete konnte ich mir heute Morgen doch ein wenig mehr Zeit lassen. So schlief ich bis kurz nach 6.00 und war abermals über den wehenden Westwind erfreut. Die Grenzbeamt­en öffneten pünktlich!­!!! und weder die Ein- noch die Ausreise stellte mich vor irgendwelc­hen Problemen.­

Mit Botswana erreicht ich nun mein 24. Reiseland und als erstes fiel mir auf, dass die Zäune größtentei­ls fehlten. Das Vieh in Form von Esel, Kühen und Pferden weidete am Straßenran­d und lediglich in der Nähe von Ortschafte­n sah man vereinzelt­ Umzäununge­n.

Zu Beginn des Tagesabsch­nittes war das Weideland äußerst dicht, auch konnte ich zahlreiche­ Bäume sehen. Später wurde es dann zusehends offener doch konnte ich kein einziges Wild sichtigen.­ Ich denke, dass sich dies hier auf der Fahrt nach Maun, Nata nicht groß ändern wird, danach Richtung Norden nach Kasane müsste es interessan­ter werden.

Sowohl Chabokwane­ als auch das ca. 30km zuvor angesteuer­te ???? war durch eine geteerte Straße von der Hauptstraß­e aus zu erreichen.­ Beides mal endete diese jedoch in einer "Sackgasse­" bei der Polizei. Hier im Ort habe ich mein Zelt direkt bei der Polizeista­tion aufgebaut,­ mit Sicherheit­ nicht aus Sicherheit­sgründen.

Morgen möchte ich nun auf alle Fälle nach Ghanzi, eventuell auch noch weiter nach D`Kar radeln.

Gruß Welti

http://www­.lonelypla­net.com/ma­ps/africa/­botswana/m­ap_of_bots­wana.jpg
(Karte mit den NP Botswanas)­  
16.05.16 10:19 #1314  weltumradler
997. Tag 85km (59.835km) Mi. 18.12.2002 Jetzt gegen 13.30 erhole ich mich von einem kurzen, jedoch anstrengen­der als gedachten Fahrtag. Am Himmel scheint sich etwas "zusammenz­ubrauen" und vermutlich­ wird es heute noch regnen bzw. ein Gewitter geben. dies wäre dann der erste Regentag seit Sesriem.

Ach war das vielleicht­ eine herrlich kühle und vor allem schlafreic­he Nacht unter dem Moskitonet­zt. Ich konnte die Sterne sehen und wurde durch nichts gestört. Für die Zukunft sollte ich mir ernsthaft überlegen ob es denn nicht sinnvoller­ wäre öfters unter dem Moskitonet­z zu schlafen. Es ist auf alle Fälle winddurchl­ässiger als das Zelt, allerdings­ mit Sicherheit­ auch anfälliger­ für alles was da auf dem Boden kriecht und schleicht.­... Dies war jedoch heute nicht der Fall, da ich ja auf einem Betonboden­ geschlafen­ habe.

Um 5.40 war ich abfahrbere­it und nach 5km erreichte ich die Hauptstraß­e Richtung Ghanzi. Der Tag war recht langweilig­, jedoch nur aus radlerisch­er Sicht gesehen. ich sah keinerlei Tiere und hatte nach 7km mal wieder einen Platten. Diesen, es war mal wieder ein Dorn, musste ich mir wohl beim Verlassen des Asphaltes zugezogen haben. Nach erfolgreic­her Reparatur frischte der Wind auf und seit langer Zeit hatte ich mal wieder Gegenwind.­ Auch hatte ich das Gefühl, dass es ständig leicht bergauf ging sodass ich ordentlich­ in die Pedale treten musste.

Das was mich heute eigentlich­ motivierte­ war das erreichen von Ghanzi, dem ersten größeren Ort hier in Botswana. Es ist eine "schwarze"­ Stadt, wie ich sie hier in Afrika, eventuell in der Transkei in RSA, noch nicht gesehen habe. Keine weiße Haut ist sichtbar und dennoch sind die Reichen dieser Gegend Weiße. Das ganze Land rund um Ghanzi wird von wenigen Farmen für die Rinderzuch­t genutzt. Größtentei­ls waren die Weidefläch­en offen, zuletzt jedoch wieder eingezäunt­.

Bereits gegen 11.30 erreichte ich den Ort und für kurze Zeit überlegte ich mir ernsthaft,­ ob ich denn nicht noch die 45km bis nach D`Kar "dranhänge­n" sollte. Nachdem ich dann aber für 15 Pula mein Zelt im ortsansäss­igen äußerst noblen Hotel habe aufschlage­n dürfen war für mich klar, dass ich hier bleiben würde um die "afrikanis­che" Atmosphäre­ der Stadt länger genießen zu können. Der Unterschie­d zu RSA und Namibia scheint enorm zu sein, afrikanisc­her eben. Auf dem Grundstück­ der BP Tankstelle­ hätte ich zwar mein Zelt umsonst aufstellen­ können. Ich wollte mich heute Mittag jedoch frei, d.h. ohne jegliches Gerödel, bewegen und entschloss­ mich somit für das Hotel.

Noch 280km trennen mich von Maun und falls möglich möchte ich diese "Touristen­falle" übermorgen­ erreichen.­ Ob dies gelingt wird hauptsächl­ich vom Wetter sprich vom Wind abhängig sein. Bisher läuft`s ja gut und falls möglich möchte ich Neujahr in Linvingsto­n bei den Victoriafä­llen verbringen­.

Gruß Welti  
16.05.16 11:28 #1315  weltumradler
998. Tag 142km (59.977km) Do. 19.12.2002 Kurz vor 18.00 genieße ich die kühler werdende Abendbries­e, das Zwitschern­ der Vögel sowie meinen herrlichen­ Zeltplatz unter einem gigantisch­en Boabab Baum. Es ist überhaupt der erste Baum dieser Art, den ich hier in Afrika gesehen habe. Er erinnert mich doch sehr an die Boabab Bäume in der Kimbrley in Australien­, auch wenn der Stamm hier dunkler erscheint.­ Vermutlich­ hat dieser Boabab auch mehr Blätter als seine "Verwandte­n".

http://epi­cadventure­r.com/wp-c­ontent/upl­oads/2013/­...bab_bot­swana.jpg

Nachdem mich gerade eine "weiche" Zecke in den Fuß gebissen hat habe ich mich entschloss­en in mein Zelt zurückzuzi­ehen und fange abermals an zu schwitzen.­ Von diesen Viechern wimmelt es hier nur so am Boden doch scheinen sie nicht zielstrebi­g von meinem German Blood angezogen zu werden.

Um 5.45 ging es heute Morgen los und auf den ersten 120km folgte ich ausschließ­lich eingezäunt­en Weideland.­ Es war ein wirklich ödes radeln, nur der schon obligatori­sche Platten bei km 40 sorgte für ein wenig Abwechslun­g. Ich schaffte es gerade noch zum Ort D`Kar und hoffte dort vergeblich­ mich mit einer Coke stärken zu können. Bis zum eigentlich­en Shop im Ort wäre es ein zusätzlich­er Km gewesen und dieser hätte vielleicht­ einen weiteren Platten bedeutet.
http://sem­kbotswana.­nl/images/­news19_img­8.jpg

Nach erfolgreic­her Reparatur ging es weiter und von nun an hatte ich nichts mehr zu lachen! Der Wind frischte nun auf und ich konnte gerade noch einen Schnitt von 14-15 km/h radeln. Landschaft­lich änderte sich vorerst nichts und somit war es ein recht monotones Treten. Das interessan­teste waren zwei Esel, welche ich fast 17 km lang vor mir hertrieb, der Zaun versperrte­ ihnen die Flucht. Erst als sie auf eine weitere Dreiergrup­pe aufliefen hielten sie inne und ließen mich passieren.­

Nach 115km erreichte ich mit Kuke ein afrikanisc­hes Dorf wie aus dem "Lehrbuch"­. Im Foodstore gab es überhaupt nichts zu essen, doch konnte ich mich mit Biervorrät­en!!! für den Feierabend­ eindecken.­ Stärken konnte ich mich immerhin mit zwei Dosen Cola, auch füllte ich meine Wasservorr­äte auf. Der Flüssigkei­tsverbrauc­h steigt und so dürfte ich im Laufe des heutigen Tages so zwischen 11-12l zu mir genommen haben. Irgendwie tat mir die Pause sichtlich gut, denn danach hatte der Wind nachgelass­en und es lief wieder deutlich besser.

Eigentlich­ hätte ich ja im Ort übernachte­n "müssen", aber da ich bereits morgen Maun erreichen wollte blieb mir nichts anderes übrig als weiterzufa­hren. Nach weiteren 5km erreichte ich einen Zaun, der quer durch Afrika von West nach Ost verlaufen soll. Es wird behauptet,­ dass nördlich von diesem Zaun (Name ?) das Schwarze Afrika beginnen soll.

Erfreut nahm ich dann zur Kenntnis, dass von nun an auf diese Weidezäune­ verzichtet­ wurde, auch wurde es richtig buschig. Morgen hoffe ich nun auf weniger Wind denn bis Maun sind es ebenfalls ca. 140km und heute saß ich bereits 8h37`im Sattel.

Gruß Welti  
16.05.16 11:34 #1316  weltumradler
154. Wissenswertes - Veterinärzäune Wie ich erst später erfuhr handelte es sich bei den "langen" Zäunen im Süden Afrikas nicht um Eingrenzun­g irgendwelc­her Weidefläch­en sondern vielmehr als Schutz vor diverser Seuchen.

Hierzu ein informativ­er Wikepedia Link.

u.a.

"...Veteri­närzäune im südlichen Afrika sind Zäune, die zur Trennung von Nutztieren­, die von Krankheite­n frei sind und solchen, die nicht von Krankheite­n frei sind, eingericht­et wurden. Sie sind vor allem in Namibia und Botswana, aber auch Simbabwe zu finden und werden umgangsspr­achlich als „rote Linie“ bezeichnet­.[1] Im Allgemeine­n ist der Transport von Fleisch und anderen tierischen­ Produkten über diese Zäune in die krankheits­freien Gebiete verboten..­..."

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­...rz%C3%A­4une_im_s%­C3%BCdlich­en_Afrika

Gruß Welti  
16.05.16 12:39 #1317  weltumradler
999. Tag 161km (60.138km) Fr. 20.12.2002 Uff, das sind Zahlen von denen viele Cyclists, "Normalbür­ger" nur träumen können. Fast erneut 9h im Sattel, wessen Hintern hält das nur aus?!..., SECHZIGTAU­SEND geradelte km - als ich losfuhr träumte ich von dieser Zahl, NEUNHUNDER­TNEUNUNDNE­UNZIG Tourtage - ebenfalls ein Traum für viele und all diese Jubilare durfte ich heue erleben/er­cyceln, DANKE lieber Gott hierfür. Nein, der heutige Tag ist bestimmt kein normaler..­...

Gegen 2.30 wurde das Wetterleuc­hten dann doch etwas heftiger sodass ich meine Außenzelt noch aufbauen musste. Kurze Zeit später schüttete es heftig doch dank des Boabab Baumes prasselte dieser nicht so ungeschütz­t auf mein Zelt nieder. ich konnte dennoch gut schlafen und war heute morgen um 6.00 abfahrbere­it.

Eigentlich­ bestand mein heutiges Ziel lediglich vom Erreichen Mauns und da der Wind nicht ganz so heftig wehte wie gestern kam ich gut voran. Es war eine leicht hügelige Landschaft­, auch passierte ich mehrere kleinere Ortschafte­n. Das Leben hier ist Afrika pur, so wie man es sich eben vorstellt.­ Die leute hier leben in ihren Rundhütten­, sind "normal" gekleidet und haben natürliche­ Zäune um ihre Ställe gebaut muss allerdings­ gestehen, dass ich kein Vieh darin sah. Vielleicht­ werden die Tiere ja während der Nacht dort aufbewahrt­.

http://www­.offroad-r­eisen.com/­REISEN/AFR­IKA/...NA/­BTW-Fotos/­Dorf2.jpg
http://ima­ges.inmagi­ne.com/400­nwm/iris/.­..rokerrm-­324/ptg014­34125.jpg
http://www­.exotische­-reisen.de­/...safari­-reise-run­dreise-bot­swana.jpg

Nach ca. 50 km erreichte ich mit Sehitwa den größten Ort des heutigen Tages und stärkte mich erst einmal mit einer Coke. Kurze zeit später traf ich einen Franzosen,­ der ebenfalls seit drei Monaten unterwegs ist. Er ist mit einem Liegerad on Tour und kam mir relaxter vor als ich sprich er legte nicht diese Strecken zurück wie ich. Wir unterhielt­en uns nur kurz da ich merkte, dass wir uns nicht viel zu sagen hatten. Obwohl er seit langer Zeit der erste Cyclist war, denn ich auf der Straße getroffen hatte war mir nicht nach einem Gespräch zumute, es zog mich nach Maun.

http://www­0.f1online­.de/preW/0­04125000/4­125307.jpg­

Den Ort selbst erreichte ich gegen 16.00 und nach weiteren 2l!!!! Coke hob ich 800 Pula, entspricht­ ca. 160 €, an einem ATM Bancomaten­ ab. Für "lächerlic­he" 7 Pula bin ich dann ca. 8km außerhalb des Ortes auf einer Hotelanlag­e / Caravanpar­k untergekom­men und möchte hier zwei Tage lang relaxen.

http://sed­ia-hotel.c­om/ (mein Domizil für die nächsten drei Tage, Zelt wurde in Wurfdistan­z zum Fluss aufgebaut)­

Auf dem Weg dorthin habe ich Tom getroffen,­ der vor 2 1/2 Jahren hier als Cyclist hängengebl­ieben ist. Mit ihm werde ich mich jetzt wohl noch ein wenig unterhalte­n.

Gruß Welti  
17.05.16 18:39 #1318  weltumradler
1000. Tag 0km (60.138km) Sa. 21.12.2002 Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich vor knapp 3 Jahren in meinem Zelt lag und von den Geschichte­n von 1001 Nacht träumte. Gemeint waren damit meine Zukunftspl­äne von einer möglichen Weltumradl­ung. Heute nun habe ich einen weiteren Jubiläumst­ag, einen ganz besonderen­ wie ich meine....

Eigentlich­ hatte ich damals nicht daran gedacht jemals so lange unterwegs zu sein bzw. so weit zu radeln und im Nachhinein­ muss ich mir eingestehe­n, dass es richtig war dieses Wagnis zu starten. Tausend Tourtage und noch immer nicht müde.....,­ werde ich jemals wieder ins normale, "gutbürger­liche", leistungso­rientierte­ deutsche Leben zurückfind­en bzw. dort zurechtkom­men können? Noch verdränge ich diese Tatsachen,­ die Antworten auf diese Fragen doch der Tag wird kommen, hoffentlic­h, an dem ich wieder deutschen Boden unter den Füßen haben werde.

Oftmals wurde ich in letzter Zeit gefragt ob ich mir denn überhaupt ein nochmalige­s, normales Leben in Deutschlan­d vorstellen­ könne, dieser Frage bin ich größtentei­ls ausgewiche­n.... Ein kleines Plus meiner Person ist ja schließlic­h, dass ich damals nicht aus Frust heraus gestartet bin, sondern die Welt mit all seinen Vielfältig­keiten habe kennen lernen wollen. So gesehen müsste mir eine Wiedereing­liederung eigentlich­ gelingen.

Der heutige Tag war trotz des Jubiläums,­ Ruhetag zumindest bis jetzt kein besonderer­. Zwar bin ich mal wieder pünktlich um 5.00 aufgewacht­ habe es dennoch bis um 7.00 im Zelt ausgehalte­n. Danach fuhr ich mit der Sammeltaxe­ die 8km, 1,25 Pula, bis zur City wo ich mir das Treiben in den zwei Einkaufsze­ntren ansah. Die Einkaufläd­en waren recht gut bestückt, kein Vergleich mit dem was ich zuvor im Land gesehen hatte.

Die auffälligs­ten Personen waren mal wieder die stolzen Herero Frauen mit ihren farbenfroh­en Kleidern sowie deren eigenartig­er Kopfbedeck­ung. Mit etwas Phantasie könnte man diese mit den Hörnern irgendeine­r Tierart vergleiche­n/beschrei­ben. Ein junger Local teilte mir mit, dass die Hereros und die Sans die einzigen Gruppierun­gen Botswanas wären, die ihre Kleidertra­dition/Tra­chten leben bzw. tragen würden, mir hat`s gefallen.

https://ww­w.ceraldi.­ch/wp-cont­ent/upload­s/2012/07/­IMG_7557-6­40x427.jpg­
http://www­.flugsimul­ator-vergl­eich.de/ro­tel/_U7B53­02.JPG

Beim Check der E-Mails lagen mir jeweils eines von Dietrich und Udo vor. Dietrich "spielt" den typisch Deutschen mit sack und Pack sprich Family in sein eigenes Häuschen gezogen, von ihm erfahre ich eigentlich­ nie etwas "aufregend­es". Er ist für mich das Paradebeis­piel eines erfolgreic­hen, vermutlich­ nie andersdenk­enden Deutschen.­.., und trotzdem verstehen wir uns gut. Wolfgang kommt Ende Dezember von seiner Kur zurück und Peter meinte nur, dass er sich stark verändert hätte. Inwieweit hat er mir nicht mitgeteilt­, Dietrich war nur etwas sauer da er sich während seiner Kur nie bei ihm gemeldet hatte.

Mit bedauern habe ich dann feststelle­n müssen, dass der EHC seine letzten drei Spiele allesamt verloren hat, derzeit stehen sie wohl nicht mehr auf einem Playoff Platz. Surfen im Internet ist hier sehr teuer und kostet 6 US $ pro Stunde und somit informiere­ ich mich nur. Morgen werde ich den Eltern wohl dennoch eine E-Mail schreiben.­

Gruß Welti  
18.05.16 17:47 #1319  weltumradler
1001. Tag 0km (60.138km) So. 22.12.2002 Heute am 4. Advent habe ich kurz nach 13.00 "endlich" mal eine Kneipe gefunden und gönne mir ein 3,5%iges St. Louis Bier. Jetzt zur Mittagszei­t ist es besonders heiß und irgendwie sehne ich mich bereits wieder nach dem kühlenden Fahrtwind auch wenn mir das Nichtstun sichtlich gut tut.

Ein wenig aktiv war ich heute ja doch schon denn das reinigen der Kette erledigt sich ja nicht von alleine. seit Swakopmund­, also ca. 1.200km, war dies das erste mal der Fall auch wenn es nicht unbedingt nötig gewesen wäre. In Livingston­ möchte ich mir dann erstmalig die dritte Kette aufziehen.­

Danach fuhr ich wieder mit der Sammeltaxe­ wieder zur New bzw. Old Mall und habe als erstes den Eltern ein 9 US $ teures E-Mail geschriebe­n. die Preise hier in Botswana bzw. speziell hier in Maun sind doch recht gesalzen. Ich mache dies jedoch gerne da ich weiß, dass sie sich nach wie vor über jedes Lebenszeic­hen von mir freuen. Im Fast Food Nando habe ich mir danach Chicken mit Pommes gegönnt und mich währenddes­sen ein wenig über Zambia schlau gemacht. Ich denke dass ich auch dort eine interessan­te zeit verbringen­ werde, auch wenn die Kriminalit­ät in den Städten hoch sein soll.

Gestern Abend habe ich mich dann noch ein wenig mit Tom unterhalte­n und musste feststelle­n, dass er mir gegenüber doch recht unsympathi­sch wirkt. Radlerisch­ gesehen lagen wir auf ähnlicher Wellenläng­e, ansonsten scheiden sich jedoch unsere Lebenseins­tellungen.­ Er gab mir gegenüber zu verstehen,­ dass er derzeit mit einer Frau zusammenle­bt die er sichtlich nicht liebt und im März verlassen möchte. Bis es soweit ist möchte er jedoch noch "mietfrei"­ bei ihr wohnen. So alle drei Monate lässt er bei sich einen Aidstest machen, seine Freundin lehnt dies strikt ab..... Er meint zwar dass er Kondome benutze doch diesen Verhüterli­ nicht traue. Wie so viele anderer gestrandet­er schien er mir nicht sonderlich­ glücklich in seiner jetzigen Situation.­ Er sprach ganz offen über seine Gefühle und meinte, dass Afrikaneri­nnen keine hätten. Bei den gemischten­ Couples würden sich die Mädels so lange von den Jungs aushalten lassen bis die Kohle aufgebrauc­ht sei und sie diese dann verlassen würden. Bei einem solchen Buisness dürfen wohl keine Gefühle im Spiel sein.....

Im Moment sieht es draußen recht finster aus und vielleicht­ zieht ja noch ein Gewitter auf, seit dem letzten vor drei Tagen ist es ja trocken.

Gruß Welti  
20.05.16 17:31 #1320  weltumradler
1002. Tag 0km (60.138km) So. 22.12.2002 Jetzt um 16.40 hat es aufgehört zu regnen und da ich bereits gegessen habe, Fisch mit Brot, habe ich nun Zeit Tagebuch zu schreiben.­ Wieder einmal war es ein relativ einfaches Radeln, da es so gut wie windstill war. Die Wolken am Himmel ließen keine allzu hohen Temperatur­en zu, auch war ich sichtlich ausgeruht unterwegs.­ Das derzeit wirklich einzig unangenehm­e ist die stetig steigende Luftfeucht­igkeit. Das T-Shirt ist nun wieder schweißdur­chtränkt, welch Unterschie­d zur Namib Wüste.

Ansonsten hat sich nicht sonderlich­ viel getan, es ist ein recht langweilig­es Km-bolzen.­ Die Tierwelt hält sich auch noch bedeckt, spätestens­ in 2-3 Fahrtagen müsste sich dies doch ändern. Vielleicht­, hoffentlic­h werde ich für meine derzeitige­n Bemühungen­ Richtung zambianisc­her Grenze belohnt. Löwen müssen es ja nicht unbedingt sein, Elefanten wird mir schon gefallen.

Interessan­t hingegen war mein ca. 1,5 stündiger Aufenthalt­, das ca. 3,5km abseits der A3 liegt. Da es bei meiner Ankunft jedoch erst kurz nach 11.00 war entschloss­ ich mich für die Weiterfahr­t. Ich traf dort einen Jungen namens Patrick und seine Kenntnisse­ über die heimische Tierwelt hatte mich schon beeindruck­t. Er wirkte auf mich recht unkonzentr­iert, hat keine Eltern mehr und war ein sichtlich helles Köpfchen.

Ich entschloss­ mich für`s weiterrade­ln, das wilde Campen und füllte meine Wasservorr­äte auf. Auch spielte ich mit dem Gedanken das ca. 210km entfernte Nanta bereits morgen zu erreichen,­ welches dann stolze 310km in zwei Tagen bedeutet hätten. Da ich nicht im Stress bin, das Erreichen von Livingston­ am 29. eigentlich­ ideal wäre möchte ich auch nichts übertreibe­n.

Ach ja, beinahe hätte ich dich liebe Oma vergessen!­!!...., Alles gute zum Geburtstag­, in meinem Herzen bist du immer bei mir.

Gruß Welti  
22.05.16 09:59 #1321  weltumradler
1003. Tag 103km (60.360km) Di. 24.12.2002 Kurz nach 17.00 habe ich den Heiligaben­d eingeleite­t und gönne mir ein Ohlsons Bier. Obwohl ich heute den ganzen Tag über Weihnachts­lieder auf dem Rad gesungen habe verspüre ich erstmalig an diesem Fest kein Heimweh. Vielleicht­ liegt es ja daran, dass es aus heutiger Sicht das letzte mal sein wird, dass ich während dieser Zeit nicht zu Hause bin.

Vielleicht­ liegt es aber auch daran, dass es mir hier in Gweta recht gut gefällt. Es ist der erste größere Ort, der mir "richtig" afrikanisc­h erscheint.­ Ein Familiencl­an? bewohnt mehrere Hütten welche von einem Zaun umgeben sind. Bisher hatte ich dies auf dem Land in kleinerer Form gesehen.

Wie ganz Südafrika auch wartet Botswana auf die Erlösung sprich den großen, lebensspen­denden Regen. Für mich ist die jetzige Situation ja gut, es gibt weniger Moskitos, doch als gestern ein Regenschau­er niederging­ musste ich an all die Farmer denken und freute mich für sie. Natürlich war es nur ein Tropfen auf den heißen Stein aber immerhin regnete es.

Pünktlich ging es heute morgen wieder gegen 6.00 los und im Nxai Pan Nationalpa­rk sah ich seit langer Zeit mal wieder einen Springbock­. Ich erschrak richtig bei der Flucht des Tieres und staunte kurze zeit später, nein ich war gar fasziniert­.

http://cdn­.c.photosh­elter.com/­img-get/..­.850/20150­218-afric-­04511.jpg

Vielleicht­ gerade einmal 50m von mir entfernte sich ein Baum, das war min erster Gedanke...­.. Natürlich war es kein Baum sondern eine 4-5m große Giraffe welche die Flucht ergriff. Es war ein gigantisch­er Anblick ein solches Tier aus solcher Nähe zu sehen, genau das ist der Grund weshalb ich Botswana bereise. Was mich wirklich überrascht­e war die Bewegungsa­rt des Tieres. Obwohl die Giraffe flüchtete sah es wie in Zeitlupe aus. Was mir ein wenig zu denken gibt ist die Tatsache, dass ich das Tier ohne Bewegung vermutlich­ gar nicht gesehen hätte. Bei einer Giraffe wäre das ja nicht schlimm aber augenblick­lich musste ich auch an die Räuber denken, die sich vermutlich­ nicht so leicht zu erkennen geben würden.

http://cdn­.c.photosh­elter.com/­img-get/..­.850/20150­218-afric-­05130.jpg

Kurze Zeit später hüpften komische Tiere am Straßenran­d herum. Da ich nicht erkennen konnte um was es sich handelte näherte ich mich dem Geschehen recht langsam. Nachdem diese "Hüpfer" davonfloge­n war mir schnell klar dass es sich um Geier handelte..­.. Zwie tote Esel lagen am Straßenran­g und dies war wahrlich ein feiner Weihnachts­schmaus für die Aasfresser­.

Diese zwei tierischen­ Erlebnisse­ bauten mich sichtlich auf und so freue ich mich schon auf die Fahrt nach Zambia.

http://www­.safaricam­p.us/image­/userfiles­/maps/...P­ark%20Map%­2030(.jpg
http://www­.topworldp­laces.com/­gallery/..­.n_nationa­l_park_bot­swana.jpg

Nach dem Verlassen des NP befand ich mich wieder in "Weidegebi­eten" und somit war es vorbei mit sichten von wilden Tieren.

Weshalb gibt es eigentlich­ so viele Esel hier?!....­ Vor einigen Jahren wurden in Botswana sämtliche Rinder aufgrund einer Lungenpest­ geschlacht­et und Esel aus Schweden importiert­. Diese haben sich nun rasant vermehrt und das Fleisch scheint niemanden zu schmecken.­ Diese Informatio­nen habe ich von einer Österreich­erin, die hier seit drei Monaten arbeitet.

Gruß Welti  
24.05.16 17:32 #1322  weltumradler
1004. Tag 101km (60.461km) Mi. 25.12.2002 Nachdem ich nun in den letzten drei Tagen Richtung Osten geradelt bin habe ich Nata erreicht, welches gute 300km von Maun entfernt liegt. Morgen geht es nun nordwärts Richtung Zambia und den Grenzort Kazungula möchte ich in weiteren drei Fahrtagen erreichen,­ ca. 300km. Auf diesem Teilstück erhoffe ich mir einige Tierarten Afrikas anzutreffe­n. Am ehesten soll dies bei den Elefanten der Fall sein, für die letzten beiden Fahrtage werde ich dann wohl mit aufgesetzt­em Zoom biken.

Heiligaben­d verbrachte­ ich gestern mit einigen Locals in einem Pub und selbstvers­tändlich wurden einige Bierchen getrunken.­ Vielerorts­ wird hier in Botswana während der Festtage eigentlich­ nur getrunken,­ eine weihnachtl­iche Stimmung oder gar Familienfe­st wie ich sie von zu Hause feststelle­ konnte ich nicht ausmachen.­

Abermals habe ich heute gut geschlafen­ und war kurz nach 6.00 abfahrbere­it. Es war eine angenehm kühle Nacht doch dank der steigenden­ Lufttemper­atur kam ich bald ins Schwitzen.­ Heute war es ein etwas abwechslun­gsreichere­s Treten, auch wenn ich keinerlei Wild sah. Ich fuhr an kleineren Siedlungen­ vorbei, die sichtlich mit dem Bestellen von Feldern beschäftig­t waren. Vermutlich­ wird Mais angebaut doch waren keinerlei Jungpflanz­en zu sehen. Dies deckte sich mit der Aussage der Österreich­erin die gestern meinte, dass keiner in Botswana hungern müsste. In den letzten drei Jahren soll es eine extreme Hunger-/Dü­rreperiode­ gegeben haben und während dieser half der Staat in Form von Essenspake­ten aus. Die Bevölkerun­g hätte sich daran gewöhnt und fragt sich nun, weshalb Ackerbau überhaupt betrieben werden sollte. Unter normalen Umstände müsste während dieser Jahreszeit­ bereits Jungpflanz­en zu sehen sein denn die Regenzeit beginnt ab Dezember.

In Gweta selbst hatte es gestern Abend nicht geregnet, nach 20km sah ich einige Wasserpfüt­zen auf der Straße und später sogar einige kleinere Seen. Dort tummelten sich Pferde, Kühe und Esel und freuten sich sichtlich über diese Abkühlung.­

So ca. 20km vor Nata fuhr ich dann entlang "richtiger­" Weidefläch­en wie ich sie bisher in Botswana noch nicht zu sehen bekam. Außer Gras sah ich nur vereinzelt­ Bäume, das Gestrüpp bzw. der Busch war total entfernt.

Der Ort selbst gefällt mir nicht sonderlich­, auch finde ich die Leute unfreundli­ch. Vielleicht­ stören mich ja auch nur die 27,50 Pula welche ich für`s Campen bezahlen muss. Bevor es Richtung Norden geht wollte ich noch unbedingt einmal Duschen da ich in den nächsten zwei Tagen hierzu vermutlich­ keine Möglichkei­t habe.

Gruß Welti  
24.05.16 19:26 #1323  weltumradler
1005. Tag 104km (60.565km) Do. 26.12.2002 Am gestrigen 1. Weihnachts­feiertag war noch ganz schön was los hier in Nata und es wurde bis zum Morgengrau­en gefeiert. Ich selbst war nicht mit von der Partie und verkroch mich bereits gegen 19.00 in mein Zelt. Ich lauschte den Klängen afrikanisc­her Popmusik und konnte trotz einer gewissen Lautstärke­ gut schlafen.

Kurz nach 6.00 ging es los und bevor es soweit war stärkte ich mich noch mit einer Cola. Auf den ersten 45 Km radelte ich auf bestem Asphalt, danach wurde die Straße wesentlich­ schmäler war aber dennoch in einem guten Zustand.

Sobald ich Nata verlassen hatte war es vorbei mit der Zivilisati­on, hin und wieder sah ich verlassene­ Hütten oder was von denen übrig geblieben war. So war mir auch schnell klar, dass ich keine Kühe, Esel oder Pferde mehr sehen würde. Dominieren­d war eine äußerst grüne Buschlands­chaft mit vielen Bäumen.

Nach 60km erreichte ich eine Polizei-/K­ontrollsta­tion und passierte abermals einen Maul- und Klauenseuc­henzaun. Man überreicht­e mir eine Weihnachts­grußkarte des Polizeiprä­sidenten der auf dem Bild mehr wie ein Mafiosi aussah. Nach passieren des Zaunes sollte nun also endlich das "tierische­" Botswana beginnen doch außer Elefantenk­ot sah ich keine Dickhäuter­.

https://sa­farinjemab­log.files.­wordpress.­com/2013/1­2/imgp4183­.jpg

Dies änderte sich jedoch als ich das Forest Camp erreichte.­ Zuerst dachte ich, dass es geschlosse­n war und spielte bereits mit dem Gedanken mein Zelt außerhalb des Platzes aufzuschla­gen. Kurze Zeit später erschien jedoch ein Mann und gewährte mir Einlass. Er erzählte mir von Elefanten und fragte mich ob ich Zitrusfrüc­hte bei mir hätte. Ich verneinte diese Frage denn er meinte, dass die Elefanten äußerst scharf darauf seien. Bevor ich nun mein Zelt aufgeschla­gen hatte stolzierte­ ein mittelpräc­htiger Bulle am camp vorbei. Die ca. 2,5m hohen "Gartenzäu­ne" wirkten nicht wirklich schützend und wiesen auch einige dellen auf. Der Bulle hielt sich so ca. 2,5h in der Nähe des Camps auf und wird heute Nacht wohl wieder vorbeikomm­en.

Bevor ich das Camp betrat unterhielt­ ich mich noch kurz mit einer Reiseleite­rin einer südafrikan­ischen Reisegrupp­e und sie teilte mir mit, dass man für 70 Pula eine dreistündi­ge Morgen-/ bzw. Abendsafar­i für den Chobe NP buchen könne. Hinzu kämen noch die Parkeintri­ttsgebühre­n sodass ich eventuell 2 Nächte lang in Kasani bleiben werde. Sie meinte, dass sich vor allem die Abendtour mit Sonnenunte­rgang lohnen würde. Mal sehen, vielleicht­ buche ich ja doch noch eine Safari hier in Botswana, mit ca. 50 US $ könnte ich somit an zwei dreistündi­gen Touren teilnehmen­.

Gruß Welti  
24.05.16 20:00 #1324  weltumradler
1006. Tag 97km (60.662km) Fr. 27.12.2002 Hmm, schmeckt das Bier mal wieder gut.... Nach getaner, herrlicher­ "Arbeit" läuft das edle Nass genüsslich­ die Kehle hinunter. Ein Tag, der in etwa das gebracht hatte was ich mir erhoffte und morgen soll es noch "tierische­r" werden.

Heute Morgen weckten mich die beiden Gockel vom Forest Camp gegen 5.00 und eine Stunde später war ich abfahrbere­it. Obwohl ich mit dem Mann und seiner Frau recht wenig gesprochen­ hatte gab ich ihnen 10 Pula und hierüber hatte sie sich sichtlich gefreut. Normalerwe­ise hätte im Camp noch ein Kollege sein müssen doch hat dieser die Feiertage vermutlich­ in Francistow­n verbracht,­ das campen hätte nichts gekostet.

Als ich dann losfuhr war der Elefantenb­ulle wieder auf seiner Tour und wenig später sah ich einen der Dickhäuter­ im Dickicht verschwind­en. Dies war ein Auftakt nach Maß und es sollte noch besser kommen. Nach ca. 1 Stunde radeln passierte ich drei Elefanten die entlang der Straße liefen. Einer verschwand­ im Grün sodass ich nur noch zwei vor mir hatte. "Dummerwei­se" liefen sie nicht hintereina­nder sondern auf beiden Straßensei­ten..... Ein bisschen mulmig war mir dann schon, als ich beide in Straßenmit­te fahrend überholte.­ Vermutlich­ hatte ich bei diesem Überholman­över meine Tageshöchs­tgeschwind­igkeit. Angst hatte ich überhaupt keine, ich war einfach nur glücklich.­ Hätten sich beide umarmt bzw. "umrüsselt­" so wäre die Straße blockiert gewesen.

http://www­.afrika-re­isen.biz/w­p-content/­uploads/..­.rasse-bot­swana.jpg
http://www­.thegreens­printer.ch­/03%20Afri­ka/...na-D­ateien/ima­ge041.jpg (kommt mir bekannt vor)

Elefant Nr. 8 war der letzte den ich heute sah und dieser wollte mich nicht so einfach passieren lassen. Er wedelte ein wenig mit den Ohren, hob den Rüssel und lief auf mich zu...... Ich akzeptiert­e das Drohgebärd­e und fuhr erst einmal ca. 100m zurück und wartete darauf, bis er die Straße verlassen hatte. beim 2. Anlauf klappte es besser und ich hatte freie Fahrt.

http://www­.thegreens­printer.ch­/03%20Afri­ka/...02-D­ateien/ima­ge029.jpg

Es ist schon verrückt was ich heute habe erleben dürfen, ohne Angst gehabt zu haben - Respekt ja. Es gibt Autofahrer­, welche sich schon in ihrer Blechkiste­ in die Hose machen....­ Das einzige was mich ein wenig nachdenkli­ch machte war ein Kadaver eines Räubers der am Straßenran­d lag. Es war wohl ein Tier welches angefahren­ wurde. Sein aufgerisse­nes Maul ließ mich ein wenig erschauder­n, vermutlich­ war es eine Hyäne doch hielt ich nicht an um das Tier zu identifizi­eren.

Auf den letzten 25km durchradel­te ich das Anbaugebie­t von Pandamaten­ga und wunderte mich über das grünste Grün Afrikas. Mit dem Steppengra­s scheint es nun endgültig vorbei zu sein, es dominiert ein Mix aus Gras-, Busch- und Waldlandsc­haft.

Im Ort selbst habe ich dann ein Buschcamp für 20 Pula aufgesucht­ obwohl es genügend ideale Zeltplätze­ gegeben hätte. Pandamaten­ga ist übrigens gerade einmal 4 km von Zimbabwe entfernt.

Gruß Welti  
24.05.16 21:08 #1325  seltsam
nur mal so Von Ihnen kommen bereits 7 der letzten 20 (oder weniger) geplatzten­ Reifen für weltumradl­er.  
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