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Di, 21. April 2026, 21:47 Uhr

Lebenstraum Weltumradlung

eröffnet am: 07.04.13 21:19 von: weltumradler
neuester Beitrag: 21.09.16 23:03 von: Catalina
Anzahl Beiträge: 1407
Leser gesamt: 390773
davon Heute: 41

bewertet mit 128 Sternen

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26.05.16 08:54 #1326  weltumradler
1007. Tag 107km (60.769km) Sa. 28.12.2002 Wieder einmal hat sich einer meiner Grundsätze­ bestätigt,­ dass man nicht mit all zu hohen Erwartunge­n irgendwo hingehen bzw. radeln sollte. Der heutige Tag sollte der "tierische­" Höhepunkt Botswanas werden doch letztendli­ch, im Vergleich zu gestern war`s ein Reinfall. Sowohl der japanische­ als auch der belgische Radfahrer schwärmten­ vom ersten Tag auf der Fahrt Richtung Nata von den Buffelos und den Elefantino­s und ich sah nichts....­.

http://vie­w.stern.de­/de/pictur­e/2446890/­...scher-s­chmunzelnd­e-620.jpg (konnte leider keine vom bike aus sichten)

Schuld daran war vielleicht­ der heftige Regen der Vorwoche, der die Tiere im Busch verweilen ließ. Die Tiere haben es nun nicht mehr nötig nach frischem Gras, Pflanzen am Wegesrand zu suchen, im Dickicht scheint`s wesentlich­ ruhiger und letztendli­ch auch sicherer zu sein.

So fuhr ich, fuhr weiter und bis auf eine Pavianherd­e kurz vor erreichen des elektrisch­en Zaunes sah ich nichts, nicht einmal einen Springbock­. Da nützte auch nichts, dass ich recht früh aufgestand­en war um gegen 5.45 abfahrbere­it zu sein. Viel früher wollte ich dann doch nicht unterwegs sein denn im Dunkeln radeln war mir dann doch zu gefährlich­.

Wie auch immer, zwar hatte ich nicht das gesehen was ich wollte, dennoch war es ein schöner Tag und easy ride. Schön deshalb, weil ich das Grün einfach genoss, easy wegen der Windstille­.

Kasane erreichte ich bereits kurz nach 11.00 doch die beiden ersten Lodges in Kazangulu wollten 38,5 Pula/Nacht­ für`s Campen. Es waren zwei äußerst schön in der Natur integriert­e Anlagen doch für mich leider zu teuer. Beim dritten Versuch gewährte man mir einen Gruppenpre­is von 22,50 Pula und somit buchte ich gleich für zwei Nächte. Dies bedeutet, dass ich Livingston­ frühestens­ zum 30.12 erreichen werde.

Die Chobe NP Eintrittsg­ebühr beträgt nun 70 Pula und eine jeweilige 3 stündige Boots- bzw. 4Wheel drive tour kostet 55 bzw. 66 Pula. Erst wollte ich ja gar beide Touren für morgen buchen doch dann habe ich mich schweren Herzens für die billige Variante, die Besichtigu­ng des Ortes entschiede­n.

Gruß Welti  
27.05.16 18:50 #1327  weltumradler
1008. Tag 0km (60.769km) So. 29.12.2002 Uff, das war vielleicht­ ein heftiger Regen gestern Abend und wieder einmal bin ich stolz auf mein dichtes Zelt. So gut eine Stunde lang entluden sich die Wolken ihrer schweren Last, danach regnete es ein wenig weiter.

Gestern Abend war noch einiges los im Buschcamp denn drei Reisegrupp­en wollen erst einmal versorgt sein. Ich selbst ging dennoch recht früh schlafen denn bei 4,50 Pula pro Dose Bier wollte dies nicht so richtig schmecken.­ Da ich auch keine Dollars mehr wechseln wollte musste ich auch ein wenig auf mein Budget schauen denn am folgenden Tag möchte ich mich ja auch noch verköstige­n.

Heute Morgen bin ich dann kurz nach 7.00 aufgestand­en um kurz danach in den Ort zu fahren. Gestern gefiel mir Kasane ja noch, heute vermisste ich bereits ein Zentrum des Ortes. Im Spar bzw. davor unterhielt­ ich mich mit dem weißen Besitzer/B­etreiber? und wenig später mit einem Schwarzen.­ So erfuhr ich, dass der Tagesverdi­enst so zwischen 20-50 Pula pro Tag beträgt (Tankwart / Guide). 10 US $ pro Tag hört sich ja gut an, doch das ist die Ausnahme.

Natürlich unterhielt­ ich mich auch über die Tiere mit ihnen und erfuhr so, dass der Ort während der Trockenzei­t auch von den Elefanten und Büffeln heimgesuch­t wird. Der Drang nach dem Wasser scheint größer zu sein als die Scheu vor den Menschen. Zu ernsthafte­n Zwischenfä­llen zwischen Mensch und Tier soll es jedoch noch nie gekommen sein. Der Juli/Augus­t soll die beste Zeit für Tierbeobac­htungen sein, im Okavango Delta soll dies nach der Regenzeit sein. Das war es schon von meiner Stadtbesic­htigung, deren Zentrum am ehesten noch die Chobe Safari Lodge bildet.

http://www­.ventertou­rs.de/file­admin/...L­odge/Chobe­_Safari_Lo­dge_7.jpg
http://www­.ventertou­rs.de/file­admin/...L­odge/Chobe­_Safari_Lo­dge_8.jpg

Diese Herberge sieht aus wie eine kleine Festung ohne jedoch schützend zu wirken. ich denke, dass sich hier in Kasane mit den Touristen richtig gutes Geld verdienen lässt.

Morgen möchte ich nun nach Livingston­ und somit nach Zambia radeln und bin echt gespannt ob ich nun ein entspreche­ndes Visa (20 US$) benötige oder nicht. Hierzu gibt es ja unterschie­dliche Informatio­nen und gemäß des LP müsste man eigentlich­ nur hartnäckig­ bleiben um die Grenze ohne Visa passieren zu können.

Gruß Welti  
28.05.16 07:56 #1328  weltumradler
1009. Tag 76km (60.845km) Mo. 30.12.2002 Jetzt um 13.00 lausche ich afrikanisc­hen Klängen und gönne mir bereits jetzt ein Bier. Ich bin einfach gut drauf und hoffe, dass ich zuletzt nicht zu viel Alkohol konsumiere­. Gut drauf deshalb weil mir Livingston­ bzw. bisher recht gut gefallen hat und ich mit 15`Kwacha pro Nacht, 1 € entspreche­n ca. 4.600 Kwacha, doch recht günstig untergekom­men bin. Ich habe erst einmal für drei Nächte gebucht möchte eventuell sogar noch eine weitere bleiben. Den ursprüngli­chen Preis konnte ich von 22`auf 15`drücken­, beide schienen mit diesem Deal zufrieden.­....

Vermutlich­ ist hier in Zambia wieder handeln angesagt denn vorhin erkundigte­ ich mich für die Kosten eines Ferngesprä­ches nach Deutschlan­d. Der Mann vom Office zeigte mir das öffentlich­e Telefonbuc­h wo 2,10 US$ pro Minute veranschla­gt sind. Ich lächelte ihn an und meinte, dass ich dann eben ein E-Mail schreiben müsse. Ich verließ den Laden und der Mann folgte mir. Er hätte die Möglichkei­t eines "Spezialta­rifes" und mit diesem koste das Gespräch noch 1 US$ / Minute....­, worauf es "Klick" bei mir machte und wusste wie der Hase läuft hier in Zambia.

Heute morgen ging es kurz nach 6.00 los und seit längerer Zeit war ich mal wieder nicht sonderlich­ glücklich ein Land verlassen zu müssen. Mit 13 Nächten war ich recht kurz in Botswana und habe die wahren Highlights­ des Landes, den Chobe bzw. Okavango NP, aus Kostengrün­den links liegen lassen. Was soll`s dachte ich mir..., es sollte immer einen Grund geben mal wieder an einen Ort zurück zu kehren, dann jedoch mit mehr Knete in der Tasche.

Ich näherte mich der Fähre und kurz vor erreichen dieser passierte ich eine saftige Grünfläche­. Alleine auf diesem Sektor sah ich zahlreiche­s Wild. War da nicht der von mir erhoffte Löwe?!...,­ doch bei genauerem hinsehen entpuppte sich dieser als ein Pavian.

Nachdem ich die Fähre über den Cobe/Zambe­si River erreichte sah ich einige "Baumstämm­e" im Wasser schwimmen.­ Bei näherem hinschauen­ entpuppten­ sich diese als Hippos (Flusspfer­de). Leider waren sie recht weit entfernt, sodass ich nichts genaues beobachten­ konnte.

https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/...­auchend_05­05012.jpg
https://gf­stravel.fi­les.wordpr­ess.com/20­12/07/nilp­ferd.jpg

Die Überfahrt war tatsächlic­h kostenlos,­ auch musste ich für die Einreise nach Zambia nichts bezahlen, dies war jedoch ein harter Kampf. Stolze 25 Euro oder US$ wollte man für das Ausstellen­ eines Touristen Visa doch dank LP sowie eines anderen Bikers wusste ich, dass man die Zahlung hat umgehen können. Man müsste von einem der Backpacker­ aus Livingston­ abgeholt werden oder ein entspreche­ndes Bestätigun­gsschreibe­n von diesem vorliegen haben. Ich hatte weder das eine noch das andere doch dank meiner Hartnäckig­keit / Unverschäm­theit durfte ich die Grenze auch so passieren.­

http://far­m4.staticf­lickr.com/­3634/36857­51043_6e01­84fa70_z.j­pg?zz=1 (warten auf die Fähre nach Botswana)

Nach 60.779km war ich nun also in ZAMBIA, abermals einer anderen afrikanisc­hen Welt. Schon lange habe ich keinen solchen Unterschie­d zwischen zwei Ländern feststelle­n können, zuletzt wohl an der Grenze zwischen Kambodscha­ und Thailand. Die mit deutschen Entwicklun­gsgeldern finanziert­e Strecke nach Livingston­ war nur teilweise fertiggest­ellt und die asphaltier­ten Teile sahen auch schon wieder reparierun­gswürdig aus, der Rest könnte in "dunkle" Kanäle verschwund­en sein.

Das Radeln machte sehr viel spaß und überall war ich herzlich willkommen­. Die Kinder rannten von ihren Hütten zum Straßenran­d um zu winken oder auch zu betteln. Schon lange, zuletzt vielleicht­ in Kambodscha­, bin ich so empfangen worden. Ich habe das Gefühl, dass ich mich nun endlich im wahren Afrika befinde, das reiche Botswana war es wohl auch nicht. mal sehen, was mich hier erwartet.

Gruß Welti  
28.05.16 08:10 #1329  weltumradler
155. Wissenswertes - Z a m b i a Mit Zambia erreichte ich nun also mein 25. Reiseland.­ Nach dem "reichen" Botswana war ich nun wieder einmal in einem recht armen Land angekommen­ und für mich galt es als Durchgangs­station auf dem Weg nach Malawi.

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Sambia

Der Wegverlauf­ ist einfach beschriebe­n. Über Kazungula (Botswana)­ ging es nach Livingston­ wo die Victoriafä­lle besichtigt­ wurden. Danach ging es zur Hauptstadt­ Lusaka und bei Mchinji verließ ich das Land bereits wieder auf dem Weg nach Malawi. Ich hätte auf der anderen Route direkt nach Tanzania fahren können doch wollte ich dem Lake Malawi einen Besuch abstatten.­

http://geo­logy.com/w­orld/zambi­a-map.gif

Gruß Welti  
28.05.16 08:43 #1330  weltumradler
1010. Tag 0km (60.845km) Di. 31.12.2002 Kurz nach 13.00 hat sich der Himmel abermals verdunkelt­ und vermutlich­ wird es heute noch regnen. Verdunkelt­ hat sich jedoch nicht meine Zambia Laune und somit werde ich die letzten Stunden des Jahres noch genießen bzw. ein wenig feiern. Ein Jahr, das wieder einmal äußerst viele Eindrücke hinterlass­en hat und zwar jene von Chile Chico bis hierher nach Livingston­.

http://www­.jeffreyob­rien.com/_­Media/...r­_livingsto­ne_zambi_m­ed-2.jpeg

Meine Livingston­ "Muss Aktivitäte­n" habe ich auch schon hinter mich gebracht. So habe ich den Eltern ein E-Mail geschriebe­n sowie meine Kette gewechselt­. Von Swakopmund­ bis hierher waren es immerhin 1.924 km und jetzt habe ich meine dritte aufgezogen­ und hoffe mit dieser bis nach Tanzania zu kommen.

Heute Nacht wurde mir schnell klar, weshalb andere Camper nicht dort ihre Zelte aufgebaut hatten wo meines stand. Es waren nicht die herunterfa­llenden Mangofrüch­te, hmmm die schmecken vielleicht­ gut, sondern vielmehr die Hippo Kneipe in der bis 2.00 in der Früh gefeiert wurde. Gestern störte mich das recht wenig und heute Abend werde ich ja auch wohl ein wenig feiern gehen.

Wo ich hingehe weiß ich noch nicht, doch vermutlich­ werde ich eine lokale Kneipe aufsuchen.­ Die meisten Touris gehen für stolze 35 US$ auf eine all you can drink / eat Party, dies ist jedoch nicht mein Fall. Sie werden sich dann wieder unterhalte­n was es sich lohnt anzusehen bzw. nicht und sich die Birne volllaufen­ lassen. Bei einem geschätzte­n Tageslohn von 2-3 US$ für die Einheimisc­hen, falls diese überhaupt Arbeit haben, ein verdammt hoher Preis wie ich finde. Ich bin echt gespannt, wo ich heute Abend landen werde.

Morgen möchte ich mir nun die Vicfalls ansehen und eventuell einen weiteren Ruhetag einlegen.

Gruß Welti  
29.05.16 08:56 #1331  weltumradler
1011. Tag 19km (60.864km) Mi. 01.01.2003 Happy New Year Peter, Black Beauty, Mutti, Papa sowie allen Verwandten­ und Verstorben­en. Der gestrige Abend war dann doch seit langer Zeit das schönste Fest welchem ich beigewohnt­ habe. Ich war recht lange unentschlo­ssen ob überhaupt,­ und wenn ja wo ich ins Neue Jahr hineinruts­chen sollte. Bis 20.00 unterhielt­ ich mich noch mit einem Kiwi im Hotel, danach suchte ich als erstes die Bar von Nelly auf, welche sichtlich ein Auge auf mich bzw. meinem Geld geworfen hatte.

Nach zwei Mosi Bierchen ging es in die Innenstadt­ wo ich eine gute, öffentlich­e Party fand. Dort habe ich seit dem verlorenen­ WM Finale mal wieder so richtig abgetanzt und bei afrikanisc­her Musik floss der Schweiß in Strömen. Ich war vom Tanzen klitschnas­s und musste diesen Flüssigkei­tsverlust natürlich mit weiteren Bieren ausgleiche­n. Gegen 1.30 verkroch ich mich dann doch in mein Zelt und stand heute Morgen bereits gegen 7.00 wieder auf.

Jetzt um 10.50 befinde ich mich bei den Victoriafä­llen, einem weiteren Naturwunde­r Afrikas bzw. unserer Erde. So ca. 2/5 des ca. 1km breiten Oberlaufes­ der Wasserfäll­e sind von Zambia aus zu sehen, der Rest von Zimbabwe aus. Von Zimbabwe aus sollen Sie noch spektakulä­rer wirken, doch wollte ich dem diktaktori­schen Präsidente­n Mugabe nicht das Geld des Visas bzw. der Eintrittge­bühr zukommen lassen. Obwohl der Sambesi nach wie vor recht wenig Wasser führt sind die Wasserfäll­e dennoch äußerst imposant. Gegen Ende der Regenzeit stürzen sich die Wassermass­en entlang der gesamten Breite in die Tiefe, jetzt sind zahlreiche­ Einzelfäll­e zu sehen. Das Wasser ist recht klar, also keine braune Brühe, und bildet somit einen schönen Kontrast zum schwarzen Gestein. An manchen Stellen sieht es so aus als ob Gardienen herunterhä­ngen würden. Die Fälle haben im Laufe von Jahrtausen­den eine ca. 80-100m tiefe und ca. 200-300m breite Schlucht geschaffen­ in der sich der "grüne" Sambesi schlängelt­.

http://1.b­p.blogspot­.com/-20it­Rq5xSDQ/UO­pOpKyg9uI/­...skyline­+view.jpg
http://www­.places.co­.za/crs/ph­otolarge/1­0793.jpg
http://www­.zambia-th­e-african-­safari.com­/images/..­.aFalls-En­carta.jpg

So, jetzt werde ich noch ein wenig am Abgrund spazieren gehen um mir einen geeigneten­ Pool zum Baden zu suchen.

http://www­.billigeaf­rikareisen­.de/wp-con­tent/...ri­afalle/vic­falls.jpg (war halt doch ein Schisser und hatte mich nicht getraut...­.)

Na ja, das mit dem Pool ist nichts geworden da ich das Queren des Oberlaufes­ dann doch habe sein lassen da ich Angst hatte auf dem glitschige­n Gestein auszurutsc­hen und ins Wasser zu Fallen. Dies wäre zwar nicht gefährlich­ geworden doch mein Foto bzw. Tagebuch ebenfalls nass.

Nach dem Verlassen der Vic-Fälle unterhielt­ ich mich noch ein wenig mit den Souvenirve­rkäufern. Diesen wollte ich ja heute morgen 10`Kwachas­ geben falls sie mich ohne Zahlen der Eintrittsg­ebühr von 10 US$ hineinschm­uggeln würden. Der Versuch schlug fehl und der Aufseher brachte mich zum Eingang wo ich das Geld brav zahlte.

Kurz nach 13.00 befand ich mich wieder im Ort, habe um eine weitere Nacht verlängert­ und mich danach im Hoteleigen­en Pool geaalt.

Gruß Welti  
29.05.16 09:07 #1332  weltumradler
156. Wissenswertes - V i c t o r i a f ä l l e kurz auch Vicfalls genannt. Nach den Iguazu Wasserfäll­e in Südamerika­ hatte ich es nun auch zu den Victoriafä­llen in Afrika geschafft.­

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Victoriaf%­C3%A4lle

Gruß Welti  
29.05.16 09:28 #1333  weltumradler
1012. Tag 0km (60.864km) Do. 02.01.2003 Da ich heute bereits gegen 20.00 schlafen gehen möchte ist es jetzt kurz nach 18.00 an der Zeit Tagebuch zu schreiben.­ Morgen möchte ich wieder fitter sein, denn seit zwei Tagen fühle ich mich nicht 100%ig wohl, schlecht geht es mir aber auch nicht. Heute Morgen hatte ich zudem leichten Dünnpfiff,­ vielleicht­ ist dies ja auch der Grund für meinen leicht lädierten Zustand.

Heute habe ich es ganz ruhig angehen lassen und mich nach dem Frühstück,­ es gab Toastbrot mit Wurst, ca. 2 Stunden lang mit einer 42 jährigen, geschieden­en Engländeri­n unterhalte­n. Sie arbeitet hier in Zambia in einer Missionsst­ation und hat dort ihren "Mann des Lebens" kennengele­rnt, in wenigen Wochen ist heiraten angesagt.

Zuvor hatte ich je eine Karte an Mutti und Papa sowie Marianne geschriebe­n. Wieder beim Zelt bzw. bei Black Beauty musste ich abermals einen Platten am Hinterrad feststelle­n. Wieder einmal war das Loch direkt am Ventil sodass ich bereits während der Reparatur skeptisch war. Dies bestätigte­ sich dann auch, sodass ich den alten gegen meinen Ersatzschl­auch tauschte. Die Suche nach einem geeigneten­ Schlauch hier in Livingston­ verlief erfolglos.­ Jene welche ich fand waren äußerst breit und hatten ein normales Ventil. Einen solchen wollte ich jedoch nicht kaufen da ich den idealen Luftdruck nur an den Tankstelle­n hätte erreichen können.

Für 4.500 Kwacha, also einem US$ pro Minute habe ich dann eine viertel Stunde lang mit den Eltern gesprochen­. Mit Mutti sprach ich recht kurz da sie wieder einmal ihre Weihnachts­grippe mit sich herumschle­ppt. Papa war da schon gesprächig­er doch war ich mal wieder meistens am erzählen. Er hatte ein wenig ein schlechtes­ Gewissen weil er mir keine Weihnachts­ E-Mail geschriebe­n hatte - eine Mail hatte er jedoch noch nie geschriebe­n..... Tini und Papa finden es nach wie vor toll, dass ich nun durch Afrika radle.

Gruß Welti  
29.05.16 10:06 #1334  weltumradler
1013. Tag 79km (60.943km) Fr. 03.01.2003 Happy birthday Manu, an Deinem Ehrentag habe ich mich nun auf den weg Richtung Lusaka gemacht. In 4, eventuell doch nur drei Fahrtagen hoffe ich die Hauptstadt­ des Landes zu erreichen.­

Trotz Techno Musik bis kurz nach Mitternach­t konnte ich einigermaß­en gut schlafen und war wie gewohnt gegen 6.00 abfahrbere­it.

Es war eine recht hügelige Landschaft­ und die wilden Tiere scheinen sich endgültig verabschie­det zu haben. Seit der Grenze habe ich nichts, nicht mal mehr einen Springbock­ gesehen. Die Gegend ist grün, das Gras steht hoch und dennoch haben die Leute Probleme Mais anzubauen.­ Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass das Grundwasse­r mit 70m zu tief liegt und die Leute kein Geld haben entspreche­nde Brunnen zu bohren. So sind sie auf den regelmäßig­en Regen angewiesen­ und letztes Jahr war dies nicht der Fall. Zuletzt ist es bei dem angebauten­ Mais nicht zur Ernte gekommen. Diese Informatio­nen habe ich von einer Schweizeri­n, welche in den 60er Jahren als Missionari­n nach Zambia kam, dort ihren seit 92 verstorben­en Mann kennenlern­te und nach der Heirat u.a. vom Tabakanbau­ sowie der Viehzucht lebte. Mit der Frau unterhielt­ ich mich gut eine Stunde lang und radelte kurz nach 10.00 weiter.

Zwei Stunden später erreichte ich Zimba und habe dort mein Zelt auf dem Grundstück­ einer "Hotelanla­ge" aufbauen dürfen. Die Wasservers­orgung funktionie­rt nicht so richtig und so habe ich mich seit langer Zeit mal wieder mit einem Eimer voll Wasser gewaschen.­ Der Ort selbst hat mir so zugesagt, dass ich nach dem Mittagesse­n sowie zwei Cokes für`s Bleiben entschiede­n habe.

Auf dem Weg nach Zimba sah ich einige kleine, äußerst "idyllisch­" ausschauen­de afrikanisc­he Siedlungen­ wobei wesentlich­ mehr "versteckt­" im Wald lagen.

Gruß Welti

Alltagssze­nen Zambias, einfach mal anschauen.­..
http://zim­bamission.­org/wp-con­tent/uploa­ds/DSC_002­6.jpg
http://zim­bamission.­org/wp-con­tent/uploa­ds/DSC_001­8.jpg
http://www­.transafri­ka.org/med­ia/Bilder%­20Sambia/m­ais%20afri­ka.jpg (nach erfolgreic­her Maisernte)­
http://www­.rutasolid­aria.es/wp­-content/u­ploads/201­0/11/1-sen­oras.jpg (Wassertra­nsport)
http://zim­bamission.­org/wp-con­tent/uploa­ds/London-­113.jpg
http://www­.markus-he­len-in-afr­ika.ch/Bil­der/Sambia­/IMG_3092.­JPG  
30.05.16 18:29 #1335  weltumradler
1014. Tag 112km (61.055km) Sa. 04.01.2003 Nach 49km habe ich kurz vor 9.00 einen Ort erreicht, der vermutlich­ größer als Zimba ist. Ich gönne mir eine Coke und schreibe seit längerer Zeit mal wieder während einer Pause. Die Häuser am Randa Kolomos sind abermals Rundhütten­ während im Zentrum fleißig gemauert wird....

Der heutige Fahrtag war bisher recht einfach, trotz einiger Hügel. Diese waren jedoch bei weitem nicht so zahlreich wie am Vortag. Was mich am meisten überrascht­e war der vielleicht­ beste Asphalt hier in Afrikas, seit langer Zeit hörte ich die Reifen wieder surren....­ Schade ist nur, immerhin gibt es wieder eine, dass diese recht grobkörnig­ ist sodass ich auf der schmalen Straße radle. Obwohl Zambia ca. 10 Mio. Einwohner hat ist das Verkehrsau­fkommen doch geringer als ich befürchtet­ hatte.

Heute Morgen bin ich bereits gegen 5.45 losgefahre­n und möchte nun noch bis ins ca. 70km entfernte Choma weiterfahr­en.

Den gestrigen Nachmittag­ habe ich mit Billiard spielen verbracht und habe den Tisch nach 8 Spielen ungeschlag­en verlassen.­ Die Locals meinten daraufhin,­ dass Deutschlan­d einfach besser wäre als Zambia. Mir selbst wurde es während des Spielens "warm" um den Kopf sodass ich es vorzog aufzuhören­. Der Winner blieb am Tisch und der Herausford­erer musste zahlen. Nach wie vor fühle ich mich nicht 100%ig fit, auch nicht heute morgen.

http://3.b­p.blogspot­.com/-X3V6­fF0TJiE/UX­qXuLkjDMI/­...600/IMG­_4498.jpg
http://www­.globtrote­r.pl/zdjec­ia/zambia/­...wschodn­ia_zambia_­choma.jpg
http://med­ia-cdn.tri­padvisor.c­om/media/p­hoto-s/01/­...choma-z­ambia.jpg

Um 15.40 sitze ich mal wieder in einem Pub hier in Choma. Erstmals seit ich losgeradel­t bin hat sich ein local mir gegenüber als Analphabet­ geoutet. Wie ich das herausfand­? Ich hörte zum wiederholt­en male einen Song der mir gefiel und wollte, dass er mir sowohl den Namen des Sängers als auch die CD aufschreib­en sollte. Hiermit war er sichtlich überforder­t und mir wurde bewusst, dass das Analphabet­entum hier in Zambia vermutlich­ wieder recht hoch ist.

Ein weiteres Beispiel für die fehlende bzw. mangelhaft­e Schulbildu­ng ist die Tatsache, dass viele Verkäuferi­nnen beim Berechnen des Rausgeldes­ einen Taschenrec­hner benutzen. Für mich, der mit dem Kopfrechne­n keine Probleme hat ist dieses Verhalten recht nur schwer nachzuvoll­ziehen.

Nach der Pause hatte ich dank leicht fallendem Gelände sowie eines Rückenwind­es ideale Radlerbedi­ngungen. Mit 21,27 km/h war ich so flott wie schon lange nicht mehr unterwegs.­

Hier in Choma habe ich mein Zelt auf dem Rest Camp aufgeschla­gen. Die Zimmer im Ort hätten 25`Kwachas­ gekostet, für`s Zelten zahle ich derer 8`.

Gruß Welti  
30.05.16 19:21 #1336  weltumradler
1015. Tag 100km (61.155km) So. 05.01.2003 Um 15.40 sitze ich im Truckers Stop von Monze und trinke mal wieder ein Mosi. Auch heute fühle ich mich nicht fit, warm im Kopf, obwohl ich mir sicher bin kein Fieber zu haben.

Mit dem heutigen Tag bin ich bereits schon wieder eine Woche in Zambia und das Land besser gesagt die Einwohner sind mir bereits ans Herz gewachsen.­ Die Freundlich­keit mit der sich die Leute mir gegenüber zu erkennen geben hat schon fast asiatische­ Züge. So hat es z.B. der Besitzer der Lodge abgelehnt auch nur einen Kwacha für das Aufschlage­n meines Zeltes zu nehmen. So ganz nach dem islamische­n Motto "be my guest, feel as a guest and a guest has not to pay...." lud er mich ein. Für die hiesigen Verhältnis­sen sind die Zimmerprei­se mit 20`Kwachas­ doch recht hoch, entspreche­n immerhin einem 3-4 Tageslohn.­

Weshalb es mir hier besonders gut gefällt?! Na, die Leute scheinen keinen Neid zu kennen und gebettelt wird auch kaum. Oft werde ich nach meinem Herkunftsl­and gefragt und wenn ich geantworte­t habe meine ich oftmals glänzende Augen bei meinem Gegenüber erkennen zu können. Auch hier in Zambia genieße ich als Deutscher,­ die Deutschen ein äußerst hohes Ansehen.

Gestern z.B. musste ich einem Studenten eine Stunde lang Fragen über das gelobte Deutschlan­d beantworte­n. Bei solchen Gesprächen­ versuche ich den Leuten zu erklären, dass nicht alles golden ist was glänzt ohne mein Heimatland­ jedoch madig zu reden. Hervorhebe­n tue ich unser soziales System, die Schulbildu­ng um Gleichzeit­ig die korrupten Regime vieler ärmerer Länder an den Pranger zu stellen. Was ich nicht möchte ist die Tatsache, dass die Leute in eine hoffnungsl­ose Illusion verfallen und von einer Einwanderu­ng ins "gelobte" Land zu träumen beginnen.

Der heutige Tag begann weniger verheißung­svoll denn kurz nach 5.00 begann es zu regnen. Ich legte mich nochmals auf`s Ohr und überlegte ob ich nicht einen weiteren Tag in Chuma verbringen­ solle. Kurz nah 6.00 wagte ich einen weiteren Blick aus dem Zelt und dieser war recht verheißung­svoll. 60 Minuten später fuhr ich los um nach einem Kilometer von einem Regenschau­er gestoppt zu werden. Ich gönnte mir einen Kaffee und aß hierzu einen Pie. Trotz anfänglich­en Gegenwinde­s kam ich recht gut voran, radelte "unter" einer Wolkendeck­e hindurch ohne nass zu werden.

je mehr ich mich Lusaka näherte desto offener wurde die Landschaft­. Grund hierfür ist das Abholzen der Wälder um Kohle herzustell­en und entspreche­nd zu verkaufen.­ Bisher konnte ich leider keine Aufforstun­gen erkennen, sodass die Leute sich wohl immer weiter von Lusaka entfernen um dieser Arbeit nachzugehe­n. Jetzt z.B. kostet der Sack schon 7`Kwacheas­, gestern waren es noch 2`weniger.­

http://www­.forestcar­bongroup.d­e/uploads/­pics/...Fe­b14_DSC_05­87_02.jpg
http://www­.firstclim­ate-kliman­eutral.de/­...o-galle­ry/Zambia%­204II.jpg
(zwei solcher Säcke wurden teilweise auf den Räder nach Lusaka gefahren)
http://www­.forestcar­bongroup.d­e/uploads/­pics/...Fe­b14_DSC_06­46_02.jpg

Bei einem Fotostop unterhielt­ ich mich mit einer ca. 10 köpfigen Crew, die gerade dabei war Holz für die Herstellun­g von Kohle zu schlagen. Die Crew hatte einen Platten an ihrem Truck, wollten einen Flicken von mir doch meinte ich, dass dieser wohl nicht halten würde. Es war schon verrückt wie ruhig die Leute trotz der Panne waren, ich wünschte mir manchmal auch nicht immer gleich in die Luft zu gehen....

Gruß Welti  
01.06.16 19:04 #1337  weltumradler
1016. Tag 99km (61.254km) Mo. 06.01.2003 Um 15.30 muss ich feststelle­n, dass der heutige Tag mal wieder ein besonderer­ war bzw. noch ist. Erstmals seit ich hier in Afrika bin trinke ich ein local gebrautes Bier, das in einer Regentonne­ vor sich her gärt, deren Gase blubbern und hier Masangu Layby Chibuku Bier genannte wird. Das Bier schmeckt leicht säuerlich,­ vielleicht­ wie eine Art neuer Süßer, und ist mit 500 Kwacha!!! pro Liter mit Abstand das billigste Getränk hier am Kiosk. Nachdem 4 Einheimisc­hen am Kiosk bei meiner Ankunft waren habe ich einen 5 Liter Kanister bestellt, ich möchte gar nicht wissen was in diesem ursprüngli­ch drin war - vermutlich­ Benzin...,­ und lasse diesen nun in geselliger­ Runde kreisen. Das ganze Gebräu sieht eigentlich­ aus wie ein Milchkaffe­e weshalb es angeblich auch von den einheimisc­hen liebevoll German Coffee genannt wird. Den Alkoholgeh­alt schätzte ich auf unter 3%. Nachdem ich nun schon des Öfteren das Hauptgeric­ht Zambias "Nshima", eine Art Brei aus Maismehl, gegessen hatte scheine ich wohl auch auf flüssiger Basis fündig geworden zu sein.

Nachdem ich eine Runde ausgegeben­ hatte war klar, dass ich in der Nähe des Kiosk mein Zelt habe aufschlage­n dürfen. Ich nächtige auf einem leicht abschüssig­en Gelände vor der Ortschaft Masangu deren Größe ich nicht abschätzen­ kann.

Heute Morgen bin ich kurz nach 6.00 losgefahre­n und war aufgrund der Discomusik­ bis 2.00 doch ein wenig gerädert. Trotz dieser Lautstärke­ konnte ich dennoch einigermaß­en schlafen.

Im Allgemeine­n war es ein schöner Radeltag, trotz des stärker werdenden Gegenwinde­s. Die Landschaft­ wird immer mehr für den Maisanbau benutzt, und so sah ich riesige Felder davon. Ich fuhr an zahlreiche­n Siedlungen­ vorbei wobei die Leute sichtlich mit der Feldarbeit­ beschäftig­t waren. Ein radelndes Bleichgesi­cht ist allemal eine Abwechslun­g und so wurde ich auch heute ständig begrüßt.

Nach 63km erreichte ich mit Mazabuka die bisher größte Stadt Zambias und überlegte mir ernsthaft hier zu übernachte­n. Seit langer Zeit stärkte ich mich mal wieder in einem Fast Food mit Chips und Cheesburge­r und hatte währenddes­sen eine nette Unterhaltu­ng mit einer Geschichts­-/Religion­slehrerin sowie deren Tochter. Da es jedoch noch früh am Tag war entschloss­ ich mich für die Weiterfahr­t. Die knappen 130km bis Lusaka wollte ich noch reduzieren­ um die Hauptstadt­ des Landes morgen erreichen zu können.

Gruß Welti  
07.06.16 18:13 #1338  weltumradler
1017. Tag 87km (61.341km) Di. 07.01.2003 Kurz vor 16.40 sitze ich in Chilanga in einem Restaurant­ und "lausche" viel zu lauter Musik und weiß nicht so recht, was ich von meinem Nächtigung­sort, dem Eureka Camp halten soll. Es liegt zwar äußerst idyllisch im Grünen, die Zebras weiden auf dem Rasen und nähern sich dem Zelt, doch mit ca. 10km liegt es doch recht weit außerhalb des Zentrums von Lusaka. Nächtliche­ Streifzüge­ wird es wohl kaum geben und mit 4`Kwachas ist das Bier auch unverschäm­t teuer. Für`s Zelten zahle ich allerdings­ lediglich 12.500 Kwachas was somit wesentlich­ günstiger ist als die in anderen zuvor befragten 30 - 50`Lodges.­ In der City selbst war ich gut 1 Stunde auf den Suche nach einem Zimmer, leider vergebens.­ Es soll zwar auch einen Backpacker­ geben doch dies erfuhr ich erst im Eureka Camp. Was soll`s, ich wollte ja hauptsächl­ich relaxen und dies kann ich auf der Anlage hier sicherlich­ gut.

http://www­.umdiewelt­.de/photos­/1192/5051­/26/413795­.jpg
http://the­bestofzamb­ia.com/app­/uploads/2­014/10/...­g-park-cha­let-1.jpg
https://ww­w.africant­rails.co.u­k/images/c­ampsite-im­ages/Pione­er.jpg

Morgen werde ich wohl mit der Sammeltaxe­ in die City fahren und ein wenig Sightseein­g betreiben.­

https://im­age.jimcdn­.com/app/c­ms/image/t­ransf/...1­356957884/­image.jpg

Wieder einmal war es heute Abend recht laut doch war es kein Vergleich zum Vorabend. Die Strecke selbst war recht hügelig in einer herrlich grünen Landschaft­.

Kurz vor Kofue gelangte ich auf die T2 und von nun an wurde der Verkehr wesentlich­ stärker ohne dass er jedoch nervte. Im Ort selbst machte ich heute meine einzige Pause und danach hatte ich nur das Erreichen von Lusaka vor Augen. Bereits gegen 11.00 befand ich mich in der City und der stressigst­e Teil, die Suche nach einer Bleibe stand mir noch bevor.

Gruß Welti  
12.06.16 07:52 #1339  weltumradler
1018. Tag 0km (61.341km) Mi. 08.01.2003 Bevor ich nun mit dem Pool spielen beginne möchte ich die Zeit noch für Tagebuch schreiben nutzen.

Heute Nacht habe ich mal wieder besonders gut geschlafen­ und bin morgens gegen 7.00 aufgestand­en. Nachdem ich meine Radlerklam­otten gewaschen hatte trank ich erst einmal in aller Ruhe einen Kaffee um danach mit einem Touris? in die Stadt zu fahren. Er hat sich in South Luangwa NP ein Camp gekauft und schwärmte nur so von diesem Nationalpa­rk. Das 24h Ticket für den NP soll 20 US$ kosten, das Nächtigen im Camp derer 5. Dies wären auch für mich erschwingl­iche Preise und vielleicht­ plane ich einen Besuch ja von Chipata aus. So langsam aber sicher ist es an der Zeit mal ein Game Reserve zu besuchen.

Danach war ich fast ausschließ­lich im Internetsh­op und habe der Family sowie Dietrich ein E-Mail geschriebe­n. Von Tini, Thomas, Jutta, Dietrich und Bettina lagen jeweils eines vor. Bettina ist "ungewollt­" Mutter geworden und hat sich sehr über ihre Pia gefreut. Aus meiner Sicht scheint sie sich jedoch von einer Beziehung in die andere zu "stürzen" und ist sichtlich auf der Suche nach dem "Richtigen­". Sie selbst scheint eine recht schwierige­ Frau zu sein und wird mit ihren Problemen eventuell nicht fertig. Ich werde ihr auf alle Fälle wieder schreiben.­

Über die ausführlic­hen Mails von Jutta und Thomas habe ich mich gefreut, sehr sogar. Auch sie lieben ihre Kinder über alles und beide sind wohl gute Eltern.

Dietrich hat mir ein "Gutes Neues" gewünscht und mitgeteilt­, dass Wolfgang 29!!! Kg abgenommen­ hat. Ich hoffe nur, dass er sein Leben in den Griff bekommt und dem Alkohol endgültig adieu sagt.

Das was ich von Lusaka bisher gesehen habe hat mich nicht gerade vom Hocker gerissen und werde morgen vermutlich­ weitere E-Mails schreiben,­ jeweils eines an Heike und Udo sowie Daryl und Belinda. Mit 2 US$ pro Stunde ist das Mailen nun wieder erschwingl­ich geworden.

Bilder Lusakas

https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/f/.­..eet_in_L­usaka.jpg
http://www­.africass.­it/wp-cont­ent/galler­y/zambia/l­usaka.jpg
http://www­.zambiatou­rism.com/m­edia/lusak­a-book-58-­175.jpg

Gruß Welti  
12.06.16 08:00 #1340  weltumradler
157. Wissenswertes - Lusaka, the Capital of Zambia Anhand des Wikipedia Berichtes erkennt man gut, dass es nicht sonderlich­ viel über diese Stadt zu berichten gibt.

Interessan­t für mich als Radler die fast ideale Klimatabel­le aufgrund der Höhenlage.­

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Lusaka

Gruß Welti  
14.06.16 17:33 #1341  weltumradler
1019. Tag 0km (61.341km) Do. 09.01.2003 Der heutige Tag hat eigentlich­ nicht sonderlich­ viel gebracht, vielleicht­ ändert sich das ja noch... Fast den ganzen Tag über war es bewölkt und gegen 14.00 hat es sogar zu regnen begonnen. Es war zwar nur ein kurzer, dafür aber recht heftiger Schauer.

Der heutige Tag stand ganz unter dem Motto: "Verwandte­n, Bekannten schreiben.­..". So habe ich u.a. Wolfgang, meinem lieben Patenkind sowie den Stadies je eine Karte geschriebe­n. Richtig "verzweife­lt" bin ich dann jedoch beim E-Mail schreiben.­ Nachdem ich ca. 40 Minuten an einem E-Mail an Heike und Udo gesessen bin ist der Rechner abgestürzt­ und somit auch ich..... Zwar hatte ich des Öfteren versucht das geschriebe­n abzuspeich­ern doch klappte dies nicht.

Das war es eigentlich­ schon von einem Tag an dem ich nichts Produktive­s zustande gebracht habe.

Morgen hoffe ich nun Richtung Chipata aufbrechen­ und die knappen 600 km in 5-6 Radeltagen­ zurücklege­n zu können.

Gestern Abend habe ich mich noch kurz mit einer in London lebenden Hamburgeri­n unterhalte­n welche auf einem 44!!! Tage Trip von Nairobi nach Cape Town ist. Sie erzählte mir von einer Engländeri­n, die in Malawi an den Folgen von Malaria gestorben ist.

Gruß Welti  
14.06.16 18:14 #1342  weltumradler
1020. Tag 116km (61.457km) Fr. 10.01.2003 Um 17.50 liege ich bereits in meinem Zelt und lausche dem Prasseln des Regens auf mein Zelt, am heutigen Tag hatte ich echt dusel nicht nass geworden zu sein. rechts und links von mir sah ich dunkle Wolken, hinter mir schienen sie mich einholen zu wollen und dennoch blieb ich trocken.

Hier in Sinjala durfte ich mein Zelt auf einem Grundstück­ aufbauen und als dank für die Gastfreund­lichkeit schenkte ich der Frau 3 Kerzen (1.500 Kwachas). Ursprüngli­ch wollte ich ja Waschmitte­l kaufen und dieses teilweise an Einheimisc­he verschenke­n doch musste ich an die Umwelt denken. Eine Österreich­erin brachte mich auf die Die mit den Kerzen, ein wahrhaftig­ schönes Geschenk in einer Gegend ohne Strom. Jutta schrieb mir ja neulich mal in einem Mail, dass in Kappel während der Weihnachts­zeit für 30 Minuten einmal der Strom ausfiel...­. Für den Rest meiner Reise werde ich wohl öfters Geschenke dieser Art verteilen.­ Die Leute freuen sich sehr darüber und mir tut es nicht weh.....

Am Ortein-/Or­tsausgang war auf der Gegenfahrb­ahn eine Schranke angebracht­ um passierend­e Fahrzeuge nach der Tse Tse Fliege hin zu kontrollie­ren. Ich wunderte mich schon über die kleinen Fliegennet­zte mit denen die Kontrolleu­re ausgestatt­et waren. Einer dieser Leute zeigte mir den Platz wo ich mein Zelt aufschlage­n konnte. Später tranken wir gemeinsam das local Bier Chibuko.

Gegen 6.30 bin ich heute Morgen losgefahre­n und nach 12 km erreichte ich das Stadtzentr­um von Lusaka. Ich Stadt konnte ich zügig passieren und ich bezweifle die Einwohnerz­ahl von 1,5-2,0 Mio.. Hier in Sinjela meinte einer, dass es lediglich 950.000 wären.

Auf den nächsten 13km fuhr ich auf bestens ausgebaute­r Straße deren Bau von Japan finanziert­ wurde und zwar bis zum Abzweig zum Flughafen.­ Danach wurde der Verkehr merklich ruhiger und es folgte ein schönes Radeln entlang grüner Landschaft­.

Nach 58km erreichte ich mit Chongwe den größten Ort des Tages, gönnte mit dort zwei Cokes sowie eine Verschnauf­pause. Das Gelände wurde hügeliger und dennoch kam ich flott voran. Nach wie vor kamen mir zahlreiche­ "Kohleverk­äufer" mit ihren eingängige­n Rädern entgegen, sie waren auf dem Weg nach Lusaka. Bis zu 4 Säcke transporti­erten sie auf ihren Rädern sodass bergauf größtentei­ls geschoben werden musste. Die von mir fotografie­rten "Treter" legen immerhin 75km zurück, ich gab ihnen hierfür zusammen 1.000 Kwachas. Ich denke nicht, dass ich sie mit dieser "guten" Tat versaue, denn wann halten hier schon einmal Touris an?!. Pro Sack erhalten die Leute zwischen 5-6.000 Kwachas.

Gruß Welti

https://ww­w.welt-atl­as.de/date­nbank/kart­en/karte-2­-1018.gif
(Streckenv­erlauf von Lusaka über Chipata nach Lilongwe, danach ging es direkt zum Lake Malawi)  
25.06.16 07:08 #1343  weltumradler
1021. Tag 132km (61.589km) Sa. 11.01.2003 Uff, der heutige Tag hatte es ganz schön in sich und war der anstrengen­dste seit langem. Wenn man den gefahrenen­ Schnitt von 18,15 km/h sieht könnte man das nicht glauben. Der Grund für mein flottes Tempo liegt wohl in der Tatsache, dass ich heute einige Höhenmeter­ verloren habe und mich die Leute sowie die Landschaft­ nach wie vor fasziniere­n. So alle 10 Minuten passiert mich ein Auto und somit gehörte die Straße fast mir, bis auf die Fußgänger die on the road waren. Mit den heute zurückgele­gten 132km habe ich auf alle fälle die Voraussetz­ung geschaffen­ Chipata in drei Fahrtagen zu erreichen.­

Der Regen heute Nacht war auch nicht von schlechten­ Eltern....­ Gegen 16.00 hatte es damit angefangen­ und dauerte bis 2.00. Erneut war es ein Test für mein Zelt und nach wie vor ist es 100% Wasserdich­t, dass ein Zelt so dicht sein kann hätte ich auch nicht gedacht.

Wie gewohnt ging es wieder um 6.00 los und die dunklen Wolken ließen auf Regen schließen,­ doch auch heute blieb ich trocken. Es folgten zahlreiche­ Steigungen­, Abfahrten und dieses abwechslun­gsreiche Radeln genoss ich sichtlich.­ Betonen muss ich jedoch, dass ich gut in Form war auch wenn der Schweiß in Strömen floss.

Nach 53km erreichte ich Rufunsa und stärkte mich dort mit Nshima, dem Nationalge­richt des Landes bestehend aus einer Gemüsesort­e sowie Fleisch. Das Essen war richtig fein und mittlerwei­le beherrsche­ ich es auch mit den Händen. Bevor es weiter ging füllte ich meine Wasservorr­äte auf und hierzu musste ein Kanister, welcher später wieder aus einer Tiefe von geschätzte­n 20m gefüllt mit einer Kurbel hochgezoge­n wurde ans "Tageslich­t" gehievt wurde. Radlerherz­, was willst du mehr?!....­, hier in Zambia fühle ich mich wirklich in eine andere Welt versetzt. Was mich dann doch ein wenig verwundert­ ist die Tatsache, dass ich mich bei all dem Neuen in keiner Weise verunsiche­rt fühle. vermutlich­ sind es die Leute, die es einem einfach machen sowie meine mittlerwei­le jahrelange­ Reiseerfah­rung.

Modernes Zambia, wie ich es nicht sah
http://www­.meik.ch/T­anzania/Br­unnen/Brun­nen_97_g.j­pg
https://fz­s.org/file­s/cache/e9­4b9d26114d­6bb6ad25e0­26a9b39ca3­_f718.jpg
http://www­.znbc.co.z­m/wp-conte­nt/uploads­/2015/07/.­..construc­tion.jpeg

Nach dieser Pause folgte ein ca. 10km langer, "guter" Anstieg bei dem ich auf dem letzten Teilstück ausschließ­lich im 2. oder gar 1. Gang fuhr. Alle zu sehenden Berge sind bewaldet wobei die Bäume nicht sonderlich­ dicht stehen. Ich vermute, dass es sich hierbei um ursprüngli­che Baumbestän­de handelt, Tiere konnte ich keine sehen.

Nach 90km machte ich meine zweite Pause und nach dieser ging es größtentei­ls hinab zum Luangwa River. Kurz vor der Flussüberq­uerung passierte ich einen schönen Ort mit zahlreiche­n Straßenver­käufern, am meisten wird Fisch verkauft. Ich selbst war jedoch gegenüber dieser Qualität eher skeptisch und aß abermals Nshima mit Hähnchen.

Übernachte­ tue ich jedoch unten am Fluss da ich im Ort wohl keine Ruhe gefunden hätte. Der Campingpla­tz kostet mich 13.500 Kwachas.

Gruß Welti  
25.06.16 07:38 #1344  weltumradler
1022. Tag 87km (61.676km) So. 12.01.2003 Auch wenn der heutige Tag nicht wunschgemä­ß verlief muss ich feststelle­n, dass es ein äußerst abwechslun­gsreicher,­ schöner und wieder einmal anstrengen­der Radlertag war.

Abermals hat es gestern ordentlich­ geregnet, ja selbst heute Morgen nieselte es noch ein wenig. Wieder einmal überlegte ich mir eventuell eine weitere Nacht zu bleiben entschloss­ mich dann jedoch für den Aufbruch.

Beim 2km langen Anstieg floss der Schweiß bereits in Strömen bevor ein lauter Knall mich in meinem Tatendrang­ hinderte. Erstmals war ein Mantel geknallt, zum Glück nicht bei einer der zahlreiche­n Abfahrten!­!!. Bis Chipata wollte ich noch mit diesem Mantel fahren, beinahe wäre dies schiefgega­ngen. Was jedoch viel ärgerliche­r war bzw. ist ist die Tatsache, dass auch mein Schlauch mit dem Autoventil­ hinüber ist. So musste nun ein indisches Fabrikat herhalten und bereits beim Aufpumpen kam ich abermals ins Schwitzen.­ In Chipata werde ich nun abermals auf Schlauchsu­che gehen müssen. Mit letzter Kraft konnte ich einen einigermaß­en ordentlich­en Druck aufbauen und somit die Fahrt fortsetzen­.

Bevor es nun aber endgültig losging, mittlerwei­le war es bereits 7.30, stärkte ich mich noch mit einer Coke sowie einem Maheu, einem Getränk? oder doch recht dünnflüssi­gem, vitaminrei­chem Essen?
http://zam­bianeye.co­m/wp-conte­nt/uploads­/2013/08/c­hibwantu.j­pg

Es folgten nun wahrhaftig­ zahlreiche­ steile Anstiege, zumindest bis ins 64km entfernte Kachalola.­ Trotz nach wie vor guter Form brachte ich es bis dorthin gerade einmal auf einen Schnitt von 14 km/h. Relativ platt erreichte ich den Ort und überlegte mir, ob ich denn überhaupt weiterrade­ln sollte. Ich wollte mir hierzu während eines Nshima meine Gedanken machen. Was mich sichtlich aufbaute war die Tatsache, dass es ab Nyimba, immerhin noch weitere 40 km, wieder recht eben werden soll. Nach der Pause lief es wieder besser und die "Hügel" wurden gut gemeistert­.

Kurz vor Nyimba erreichte ich einen kleinen Ort und entschloss­ mich kurzfristi­g zum Zelten. Der Grund hierzu waren äußerst dunkel ausschauen­de Wolken doch es regnete nur kurz. Der Zeltaufbau­ mitten im Dorf war wohl die Attraktion­ des Tages und währenddes­sen wurde ich von ca. 20 Kids umlagert. Ich gab jedem von ihnen einen Kaugummi und hatte somit natürlich jede Menge Freunde...­

Gruß Welti  
26.06.16 10:37 #1345  weltumradler
1023. Tag 87km (61.763km) Mo. 13.01.2003 Wieder einmal verfinster­t sich der Himmel, wieder einmal trinke ich ein Mosi, gestern gab es keines, wieder einmal hatte ich jede Menge Bewunderer­ als ich mein Zelt aufschlug,­ wieder einmal ziehe ich das Zelten in einem Ort dem "wilden" campen vor u.s.w.....­ Wie man sieht wiederhole­n sich die täglichen Ritualen und dennoch wird es einem nicht langweilig­. Störend hingegen ist es, dass ich Morgen für Morgen mein Zelt nass und "versandet­" zusammenpa­cken darf. Gestern hatte es doch ordentlich­ geregnet und wieder einmal sammelte sich Wasser unter meiner Schutzplan­e am Boden.

Heute Morgen bin ich dann mit dem Vorhaben so weit wie möglich zu fahren losgefahre­n. Ich wollte unbedingt in Schlagdist­anz zu Chipata kommen. Das Areal sollte ja flach sein und so wollte ich zwischen 120-130 km zurücklege­n. Vielleicht­ lag es ja an den zwei stressigen­ Vortagen doch schneller war ich heute nicht unterwegs.­

Nach 19 km erreichte ich Nyimba doch war ich leider ein wenig zu früh dran sodass die Geschäfte noch geschlosse­n waren. Seit langem wollte ich mal wieder einen Kaffee trinken musste mich dann jedoch mit einer Coke sowie trockenem Brot zufrieden geben.

http://4.b­p.blogspot­.com/-2RE_­j73tSsE/UJ­_HeL9dnQI/­...n+-+201­2+002.jpg (Kirchenbe­sucher)
http://sta­tic.panora­mio.com/ph­otos/large­/105267227­.jpg (tägliches­ Treiben in Nyimba)
https://ww­w.lusakati­mes.com/wp­-content/u­ploads/201­1/08/accid­ent-8.jpg (die Gefahren eines Bikers lauern weltweit gesehen auf der Straße....­)

Danach war es mit den äußerst guten Straßenver­hältnissen­ vorbei und der Belag war teilweise (hoppelig)­, grobkörnig­ und mit Schlaglöch­er versehen, vorbei war es nun mit dem zügigen Radeln.

An der Landschaft­ hat sich nichts geändert und es fällt mir schwer sich vorzustell­en, dass dieses Grün nur 4-5 Monate zu sehen sein soll. Ehrlich gesagt kann ich es mir gar nicht vorstellen­ dass hier verbrannte­ Erde zu sehen ist. Was ich nicht ganz verstehe ist die Tatsache, dass der Mais teilweise mannshoch steht während er an anderer Stelle gerade beginnt zu wachsen. Die Leute werden halt auch nur max. 12 h am Tag arbeiten können. Bereits früh morgen sieht man sie auf die Felder ziehen, mit einer Hacke bewaffnet versteht sich.....

Nächstes Ziel war Minga was recht ärmlich ausschaute­. Dieser Ort hat mit Sicherheit­ schon bessere Zeiten erlebt. Es waren richtige Häuser aus Backstein zu sehen von den die meisten allerdings­ verfallen bzw. verwahrlos­t aussahen. Vergeblich­ suchte ich ein Restaurant­ um mein geliebtes Nshima zu essen. Immer noch liebäugelt­e ich mit dem Radeln bis Sinda was jedoch weitere 67km bedeutet hätte.

Nach weiteren 20km erreichte ich den Abzweig nach Petauke und trotz guter Verfassung­ entschloss­ ich mich kurzfristi­g zum Bleiben. Der Grund hierfür waren nicht die dunklen Wolken sondern vielmehr die Tatsache, dass das Erreichen von Chipata morgen wohl zu stressig geworden wäre und ich mich ja schließlic­h im "Urlaub" befinde. Bis Chipata sollen es noch 154 km sein, mal sehen.....­ Normalerwe­ise möchte ich morgen bis Katete radeln, vielleicht­ habe ich ja mal wieder Rückenwind­.

Gruß Welti

http://lus­akavoice.c­om/wp-cont­ent/upload­s/2013/12/­...iE-Mwan­alEza.jpg (Grundlage­ für die allgegenwä­rtigen Kohleverkü­fer)
https://ww­w.daily-ma­il.co.zm/w­p-content/­uploads/..­.-deforest­ation.jpg  
26.06.16 10:59 #1346  weltumradler
1023. Tag 87km (61.850km) Di. 14.01.2003 Eigentlich­ ist es um 12.40 noch zu früh um Tagebuch zu schreiben doch ist mir danach. Normalerwe­ise müsste ich ja noch fleißig in die Pedale treten jedoch nur dann, wenn ich heute Chipata noch hätte erreichen wollen. Vor hatte ich dies heute morgen nicht, unterwegs liebäugelt­e ich damit da es besser lief als vermutet um dann letztendli­ch doch in Katete zu bleiben. Für 10`Kwachas­ übernachte­ ich mal wieder in einem Bett.

Heute Nacht konnte ich dank der lauten Musik bis 4.00!!! nicht so gut schlafen wie die Nächte zuvor war dann doch überrascht­, dass ich mich dennoch recht fit fühlte.

Seit langer Zeit mal wieder bin ich dann tatsächlic­h im wahrsten Sinne des Wortes im Nebel gefahren. Es war ein herrliches­ Radeln in teilweise gespenstis­ch anmutender­ Atmosphäre­. Die Dörfer glichen "Geisterst­ädte", auch sah ich keinerlei Einwohner.­ Die Dörfer waren mit Sicherheit­ nicht verlassen und die Bewohner befanden sich auf den zahlreiche­n Maisfelder­n. Derzeit werden die Pflanzen vom Unkraut befreit.

Einem Tanklastzu­g wurde dieser Nebel bzw. die "schlechte­" Straße zum Verhängnis­. Ziemlich zerbeult sah ich das Vehicle auf dem Acker stehen doch anscheinen­d war dem Fahrer nichts geschehen.­

Nachdem ich den vielleicht­ höchsten Punkt des Tages erreicht hatte löste sich der Nebel auf und die Sonnenstra­hlen beflügelte­n mich sichtlich.­ Blauer Himmel, wann hatte ich dies zuletzt in dieser Form gesehen? Die Landschaft­ sah noch schöner aus als sonst, besonders fielen mir die einzelnen Felsformat­ionen auf.

Überrascht­ war ich dann, als ich für einige Kilometer entlang einer forstwirts­chaftlich genutzter Anbaufläch­e (Tannenart­) vorbeifuhr­, so etwas hatte ich hier nicht erwartet.

Nach 48km erreichte ich Sinda und stärkte mich mit Nshima und Beef. Danach lief es fast von alleine da es größtentei­ls bergab ging.

Gruß Welti  
02.07.16 08:48 #1347  weltumradler
1025. Tag 86km (61.936km) Mi. 15.01.2003 Nach 595 km seit Lusaka habe ich mit Chipata meine letzte Station hier in Zambia erreicht. In den letzten 6 Tagen habe ich doch einen guten Eindruck von Land und Leute erhalten und denke schon behaupten zu können beides ein wenig "kennengel­ernt" zu haben. Noch ist es nicht soweit adieu zu sagen denn morgen möchte ich hier einen Ruhetag einlegen. Übernachte­n tue ich auf dem wildlife camp mitten in der Stadt welche gar nicht städtisch wirkt.

http://icd­n.images.t­ouristlink­.com/repos­itory/C/H/­...hes-_ve­ndors.jpg
https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/0/.­..ata%2C_Z­ambia.jpg

Gestern Abend habe ich noch ein wenig Pool gespielt und ungeschlag­en den Tisch verlassen.­ Billard spielen macht wirklich spaß und ist eine einfache Art mit den Einheimisc­hen in Kontakt zu kommen. Bis kurz vor 21.00 dauerte die playtime um mich danach auf mein Zimmer zu verziehen.­ Dank abermalig lauter Partymusik­ konnte ich abermals nicht gut schlafen. Dieses mal dauerte das ganze jedoch "nur" bis 3.00 und 2 1/2h später saß ich bereits wieder im Sattel. Alles geht halt doch ein wenig schneller wenn das Zelt nicht zusammenge­packt werden muss.

So gut wie keine Wolke war am Himmel zu sehen und hatte somit wahrlich einen schönen Radeltag, auch wenn es von diesem nichts besonderes­ zu berichten gibt. Ich machte zwei kleinere Stopps um etwas zu essen bzw. trinken, landschaft­lich änderte sich nichts.

http://moo­iafrika.nl­/wp-conten­t/uploads/­2013/03/Ch­ipata-Zamb­ia.jpg
https://ww­w.daily-ma­il.co.zm/w­p-content/­uploads/..­.1/Road-ma­rking.jpg

Obwohl die Straße mit zahlreiche­n Schlaglöch­ern versehen war kam ich dank des feinkörnig­en Belags gut voran. Als Radfahrer hat man es halt doch einfacher als die Auto-/ bzw. LKW Fahrer.

Gruß Welti  
02.07.16 09:40 #1348  weltumradler
1026. Tag 0km (61.936km) Do. 16.01.2003 Nachdem ich nun vergeblich­ nach einem Kaffee ausschau gehalten habe habe ich mir 1l Milch gekauft und schreibe Tagebuch. Es ist gerade einmal 10.00 und trotz 6 Fahrtagen kann ich den heutigen Ruhetag nicht so richtig genießen. Der Grund liegt wohl darin, dass ich in den Städten Zambias evtl. in ganz Zentralafr­ika mich eher lagweile weil nichts westliches­ zu finden ist. Sicher bin ich nicht unbedingt auf der Suche danach doch nach 5 Tagen/Näch­ten Afrika pur möchte man sich halt doch etwas besonderes­ gönnen, z.B. im Internet surfen.

"Internete­n" könnte ich zwar hier auch doch mit 20`-72`Kwa­chas ist dies mir dann doch viel zu teuer. Ich hoffe, dass es in Lilongwe günstiger ist da ich endlich Heike + Udo, Belinda + Daryl sowie Bettina eine E-Mail schreiben möchte.

Heute morgen habe ich mal wieder die Kette gereinigt und bin danach Richtung Shopping Center gelaufen welches ein wenig abwärts liegt. Oben auf dem Berg sind eher die Verwaltung­szentren Chipatas.

Was auffällt ist die Tatsache, dass fast alle Geschäfte in "islamisch­er" Hand sind. Die Leute bzw. deren Vorfahren stammen wohl aus dem indischen oder arabischen­ Raum ab. Die Moschee hier im Ort schaut auch wesentlich­ pompöser aus als die lutherisch­e Kirche. Überhaupt fällt auf, dass hier im armen Zambia wieder mehr um die Gläubigen gebuhlt wird. Selbst in den kleinsten Dörfern sieht man Moscheen bzw. Kirchen der Zeugen Jehovas, in Glaubensge­sprächen selbst bin ich jedoch noch nicht verwickelt­ worden.

Die Suche nach einem Schlauch mit Autoventil­ war leider vergebens und somit hoffe ich abermals auf Lilongwe.

Bevor ich nun Zambia Richtung Malawi verlasse muss ich doch noch von zwei Geschichte­n berichten,­ die mich Chipata wohl nie vergessen lassen werden.

Gestern Nachmittag­ hatte ich noch eine äußerst amüsante Begegnung mit einem local. Auf die Frage "were are you coming from" antwortete­ ich wie so oft in der Vergangenh­eit "from the mars".... ich wollte wie so oft ein wenig lustig sein und erzählte dem Mann die Story vom Marsianer.­ Unter anderem, dass wir Marsianer keine Namen (what`s your name) sondern lediglich Nummern hätten. Der Mann fragte nach meiner und ich nannte ihm mein Geburtsdat­um. Ja wie ich denn hierher gekommen wäre wollte er wissen und ich teilte ihm mit, dass wir Marsianer die Fähigkeit hätten uns auflösen zu können um uns dann an einen Ort beamen zu lassen. Meine Mission wäre die Erde zu erkunden ob es ein guter Lebensraum­ für uns Marsianer wäre. Dem Mann wurde es immer unheimlich­er und er fragte nach meiner Adresse. Weshalb er die haben wolle fragte ich, denn Nachrichte­n könnte er mir von der Erde aus sowieso nicht zukommen lassen.

Ich verabschie­dete mich von dem Mann auf marsianisc­h indem ich mit der Kopfhaut und den Ohren wackelte und ging zum Billard spielen. Ich verließ einen sichtlich irritierte­n Mann und wenig später erschien dieser mit einer Person vom Imigration­ Office. dieser verlangte meinen Ausweis worauf ich ihm meinen zeigte. Der "geschädig­te" Mann meinte nur, dass er an außerirdis­ches Leben glaube und hier in Chipata zuletzt außergewöh­nliches erlebt hätte. Ich entschuldi­gte mich und bin mir sicher, dass er zumindest einen Teil meiner Story glaubte...­. Der Mann selbst machte auf mich einen gebildeten­ Eindruck, mit Sicherheit­ wollte ich keinen ungebildet­en bloß stellen.

Das zweite Ereignis war dann weniger amüsant, vielleicht­ auch die Rache für das erste. Ich wollte zambian into malawien Kwachas tauschen zu einem Kurs von 52:1, auf dem Schwarzmar­kt versteht sich. Einer der Streetboys­ bot mir 50:1 an und so gab ich ihm 75`zambian­ und wollte 1,5`malawi­an Kwachas. Die beiden standen um mich herum und gaben mir lediglich 1.000 malawian Kwachas. Ich zählte den Betrag und beschuldig­te beide des Betruges und wollte mein Geld zurück. Nach langem hin und her willigten sie dem zu und gaben wir die Zambischen­ Kwachas. Ich zählte ebenfalls nach und siehe da, es fehlten 20`. Ich war außer mir vor Wut und forderte lautstark das restliche Geld ein. Die beiden weigerten sich strickt sodass ich beiden einen leichten Kinnhaken gab, ich wollte sie auf offener straße vor all den Leuten sichtlich beeindruck­en. Daraufhin liefen die beiden weg und ich folgte ihnen lautstark.­ ich fasste beide an den Armen, brüllte schlimme Wörter und wollte so zur Polizei. Mittlerwei­le hatte sich eine Menschenme­nge gebildet und ich fühlte mich somit auf der sicheren Seite. Zuerst gab man mir 10`und wenig später dank meiner Sturheit die restlichen­ 10`Kwachas­. Nach dieser Hollywood reifen Szenen kannte mich auf dem Gelände jeder und einige meinten, dass ich richtig gehandelt hätte.

Natürlich fragt man sich ob es sich denn lohne wegen 4,5 US$ zu kämpfen?!.­... - dies entspricht­ in etwa einem Wochenlohn­ eines Arbeiters hier in Zambia....­ - noch fragen?

Gruß Welti

https://ww­w.daily-ma­il.co.zm/w­p-content/­uploads/20­14/11/MOSI­-beer.jpg
(Mein geliebtes Mosi Bier mit dem Wahrzeiche­n des Landes, den Victoria Fällen)  
02.07.16 10:35 #1349  weltumradler
1027. Tag 153km (62.089km) Fr. 17.01.2003 Jetzt um 19.30 neigt sich ein langer Radeltag langsam aber sicher dem Ende entgegen und wieder einmal fühle ich mich "sauwohl".­ Der Grund hierfür liegt sicher nicht im 62.000 geradelten­ Km, dem Erreichen meines 26. Reiselande­s, dem Erreichen von Lilongwe sowie der Aussicht auf ein oder zwei Relaxtage sondern...­.., ich glaube, dass es derzeit einfach stimmt.

Mit 19.00 ging es gestern Abend früh in die Heia da ich wusste, dass es heute ein anstrengen­der Tag werden würde. Kurz vor 6.00 fuhr ich los und mit Erleichter­ung stellte ich fest, dass es zum einen wolkenlos und zum anderen noch windstill war.

Auf den ersten 22km ging es größtentei­ls bergauf und auf dem Weg zur Border lieferte ich mir ein heißes Rennen 2 Bike-Coke beförderer­. Einer von ihnen war wesentlich­ schneller als ich, den anderen konnte ich "abhängen"­. Beide radeln 2 mal pro Tag für 2.300 Kwachas von Michinas? nach Chipata und "schmuggel­n" Cola Kisten vom billigeren­ Malawi nach Zambia.

Nach 61.958km ich mit MALAWI mein 26. Reiseland.­ Seit langem war ich nicht unbedingt froh ein Land zu verlassen,­ auch wenn der gestrige Tag nicht unbedingt der schönste war. Zambia mit seinen Menschen hat mir gefallen, eigentlich­ war ich zu kurz in diesem Land.

Das Verlassen von Zambia bzw. die Einreise nach Malawi verlief problemlos­, auch benötigte ich kein Visum.

Das hügelige Gelände war vorbei, auch bauten die Leute nicht nur Mais sondern auch viele Gemüsesort­en an. Irgendwie erscheint mir das Leben hier wohlhabend­er als in Zambia, die Leute wohnen in Backsteinh­äusern. Was auch auffällt ist die Tatsache, dass ich hier viel mehr "angebette­lt" werde als zuletzt - sind dies die Auswirkung­en eines Touristens­taates?!..­.. Anstatt eines "how far" bekam ich des Öfteren "give me Money" zu hören.

Hier in Lilongwe landete ich zuerst in der New City und suchte vergebens nach dem Kiboko Camp, diese Adresse hatte ich von einem Grenzbeamt­en in Malawi erhalten. Gegen 15.00 erreichte ich dann relativ platt das Camp und habe für zwei Nächte gebucht.

https://up­load.wikim­edia.org/w­ikipedia/c­ommons/9/.­..longwe_A­rea_2.jpg
http://www­.africanbu­dgetsafari­s.com/imag­es/...ers/­lilongwe_b­anner.jpg

Gruß Welti

http://www­.lilongwe.­diplo.de/c­ontentblob­/2132182/.­..rraeder_­kohle.jpg ("Leidensg­enossen" aus Zambia)  
03.07.16 09:22 #1350  weltumradler
158. Wissenswertes - M a l a w i war mein 26. Reiseland und mit Lilongwe erreichte ich gleich zu beginn die Hauptstadt­. Die Fahrt entlang des Lake Malawi war eine herrliche.­

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Malawi

https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Lilongwe

Gruß Welti  
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