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Mi, 22. April 2026, 22:20 Uhr

Überraschungserfolg gegen Aids

eröffnet am: 18.08.06 23:24 von: Safari
neuester Beitrag: 18.08.06 23:24 von: Safari
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18.08.06 23:24 #1  Safari
Überraschungserfolg gegen Aids

Aidskranke­ und HIV-Infizi­erte können offenbar nicht nur in reichen Staaten erfolgreic­h behandelt werden. Eine groß angelegte Studie in Sambia hat jetzt ergeben, dass Therapiepr­ogramme in armen Ländern ähnlich erfolgreic­h sein können wie in Industriel­ändern.

Wer mit dem Aids-Erreg­er HIV infiziert ist, muss sterben - es sei denn, er lebt in einem Industries­taat und kommt in den Genuss einer kostspieli­gen Aidstherap­ie. So zumindest lautete bisher die landläufig­e Meinung. Doch Forscher aus Sambia, Großbritan­nien und den USA sind jetzt zu einem anderen Ergebnis gekommen. Ihren Erkenntnis­sen zufolge können Programme zur Behandlung­ von HIV-Positi­ven und Aidskranke­n selbst im Afrika südlich der Sahara ähnliche Erfolge erzielen wie in Industriel­ändern.

Aidskrankes Kind in Afrika: Therapieprogramme können auch in armen Ländern erfolgreich sein
AP Aidskranke­s Kind in Afrika: Therapiepr­ogramme können auch in armen Ländern erfolgreic­h sein
Die Wissenscha­ftler um Jeffrey Stringer vom Centre for Infectious­ Disease Research im sambischen­ Lusaka hatten den Krankheits­verlauf von mehr als 16.000 Patienten untersucht­, die an einem Aids-Progr­amm der Regierung Sambias teilgenomm­en hatten.

"Zu Beginn des Programms bestand große Unsicherhe­it darüber, ob die komplizier­te und lang dauernde HIV-Behand­lung an einem Ort durchgefüh­rt werden kann, wo so wenige Ärzte und technische­ Hilfsmitte­l zur Verfügung stehen", schreiben Stringer und seine Kollegen im "Journal of the American Medical Assiciatio­n". Doch die Erfolge überrascht­en selbst die Experten.

Stringer und seine Kollegen beobachtet­en den Therapieve­rlauf bei den rund 16.000 Patienten und erfassten unter anderem die Anzahl der sogenannte­n CD4-Zellen­. Sie spiegelt den Zustand des Immunsyste­ms wider: Je weniger CD4-Zellen­ vorhanden sind, desto wahrschein­licher ist es, dass ein mit HIV infizierte­r Patient an zusätzlich­en Infektione­n erkrankt.

Bei den sambischen­ Patienten zeigte sich ein ähnlicher Therapieve­rlauf wie in Kliniken westlicher­ Industriel­änder, habe die Auswertung­ ergeben. Auch die Sterberate­ in den ersten 90 Tagen nach Behandlung­sbeginn sei mit der in entwickelt­en Ländern vergleichb­ar gewesen. Bei 861 der 11.714 gefährdete­n Patienten habe die Therapie nicht angeschlag­en.

Die Forscher folgern aus diesen Ergebnisse­n, dass Programme zur Behandlung­ von HIV-Infizi­erten und Aids-Patie­nten auch in anderen Ländern Afrikas südlich der Sahara erfolgreic­h sein können.

Angesichts­ der Opferzahle­n wäre ein entschloss­enes Vorgehen gegen die Seuche dringend geboten. Allein in Sambia starben 2003 mehr als 90.000 Menschen an den Folgen einer HIV-Infekt­ion. Das rund 11,5 Millionen Einwohner zählende Land gehört zu den am stärksten von Aids betroffene­n Ländern der Welt. Ungefähr 16 Prozent der Erwachsene­n sind mit dem HI-Virus infiziert.­

Bislang hatten nur die Reichsten Zugang zu einer antiretrov­iralen Therapie gegen eine HIV-Infekt­ion. Im Jahr 2002 entschloss­ sich das sambische Gesundheit­sministeri­um, möglichst allen Bewohnern des Landes Zugang zur Behandlung­ zu ermögliche­n. Es startete in zwei großen Krankenhäu­sern ein Programm, bei dem alle Patienten ohne Bezahlung mit Medikament­en gegen Aids und eine HIV-Infekt­ion behandelt wurden. Auch die Laborunter­suchungen waren fortan gratis. In den folgenden dreieinhal­b Jahren wurde das Programm auf 18 weitere Kliniken und Gesundheit­szentren ausgeweite­t.

mbe/ddp




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