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So, 26. April 2026, 23:34 Uhr

Buy the dip?


05.07.22 08:15
S. Feuerstein

Über viele Jahre war es geradezu die Formel für Gewinne an den Aktienmärkten, wenn man in einen Rücksetzer gekauft hat. „Buy the dip“ sorgte dafür, dass vor allem jüngere Anleger die Käufe bei Kursschwäche als einfachen Weg für schnelle Gewinne wahrgenommen hatten. Die so genannte „Generation Z“ hat noch nie einen Bärenmarkt erlebt, womit viele dieser Anleger nach den letzten Monaten der Kursschwäche wohl auf ordentlichen Verlusten sitzen dürften. Doch es sind nicht nur die jungen, unbedarften Anleger, die mit dem aktuellen Bärenmarkt so ihre Probleme haben!

Klare Marktübertreibung!

So bezeichnete ein Hedgefonds-Manager die Situation im Januar. Viele Aktien hatten bereits an Wert abgeben, so dass die damaligen Kurse vermehrt als Schnäppchen angesehen worden sind. Schließlich verlief die Inflation noch in geordneten Bahnen und aus Russland war das mehr oder weniger übliche Säbelrasseln zu hören. Die Krypowährungen wurden als sichere Alternative für den Fall steigender Inflation und damit als moderne Alternative zum Goldpreis betrachtet. Seitdem ist viel geschehen. So meldete zuletzt der Krypto-Hedgefonds „Three Arrows Capital (3AC)“ Insolvenz an. Der Fonds hatte den Schwerpunkt, sich für den Handel mit Kryptos hochzuverschulden. Dies hat allerdings nur so lange funktioniert, wie die Kurse nach oben zeigten. Mit dem Einbruch am Kryptomarkt zeigen sich mittlerweile viele Verlierer. Interessanterweise gab es vor jedem Bärenmarkt der letzten 40 Jahre im Vorfeld eine „Jetzt-ist-alles-anders-Einstellung“. Während bei dem Platzen der dot-com-Blase die Bewertungen als veraltet betrachtet wurden, waren es die Immobilienpreise in den USA, welche vor der Finanzkrise nicht als komplett überzogen betrachtet wurden. Vor dem aktuellen Bärenmarkt waren wir in der modernen Zeit angekommen. In dieser wurden Kryptos sogar als Staatswährung und damit als sichere Geldanlage betrachtet. Zudem hatten die letzten Jahre gezeigt, dass billiges Geld nicht zwangsläufig zu steigenden Preisen führt. Eine neue Zeit eben!

Schnäppchenjagd!

Regelmäßige Leser wissen, dass wir bei der Analyse der Märkte unter anderem auch auf den saisonalen Verlauf achten. Dieser sieht von Ende Juni bis Mitte Juli vor, dass mit einer technischen Gegenreaktion zu rechnen ist. Im Zuge dieser Tendenz sollte sich die Stimmung wieder deutlich aufhellen. Die kommenden Quartalszahlen dürften es dann aber in sich haben. Schließlich zeigt sich dann, wie sehr sich die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine, die Sanktionen gegenüber Russland oder auch die rigorose Politik Chinas beim Auftreten von Corona und in der Folge die Störungen bei den Lieferketten bemerkbar machen. Es sollte daher nicht überraschen, wenn es im Spätsommer zu weiteren Abschlägen an den Aktienmärkten kommen wird. Wenn dann niemand mehr an Aktien interessiert ist, sind die wahren Schnäppchen zu haben!

Viel Erfolg in der kommenden Börsenwoche

Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
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