Ether wird zu deflationärem Asset
31.10.22 11:10
Feingold-Research
Abb.1: Wöchentliche TVL und Preis-Performance der wichtigsten Krypto-Kategorien
Quellen: 21Shares, Coingecko, DeFi Llama
Spot und Derivate-Märkte
Abbildung 2: Funding-Rate für Bitcoin
Das obige Diagramm zeigt die
durchschnittliche Funding Rate (in Prozent), die von den Börsen
für unbefristete Futures-Kontrakte von Bitcoin festgelegt wurde.
Eine auf der Grafik veranschaulichte negative Funding Rate
bedeutet, dass Short-Positionen regelmäßig Long-Positionen
bezahlen müssen und deutet in der Regel auf eine pessimistische
Stimmung hin, da zunehmend Short-Händler den Markt dominieren.
On-Chain Indikatoren
Abbildung 3: Ethereum nach dem Merge
Quelle: Ultrasound.money
Das Angebotswachstum von
Ethereum (ETH) hat sich in den letzten zwei Wochen in eine
deflationäre Richtung entwickelt. Das Netzwerk bereitet sich
darauf vor, ETH langfristig in einen deflationären Vermögenswert
umzuwandeln, für den Fall, dass Ethereum seine Akzeptanz
beibehält und dementsprechend ein wertvollerer Vermögenswert
wird. Abbildung 3 verdeutlicht, dass die Ausgabe von ETH nach
dem Merge zurückgegangen ist. Wir werden die Auswirkungen dieser
Entwicklung in diesem Bericht näher beleuchten.
Makroökonomische und
regulatorische Entwicklungen – 60 Prozent des Krypto-Mining ist
erneuerbarer Energie
Die europäischen Staats- und
Regierungschefs trafen sich am 20. und 21. Oktober zu einem
Gipfeltreffen in Brüssel, um den Krieg in der Ukraine und seine
Auswirkungen auf den Energiemarkt vor einem ungewöhnlich kalten
Winter zu erörtern. Einigkeit herrschte in Bezug auf die
Beschleunigung und Intensivierung der Bemühungen zur Reduzierung
der Energienachfrage, zur Vermeidung von Rationierungen, zur
Sicherung der Versorgung und zur Senkung der Preise. Im Lichte
steigender Energiepreise ist auch der Energieverbrauch für das
Bitcoin-Mining in den letzten 12 Monaten um 41 Prozent
angestiegen. Wie der Bitcoin Mining Council jedoch gleichzeitig
berichtete, ist das Mining von Bitcoin so nachhaltig wie kein
anderes Energiesystem – fast 60 Prozent des Energieverbrauchs
beruht mittlerweile auf erneuerbaren Energien.
Vorschläge für
Krypto-Standards
Am 19. Oktober teilte Sam
Bankman-Fried, CEO der Krypto-Börse FTX (auch bekannt als SBF),
von ihm bevorzugten “idealen” Krypto-Standards; dies sind die
wichtigsten Vorschläge:
- Schwarze Listen anstelle von Erlaubnislisten als Ansatz für die Einhaltung von Sanktionen in Blockchain-Umgebungen.
- Ein „5-5-Community-Standard“, der in erster Linie die Entschädigung bzw. den Schutz der Kunden in den Blick nimmt, für den Umgang mit Hackern, die eine über die Reserven des Protokolls hinausgehende Summe abgreifen.
- Einführung von Wissenstests zur Bestimmung der Produkttauglichkeit für den Verbraucherschutz
- DeFi muss erlaubnisfrei bleiben; kein Entwickler braucht eine Lizenz, um einen Smart Contract zu programmieren.
Die Community wies den Vorschlag von SBF mit dem Argument zurück, dass die Einhaltung der OFAC-Sanktionsliste die Beendigung von Transaktionen mit ganzen Bevölkerungsgruppen bedeute anstatt nur solche Adressen auszuschließen, die als schlechte Akteure verurteilt worden sind.
Unsere Einschätzung Es ist auch wichtig zu bedenken, dass FTX, so groß es in der Branche auch sein mag, als zentralisierte Börse nicht repräsentativ in Bezug auf die Ansichten und Denkprozesse am Kryptomarkt ist. Grundsätzlich glauben wir bei 21Shares, dass der Vorschlag des SBF ein guter Schritt ist, um die Diskussion innerhalb der Gemeinschaft anzuregen und zu helfen, sinnvollere Regelungen zu kultivieren, die Verbraucher und Protokolle gleichermaßen schützen, ohne den Nutzen der jeweiligen Partei zu behindern. Krypto-Infrastruktur – Updates bei Layer1 Blockchains ETH wird deflationär
Ethereum erfüllt mit der Beibehaltung eines deflationären Status eines der wichtigsten Versprechen des „Merge“. Einfach erklärt wird das Asset deflationär, da durch das Verifizieren von Transaktionen mehr Ether “verbrannt” wird, als neues geschaffen wird, wodurch das Niveau vor dem Merge fast wieder erreicht ist.Hack bei Alarm Clock-Funktion von ETH
Berichten zufolge wurde der sogenannte “Alarm clock-Smart-Contract” von ETH gehackt. Dabei handelt es sich um eine Funktion, die es Nutzern ermöglicht, zukünftige Transaktionen zu senden, indem sie die Empfängeradresse, den zu sendenden Betrag und den Zeitpunkt für die Ausführung der Transaktion angeben. Ein kleiner Bug ermöglichte es dem Hacker, den Scheduler-Prozess zu manipulieren und ETH im Wert von 260.000 US-Dollar zu erbeuten, indem er Transaktionen mit überhöhten Gasgebühren rückgängig machte, die dem Angreifer letztlich einen größeren Teil der Transaktionsgebühren zurückzahlten, als er verdiente.
Aptos stellt Mainnet vor
Das neue Layer1-Blockchainprojekt Aptos, das aufgrund seines
neuartigen Konsensmechanismus und seiner überlegenen
Transaktionsfähigkeiten, die eine theoretische Obergrenze von
100K erreichen, als „Solana-Killer“ angepriesen wird, hat am
vergangenen Mittwoch sein Mainnet vorgestellt. Der Start war
allerdings von Kontroversen begleitet, die auf die fragwürdige
Tokenomik (Token-Ökonomie), den mittelmäßigen Durchsatz, der
anfänglich bei 4 Txs lag und sich bis heute auf 14 erhöht hat,
und die schlechte Kommunikation der Stiftung zurückzuführen
sind.
Avalanche geht mit „Banff-Upgrade“
Komplexitätshindernisse an
Anderslautenden Nachrichten zufolge hat das Layer1-Projekt
Avalanche eine allumfassende Kommandozentrale vorgestellt, die
die Komplexität der Durchführung von On-Chain-Aktionen
abstrahiert. Unter dem Namen „Core-web“ wird diese Zentrale
den Nutzern einen Portfolio-Tracker zur Verfügung stellen, mit
dem sie ihre Token-Haltewerte überprüfen, NFTs einsehen und
zahlreiche On-Chain-Aktivitäten wie das sogenannte „Bridging“
(Transferieren von Token zwischen verschiedenen Plattformen)
und „Swapping“ (Tauschen von Kryptowährungen) durchführen
können.
Dies ist eine hervorragende Einrichtung, da sie die Komplexität des Umgangs mit web3-Ökosystemen beseitigt – das größte Hindernis beim Onboarding neuer Nutzer. Avalanche hat zudem mit der sogenannten „elastische Validierung“ eine Funktion veröffentlicht, die Validatoren mit mehr individueller Befugnis über Subnetze ausstattet und ihnen darüber hinaus erlaubt, ihren nativen Token einzusetzen. Der neue Mechanismus wird im Rahmen des sogenannten „Banff-Upgrades“ ausgerollt.
Skalierbarkeit
Die Layer2 Skalierungslösung Optimistic hat mit der
Ankündigung von OpStack sein neuestes Angebot zur
Standardisierung der Blockchain-Entwicklung vorgestellt. Die
architektonische Blaupause ist eine Sammlung modularer
Komponenten, die die monolithische Struktur traditioneller
Blockchains aufbrechen und sie in Konsens-, Governance- und
Ausführungsebenen aufteilen – was ihre Leistung verbessert und
dabei Staus umgeht. Die Verwirklichung dieser Vision könnte
für das Wachstum der Kryptowährung von entscheidender
Bedeutung sein, da sie die Interoperabilität durch die
gemeinsame Weiterleitung von Nachrichten verbessert und
gleichzeitig die Dezentralisierung durch die Einführung
gemeinsamer Sequenzer erhöht. Letztere können auch eine
atomare, kettenübergreifende Kompositionsfähigkeit bieten, was
unter dem derzeitigen monolithischen System nicht möglich war.
Der Grund dafür ist, dass ein und dieselbe Konsensschicht nun
eine Reihe von Blockchains mit unterschiedlichen Architekturen
unterlegen kann.
In ähnlicher Weise hat Arbitrum, Layer2-Skalierungslösung für Ethereum, ein neues Allzeithoch bei ihren täglichen Transaktionen erreicht. Dies stellt einen beeindruckenden Meilenstein dar, da es dem Netzwerk gelungen ist, seine derzeit stockende Nutzerbasis ohne jegliche Anreizprogramme zu sichern. Schlussendlich wird das zkSync-Mainnet dieser Blockchain am 28. Oktober in Betrieb genommen, was den Wettbewerb verschärft, da auch Polygon und Binance (BNB) bereits Testnetze ihrer zk-Rollups-Netzwerke veröffentlicht haben.
DeFi – das neue dezentralisierte Finanzsystem Abb. 4: Wöchentliche Performance der Top 10 DeFi Assets
Quelle: 21Shares, CoinGeck
Das ETH-Ökosystem
Frax Finance, das Protokoll
hinter dem semi-kollateralisierten und algorithmischen
Stablecoin FXS, hat seinen Einstieg in das „Liquid
Staking“-Geschäft angekündigt. Zur Erinnerung: Liquid Staking
bedeutet, dass POS (Proof of Stake)-Vermögenswerte an eine
dritte Partei delegiert werden, um Rendite zu erzielen, ohne
dass dabei eigenes Kapital gebunden wird. Mit der Einführung von
frxETH in die ETH-Derivat-Vertikale, die derzeit mit anderen
Akteuren wie Rocketpool und Ankr, Coinbase und Lido
gesättigt ist, wird Frax jedoch auf einen harten Wettbewerb
treffen. Letzterer ist der dominierende Anbieter, während die
Kryptobörse Coinbase an zweiter Stelle steht. Die Entscheidung
von Frax ist aus folgendem Grund ein hervorragender Schritt zur
Dezentralisierung von ETH: Lidos Aufstieg über ETH2-Einlagen –
angetrieben durch die Attraktivität des Produkts und die
Tatsache, dass es als erstes auf den Markt kam – hat sie für
einen großen Teil der Blockproduktion verantwortlich gemacht und
Bedenken hinsichtlich einer Zentralisierung auf der
Konsensschicht aufkommen lassen. Ein umfassenderer
Validierungssatz sollte daher dazu beitragen, den Widerstand
gegen Zensur auf Protokollebene zu fördern.Der Vorschlag der
MakerDAO-Governance, 1,1 Milliarden USDC in Coinbase Custody zu
investieren, wurde mit 75 Prozent Zustimmung angenommen. Der
Deal sollte Maker eine Rendite von 1,5 Prozent auf seine Einlage
einbringen, was ungefähr 15 Millionen US-Dollar an jährlichen
Einnahmen bedeutet. Dies ist erfreulich für das DeFi-Projekt
MakerDAO, denn es diversifiziert auf diese Weise seine Bilanz
und erwirtschaftet zusätzliche Renditen, die die
Überlebensfähigkeit des Protokolls sicherstellen.
Blühendes Ökosystem der
Layer1-Blockchains
Trotz eines chaotischen
Starts in der vergangenen Woche konnte die aufstrebende Layer1
Aptos die Aufmerksamkeit der Branche auf sich ziehen. Pancake
Swap, der nach Volumen größte DEX (Krypto-Handelplatz) auf der
BNB-Kette (Binance), drängte auf einen neuen
Governance-Entschluss, um auf das Aptos-Ökosystem expandieren zu
können. Die Börse, die nach einer 97-prozentigen Zustimmung im
Netzwerk live ging, ist nun auch in Ethereum und BNB verfügbar.
Der TVL von Algorand erfuhr aufgrund mehrerer Entwicklungen
einen großen Aufschwung. So hat die kryptonative VC-Firma
Hivemind Kapital im Wert von 200 Millionen Dollar in mehrere
DeFi-Protokollprojekte investiert. Die zentralisierte
Kryptobörse FTX kündigte darüber hinaus vor kurzem die
Unterstützung von nativen USDC auf Algorand an und die Fifa
stellte ihr Fifa+ Sammlerprogramm vor, in dessen Rahmen Algorand
einen Marktplatz für ikonische historische Momente in Form von
digitalen Sammlerstücken (NFTs) ausbauen wird.
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