Gold: "Erste Korrekturen"
23.10.25 12:01
Redaktion boerse-frankfurt.de
Nach dem stürmischen Höhenflug zeigt der Goldpreis jetzt erste Schwächen. Michael Blumenroth sondiert die Lage.
23. Oktober 2025. FRANKFURT (Xetra-Gold). Nach dem langen ungebremsten Preisanstieg, der die Goldpreise Woche für Woche und zuletzt gar Tag für Tag auf neue Rekordhochs getrieben hatte, wurde es allmählich wirklich mal Zeit für erste Preiskorrekturen. Denn
die Erfahrung besagt, dass dauerhaft stark steigende Preise oft irgendwann zu heftigsten Rückschlägen führen, und dann alle Anleger gleichzeitig aus ihren Positionen raus wollen. In diesem Sinne ist es oft hilfreich, wenn es zwischendurch auch mal zu Preiskorrekturen
kommt, damit die kurzfristig und eher spekulativ orientierten Anleger Gewinne mitnehmen können und der Markt anschließend nicht mehr so einseitig positioniert ist.
Gewinnmitnahmen beenden Kursrallye
Auch an den Edelmetallmärkten und insbesondere bei Gold sind in den vergangenen Tagen sehr viele Kurzfrist-Investoren und Trendfolger auf den fahrenden Zug aufgesprungen, schließlich stürmten die Preise scheinbar unaufhaltsam immer weiter gen Norden. Dann kam es am Freitagabend und insbesondere am gestrigen Dienstag jedoch zu massiven Gewinnmitnahmen, die die Preise ins Trudeln brachten. Es gibt noch weitere Gründe, die für einen kurzfristigen Rücksetzer der Preise sprachen:
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An den Finanzmärkten setzt sich die Überzeugung fest, dass bei dem geplanten Treffen des US-Präsidenten Trump mit Chinas Präsident Xi eine Lösung im Handelskonflikt zwischen den beiden Ländern
gefunden werden dürfte, weshalb „Sichere-Hafen“-Positionen in Gold aufgelöst wurden.
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Gold und auch Silber hatten stark von einer anziehenden Nachfrage aus Indien im Vorfeld des Diwali-Festes profitiert. Im September hatten die Gold-Importe Indiens aus der Schweiz im Vergleich
zum Vormonat um 97 Prozent auf 30 Tonnen zugelegt.
- Wegen des Shutdowns der Regierungsstellen werden in den USA momentan keine Daten zur aktuellen Positionierung der Anleger an den Terminbörsen veröffentlicht. Die letzten verfügbaren Daten Ende September deuteten auf eine hohe Kauf-Positionierung spekulativ orientierter Marktteilnehmer hin – diese dürften weiter ausgebaut worden sein. Genau diese Positionen sind häufig kurzfristiger Natur und unterliegen deshalb zeitnahen Gewinnmitnahmen.
Gold handelt weiter über 4.000 US-Dollar
Notierten die Goldpreise am Donnerstagmorgen vergangener Woche beim Schreiben dieser Zeilen noch bei 4.232 US-Dollar pro Unze, ging es zunächst weiter aufwärts bis auf knapp 4.380 im asiatischen Handel am Freitag. Gleichtätig folgte dann aber bereits der erste Kursrücksetzer auf 4.186. Am Montag setzte das gelbe Metall seine Rekordjagd wieder fort und kletterte auf ein neues Allzeithoch bei 4.381,50. Am Dienstag kam es zu einer heftigen Kurskorrektur, welche die Goldpreise am heutigen Mittwochmorgen bis auf 4.005 fallen ließ. Die runde Marke wurde dann jedoch verteidigt und beim Schreiben dieser Zeilen am Mittwoch um 9 Uhr notgieren die Goldpreise etwa bei 4.130 US-Dollar.
Auch der Xetra-Gold-Preis zeigte kräftigere Kursschwankungen
Während der üblichen Handelszeiten ging es von 116,70 Euro je Gramm am Donnerstagmorgen vergangener Woche bis Freitagmorgen erst einmal aufwärts auf ein Rekordhoch von 119,75. Nach einem Rücksetzer auf 116 noch am Freitag markierten die Preise ein neues Hoch bei rund 120,05 zum Handelsschluss am Montag. Gestern fielen die Notierungen dann bis auf 113,40 zurück. Heute Morgen (Mittwoch) dürfte Xetra-Gold bei etwa 114,80 Euro in den Handel starten.
Wie vergangene Woche an dieser Stelle schon „befürchtet“, war der Goldmarkt zuletzt kurzfristig überkauft, so dass die aktuelle Korrektur mittel- bis langfristig für die Marktverfassung gesund sein könnte. Am Freitag gibt es Daten zu den US-Verbraucherpreisen im September, die eventuell für eine stärkere Marktreaktion sorgen könnten, falls sie stark von den Erwartungen abweichen sollten…
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein entspanntes Wochenende – dabei nicht vergessen, die Uhr wieder zurückzustellen.
von Michael Blumenroth

23. Oktober 2025 © Deutsche Börse AG
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