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Fr, 17. April 2026, 9:11 Uhr

Marktstimmung: "Sturz schnell aufgefangen"


16.10.25 08:19
Redaktion boerse-frankfurt.de


Zusammenfassung


Von den enormen Ausschlägen seit vergangenen Mittwoch ist unterm Strich wenig übrig geblieben. Bei den befragten Anlegerinnen und Anlegern ist der Neuzugang von 10 Prozent der Profis auf der Short-Seite am auffälligsten. Sehr wenige haben Aktien verkauft, die Mehrheit kam von der Seite. Auch von den Privaten haben sich wenige bewegt. Wegen der unterschiedlichen Ausgangslage stehen beide Sentiment-Indizes jetzt gleichauf bei +19 Punkten.


Unterm Strich hat sich zumindest die verhaltenstechnisch betrachtete Situation deutscher Aktien für Joachim Goldberg wieder verbessert. Er rechnet mit Gewinnmitnahmen der neuen Bären ab 23.850/900 DAX-Punkte als untere Stütze. Nach oben könnte steigende Nachfrage aus dem Ausland helfen.


15. Oktober 2025. FRANKFURT (Goldberg & Goldberg). Weltpolitisch ist viel geschehen seit unserer vergangenen Stimmungserhebung , und auch die Börsianer hierzulande mussten seitdem ein Wechselbad der Gefühle durchleben. So verzeichnete der DAX seit vergangenem Mittwoch zeitweise einen Anstieg von 1,4 Prozent inklusive eines neuen Allzeithochs, bevor dann US-Präsident Donald Trump mal wieder mit neuen Zöllen drohte: Von 100 Prozent auf China-Importe war die Rede. In der Folge verlor das Börsenbarometer bis zu 3,2 Prozent an Wert, und man konnte fast schon von Glück sprechen, dass all dies an einem Freitag geschah und der DAX sich sozusagen mit dem Pausengong in die Ringecke beziehungsweise ins Wochenende retten konnte. Am darauffolgenden Montag sah die Welt schon wieder anders aus, als Trump seine Zoll-Drohung relativierte. Und so zeigt der DAX zum heutigen Erhebungszeitpunkt lediglich einen Verlust von 0,5 Prozent gegenüber der Vorwoche an.


Die Bären sind zurück


Diese recht hektische Kursentwicklung hat Spuren auch bei der Stimmung der von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont hinterlassen. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gegenüber der Vorwoche um 11 Punkte auf einen neuen Stand von +19 gefallen. Wie bereits am vergangenen Mittwoch spielten sich die größten Verschiebungen zwischen neutral gestimmten und bearishen Investoren ab. 


Erstere konnte den Zuwachs aus der Vorwoche nicht halten. Vielmehr haben sich am Ende 90 Prozent der Neuzugänge wieder in Richtung Bärenlager aufgemacht, das um 10 Prozentpunkte zunahm. Mit anderen Worten: Die Bären von vor 14 Tagen sind wieder zurück. Bei den Bullen gab es nur wenig Bewegung und lediglich geringe Gewinnmitnahmen. Im günstigsten Fall sind die vormals neutral gestimmten Akteure in der Nähe des neuen Allzeithochs auf die Shortseite gegangen, haben aber bislang mögliche angefallene Gewinne nicht realisiert.


Bei den Privatanlegern ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index um 4 Punkte gefallen und zwar auf einen neuen Stand von ebenfalls +19. Allerdings versteckt sich hinter dieser Veränderung eine recht gegensätzliche Entwicklung zwischen denjenigen, die wir über Social Media befragen, und den übrigen Anlegenden. Während sich bei den Social-Media-Teilnehmern der Bullenüberhang deutlich verringerte – 7 Prozent aller Befragten in dieser Untergruppe wechselten direkt von den Bullen zu den Bären –, bewegte sich bei den übrigen Privatanlegern nur recht wenig. Lediglich die Polarisierung zwischen Bullen und Bären reduzierte sich leicht.


Kein Gleichklang


Während sich also die Stimmungen bei den institutionellen Investoren und den Privatanlegern vordergründig im Einklang befinden, gibt es zwischen denjenigen Privatanlegern, die nicht über Social Media befragt wurden (Sub-Indexstand +12), immer noch einen ordentlichen Sentiment-Unterschied zu den institutionellen Pendants. Normalerweise konnten wir in den vergangenen Monaten zwischen diesen beiden Gruppen häufig eine parallele Sentiment-Entwicklung feststellen; der heutige Unterschied hängt wohl mit den jeweiligen Einstandspreisen zusammen.


Am Ende steht der DAX stimmungstechnisch also ähnlich wie vor zwei Wochen da, wobei der zuletzt etwas belastende Optimismus nun wieder gestutzt wurde. Die neuen bearishen Engagements bei den institutionellen Investoren haben am Ende allerdings nicht dafür gesorgt, dass der DAX per Saldo wesentlich unter Druck geraten wäre. Vielleicht auch, weil auf der anderen Seite gemäß der jüngsten Umfrage der Bank of America unter internationalen Fondsmanagern zuletzt wieder etwas mehr Interesse an Aktien der Eurozone vorhanden ist. Immerhin ist der Anteil derjenigen, die dort übergewichtet sind, gegenüber der September-Umfrage netto um drei Prozentpunkte gestiegen.


Für den DAX hat sich unterdessen die Sentiment-technische Situation wieder verbessert, zumal wir mit Gewinnmitnahmen der neuen Bären und somit für Nachfrage im Bereich von 23.850/900 DAX-Zählern rechnen.
 


von Joachim Goldberg


15. Oktober 2025, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


 




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