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Mo, 26. September 2022, 23:22 Uhr

Warnung vor einem überhitzten Immobilienmarkt


08.03.22 09:10
GoldGeldWelt

An ersten Warnungen vor einer drohenden Immobilienblase in Deutschland hat es in den letzten Jahren nicht gefehlt. Die Antworten der Immobilienexperten gingen dabei immer in die gleiche Richtung: Es besteht ein großer Bedarf an Wohnraum und für ein Land wie Deutschland sind die Immobilienpreise immer noch recht niedrig. Doch in jüngsten Tagen werden die Stimmen gleich mehrerer Kritiker lauter.

Der EU-Risikorat hat in einem Schreiben an die zuständigen deutschen Bundesminister festgestellt, dass in Deutschland angesichts der exzessiven Preissteigerungen auf dem Wohnimmobilienmarkt schnelles und effizientes Handeln gefordert sei. Der Rat sagte, er werde die Entwicklungen genau beobachten und hat spezifische Maßnahmen gegen eine Immobilienblase gefordert.

Die Überbewertungen bei Wohnimmobilien nehmen zu, berichtet jetzt ebenso die Bundesbank in ihrem neuesten Bericht. Es wird geschätzt, dass die Immobilienpreise in Städten im Jahr 2021 zwischen 15 Prozent und 40 Prozent höher lagen, als es nach den soziodemografischen und wirtschaftlichen Grundlagen angezeigt ist. Somit spricht jetzt auch die Bundesbank eine deutliche Warnung vor einem überhitzten Immobilienmarkt aus.

Die Sorge der Bundesbank um den deutschen Wohnungsmarkt


Die Deutsche Bundesbank warnt immer wieder vor Überbewertungen am deutschen Wohnungsmarkt mit Werten von zehn bis dreißig Prozent. Und für Wohnungen und Häuser steigen die Preise weiter: Es war noch nie so teuer. Laut Statistischem Bundesamt sind die Immobilienpreise im dritten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um durchschnittlich zwölf Prozent angestiegen. Es war der größte Anstieg seit 2000.

Besorgnis über den Wohnungsmarkt auch bei der EZB


Europaweit sind die Preise für Häuser und Wohnungen im zweiten Quartal 2021 im Vergleich zum zweiten Quartal 2020 um 7,3 Prozent gestiegen. Dies ist laut einem aktuellen Bericht der EZB die höchste Jahresrate seit 2005.

Die EZB stuft die Wohnimmobilienmärkte Deutschland, Österreich und Benelux als überbewertet ein. Immobilienpreise erhöhen sich in diesen Regionen schneller als im restlichen Europa. So kommen auch die europäischen Währungshüter zu einer Warnung vor einem überhitzten Immobilienmarkt.

Die Immobilienmärkte waren in letzter Zeit anfälliger für Preiskorrekturen. Es gibt daneben keinen Hinweis darauf, dass sich die Kreditvergabestandards als Reaktion darauf verbessert hätten. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos schrieb dies bereits im Novemberbericht.

Deutliche Worte des ESRB


Im Februar 2022 warnte der bei der EZB angesiedelte Europäische Rat für Systemrisiken (ESRB) vor Überbewertungen deutscher Immobilien und schlug strengere Regulierungen vor. Der rechtliche Rahmen sei unzureichend und bedarf der Verbesserung.

Die Immobilienpreise steigen demnach im ganzen Land, nicht nur in den Städten. Schätzungen kommen zu dem Schluss, dass der nationale Wohnungsmarkt überbewertet ist und sich in einem nicht nachhaltigen Aufwärtstrend befindet. Der EU-Risikorat schreibt in seinem Bericht über stark gestiegene Preise und Anzeichen zu lockerer Kreditvergabestandards sowie fehlender Daten bei Immobilienkrediten.

Der ESRB wurde während der Finanzkrise 2007 – 2009 als Reaktion auf die weltweite wirtschaftliche Instabilität gegründet. In diesem Bericht untersuchte die Organisation die europäischen Wohnimmobilienmärkte. Die Studie umfasste alle EU‑Länder sowie Island, Liechtenstein und Norwegen.

Strengere BaFin-Regeln führen zu höheren Bauzinsen


Der Zinsanstieg ist nicht nur auf die gestiegenen Anleiherenditen zurückzuführen. Ein weiterer Grund ist die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin.

Banken wurden kürzlich zu einer strengeren Risikovorsorge gedrängt, was sich negativ auf die Refinanzierung auswirkt. Zur Vorsorge gegen eine Finanzkrise gehört es, dass Banken möglicherweise ausfallende Immobilienkredite mit höheren Reserven abdecken. So können ebenso die BaFin-Maßnahmen als Warnung vor einem überhitzten Immobilienmarkt verstanden werden.




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