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Fr, 17. April 2026, 10:51 Uhr

Wochenausblick: Im Zeichen von Notenbanken und Handelskonflikten


27.10.25 11:04
Redaktion boerse-frankfurt.de

Vor dem Treffen von US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi Jinpin hofft alles ein gütliches Handelsabkommen. An den Aktienmärkten geht es daher nach oben. Abgesehen davon steht die Woche im Zeichen der Notenbanken – und der vielen Quartalzahlen. 


27. Oktober 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Hoher Ölpreis, US-kanadische Spannungen, Seltene Erden-Exportkontrollen – den Aktienmärkten kann das nicht viel anhaben. Die US-Märkte waren nach Anzeichen der Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit und günstigen Inflationszahlen schon am Freitag auf neue Hochs geklettert. Für den DAX geht es zu Beginn der neuen Woche nach oben. Der Index steht am Montagmorgen bei 24.340 Punkten und nähert sich damit seinem Allzeithoch von 24.771 Zählern. Der Stoxx Europe 600 hat bereits ein neues Hoch erreicht.


An diesem Donnerstag treffen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping in Südkorea am Rande des APEC-Wirtschaftsgipfels. „Die Spannungen zwischen beiden Seiten hatten sich in den letzten drei Wochen aufgrund von Exportrestriktionen Chinas für Seltene Erden und einer Ankündigung von 100 Prozent zusätzlichen Zöllen auf chinesische Waren ab dem 1. November durch US-Präsident Trump deutlich verschärft“, berichtet die Deutsche Bank. Nach jüngsten deeskalierenden Aussagen durch Mitglieder der US-Regierung gingen die Finanzmärkte nun jedoch von einer Verhandlungslösung aus, vielleicht schon am Donnerstag. 


Goldpreisminus: „Nur Gegenbewegung“


Auch in Japan herrscht Jubelstimmung: Der Nikkei hat am heutigen Montag erstmals in seiner Geschichte über der Marke von 50.000 Punkten geschlossen. Gehofft wird hier auf auch Staatsausgaben der neuen Premierministerin Sanae Takaichi. Nicht fortgesetzt hat sich der Goldpreishöhenflug. Nach in der Spitze 4.380 US-Dollar vor einer Woche kostet die Feinunze jetzt wieder „nur“ 4.068 US-Dollar. Nach Einschätzung von Helaba-Analystin Claudia Windt wird das Thema Sicherheit aber weiterhin auf der Agenda stehen. „Deshalb sollte der Rückgang von Gold mit 3,5 Prozent auf Wochensicht nicht überinterpretiert werden“, meint sie. Sie sieht dies eher als Gegenbewegung nach einem außergewöhnlich starken Lauf – und nicht als Abkehr von einer Absicherung.


„Anderes als geldpolitisches Stillhalten der EZB ‚faustdicke Überraschung‘“


Diese Woche ist eine Woche der Notenbanken. Sowohl EZB als auch Fed entscheiden über den Leitzins, außerdem die Notenbanken aus Japan und Kanada. Für die am Mittwoch tagende US-Notenbank wird fest von einer Zinssenkung ausgegangen. Dafür spricht, dass die am Freitag veröffentlichten September-Verbraucherpreise moderater angestiegen sind als erwartet.


Die EZB ist mit den Zinssenkungen schon viel weiter. Für sie wird für den Donnerstag mit keinem Zinsschritt gerechnet. „Die Notenbank-Oberen haben zuletzt keinen Zweifel daran gelassen, dass sie sich hinsichtlich des Leitzinsniveaus derzeit gut positioniert sehen“, erklärt Christian Reicherter von der DZ Bank. Vor diesem Hintergrund sei alles andere als ein geldpolitisches Stillhalten eine „faustdicke Überraschung“. 


„Erfreulicher Start in die Saison“


Laut Marthel Edouard von der Weber Bank erhalten die Aktienmärkte derzeit Rückenwind vom überzeugenden Auftakt der US-Berichtssaison. „Rund 80 Prozent der US-Unternehmen, die bislang berichtet haben, übertrafen die Gewinnerwartungen – ein erfreulicher Start in die Saison“, stellt er fest. Gleichwohl blieben die Bewertungen ambitioniert, insbesondere in den USA. Die Bank hält deshalb an einer selektiven Aktienstrategie fest. „Kurzfristige Rückschläge sehen wir weiterhin als gute Gelegenheit, Positionen in den Bereichen Technologie, Finanzen und Industrie auszubauen.“ 


Stunde der Wahrheit: Zahlen der Tech-Riesen


Während aus Europa diese Woche viele Konjunkturzahlen kommen, ist aus den USA wenig zu erwarten. Wegen des „Government Shutdown“ bleiben die US-Statistikbehörden geschlossen. Etwa werden die eigentlich anstehenden BIP-Zahlen zum dritten Quartal wohl ausfallen.


Dafür nimmt die Quartalsberichtssaison abermals an Fahrt auf: Diese Woche legen 90 Unternehmen aus dem Stoxx 600 ihre Gewinne vor, unter anderem Société Générale, Shell, Puma, TotalEnergies, Credit Agricole, Volkswagen, Mercedes-Benz, Deutsche Bank, Adidas, BASF, UBS, ASM International, Novartis, BNP Paribas und Deutsche Börse. Aus dem S&P 500 berichten 172 Unternehmen, darunter die „Magnificent Seven“-Mitglieder Alphabet, Meta, Apple, Microsoft und Amazon, außerdem etwa PayPal, Visa, Boeing, Kraft Heinz und Exxon Mobil.


Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Montag, 27. Oktober


10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex Oktober. 


Mittwoch, 29. Oktober


19.00 Uhr. USA: Zinsentscheid der US-Notenbank. 


Donnerstag, 30. Oktober


Japan: Zinsentscheid der Bank of Japan. 


10.00 Uhr. Deutschland: BIP drittes Quartal. Die DekaBank erwartet ein weiteres Quartal ohne Wachstum in Deutschland. Mit der wahrscheinlichen Schrumpfung des deutschen Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal feiere die technische Rezession ein Comeback.


11.00 Uhr. Eurozone: BIP drittes Quartal. Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum ist im dritten Quartal voraussichtlich um 0,2 Prozent gewachsen, allerdings wohl mit starken Unterschieden zwischen den Ländern, erklärt die Commerzbank. Während die Wirtschaft in Frankreich und Deutschland wohl stagniert habe, habe die spanische Wirtschaft erneut recht kräftig zugelegt.


14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise Oktober. Am Markt wird ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet. 


14.15 Uhr. Eurozone: Zinsentscheid der EZB. 


Freitag, 31. Oktober


11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise Oktober. Die Inflation ist der Commerzbank zufolge im Oktober wahrscheinlich leicht auf 2,1 Prozent gesunken, getrieben durch niedrigere Energie- und Lebensmittelpreise. Die Kerninflation verharre wohl bei 2,4 Prozent. 
 


Von Anna-Maria Borse, 27. Oktober 2025, © Deutsche Börse AG


Über die Autorin


Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.


Feedback und Fragen an redaktion@deutsche-boerse.com


 




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