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Bitcoin: ETF-Krieg und Waffenstillstand


10.04.26 10:20
Börse Global

Bitcoin: ETF-Krieg und Waffenstillstand

Morgan Stanley hat diese Woche den günstigsten Spot-Bitcoin-ETF der USA lanciert — und damit den Gebührenkrieg unter institutionellen Anbietern eröffnet. Gleichzeitig sorgte ein geopolitischer Überraschungsmoment für den stärksten Kursimpuls seit Wochen.


Morgan Stanleys Einstieg ins ETF-Geschäft

Mit dem Morgan Stanley Bitcoin Trust (MSBT) betritt erstmals eine US-Großbank den Markt für eigene Krypto-ETPs. Die Gebühr von 0,14 % pro Jahr unterbietet alle etablierten Konkurrenten: BlackRocks IBIT (0,25 %), Grayscales Bitcoin Mini Trust (0,15 %), Bitwise (0,20 %) und Fidelitys Wise Origin Bitcoin Fund (0,25 %).


Am ersten Handelstag flossen rund 34 Millionen Dollar in den Fonds. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas bezeichnete das Debüt als „wohl den bedeutendsten Bitcoin-ETF-Launch seit dem Start der Kategorie" und erwartet für das erste Jahr ein verwaltetes Vermögen von 5 Milliarden Dollar.


Der entscheidende Hebel liegt im Vertrieb. Morgan Stanleys rund 16.000 Vermögensberater betreuen 9,3 Billionen Dollar an Kundenvermögen. Seit 2024 dürfen sie Kunden Bitcoin-ETFs empfehlen — nun können sie ein hauseigenes Produkt platzieren, bei dem die Verwaltungsgebühr im Haus bleibt. MSBT ist dabei erst der Anfang: Die Bank hat bereits Registrierungen für einen Ethereum- und einen Solana-Trust eingereicht und plant, über E*Trade noch in der ersten Jahreshälfte 2026 den Retail-Krypto-Spothandel zu starten.

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Geopolitik gibt den kurzfristigen Impuls

Noch stärker als der ETF-Launch wirkte ein Waffenstillstand. Nachdem US-Präsident Trump eine zweiwöchige Feuerpause mit dem Iran verkündete, sprang Bitcoin auf rund 72.700 Dollar — das höchste Niveau seit drei Wochen. Der Ölpreis brach gleichzeitig um mehr als 10 % ein, da Befürchtungen über Lieferstörungen in der Straße von Hormuz nachließen.


Die Kursreaktion löste Liquidierungen gehebelter Short-Positionen im Wert von fast 600 Millionen Dollar aus — ein klassischer Short-Squeeze. Technisch hatte Bitcoin seit Jahresbeginn zwischen 66.000 und 70.200 Dollar festgesteckt; die Hormuz-Spannungen hatten den Risikoappetit dauerhaft gedeckelt.


Die entscheidende Marke liegt nun bei 74.000 Dollar. Analysten betonen, dass ein nachhaltiger Ausbruch über dieses Niveau nötig wäre, um die Rally in eine breitere Aufwärtsbewegung zu überführen. Iranische Vertreter haben ausdrücklich klargestellt, dass die Pause keinen dauerhaften Frieden bedeutet — formelle Gespräche finden heute in Islamabad statt, die Feuerpause läuft bis etwa 22. April.

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Marktstruktur: Langfristhalter dominieren

Trotz des MSBT-Starts verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs am Mittwoch per saldo rund 94 Millionen Dollar an Netto-Abflüssen, angeführt von Rücknahmen bei Fidelitys FBTC und Ark & 21Shares' ARKB. Das Gesamtfeld der mehr als zehn Spot-ETFs verwaltet inzwischen über 85 Milliarden Dollar.


Auffällig: Langfristhalter — Adressen, die Bitcoin seit mehr als 155 Tagen halten — kontrollieren aktuell über 78 % des gesamten Angebots, einer der höchsten Werte in der Geschichte des Netzwerks. Trotz der jüngsten Volatilität und einem YTD-Minus von rund 19 % zeigen diese Adressen keine Verkaufsbereitschaft — was die Preisreaktion auf positive Nachrichten strukturell verstärkt.


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