Booking Aktie: Mega-Sammelklage erschüttert Reiseriesen
05.08.25 02:36
Börse Global
Die Booking-Aktie zeigt sich heute unbeeindruckt bei 5.395 US-Dollar - doch das könnte sich schnell ändern. Mehr als 10.000 europäische Hotels haben sich zu einer historischen Sammelklage zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Schadenersatz für zwei Jahrzehnte unfairer Geschäftspraktiken.
Der Grund für den Aufstand sind die berüchtigten Bestpreisklauseln, mit denen Booking jahrelang Hotels dazu zwang, keine günstigeren Preise außerhalb der Plattform anzubieten. Hotels durften ihre Zimmer weder auf der eigenen Website noch bei anderen Anbietern billiger anbieten - ein Knebelvertrag, der nun vor Gericht landet.
EuGH-Urteil bringt Lawine ins Rollen
Den Startschuss für die Klageflut gab ein wegweisendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Herbst 2024. Die Richter erklärten die Bestpreisklauseln für kartellrechtswidrig und stellten klar: Plattformen wie Booking können auch ohne diese Zwangsmaßnahmen wirtschaftlich bestehen.
Zwar hatte der Konzern die umstrittenen Klauseln bereits 2024 nach dem EU-Digitalgesetz abgeschafft - für die Reisenden änderte sich dadurch wenig. Für die Hotelbranche aber war es der lang ersehnte Befreiungsschlag.
Schadenersatz für 20 Jahre Monopol
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Booking?
"Europäische Hoteliers haben lange unter unfairen Bedingungen gelitten", erklärt Alexandros Vassilikos, Präsident der Hotelallianz Hotrec. Die Sammelklage zielt auf Wiedergutmachung für den Zeitraum von 2004 bis 2024 ab - also für zwei volle Jahrzehnte.
Koordiniert wird die Mammutklage von der Hotel Claims Alliance vor einem niederländischen Gericht, da Bookings Hauptsitz in Amsterdam liegt. Über 30 nationale Hotelverbände, darunter auch der deutsche IHA, unterstützen das Vorhaben. Wegen der überwältigenden Resonanz wurde die Anmeldefrist sogar bis zum 29. August verlängert.
Hassliebe trotz Dominanz
Das Pikante an der Situation: Booking bleibt für die klagenden Hotels unverzichtbar. Mit einem Marktanteil von 71 Prozent in Europa und sogar 72,3 Prozent in Deutschland dominiert der Konzern den Online-Reisemarkt praktisch konkurrenzlos. Gleichzeitig sank der Anteil der Direktbuchungen in Deutschland zwischen 2013 und 2023 um acht Prozent.
Diese Abhängigkeit macht die Klage zu einem gefährlichen Balanceakt - aber auch zu einem deutlichen Signal: Die europäische Hotelbranche will sich nicht länger diktieren lassen.
Booking-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Booking-Analyse vom 5. August liefert die Antwort:
Die neusten Booking-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Booking-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Booking: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Booking Holdings findet nach dem massiven Aktiensplit im Verhältnis 25 zu 1 eine neue Balance. Während die ...
Booking.com kämpft mit den Folgen eines Hacker-Angriffs. Während das Unternehmen die Veröffentlichung ...
Booking Holdings hat Ernst gemacht und seine Aktie optisch massiv verbilligt. Der 25-zu-1-Split Anfang April war kein ...
