Gerresheimer Aktie: Druck von allen Seiten
10.04.26 06:30
Börse Global
Der SDAX-Rauswurf ist seit heute offiziell vollzogen — und er ist nur eines von mehreren Problemen, die sich beim Düsseldorfer Pharmaverpackungshersteller gleichzeitig zuspitzen. Die Bilanzprüfung durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, laufende Kreditgespräche und ein verschobener Hauptversammlungstermin zeichnen das Bild eines Unternehmens, das an mehreren Fronten Schadensbegrenzung betreibt.
Indexausschluss mit handfesten Folgen
Der Ausschluss aus dem SDAX wurde zum heutigen 10. April 2026 wirksam, nachdem Gerresheimer den testierten Jahres- und Konzernabschluss nicht fristgerecht bis Ende März vorgelegt hatte. Indexanbieter STOXX hatte den Schritt bereits am Mittwochabend angekündigt. Nachrücker im Nebenwerteindex ist die bulgarische Shelly Group.
Für institutionelle Anleger, deren Mandate an Indexmitgliedschaften gebunden sind, entstehen durch den Ausschluss technische Verkaufspflichten. Das verschärft den Druck auf eine Aktie, die seit Jahresbeginn bereits rund 38 Prozent verloren hat und knapp 73 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch notiert. Unmittelbare Kursbewegungen blieben zwar aus — strukturell erhöht sich der Verkaufsdruck dennoch.
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BaFin-Beanstandungen verzögern alles
Auslöser der Krise sind Bilanzierungsfehler, die die BaFin dem Konzern vorwirft. Eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchleuchtet derzeit Geschäftsvorfälle aus 2024 und 2025. Testierte Zahlen werden frühestens im Juni erwartet.
Die Verzögerung zieht eine Kettenreaktion nach sich: Die Q1-Zahlen für 2026 sind ebenso offen wie der ursprünglich für Anfang Juni geplante Hauptversammlungstermin. Als nächster fest terminierter Berichtstermin steht der Halbjahresbericht am 14. Juli 2026 im Kalender. Parallel verhandelt das Management mit Kreditgebern über Fristverlängerungen, um Verstöße gegen Kreditklauseln zu vermeiden.
Verkäufe und Werksschließungen als Reaktion
Um Liquidität zu sichern, hat das Unternehmen operative Maßnahmen eingeleitet. Die US-Tochter Centor Inc., Ende 2024 noch mit knapp 300 Millionen Euro in den Büchern, steht zum Verkauf. Zusätzlich wurden Werksschließungen in den USA angekündigt.
Sollten die Wirtschaftsprüfer im Juni testierte Zahlen liefern und die BaFin-Beanstandungen ausgeräumt werden, wäre das zumindest eine erste Grundlage für eine Stabilisierung. Bis dahin bleibt der Halbjahresbericht am 14. Juli der nächste konkrete Fixpunkt — und damit ein langer Zeitraum, in dem die Unsicherheit anhält.
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