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Do, 18. August 2022, 0:24 Uhr

SBF

WKN: A2AAE2 / ISIN: DE000A2AAE22

Original-Research: SBF AG (von GBC AG):


13.06.22 10:01
dpa-AFX

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Original-Research: SBF AG - von GBC AG



Einstufung von GBC AG zu SBF AG



Unternehmen: SBF AG


ISIN: DE000A2AAE22



Anlass der Studie: Managementinterview


Letzte Ratingänderung:


Analyst: Marcel Goldmann



13.06.2022 - GBC Managementinterview mit Rudolf Witt, Vorstand der SBF AG



'Mittelfristig soll der Umsatz auf über 100,0 Mio.

Euro ansteigen bei einer


EBITDA-Marge von mindestens 15,0 %.'



Die SBF-Gruppe (SBF) ist ein börsennotierter Anbieter von LED-


Beleuchtungssystemen für Schienenfahrzeuge, den öffentlichen Sektor


(Kommunen, Deutsche Bahn etc.) und die Industrie. Mit dem Fokus auf


energieeffiziente LED-Beleuchtung profitiert SBF von den Megatrends


Klimaschutz sowie Urbanisierung und erwartet in den kommenden Jahren


zweistellige Wachstumsraten. Im Geschäftsfeld 'Schienenfahrzeuge' ist SBF


ein Tier-1-Lieferant komplexer Decken- und Beleuchtungssysteme für die


weltweit führenden Schienenfahrzeughersteller. Starke Technologiekompetenz,


hohe Wertschöpfungstiefe und maßgeschneiderte Kundenlösungen sind die Basis


für eine führende Marktposition. Im Geschäftsfeld 'Öffentliche Beleuchtung


und Industrie' bietet SBF smarte und energieeffiziente LED-Systeme zur


Beleuchtung von bspw. Straßen, Bahnhöfen, öffentlichen Gebäuden oder


Industriehallen.



Nachdem SBF kürzlich die Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr 2021


bekanntgegeben hat, haben wir die Chance genutzt und mit Herrn Rudolf Witt,


Vorstand der SBF AG, ein Managementinterview durchgeführt. Im besonderen


Fokus des Interviews stand die bisherige Geschäftsentwicklung, die aktuelle


Strategie der Gesellschaft und die Perspektiven des Unternehmens.



GBC: Der weltweite Bahntechniksektor gilt allgemein als nachhaltiger


Wachstumsbereich, der zuletzt eine regelrechte 'Renaissance' erlebt hat.


Neben den langfristig wirkenden Megatrends, wie bspw. Urbanisierung oder


Bevölkerungs-/Wirtschaftswachstum, wurde dieser Sektor in der jüngsten


Vergangenheit vor allem durch umwelt- und klimapolitische Bestrebungen von


Staaten sowie öffentlichen Organisationen zusätzlich beflügelt. Wie


schätzen Sie aktuell die Marktbedingungen und das Marktumfeld für Ihr


Unternehmen ein? Gehen Sie davon aus, dass das Branchenwachstum auch


langfristig anhalten wird?



Herr Witt: Wir sind ein führender Anbieter von modernen und


energieeffizienten LED-Beleuchtungssystemen für Schienenfahrzeuge, den


öffentlichen Sektor (Kommunen, Deutsche Bahn etc.) und die Industrie. Damit


profitieren wir von den von Ihnen genannten Megatrends. Dies zeigt sich


nicht zuletzt an unserem dynamischen und profitablen Wachstumskurs. Mit


hochwertigen Produkten, einem umfassenden Dienstleistungsangebot und einem


systematischen Verständnis des Marktumfelds haben wir uns eine starke


Position erarbeitet. Moderne technologische Lösungen für die


Mobilitätswende und Urbanisierung sind wesentliche Wachstumstreiber


geworden. Gleichwohl müssen wir feststellen, dass unser Marktumfeld neben


den spannenden Perspektiven gleichzeitig neue Herausforderungen bereithält.


Nachdem bereits die Coronapandemie für Preissteigerungen an den


Rohstoffmärkten sorgte, bringt der Ukraine-Krieg nun einen weiteren Wandel


mit sich. Insbesondere die Energiekosten und Rohstoffpreise sind weiter


gestiegen und die zukünftige Entwicklung ist nur schwer vorauszusehen.


Andererseits ist der Schienenverkehr eines der zentralen


Fortbewegungsmittel der Zukunft. Die politischen Rahmenbedingungen mit


weitreichenden umwelt- und klimapolitischen Zielen werden international den


Bahnsektor weiter stärken, sodass wir mit weiterem Marktwachstum rechnen.


Das zeigt sich auch an unserer Prognose. Mit einem gut gefüllten


Auftragsbestand blicken wir zuversichtlich in die Zukunft.



GBC: Die Deutsche Bahn (DB) hat im vergangenen Jahr eine


Investitionsoffensive ('Neues Netz für Deutschland') im Bereich der


Bahninfrastruktur (Netz, Bahnhöfe etc.) gestartet. Nach dem Rekordwert


(12,7 Mrd. EUR) des Vorjahres, plant die DB auch für das laufende Jahr mit


Rekordinvestitionen von 13,60 Mrd. EUR in die Bahninfrastruktur. Auch die


Investitionen in neue Züge bewegen sich auf hohem Niveau. So hat die DB im


Februar dieses Jahres weitere 43 ICE3 neo-Züge für 1,50 Mrd. EUR bei


SIEMENS bestellt. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die ICE-Flotte auf 450


Fahrzeuge (DB-Planung: ca. 360 Züge bis Ende 2022) weiter anwachsen.


Inwieweit könnte die SBF-Gruppe von den ansteigenden inländischen


Investitionen in die Bahninfrastruktur und Züge profitieren? Welche


wirtschaftlichen Potenziale sehen Sie hieraus für Ihren Konzern?



Herr Witt: Wir sind Tier-1-Lieferat für die weltweit führenden


Schienenfahrzeughersteller. Ausschreibungen werden für eine ganze


Generation von Zügen gemacht, sodass wir über viele Jahre mit weiteren


Bestellungen rechnen können. Unsere Decken- und Beleuchtungssysteme werden


nicht nur im ICE sondern auch in IC- und Regionalzügen sowie diversen U-


Bahnen und Straßenbahnen verbaut. Wir profitieren daher direkt von neuen


Zugbestellungen der Deutschen Bahn. Zudem beliefern wir aber auch


internationale Hersteller und Bahnunternehmen. Züge mit unseren


Beleuchtungssystemen sind weltweit auf der Schiene unterwegs, so zum


Beispiel im Transrapid in Shanghai und im Schweizer Glacier Express.



GBC: Die SBF-Gruppe hat am 13.05.2022 die Geschäftszahlen für das


vergangene Geschäftsjahr 2021 bekannt gegeben. Hiernach hat Ihre


Gesellschaft sowohl beim Umsatz (Umsatzanstieg um +45,7% auf 31,20 Mio.


EUR) als auch beim Betriebsergebnis (EBITDA; EBITDA-Anstieg um +57,6% auf


5,20 Mio. EUR) im Vergleich zum Vorjahr deutliche Zuwächse erzielt und


damit den eingeschlagenen Wachstumskurs dynamisch fortgesetzt. Wie fällt


Ihr Fazit für das abgelaufene Geschäftsjahr aus und was waren besonders


wichtige Ziele, die erreicht wurden? Was können Anleger bzw. Investoren im


aktuellen Geschäftsjahr von SBF erwarten?



Herr Witt: Insgesamt war 2021 für uns sehr erfolgreich, wie Sie an den


Umsatz- und Ergebniszahlen bereits sehen können. Trotz aller


Herausforderungen im Markt haben wir unsere Profitabilität steigern können.


Zudem haben wir die Integration von Lunux Lighting in unserem neuen


Geschäftsfeld 'Öffentliche Beleuchtung und Industrie' abschließen können


und sind auch hier stark gewachsen. Mit einem hohen Auftragsbestand sind


wir gut für das laufende Geschäftsjahr und darüber hinaus aufgestellt. Wir


werden 2022 unseren Wachstumskurs fortsetzen und rechnen mit einem


Umsatzplus von über 30,0 % bei Margen, die über dem Branchendurchschnitt


liegen. Besonders optimistisch stimmt mich dabei, dass sich unsere beiden


Geschäftsfelder vielversprechend entwickeln. In den Segmenten


'Schienenfahrzeuge' und 'Öffentliche Beleuchtung und Industrie' werden sich


die Preissteigerungen der Materialien im Ergebnis niederschlagen. Das


Geschäftsfeld 'Öffentliche Beleuchtung und Industrie' wird sich auf die


Marktdurchdringung, den Ausbau des Auslandsgeschäfts und die Aufnahme der


Fertigung mit den kürzlich erworbenen Produktionsanlagen konzentrieren.


Darüber hinaus sind weitere Akquisitionen möglich, die unsere


Wertschöpfungskette vertiefen oder unsere Produktsortiment ergänzen.



GBC: Im Geschäftsjahr 2020 haben Sie mit der Übernahme der Lunux Ihr


Geschäftsmodell um LED-basierte Kundenlösungen für u.a. kommunale Kunden


erweitert und damit ihren Zielkundenkreis deutlich diversifiziert. Dieses


neue synergetische Geschäftsfeld 'Öffentliche Beleuchtung und Industrie'


haben Sie zuletzt ebenfalls durch eine weitere Übernahme gestärkt. Über


welche allgemeine Marktposition verfügt Lunux Lighting nun nach der


Integration in die SBF-Gruppe und welches Umsatzpotenzial sehen Sie in


diesem Geschäftsbereich? Welche konkreten Vorteile ergeben sich für die


'neue' Lunux Lighting durch die umfangreichen Synergien innerhalb des SBF-


Konzerns?



Herr Witt: Die Geschäftsentwicklung von Lunux Lighting hat im zweiten


Halbjahr 2021 deutlich an Dynamik gewonnen. 2022 werden wir den Umsatz


weiter steigern auf über 20 Mio. Euro, also nahezu verdoppeln. Mit


strategischen Zukäufen und organischem Wachstum werden wir den


Wachstumskurs auch mittelfristig fortsetzen. Mit Lunux Lighting haben wir


unser Portfolio erweitert und unsere Kompetenzen im Bereich


energieeffizienter LED-Beleuchtung weiter ausgebaut. Davon profitieren die


Geschäftsbereiche gegenseitig. Zudem haben wir mit der Akquisition unserem


Wachstum einen weiteren Schub verliehen.



GBC: Der SBF-Konzern verfolgt allgemein eine wachstumsorientierte


Unternehmensstrategie. Wie ist der aktuelle strategische Fokus Ihres


Unternehmens? Sieht Ihre aktuelle Strategie auch eine Erweiterung des


Auslandsgeschäfts und weitere M&A-Maßnahmen vor?



Herr Witt: Das anorganische Wachstum über Übernahmen ist ein wichtiger Teil


unserer Wachstumsstrategie. Einen ebenso großen Wert legen wir auf die


langfristige Weiterentwicklung unserer bestehenden Geschäftsfelder im


europäischen Markt. Die Attraktivität des europäischen Marktes ergibt sich


durch den offenen Marktzugang und die hohe Dichte an Verkehrsbetrieben


sowie Schienenfahrzeugherstellern. Gestützt wird unsere positive


Entwicklung durch die regionale Nähe der Zughersteller. In einem Umkreis


von etwa 250 Kilometern um unseren Hauptsitz in Leipzig befinden sich


Produktionsstätten von vier führenden europäischen Zugherstellern, die zu


unserem Kundenkreis zählen.



GBC: Das Thema ESG/Nachhaltigkeit wird auch bei Investoren und Anlegern


immer wichtiger. Inwieweit berücksichtigen Sie diese Aspekte innerhalb


Ihrer Geschäftspolitik?



Herr Witt: Mit unserem Fokus auf das klimafreundliche Verkehrsmittel Bahn


und energieeffiziente öffentliche Beleuchtung sind wir hier bereits gut


aufgestellt und tragen damit zur Senkung der CO2-Emissionen bei. Neben


unserem nachhaltigen Produkt- und Leistungsangebot steht die SBF-Gruppe für


ein wertorientiertes sowie umweltbewusstes und energieeffizientes Handeln.


Die SBF Spezialleuchten GmbH lässt sich seit vielen Jahren nach ISO/TS


22163 und ISO 9001 zertifizieren. Die weiteren Unternehmen der Gruppe


streben im Rahmen der Integration ebenfalls die Zertifizierung nach ISO


9001 an, bzw. sind bereits zertifiziert. Wir werden unserer Verantwortung


für unsere Mitwelt gerecht, indem wir unser Handeln an den Normen für


Umweltmanagement (ISO 14001), Energiemanagement (ISO 50001), Sicherheit und


Gesundheit bei der Arbeit (ISO 45001) und Compliance-Management (ISO 37301)


ausrichten. In unseren Lieferketten richten wir uns nach den Empfehlungen


der Industrie-Initiative 'Railsponsible'. Die Anforderungen nach RoHS-


Richtlinie 2011/65/EU (Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher


Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten) und die REACH-Verordnung (EG) Nr.


1907/2006 (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer


Stoffe) halten wir ebenso ein.



GBC: Der SBF-Konzern verfügt über ein besonders rentables Geschäftsmodell


und ist daher prädestiniert für Ausschüttungen an die Anteilseigner. Planen


Sie zukünftig Dividenden an Ihre Aktionäre auszuschütten?



Herr Witt: Für uns hat es Priorität, das Unternehmen langfristig


erfolgreich zu positionieren. Das ist uns seit dem erfolgreichen Turnaround


im Jahr 2016 gut gelungen. SBF ist heute ein gesundes Unternehmen, dass


sich aktuell in einer Phase des schnellen aber vorausschauenden Wachstums


befindet. Dieses wollen wir in den nächsten Jahren weiter fortsetzen und


planen daher mit signifikanten Investitionen. In Abhängigkeit vom


derzeitigen Geschäftsverlauf und unter Berücksichtigung möglicher


Akquisitionen sowie steuerlicher Verlustvorträge werden wir die Möglichkeit


von Dividendenausschüttungen prüfen. Primär werden wir unsere Gewinne in


das weitere Wachstum reinvestieren.



GBC: Wo sehen Sie den SBF-Konzern in 3 bis 5 Jahren, v.a. in punkto


Unternehmensgröße, Produktangebot oder regionaler Geschäftstätigkeit?


Welche Vision verfolgen Sie allgemein mit der SBF-Gruppe?



Herr Witt: Wir positionieren uns als spezialisierter Anbieter von LED-


Beleuchtungssystemen für Schienenfahrzeuge, den öffentlichen Sektor und die


Industrie. Dabei vergrößern wir kontinuierlich unsere Produktpalette -


sowohl in die Breite als auch in die Tiefe der Wertschöpfungskette. Damit


werden wir noch stärker zum Komplettanbieter modernster Beleuchtungssysteme


für die Kommunen, die öffentliche Hand, die Deutsche Bahn,


Energieversorger, Architekten, Einzelhändler, Immobiliengesellschaften und


die Industrie - und das weltweit. Mittelfristig soll der Umsatz auf über


100,0 Mio. Euro ansteigen bei einer EBITDA-Marge von mindestens 15,0 %.



GBC: Herr Witt, vielen Dank für das Gespräch.



Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:


http://www.more-ir.de/d/24401.pdf



Kontakt für Rückfragen


GBC AG


Halderstraße 27


86150 Augsburg


0821 / 241133 0


research@gbc-ag.de


++++++++++++++++


Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,6a,7,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:


http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung


+++++++++++++++


Datum und Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie: 13.06.2022(8:30 Uhr)


Datum und Zeitpunkt der ersten Weitergabe der Studie: 13.06.2022(10:00 Uhr)



-------------------übermittelt durch die EQS Group AG.-------------------




Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.


Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung


oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.



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