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Fr, 9. Dezember 2022, 12:40 Uhr

SBF

WKN: A2AAE2 / ISIN: DE000A2AAE22

Original-Research: SBF AG (von GBC AG):


13.09.22 10:01
dpa-AFX

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Original-Research: SBF AG - von GBC AG



Einstufung von GBC AG zu SBF AG



Unternehmen: SBF AG


ISIN: DE000A2AAE22



Anlass der Studie: Managementinterview


Letzte Ratingänderung:


Analyst: Marcel Goldmann



13.09.2022 - GBC Managementinterview mit Rudolf Witt, Vorstand der SBF AG



'Beim Umsatz erwarten wir mittelfristig 50 Millionen Euro.

Aus dieser


Wachstumsdynamik ergibt sich aus unserer Sicht ein deutliches


Wertsteigerungspotenzial für unserer Aktie.'



Die SBF-Gruppe (SBF) ist ein börsennotierter Anbieter von LED-


Beleuchtungssystemen für Schienenfahrzeuge, den öffentlichen Sektor


(Kommunen, Deutsche Bahn etc.) und die Industrie. Mit dem Fokus auf


energieeffiziente LED-Beleuchtung profitiert SBF von den Megatrends


Klimaschutz sowie Urbanisierung und erwartet in den kommenden Jahren


zweistellige Wachstumsraten. Im Geschäftsfeld 'Schienenfahrzeuge' ist SBF


ein Tier-1-Lieferant komplexer Decken- und Beleuchtungssysteme für die


weltweit führenden Schienenfahrzeughersteller. Starke Technologiekompetenz,


hohe Wertschöpfungstiefe und maßgeschneiderte Kundenlösungen sind die Basis


für eine führende Marktposition. Im Geschäftsfeld 'Öffentliche und


Industrielle Beleuchtung' bietet SBF smarte und energieeffiziente LED-


Systeme zur Beleuchtung von bspw. Straßen, Bahnhöfen, öffentlichen Gebäuden


oder Industriehallen.



Nachdem SBF Mitte August seine Halbjahreszahlen zum Geschäftsjahr 2022 und


kurze Zeit danach eine beabsichtigte Übernahme bekanntgegeben hat, haben


wir die Chance genutzt und mit Herrn Rudolf Witt, Vorstand der SBF AG, ein


Managementinterview durchgeführt. Im besonderen Fokus des Interviews


standen die Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres, die angestrebte


Übernahme und der langfristige Ausblick des Unternehmens.



GBC: Ihr Unternehmen operiert ganz stark in den Sektoren Bahntechnik/


Schienenfahrzeuge und öffentliche Infrastrukturen. Gerade der verstärkte


Trend zu 'Green Mobility' und zu nachhaltigen und modernen Infrastrukturen


haben diesen Sektoren einen zusätzlichen 'Auftrieb' gegeben - auch dank


starker politischer Unterstützung, da viele Staaten den Umwelt- und


Klimaschutz verstärkt voranbringen wollen. Wie schätzen Sie aktuell Ihre


Zielmärkte ein? Rechnen Sie weiterhin mit einer hohen Nachfrage nach Ihren


Produkten, auch trotz des herausfordernden Umfelds (hohe Inflation,


Lieferkettenprobleme etc.)?



Herr Witt: Unsere Zielmärkte wachsen stetig. Zudem unterstreichen die


aktuellen politischen Bestrebungen im Umwelt- und Klimaschutz das enorme


Zukunftspotenzial. Davon profitieren wir weltweit. Wir haben uns in den


vergangenen Jahren eine hervorragende Position erarbeitet, um mit dem Markt


zu wachsen. Gleichzeitig steigern wir mit unserer langjährigen Expertise


unseren Marktanteil entlang der Wertschöpfungskette. Unsere Produkte sind


auf lange Sicht gefragt. Im Geschäftsfeld Schienenfahrzeuge haben wir


aktuell einen hohen Auftragsbestand von 27,9 Millionen Euro. Unsere Kunden


sind überwiegend Marktteilnehmer, die lang- und mittelfristig planen und


Herausforderungen wie Inflation und Lieferkettenprobleme einkalkulieren.


Daher sind wir in der Lage, diese Thematiken anzusprechen und mit unseren


Kunden gemeinsam zu lösen. Kurzfristig ergeben sich Auswirkungen auf unsere


Kosten- und Leistungsstrukturen, die sich jedoch mittel- und langfristig


ausgleichen.



GBC: Die SBF-Gruppe hat am 17.08.2022 die Geschäftszahlen für die ersten


sechs Monate des Geschäftsjahr 2022 bekannt gegeben. Hiernach hat Ihr


Unternehmen beim Umsatz deutlich um 15,7% auf 17,70 Mio. EUR (1. HJ 2021:


15,3 Mio. EUR) zulegen können. Hingegen ist das EBITDA leicht auf 2,0 Mio.


EUR (1. HJ 2021: 2,3 Mio. EUR) gesunken. Aufgrund von schwierigen


Rahmenbedingungen haben Sie Ihre bisherige Guidance gesenkt und erwarten


nun Umsatzerlöse von rund 36,0 Mio. EUR (zuvor: > 40,0 Mio. EUR) und ein


EBITDA von rund 3,70 Mio. EUR (zuvor: Ergebnismarge über


Branchendurchschnitt). Bedingt durch erwartete Sondereffekte stellen Sie


ein bereinigtes EBITDA (Adj. EBITDA) von über 4,00 Mio. EUR in Aussicht.


Wie fällt Ihr Fazit für das erste Halbjahr aus und woher resultieren die


erwarteten hohen Sonderbelastungen bzw. Sondereffekte? Welche Ziele haben


Sie sich für das aktuelle Geschäftsjahr gesetzt?



Herr Witt: In Summe sind wir mit der Entwicklung der SBF-Gruppe zufrieden.


Wir haben uns im Angesicht der herausfordernden Marktbedingungen gut


behauptet, auch wenn wir unsere ursprünglichen Umsatz- und


Ergebniserwartungen nicht aufrechterhalten konnten. Mit der Kapitalerhöhung


haben wir im ersten Halbjahr die Voraussetzungen für unser weiteres


Wachstum geschaffen, sodass wir an unseren mittel- und langfristigen


Wachstumsaussichten festhalten. Die Sonderbelastungen im ersten Halbjahr


entstanden durch die Übernahme der Assets der Nordeon Lighting Solutions


GmbH, die Integration der Lunux Lighting GmbH und die Aufnahme der


Produktion am Standort Springe. Damit stärken wir unser Geschäftsfeld


'Öffentliche und Industrielle Beleuchtung'. Zudem gab es einen


ertragsmindernden Effekt durch latente Steuern. Unsere Investitionen in die


Produktionskapazitäten und Lagerbestände in beiden Geschäftsfeldern werden


sich zukünftig positiv bemerkbar machen. Für das aktuelle Geschäftsjahr


2022 erwarten wir nunmehr einen Umsatz von rund 36 Millionen Euro und ein


EBITDA von rund 3,7 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der


beschriebenen Sonderbelastungen wird das bereinigte EBITDA deutlich über


vier Millionen Euro liegen.



GBC: Kurz nach der Veröffentlichung Ihrer Halbjahreszahlen haben Sie


wichtige Fortschritte bei der beabsichtigten Übernahme eines


Elektronikunternehmens bekannt gegeben. Was war der Hintergrund für diesen


Schritt (strategische Logik) und welche konkreten Vorteile bzw. Effekte


erhoffen Sie sich aus dieser geplanten Transaktion (voraussichtliche


Übernahme im Q4 2022)? Wie ist allgemein Ihre M&A-Strategie?



Herr Witt: Wir haben den Due-Diligence-Prozess erfolgreich abgeschlossen


und sind nunmehr in die nächste Phase der Verhandlungen eingetreten. Eine


grundsätzliche Einigkeit über eine Mehrheitsbeteiligung im vierten Quartal


2022 wurde erzielt. Durch die Transaktion erreichen wir eine höhere


Wertschöpfungstiefe, was sich positiv auf die Beschaffung bei den für


unsere Produkte notwendigen Elektronikbauteilen auswirkt. Damit können wir


unsere Lieferperformance steigern. Des Weiteren erhöhen wir die


Diversifikation in unserem Produktportfolio und optimieren unsere


Kostenstruktur. Wir rechnen mit einem zusätzlichen anorganischen


Umsatzwachstum im hohen einstelligen Millionenbereich und einen


wesentlichen Beitrag zur Profitabilität in der SBF-Gruppe. Die Übernahme


eines erfolgreichen Unternehmens ist dabei von Vorteil, da die SBF-Gruppe


in ein laufendes profitables Geschäft einsteigt und Synergien sofort nutzen


kann. Wir bewerten gezielt Opportunitäten, um unsere Position entlang der


Wertschöpfungskette zu stärken oder den Markt durch sinnvolle Erweiterung


unserer Produktpalette und Expertise zu vergrößern. Wir haben die


Voraussetzungen geschaffen, um auch in diesen herausfordernden Zeiten die


sich bietenden Chancen zu nutzen.



GBC: Sie haben in der Vergangenheit im Rahmen Ihrer durchgeführten Asset-


Deals (Lunux & Nordeon) neben Maschinen, Markennamen ebenfalls auch Vorräte


erworben, die auch im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die Aufdeckung


stiller Reserven die Ergebnisentwicklung zusätzlich beflügelt haben.


Inwieweit können Sie auch im laufenden Geschäftsjahr noch von vorhandenen


Vorratsbeständen kostenseitig profitieren?



Herr Witt: Mit Aufnahme der Produktion am Standort Springe (ehemals


Nordeon) Mitte dieses Jahres rechnen wir damit, stille Reserven zu heben.


Die stillen Reserven aus den Vorräten wirken sich kurz- bis mittelfristig


aus und werden mit den Anlaufkosten teilweise kompensiert. Der Effekt der


stillen Reserven aus den Markennamen und Maschinenparks ist hingegen ein


langfristiger Effekt und wird sich über das Jahr 2023 hinaus


überproportional auswirken, sobald wir die entsprechende Auslastung in den


Produktionskapazitäten erreichen. Daher investieren wir aktuell wie geplant


in den Vertrieb und die Überwindung von Lieferengpässen, um diesen


Kostenvorteil zu erreichen und zu nutzen. Darüber hinaus stehen uns ein


moderner Maschinenpark und Produktionskapazitäten zur Verfügung, die ein


erhebliches Wachstum ermöglichen. Die Wiederbeschaffungswerte stellen eine


sehr hohe Einstiegsbarriere dar.



GBC: Kürzlich hat das SBF-Management erneut eigene Aktien des Unternehmens


über Marktkäufe (Sekundärhandel) erworben. Was hat Sie zu diesem Schritt


bewogen?



Herr Witt: Wir sind von unserer Strategie überzeugt, kennen unser


Wachstumspotenzial und halten daher an unserem mittelfristigen und vor


allem langfristigen Plan fest, Umsätze in der SBF-Gruppe von über 100


Millionen Euro zu erreichen. Wir rechnen zudem damit, dass unsere EBITDA-


Marge mittel- bis langfristig überproportional zunimmt und bei mindestens


15 Prozent liegen wird. Beim Umsatz erwarten wir mittelfristig 50 Millionen


Euro. Aus dieser Wachstumsdynamik ergibt sich aus unserer Sicht ein


deutliches Wertsteigerungspotenzial für unserer Aktie.



GBC: Trotz der mit den Halbjahreszahlen angepassten Unternehmensguidance


halten Sie an Ihren kommunizierten mittel- und langfristigen Zielen


(langfristiges Umsatzziel: >100,0 Mio. EUR; EBITDA-Marge: 15,0%) fest.


Was stimmt Sie so optimistisch dieses perspektivische Umsatz- und


Ertragsziel auch trotz schwieriger Rahmenparameter erreichen zu können?



Herr Witt: Unsere Geschäftsfelder 'Schienenfahrzeuge' (Decken- und


Beleuchtungssysteme) und 'Öffentliche und Industrielle Beleuchtung'


verfügen über deutliches Wachstumspotenzial - insbesondere aufgrund des


historischen Investitionsstaus sowie der im Fokus stehenden Umwelt- und


Klimaschutzziele. Diese werden durch politische Maßnahmen flankiert und


Investitionen in unseren Marktsegmenten werden gefördert. Wir haben in die


entsprechenden Produktionskapazitäten investiert und werden bei steigenden


Umsätzen die entsprechende Zielkostenstruktur und Ertragslage erreichen.



GBC: Herr Witt, vielen Dank für das Gespräch.



Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:


http://www.more-ir.de/d/25423.pdf



Kontakt für Rückfragen


GBC AG


Halderstraße 27


86150 Augsburg


0821 / 241133 0


research@gbc-ag.de


++++++++++++++++


Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,6a,7,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter: http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung


+++++++++++++++


Datum und Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie: 12.09.2022(7:26 Uhr)


Datum und Zeitpunkt der ersten Weitergabe der Studie: 13.09.2022(10:00 Uhr)



-------------------übermittelt durch die EQS Group AG.-------------------




Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.


Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung


oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.



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