ROUNDUP: SAP erwartet schwächeres Wachstum - Cloudsoftware bleibt Motor
24.04.26 10:52
dpa-AFX
WALLDORF (dpa-AFX) - Europas größter Softwarehersteller SAP
Im laufenden Jahr dürfte der Gesamtumsatz währungsbereinigt nur etwa wie 2025 zulegen und erst 2027 stärker wachsen, teilte der Dax
Für die Aktie ging es am Freitag zuletzt etwas über sechs Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn hat sie jedoch 28 Prozent an Wert verloren, in den vergangenen zwölf Monaten sogar fast 38 Prozent.
Für Analyst Charles Brennan von Jefferies ist das erste Quartal viel besser gelaufen als gedacht. Der Hinweis auf die Belastungen durch den Nahost-Krieg könnte die positive Reaktion der Aktie allerdings im Zaum halten.
Mohammed Moawalla von der US-Investmentbank Goldman Sachs verwies darauf, dass der aus Cloud-Verträgen in den nächsten zwölf Monaten zu erwartende Umsatz besser als erwartet ausgefallen sei. Mit größeren Änderungen an den Markterwartungen rechnet er allerdings nicht.
Insgesamt wuchs der Umsatz des Konzerns im Jahresvergleich um 6 Prozent auf knapp 9,6 Milliarden Euro. Treiber waren die Erlöse mit Cloudsoftware, die um 19 Prozent stiegen. Der aus Cloud-Verträgen in den nächsten zwölf Monaten zu erwartende Umsatz (current cloud backlog - CCB) zog um ein Fünftel auf 21,9 Milliarden Euro Ende März an.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs um 17 Prozent auf fast 2,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,9 Milliarden Euro, ein Anstieg um 8 Prozent.
Konzernchef Christian Klein nannte als besonderen Erfolgstreiber die Dynamik rund um Künstliche Intelligenz bei den Unternehmenskunden. "Wir wachsen deutlich schneller als der Markt, bauen unsere Marktanteile weiter aus und sehen, wie Kunden zunehmend weitere Lösungen aus unserer Suite sowie verstärkt unsere KI-Angebote nutzen."
Allerdings machte das Management im Quartalsbericht deutlich, dass die positive Entwicklung vom Jahresbeginn nicht ohne Weiteres anhalten dürfte. So werde sich das Wachstum der Cloud-Erlöse im zweiten Quartal voraussichtlich abschwächen. Zudem habe das bereinigte operative Ergebnis im ersten Jahresviertel von einem Rückgang der Kosten für anteilsbasierte Vergütungen profitiert.
Allerdings musste SAP im ersten Quartal mehr als 400 Millionen Euro zahlen, um einen alten Rechtsstreit mit Teradata in den USA wegen der Datenbanktechnik Hana beizulegen. Dies belastete den Barmittelfluss.
Für das Gesamtjahr erwartet Klein nun weiterhin ein währungsbereinigtes Wachstum der Cloud-Erlöse um 23 bis 25 Prozent. Der Gesamtumsatz, der 2025 währungsbereinigt um 11 Prozent zugelegt hatte, soll nun erneut in etwa diesem Maße wachsen. Die zuvor angekündigte Beschleunigung soll erst 2027 beginnen. Dennoch soll das Betriebsergebnis 2026 wie geplant währungsbereinigt um 14 bis 18 Prozent steigen.
Was der Krieg am Persischen Golf für SAP bedeuten könnte, wagt der Vorstand noch nicht abzuschätzen. Allerdings könnten die Entwicklungen "möglicherweise erhebliche negative Folgen haben", falls die Lage anhalte oder sich verschärfe./stw/err/lew/stk
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