Seadrill Aktie: Juristischer Showdown eskaliert!
06.09.25 15:00
Börse Global
Ein heftiger Rechtsstreit erschüttert die Seadrill Aktie. Gestern eskalierte der Konflikt zwischen dem Offshore-Bohrspezialisten und dem US-Treuhandverwalter Kevin M. Epstein. Im Zentrum steht ein Vergleich über 485.000 US-Dollar – und die Frage, wer hier das Sagen hat.
Frontaler Angriff auf den Treuhänder
Seadrill und Seadrill Partners LLC wehren sich mit aller Härte gegen die Einsprüche des Treuhänders. In einer klaren Ansage an das texanische Bundesgericht pochten die Unternehmen auf ihre Autorität aus dem Chapter-11-Plan. Dieser räume ihnen ausdrücklich das Recht ein, Ansprüche ohne gerichtliche Aufsicht beizulegen.
Der Vorwurf des Treuhänders wiegt schwer: Jackson Walker LLP habe mit "Tricksereien" versucht, einer geforderten Entlastung zu entgehen. Doch Seadrill kontert scharf – Epstein habe überhaupt kein Interesse an diesen Ansprüchen und somit keine Befugnis zum Einspruch.
Operative Stärke gegen juristische Ungewissheit
Während die Anwälte streiten, liefert Seadrill operativ beeindruckende Zahlen. Der 50:50 Joint Venture Sonadrill sicherte sich zwei bedeutende Verträge in Angola:
- Der Bohrer "West Gemini" erhält einen 284-Tage-Vertrag
- "Sonangol Libongos" sicherte sich 525 Tage Arbeit von Azule Energy
Diese Aufträge sichern die Auslastung bis weit ins Jahr 2026 hinein und unterstreichen die robuste Nachfrage im Offshore-Sektor.
Finanzielles Fundament trotz Verlusten
Die jüngsten Quartalszahlen vom August zeigen ein gemischtes Bild: Zwar meldete Seadrill einen Nettoverlust von 42 Millionen US-Dollar, doch das bereinigte EBITDA kletterte auf 106 Millionen US-Dollar. Die Betriebserträge stiegen auf 377 Millionen US-Dollar, getrieben durch höhere Vertragserlöse.
Der Auftragsbestand von 2,5 Milliarden US-Dollar spricht eine klare Sprache. Neue Verträge im US-Golf mit Talos Energy und Murphy Oil zeigen: Das Geschäft läuft – auch wenn die Justizabteilung derzeit Überstunden macht.
Kann Seadrill die juristischen Turbulenzen hinter sich lassen und die operative Stärke in Kursgewinne ummünzen? Die nächsten Gerichtstermine werden Richtung weisen.
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