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DE0007242646

WKN: 724264 / ISIN: DE0007242646

Software AG muss handeln


26.04.02 09:34
Investor-Village

Der Umsatz der Software AG (WKN 724264) reduzierte sich im ersten Quartal wie angekündigt gegenüber dem Vorjahr um 9% auf 116,4 Mio. Euro, so die Experten von "Investor-Village".

Dies sei vor allem auf den Einbruch beim Verkauf der hochmargigen Lizenzen (-42% auf 24,6 Mio. Euro) zurückzuführen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen betrage 3,6 Mio. Euro (Vj. 1,3 Mio. Euro). Das Nettoergebnis sei durch planmäßige Firmenwertabschreibungen belastet worden und weise einen Verlust von 2,4 Mio. Euro (Vj. -1,5 Mio. Euro) aus.

Das steigende Wartungsgeschäft mit 51,5 Mio. Euro (Vj. 41,9 Mio. Euro) habe Schlimmeres verhindert. Zu dem Anstieg habe die erstmalige Konsolidierung der amerikanischen Tochter Software AG Inc. maßgeblich beigetragen. Auch die Dienstleistungssparte (Professional Services) sei mit circa 40,0 Mio. Euro (Vj. 43,4 Mio. Euro) verhältnismäßig stabil geblieben.

Der Darmstädter Softwarehersteller habe den Umsatz- und Gewinneinbruch hauptsächlich auf den konjunkturellen Abschwung in der IT-Branche zurückgeführt. Die Auswirkungen für die Darmstädter seien Nachfragerückgang bei Softwarelizenzen, Verschiebung von Projekten durch Kunden, und Preisdruck. Europas größter Hersteller von Systemsoftware sei auf den Einbruch im klassischen Lizenzgeschäft nicht vorbereitet gewesen.

Vor allem die sonst umsatzstarken Lizenzen im klassischen, weniger E-Business-lastigen Geschäft, seien drastisch eingebrochen. Die Lizenzeinnahmen mit Adabas (relationelles Datenbanksystem) und Natural (Entwicklungsumgebung für geschäftskritische Anwendungen) hätten mit 14,7 Mio. Euro 42,8% unter dem Vorjahr gelegen. Hierbei handele es sich überwiegend um Umsätze im Bereich Großrechner bei langjährigen Kunden.

Der Lizenzverkauf von Electronic Business Software habe 6,2 Mio. Euro (Vj. 13,3 Mio. Euro, davon 4,1 Mio. Euro Einmalerlöse) erzielt. Damit habe dieses Geschäft mit einem Minus von 32,6% weniger eingebüßt als das klassische Lizenzgeschäft. Einziger Lichtblick sei derzeit das Geschäft mit Tanmino und Bolero mit einem Plus von 13% (2,6 Mio. Euro, Vj. 2,3 Mio. Euro). Die auf XML basierende Bolero-Server-Technologie habe großes Zukunftspotential.

Die Auswirkungen auf das eher klassische Geschäft, das nicht im Front-End-Bereich angesiedelt sei, seien dramatisch. Der Rückgang bei der Electronic Business Software habe bei EntireX zu einem Umsatzeinbruch von 47,8% auf 3,6 Mio. Euro (Vj. 6,9 Mio. Euro) geführt. EntireX sei eine Lösung für unternehmensweite Systemintegration. Das Segment Enterprise Transactions (-43% auf 14,6 Mio. Euro), das Lösungen für Unternehmensabläufe beinhalte, sei ebenfalls eingebrochen.

In Anbetracht der Höhe des Umsatz- und Gewinneinbruchs, könne sich der Softwarehersteller nicht mehr allein auf ein Anspringen der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte verlassen. Nun hätten die Darmstädter für das laufende Jahr ein Kostensenkungsprogramm beschlossen, um das angekündigte positive Jahresergebnis in zweistelliger Millionenhöhe zu erreichen. Kosten in Höhe von 50 Mio. Euro sollten vor allem im Bereich Marketing und Sachinvestitionen eingespart werden. Etwa 150 Mitarbeiter, knapp 5% der Belegschaft, würden das Unternehmen bis Jahresende verlassen. Im Vergleich zu anderen Unternehmen sei dies wenig.

Beim Umsatz würden die Darmstädter einen Rückgang von circa 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwarten. Das Problem sei das klassische Lizenzgeschäft, das eine tragende Säule der Software AG sei. Wie die Quartalszahlen zeigen würden, könnten die reinen E-Business-Produkte den Umsatz- und Gewinneinbruch kaum abfangen.

Auch die Mitbewerber der Software AG seien sehr stark von der schwachen Nachfrage betroffen. Dennoch schienen die Darmstädter zumindest bei den E-Business-Produkten aufgrund der vergleichsweise geringen Umsätze kein wirklicher Wettbewerber für die aggressiven amerikanischen Konkurrenten wie TIBCO und SeeBeyond zu sein.

Sollte der erhoffte Aufschwung in der IT-Branche in der zweiten Jahreshälfte nicht einsetzen, sei zu befürchten, dass die Darmstädter gegenüber den Konkurrenten an Boden verlieren würden. Keine Frage, das Unternehmen müsse handeln. Allerdings würden umfangreiche Kosteneinsparungen wie bei der Software AG oft zu Wachstumseinbußen führen, insbesondere dann wenn die Nachfrage relativ spät und unvermittelt wieder einsetze. Wenn die Konjunktur nicht anspringe, sei mit weiteren Entlassungen zu rechnen. Und auch für die leidgeprüften Anleger würden sich die Perspektiven nicht verbessern.





 
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