Texas Instruments Aktie: Unter Druck
15.12.25 21:22
Börse Global
Texas Instruments sieht sich gleichzeitig mit einem harten Analystenurteil, neuen Klagen und einem Vorstandswechsel konfrontiert. Goldman Sachs stufte die Aktie gleich doppelt herab und nannte hohe Lagerbestände und schwächere Hebelwirkung gegenüber Wettbewerbern als Gründe. Kann die Unternehmensführung diese Belastungen in den kommenden Quartalen abfedern?
Warum Goldman stört
Goldman Sachs senkte das Rating von "Buy" auf "Sell" und verwies auf „mangelnde Umsetzung“ im aktuellen Zyklus sowie auf „geringeres Hebelpotenzial“ für TI im erwarteten Halbleiteraufschwung 2026. Besonders belastend seien nach Einschätzung der Analysten die historisch hohen Bestände im Lager. Diese Bestände dürften laut Goldman die Margen und das Ertragspotenzial in einer Marktbelebung dämpfen und erhöhen zudem das Risiko, dass Free Cash Flow-Ziele verfehlt werden. Solche Perspektiven erklärten die unmittelbare negative Marktreaktion.
Die operative Ausgangslage ist gemischt: Im dritten Quartal meldete Texas Instruments Umsätze von 4,74 Mrd. USD und ein Ergebnis je Aktie von 1,48 USD, was weitgehend den Erwartungen entsprach. Für das vierte Quartal 2025 gab das Unternehmen eine Umsatzprognose zwischen 4,22 und 4,58 Mrd. USD sowie eine EPS-Spanne von 1,13 bis 1,39 USD. Entscheidend wird sein, ob sich in den kommenden Berichten Anzeichen für einen Abbau der Lagerbestände und eine Verbesserung der Margen zeigen.
Rechtliche Risiken und Lieferketten-Problem
Zusätzlich belasten fünf Zivilklagen, die Anfang Dezember in Dallas County eingereicht wurden, das Bild. Kläger aus der Ukraine werfen Texas Instruments, Intel und AMD „heimische unternehmerische Fahrlässigkeit“ und vorsätzliche Ignoranz vor. Konkret wird behauptet, dass Chips über Zwischenhändler in russische und iranische Waffensysteme gelangt seien; in den Beschwerden werden Funde in Wracks von Kh-101- und Iskander-Raketen sowie iranischen Drohnen zwischen 2023 und 2025 genannt. Die Kläger fordern jeweils mehr als 1 Mio. USD Schadenersatz.
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Texas Instruments betont seine Einhaltung von Sanktionen und Exportkontrollen und verlangt von Distributoren und Kunden die Befolgung entsprechender Vorgaben. Die Klagen unterstreichen jedoch die Komplexität, sensible Komponenten gegen Umgehung internationaler Kontrollen zu sichern — ein reputations- und kostenrelevantes Risiko, das weiteren Druck auf die Aktie ausüben kann.
Führung und Ausblick
Zum Jahreswechsel übernimmt Haviv Ilan zusätzlich zum CEO-Amt den Vorsitz des Vorstands, nachdem Rich Templeton Ende 2025 in den Ruhestand geht. Ilan ist seit 2021 Vorstandsmitglied und führt das Unternehmen seit 2023; seine 26-jährige TI-Erfahrung steht für Kontinuität. Das Management steht nun vor der Aufgabe, Inventarmanagement, Margenentwicklung und die rechtlichen Risiken gleichzeitig zu adressieren.
Kurzfristig bleibt die Aktie anfällig: Der Kurs beträgt aktuell 151,04 €, die Jahresperformance liegt bei rund −17,1 %. Der nächste konkrete Meilenstein sind die geschätzten Quartalszahlen für Q4 2025 am 22. Januar 2026. Sollten diese zeigen, dass Bestände sinken und Free Cash Flow sowie Margenaussichten sich verbessern, könnte der negative Druck nachlassen. Bleiben hingegen die Lager hoch und die Free-Cash-Flow-Prognosen hinter den Erwartungen zurück, ist mit anhaltender Kursanfälligkeit zu rechnen — und dem Management obliegt dann die klare Aufgabe, diese Punkte systematisch abzuarbeiten.
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