Texas Instruments: Wende in Sicht?
06.06.25 10:16
Börse Global
Texas Instruments steht an einem Wendepunkt. Der Halbleiter-Riese, lange Zeit von Margendruck und Investitionslast geplagt, könnte endlich das Tal durchschritten haben. Analysten sehen erste Anzeichen für eine zyklische Erholung – doch ist der Optimismus berechtigt?
Analysten schwenken um
Bernstein hat seine Einschätzung zu Texas Instruments gerade von "Underperform" auf "Market-Perform" hochgestuft. Der Grund: Die schlimmsten Margen-Einbrüche scheinen eingepreist, und die Branche zeigt erste Erholungssignale. Noch vor kurzem warnte die Investmentbank vor den Folgen des aggressiven Investitionszyklus – nun sieht sie das Risiko-Rendite-Verhältnis ausgeglichener.
Kapitalausgaben vor dem Ende
Ein entscheidender Faktor ist der baldige Abschluss der hohen Investitionen in neue Kapazitäten. Sobald dieser CAPEX-Zyklus ausläuft, könnte Texas Instruments mehr Spielraum für Aktienrückkäufe und höhere Free Cash Flows gewinnen. Immerhin kaufte das Unternehmen allein im April Aktien im Wert von über 650 Millionen US-Dollar zurück.
Doch Herausforderungen bleiben:
- Hohe Lagerbestände
- Anhaltender Margendruck
- Rückgang der Kapitalrendite von 37% auf 18% in fünf Jahren
Wachstumspläne trotz Makro-Risiken
Beim Bank of America Global Technology Conference präsentierte Texas Instruments eine optimistische Vision: Bis 2026/27 peilt der Konzern Umsätze von 20-26 Milliarden US-Dollar an – ein jährliches Wachstum von 7%. Die Bruttomarge soll sich zwischen hohen 50ern und mittleren 60ern einpendeln.
Besonderes Augenmerk liegt auf:
- Geografischer Diversifizierung
- Interner Produktionskapazität
- Vorsichtiger Erholung im Automobilsektor
Bewertung bleibt happig
Trotz aller Zuversicht – mit einem KGV von 35 liegt Texas Instruments deutlich über Branchendurchschnitt und Markt. Bernstein erhöhte zwar sein Kursziel auf 180 US-Dollar, sieht aber begrenztes Aufwärtspotenzial. Für Anleger bleibt die Frage: Zahlt sich die Geduld am Ende aus, oder ist die Erholung schon eingepreist?
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