Varta: Das Ende einer Ära
03.09.25 20:28
Börse Global
Der einstige Börsenliebling Varta existiert nicht mehr in seiner alten Form. Nach Kapitalherabsetzung auf null und Delisting handelt es sich heute um ein komplett restrukturiertes Unternehmen ohne börsennotierte Alt-Aktionäre.
Totalumbau durch Notoperation
Im März 2025 vollzog Varta den radikalsten Schnitt, den ein börsennotiertes Unternehmen vollziehen kann: Die Kapitalherabsetzung auf null ließ alle bisherigen Aktionäre ohne Entschädigung ausscheiden. Parallel erlosch die Börsennotierung im Prime Standard. Seither ist die Aktie nicht mehr handelbar.
Diese drastischen Maßnahmen waren die Konsequenz aus monatelangen Sanierungsbemühungen. Nur so konnte die drohende Insolvenz abgewendet werden. Neue Investoren wie Porsche und Michael Tojner sprangen mit 120 Millionen Euro ein und retteten den Batteriehersteller in letzter Minute.
Porsche übernimmt Schlüsseltechnologie
Bereits im März 2025 verkaufte Varta seine V4Drive-Einheit an Porsche. Die Technologie firmiert nun als V4Smart und bildet den Grundstein für Porsches eigene Batterieambitionen. Für Varta bedeutete dieser Deal nicht nur dringend benötigte Liquidität, sondern auch den Abschied von einem Zukunftsfeld.
Die Zahlen für 2024 zeigen das ganze Ausmaß der Krise:
- Umsatzrückgang von 820,3 auf 793,2 Millionen Euro
- EBITDA im Negativbereich bei -3,5 Millionen Euro
- Operativer Verlust von 64,5 Millionen Euro
Trotz der roten Zahlen: Der Verlust konnte gegenüber dem Vorjahr (414,3 Millionen Euro) dramatisch reduziert werden. Eine Trendwende? Oder nur Ruhe vor dem nächsten Sturm?
Neustart mit ungewissem Ausgang
Die Restrukturierung ist abgeschlossen, doch die eigentliche Arbeit beginnt erst. Varta konzentriert sich jetzt auf Mikrobatterien für Hörgeräte und Energiespeicherlösungen - Bereiche, in denen das Unternehmen traditionell stark ist.
Doch kann sich der Konzern in diesen Nischenmärkten nachhaltig behaupten? Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der radikale Schnitt tatsächlich den Weg in die Profitabilität ebnet.
Fakt ist: Aus Anlegersicht ist das Kapitel Varta als Investmentgeschichte vorerst beendet. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen ehemaligen Technologieführer, der den Anschluss verpasste und in der Bedeutungslosigkeit verschwand.
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