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Fr, 17. April 2026, 3:40 Uhr

Infineon AG

WKN: 623100 / ISIN: DE0006231004

Infineon Aktie: Solide Zahlen, große KI-Erzählung, vorsichtiger Markt


04.02.26 12:06
aktiencheck.de

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) -

Infineon: KI-Rückenwind trifft Chip-Zyklus - Zahlen, Ausblick und Analysten-Kursziele nach Q1 2026



Es gibt Quartalsberichte, die klingen wie ein Protokoll. Und es gibt Quartalsberichte, die klingen wie ein Strategiewechsel in Echtzeit. Die Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100, Ticker-Symbol: IFX, NASDAQ OTC-Symbol: IFNNF) liefert heute eher Letzteres: ein Unternehmen, das in einem verhaltenen Marktumfeld ein klares Wachstumsfeld identifiziert, die Investitionspläne hochzieht und dabei zugleich zeigt, dass der Chip-Zyklus in Teilen noch Gegenwind liefert. Die Ausgangslage an der Börse ist dabei eindeutig: Aktueller Kurs auf Xetra: 40,35 Euro (-1,8%). Kein Drama, aber auch kein Applausorkan. Der Markt ist interessiert, nur eben anspruchsvoll. Denn Infineon erzählt eine Geschichte, die Anleger lieben: KI als Nachfrage-Turbo. Gleichzeitig zeigt der Blick in die Segmenttabelle das, was Anleger weniger lieben: Umsatzrückgänge in allen vier Segmenten, saisonal bedingt und je nach Bereich unterschiedlich stark. Der Satz, der die Richtung vorgibt, kommt direkt aus dem Mund des Vorstandsvorsitzenden Jochen Hanebeck: Infineon habe einen gelungenen Start ins Geschäftsjahr 2026 hingelegt, die sehr dynamische Nachfrage bei KI gebe kräftigen Rückenwind. Im Vordergrund stehe aktuell die Stromversorgung in KI-Rechenzentren, in den nächsten Jahren komme der Ausbau der Netzinfrastruktur hinzu. Und: Infineon richtet die Fertigungskapazitäten auf eine weiter steigende Nachfrage aus und zieht Investitionen vor, ein großer Teil entfällt auf einen schnelleren Hochlauf der neuen Smart Power Fab in Dresden, die bereits im Sommer eröffnet werden soll. Das ist die Mischung aus CFO-Realität und CEO-Ambition: Zahlen, die in einem Segmentzyklus atmen, und eine Strategie, die auf einen strukturellen Mehrjahrestrend setzt.

Q1 GJ 2026 in Zahlen: Umsatz runter, Marge rauf, Ergebnis stabiler als befürchtet



Infineon meldet für das am 31. Dezember 2025 abgelaufene erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen saisonal bedingten Umsatzrückgang: 3.662 Millionen Euro nach 3.943 Millionen Euro im Vorquartal, also -7%. Wichtig ist dabei der Kontext: Der Rückgang betraf alle vier Segmente. Bei Automotive (ATV) und Power & Sensor Systems (PSS) fiel er mäßig aus, bei Green Industrial Power (GIP) sowie Connected Secure Systems (CSS) deutlich. Und jetzt kommt der Teil, der für viele Investoren wie ein doppelter Boden wirkt: Die Marge verbessert sich. Die Bruttomarge stieg auf 39,9% nach 38,1% im Vorquartal. Die bereinigte Bruttomarge lag bei 43,0% nach 40,7%. Das Segmentergebnis sank zwar um 9% auf 655 Millionen Euro (nach 717 Millionen Euro), die Segmentergebnis-Marge lag bei 17,9% nach 18,2%. Operativ ist das kein Feuerwerk, aber solide in einem Umfeld, das man nicht gerade als "freundlich" beschreiben würde. Unterm Strich wirkt das Ergebnis robuster: Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten 256 Millionen Euro nach 239 Millionen Euro. Ergebnis nach Steuern 256 Millionen Euro nach 231 Millionen Euro. Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten stieg auf jeweils 0,19 Euro nach 0,18 Euro. Bereinigtes Ergebnis je Aktie (verwässert) 0,35 Euro nach 0,34 Euro. Kurz gesagt: Umsatzdelle, aber Profitabilität und Ergebnisqualität halten besser als viele in einem zyklischen Markt reflexartig erwarten.

Das KI-Argument: Stromversorgung wird zur Goldader der Rechenzentren



In der KI-Debatte reden viele über GPUs, über Server, über Software. Infineon lenkt den Blick auf die Ebene darunter: Strom. Und das ist mehr als ein Nebensatz. KI-Rechenzentren sind Stromfresser. Nicht symbolisch, sondern physisch. Wer Leistung rechnet, muss Leistung liefern, stabilisieren, wandeln, schützen, effizient verteilen. Genau dort sitzt Infineon mit Leistungshalbleitern, Power-Management-Lösungen, Sensorik und Systemkompetenz. Wenn die KI-Welle nicht nur ein Hype ist, sondern ein Infrastrukturzyklus, dann profitiert nicht nur derjenige, der rechnet, sondern auch derjenige, der die Energie dafür beherrscht. Infineon positioniert sich dabei zweistufig:

1) Kurzfristig: Stromversorgung in KI-Rechenzentren als Treiber.

2) Mittelfristig: Ausbau der Netzinfrastruktur als nächster Wachstumsblock.

Das ist strategisch clever, weil es aus einer aktuellen Nachfragewelle eine langfristige Investitionslogik macht. Und es erklärt, warum Infineon die Investitionen erhöht, obwohl der Gesamtmarkt nicht überall glänzt.

Smart Power Fab Dresden: Investitionsvorzug als Signal an den Markt



Wenn ein Konzern Investitionen vorzieht, sagt er damit: Wir wollen Kapazität nicht irgendwann, sondern genau jetzt. Für Anleger ist das eine Wette auf Timing. Infineon hebt die Investitionen im Geschäftsjahr 2026 aufgrund der sehr dynamischen KI-Nachfrage um etwa 500 Millionen Euro an. Statt zuvor geplanter 2,2 Milliarden Euro sollen nun etwa 2,7 Milliarden Euro investiert werden. Schwerpunkte: Fertigstellung und Produktionsanlauf im vierten Fertigungsgebäude in Dresden sowie weitere Fertigungsinvestitionen, passend ausgerichtet auf die stark wachsende Kundennachfrage nach Stromversorgungen für KI-Rechenzentren.

Der entscheidende Satz in dieser Logik ist der Umsatzausblick für das KI-Stromversorgungsfeld: Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Infineon in diesem Bereich rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz, nach rund 1,5 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr. Für die Börse sind das nicht nur Zahlen. Das ist eine Storyline, an der sich das Vertrauen festmacht: Wenn diese Ramp-up-Kurve gelingt, kann Infineon in einem ansonsten zyklischen Markt ein strukturelles Wachstumssegment hochskalieren. Aber: Vorziehen von Investitionen bedeutet auch, dass kurzfristig Cashflows stärker belastet werden. Genau deshalb gehört dieses Thema gleichzeitig in die Chancen- und in die Risikokategorie.

Cashflow und Bilanz: Warum die Investitionsstory nicht kostenlos ist



Infineon meldet für Q1 einen Free-Cash-Flow von -199 Millionen Euro nach -1.276 Millionen Euro im Vorquartal. Der Vergleich wirkt spektakulär, ist aber erklärbar: Im vierten Quartal war eine Kaufpreiszahlung für den Erwerb des Automotive-Ethernet-Geschäfts von Marvell in Höhe von umgerechnet 2.180 Millionen Euro enthalten. Die Investitionen (Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte inkl. aktivierter Entwicklungskosten) lagen bei 582 Millionen Euro nach 451 Millionen Euro im Vorquartal. Abschreibungen 478 Millionen Euro nach 484 Millionen Euro. Zum Quartalsende lag die Brutto-Cash-Position bei 1.849 Millionen Euro nach 2.102 Millionen Euro. Finanzschulden 6.829 Millionen Euro (unverändert zum Stand 30. September 2025). Netto-Cash-Position -4.980 Millionen Euro nach -4.727 Millionen Euro.

Das Bild ist typisch für einen kapitalintensiven Halbleiterkonzern im Ausbau: Investitionen hoch, Cashflows schwanken, Bilanz trägt Fremdkapital, während strategische Assets aufgebaut werden. Das ist nicht per se kritisch, aber es erhöht die Notwendigkeit, dass die Wachstumserzählung tatsächlich in Umsatz und Marge mündet.

Ausblick Q2 2026: 3,8 Mrd. Euro Umsatz – PSS und GIP sollen anziehen



Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 rechnet Infineon bei einem angenommenen EUR/USD-Wechselkurs von 1,15 mit einem Umsatz von etwa 3,8 Milliarden Euro.

Segmentblick:

- ATV und CSS: etwa gleich bleibendes Umsatzniveau.

- GIP: moderater Umsatzanstieg.

- PSS: deutlicher Umsatzanstieg.

Für die Segmentergebnis-Marge wird ein Wert im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich erwartet. Das ist eine klare Botschaft: Die Talsohle soll nicht überall, aber in wichtigen Bereichen zumindest stabilisiert werden, während die KI-getriebenen Felder (vor allem PSS) sichtbarer anziehen.

Ausblick GJ 2026: Moderates Umsatzwachstum, Marge im hohen Zehnerbereich, KI als Wachstumsmaschine



Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Infineon bei einem EUR/USD von 1,15 einen moderat steigenden Umsatz gegenüber 2025, wobei Währungseffekte belasten.

Segmentlogik:

- ATV: schwächeres Wachstum als der Konzern, Gegenwind aus verhaltener Elektromobilitätsnachfrage, aber positives Momentum bei software-definierten Fahrzeugen.

- PSS: deutlich stärkeres Wachstum als der Konzern, getrieben von sehr dynamischer Nachfrage nach Produkten für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren.

- GIP: leicht steigender Umsatz.

- CSS: in etwa unveränderter Umsatz.

Margenbild: Bereinigte Bruttomarge im niedrigen Vierziger-Prozentbereich. Segmentergebnis-Marge im hohen Zehner-Prozentbereich.

Cashflow-Bild: Bereinigter Free-Cash-Flow etwa 1,4 Milliarden Euro (nach zuvor 1,6 Milliarden Euro) aufgrund der höheren Investitionen. Free-Cash-Flow etwa 1,0 Milliarden Euro (zuvor 1,1 Milliarden Euro).

RoCE: mittlerer einstelliger Prozentsatz.

Diese Guidance ist interessant, weil sie nicht versucht, aus einem Quartal eine Schönwetter-Story zu bauen. Sie ist eher: nüchtern in der Zyklik, ambitioniert in KI.

Zusatzfaktor am Horizont: Sensorportfolio von ams OSRAM



Infineon weist ausdrücklich darauf hin, dass der Ausblick 2026 ohne Berücksichtigung der geplanten Akquisition des Sensorportfolios von ams OSRAM dargestellt wird. Weder Kaufpreiszahlung (570 Millionen Euro) noch Finanzierung oder erwartete Umsätze sind berücksichtigt, da die Transaktion noch Abschlussbedingungen und Genehmigungen unterliegt. Abschluss wird im zweiten Quartal des Kalenderjahres 2026 erwartet. Für Anleger ist das ein optionaler Hebel: Wenn die Akquisition strategisch passt, kann sie das Sensor- und Systemgeschäft stärken. Gleichzeitig ist es ein Integrations- und Finanzierungsthema, das in einem Investitionsjahr zusätzliche Komplexität bringen kann.

Chancen: Warum Infineon jetzt mehr ist als nur "Automotive und Industrie"



1) KI-Infrastruktur als Mehrjahrestrend: Stromversorgung wird zur Engpass-Kompetenz



Infineon profitiert nicht davon, dass KI "cool" ist, sondern davon, dass KI Strom braucht. Das ist der seltene Vorteil eines Infrastrukturzulieferers: Wenn KI sich durchsetzt, steigt die Nachfrage nach Energieeffizienz, Leistungsdichte und Netzstabilität. Die erwarteten Umsätze von rund 2,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2027 im Bereich Stromversorgungen für KI-Rechenzentren (nach rund 1,5 Milliarden Euro im laufenden Jahr) sind die Art Zahl, an der die Börse Wachstumserzählungen festmacht. Wenn die Skalierung gelingt, kann Infineon einen strukturellen Wachstumspfeiler etablieren, der zyklische Schwächen in anderen Bereichen überdeckt.

2) Smart Power Fab Dresden: Kapazität als Wettbewerbsvorteil



In Halbleitern gewinnt nicht nur der mit der besten Technologie, sondern oft auch der mit der passenden Kapazität zur richtigen Zeit. Der vorgezogene Hochlauf in Dresden ist ein Signal, dass Infineon sich in der KI-Stromversorgung nicht mit "Mitspielen" begnügen will.

3) Margenstärke trotz Umsatzrückgang: Qualitätsmerkmal im Zyklus



Umsatz -7%, Bruttomarge und bereinigte Bruttomarge steigen deutlich. Das zeigt: Mix und Preisdurchsetzung sind nicht komplett erodiert, trotz verhaltenem Umfeld. Genau solche Muster bewerten professionelle Investoren als Zeichen von Resilienz.

4) Automotive bleibt relevant: Software-definierte Fahrzeuge als Gegengewicht



ATV soll 2026 schwächer wachsen als der Konzern, weil Elektromobilität verhalten bleibt. Aber das Momentum bei software-definierten Fahrzeugen wirkt entgegen. Das ist wichtig, weil es zeigt: Infineon sieht nicht nur E-Auto-Stückzahlen, sondern den Elektronikanteil und die Systemarchitektur im Fahrzeug als Wachstumsthema.

5) Optionalität durch ams-OSRAM-Sensorportfolio



Wenn die Transaktion kommt, kann sie Infineons Sensor- und Systemposition erweitern. Das muss nicht sofort im Kurs sein, kann aber mittelfristig den Produktmix stützen.

Risiken: Wo die Story kippen kann, obwohl KI Rückenwind liefert



1) Zyklus bleibt Zyklus: Umsatzrückgang in allen Segmenten ist ein Warnlicht



Der Q1-Umsatzrückgang traf alle vier Segmente. Bei GIP und CSS sogar deutlich. Das ist ein Hinweis, dass die zyklische Schwäche nicht nur ein Randthema ist. Wenn der Gesamtmarkt länger verhalten bleibt, kann KI zwar helfen, aber nicht jedes Segment gleichzeitig retten.

2) Investitionsrisiko: 2,7 Mrd. Euro Capex sind eine Wette auf Nachfrage und Timing



Infineon erhöht die Investitionen um 500 Millionen Euro. Das ist strategisch nachvollziehbar, aber kapitalintensiv. Die Gefahr: Wenn die KI-Ramp-up-Kurve langsamer kommt oder Kundenbudgets verschoben werden, stehen Kapazitäten früher bereit als Profitabilität sie füllt.

3) Cashflow-Volatilität und Bilanz: Netto-Cash deutlich negativ



Mit einer Netto-Cash-Position von rund -4.980 Millionen Euro ist klar: Das Unternehmen arbeitet mit Fremdkapital, während es investiert und akquiriert. Das ist in der Branche nicht ungewöhnlich, aber in einem Zins- und Investitionsumfeld ein Thema, das Investoren aufmerksam verfolgen.

4) Währungs- und Makroeffekte: EUR/USD-Annahme ist nicht nur eine Fußnote



Infineon weist auf belastende Währungseffekte hin. In globalen Halbleitermärkten kann der Wechselkurs schnell Einfluss auf Umsatzdarstellung und Wettbewerbsfähigkeit haben.

5) Akquisitions- und Integrationsrisiko: ams OSRAM und Marvell-Ethernet als Komplexitätsfaktor



Marvell Automotive-Ethernet ist bereits gekauft, ams OSRAM Sensorportfolio soll kommen. Jede Akquisition bringt Integrationsarbeit, Prioritätenkonflikte und Finanzierungsthemen. Wenn Managementfokus durch zu viele Baustellen verwässert, leidet Execution.

Aktuelle Analystenstimmen und Kursziele: sortiert nach Aufwärtspotenzial





























AnalystBankEinstufungKurszielPotenzialKernargumente (Kurzfassung)
Lee SimpsonMorgan StanleyBUY54 EUR (von 45 EUR)+33,90%Pro-These auf KI-Infrastruktur: Kurszielanhebung deutet auf wachsende Überzeugung, dass Infineon von Stromversorgung in KI-Rechenzentren und künftig Netzinfrastruktur überdurchschnittlich profitiert; Execution und Kapazitätsausbau als Bewertungshebel.
Janardan MenonJefferiesBUY52 EUR+28,94%Buy mit Fokus auf Margenqualität und strategische Position: Infineon wird als Profiteur des Power-Halbleitertrends gesehen; kurzfristige Zyklik wird als überwindbar betrachtet, wenn KI-getriebenes Wachstum skaliert.
Qingyuan LinBernsteinBUY51 EUR+26,46%Konstruktiver Blick auf strukturelle Nachfrage: Buy spricht für Vertrauen, dass Power- und Sensor-Themen sowie KI-Rechenzentren den Konzern über den Zyklus tragen; Bewertung soll nach unten abgesichert sein, wenn Guidance eingehalten wird.
Unknown AnalystSusquehannaBUY50 EUR+23,98%Positiv auf mittelfristige Upside: Buy und 50-Euro-Ziel implizieren, dass Infineon als Qualitätsplayer im Power-Segment wahrgenommen wird; KI-Stromversorgung wirkt als zusätzlicher Nachfragebooster.
Joshua BuchalterTD CowenBUY50 EUR (von 44 EUR)+23,98%Kurszielanhebung als Signal: Erwartung, dass KI-bezogene Nachfrage und Kapazitätsausbau die Wachstumsrate verbessern; Risiko bleibt Zyklik, aber Upside wird über Power-Management und Datacenter-Infrastruktur argumentiert.
Andrew GardinerCitiBUY50 EUR (von 44 EUR)+23,98%Buy mit Bewertungs- und Katalysatorfokus: Zielanhebung deutet auf stärkere Zuversicht, dass PSS durch KI-Rechenzentren beschleunigt; Potenzial über Mixverbesserung und Investitionsvorsprung.
Sebastien SztaboKepler CapitalBUY48 EUR (von 42 EUR)+19,02%Positiv, aber weniger aggressiv: Kurszielanhebung zeigt wachsenden Optimismus, dennoch bleibt die Spanne moderater; Argumentation über Power-Trends, Effizienz und die Fähigkeit, Zyklik zu managen.
Tammy QiuBerenberg BankBUY48 EUR (von 41 EUR)+19,02%Buy mit Fokus auf strukturellen Power-Shift: Höheres Kursziel spricht für Vertrauen in den KI-Rückenwind und in Infineons Rolle in der Energieeffizienz; zyklische Schwächen werden als temporär bewertet.
Alexander DuvalGoldman SachsBUY47,5 EUR (von 42,5 EUR)+17,78%Konstruktiv mit Blick auf Nachfrage-Mix: Kurszielanhebung deutet auf bessere Perspektive für margenstärkere Anwendungen; KI- und Infrastrukturthemen als Upside, Automotive bleibt zyklischer Bremsklotz.
Simon ColesBarclaysBUY44 EUR+9,10%Buy, aber konservativer: Kursziel nahe Markt signalisiert "ja, aber"; Chancen in Power, Risiken aus Zyklus und kurzfristiger Sichtbarkeit begrenzen die Aggressivität.
Francois Xavier B.UBSBUY44 EUR+9,10%Buy mit vorsichtigem Upside: UBS erkennt strukturelle Treiber, bleibt aber diszipliniert beim Kursziel; Argumente drehen sich um Kapazitätsausbau und Timing der Erholung in zyklischen Segmenten.
Malte SchaumannWarburg ResearchBUY42 EUR+4,14%Buy mit minimalem Upside: Signalisiert grundsätzliches Vertrauen, aber nahe am Kurs eine "Bewertung schon fair"-Haltung; starke Story, aber kurzfristig begrenzte Kurstreiber.
Sandeep DeshpandeJ.P. MorganHOLD39,2 EUR-2,80%Neutral bis skeptisch: Hold und Kursziel unter dem Kurs deuten auf die Sicht, dass Zyklusrisiken und Investitionsbelastungen noch nicht vollständig verarbeitet sind; KI wird anerkannt, aber als nicht ausreichend für eine Bewertungsprämie kurzfristig.


Was die Analysten wirklich trennt: Timing der Zykluswende versus KI-Sog



Ein Blick auf die Kursziel-Spanne zeigt: Der Markt ist sich einig, dass Infineon strukturelle Chancen hat. Uneinigkeit herrscht darüber, wie schnell diese Chancen groß genug sind, um die Zyklusrisiken zu überstrahlen. Die "Top-Bulls" (Morgan Stanley, Jefferies, Bernstein) argumentieren implizit: KI-Infrastruktur ist ein Mehrjahresmarkt, Power wird zum Engpass, Infineon investiert rechtzeitig, die Aktie hat Luft. Die konservativeren Häuser sagen: Ja, KI ist Rückenwind, aber Umsatzrückgänge in allen Segmenten und hohe Investitionen bedeuten, dass die Story erst in Zahlen überführt werden muss, bevor man eine höhere Bewertung bezahlt.

Einordnung der aktuellen Kursreaktion: -1,8% ist kein Urteil, sondern ein Prüfauftrag



Der Rückgang auf 40,35 Euro (-1,8%) wirkt im Vergleich zur großen KI-Erzählung fast klein. Das ist aber genau der Punkt: Der Markt honoriert die Story, will aber Belege. In solchen Phasen entsteht die typische "Beweislast"-Börse: Wer in den nächsten Quartalen zeigt, dass KI-getriebene PSS-Umsätze den Konzern sichtbar tragen und Margen stabil bleiben, bekommt Vertrauen. Wer trotz KI weiterhin in mehreren Segmenten schwächelt, bekommt Geduld, aber keine Prämie.

Fazit: Infineon ist eine KI-Infrastruktur-Wette mit zyklischem Unterbau



Infineon startet ins Geschäftsjahr 2026 mit einem saisonalen Umsatzrückgang, aber spürbar besserer Marge und stabileren Ergebnissen. Gleichzeitig setzt das Management klar auf die sehr dynamische Nachfrage bei KI, konkret auf Stromversorgung für KI-Rechenzentren und perspektivisch auf Netzinfrastruktur. Die Entscheidung, Investitionen um 500 Millionen Euro zu erhöhen und die Smart Power Fab Dresden schneller hochzufahren, ist die zentrale Aussage: Infineon will im Power-Markt der KI-Ära nicht nur profitieren, sondern führen. Für Anleger bleibt das Chance-Risiko-Profil klar: Chance, wenn KI-Stromversorgung wie geplant skaliert und Infineon die Kapazität genau im richtigen Zeitpunkt trifft. Risiko, wenn der Zyklus länger schwach bleibt oder Investitionen kurzfristig stärker belasten, als die Nachfrage kompensiert. Die Analystenstimmen spiegeln genau das: überwiegend Buy, aber mit sehr unterschiedlichen Upside-Erwartungen. Das ist oft ein Zeichen dafür, dass die Aktie in den kommenden Quartalen nicht von Emotionen, sondern von Execution bewegt wird.

Witziger Share-Hinweis zum Schluss

Teile diesen Artikel mit Freunden, bevor du zum "Infineon-Erklärservice" deiner Gruppe ernannt wirst. Denn sonst kommt garantiert gleich jemand mit: "KI-Rechenzentrum, Dresden, Bruttomarge… ist das jetzt gut oder muss ich Angst haben?" Schick’s rum, dann seid ihr alle gleichzeitig schlau und niemand muss beim Feierabend so tun, als hätte er freiwillig 43,0% bereinigte Bruttomarge auswendig gelernt.

Autor: Redaktion, aktiencheck.de
Veröffentlicht am: 4. Februar 2026

Disclaimer

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (04.02.2026/ac/a/d)




 
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