Intershop Communications AG
WKN: A25421 / ISIN: DE000A254211Intershop chancenreich
08.12.98 00:00
Stisweekly
Intershop Communications: Chancenreiches Investment für langfristige Anleger
(www.stisweekly.de) Einen ziemlich unspektakulären Auftritt am Neuen Markt hatte bislang Intershop. Emittiert zu 100 DM schnellte der Kurs am ersten Handelstag bis auf 260 DM hoch und dümpelt seither um die 200 DM-Marke. Für langfristig orientierte Anleger könnte dies einen attraktiven Einstieg bieten.
Die 1992 von Stephan Schambach und Wilfried Beeck gegründete Intershop ist - gemessen an der Zahl der installierten Shops - Weltmarktführer für Online-Shopsoftware. Andere Firmen wie Open Market setzen zwar etwas mehr um, haben aber bei vergleichbarer Funktionalität deutlich teurere Lösungen, so daß sie Marktanteile an Intershop verlieren. Mittlerweile setzen mehr als 1500 Kunden auf die Software von Intershop. Eine besondere Stärke im Vergleich zu Konkurrenzprodukten ist dabei die vorbildliche Anbindung an Backend-Systeme wie SAP R/3. Erst durch diese Schnittstelle können E-commerce-Transaktionen vollständig automatisiert werden. Außerdem ist die Intershop-Lösung in hohem Umfang konfigurierbar, was Änderungen an bestehenden Shops schnell und zuverlässig geschehen läßt. So verwundert es nicht, daß Intershop in letzter Zeit eine Reihe begehrter Auszeichnungen erhalten konnte: Im April zeichnete die renommierte amerikanische Fachzeitschrift Byte in einem Vergleichstest die Intershop-Software als einziges Produkt in jeder Kategorie mit der Bestnote aus. Außerdem war Intershop Finalist bei der von Byte veranstalteten Best of CeBit 98-Wahl. Die Vorgängerversion der Software erhielt vom Konkurrenten (!) IBM den zweiten Platz bei den Solutions of the Year 1997. Dennoch sollte man die Konkurrenz nicht unterschätzen: Dazu zählen nämlich z. B. die Open Market-Tochter ICentral und zunehmend Open Market selbst, IBM und Microsoft (Site-Server). Offenbar hat Intershop derzeit aber einen beträchtlichen technologischen Vorsprung. Die Bedrohung durch Microsoft ist durchaus ernst zu nehmen, allerdings wird aus Intershop mit hoher Wahrscheinlichkeit keine zweite Netscape, da in diesem Bereich Microsoft seine dominante Position bei Desktop-Betriebssystemen nicht ausspielen kann und der Markt erheblich größer ist. Außerdem dürfte sich Microsoft, gemäß der bisherigen Philosophie, konsequent am low-end des Marktes orientieren.
Partnerschaften
Dem Intershop Vorstand Stephan Schambach gelang es in den vergangenen Monaten und Jahren, eine ganze Reihe wichtiger Partnerschaften mit den "Big-Playern" einzugehen. Darunter befinden sich Brokat, Hewlett Packard, Siemens Nixdorf, Dt. Telekom, KPMG und CSC Ploenzke. Ganz neu ist das Kooperationsabkommen mit Sun Microsystems, dem führenden Hersteller von Servern. Besonders wichtig stufen wir die neue Kooperation mit Oracle ein, da Intershop bisher auf Sybase-Datenbanken aufbaute, die eigentlich eher am absteigenden Ast sind und Sybase wegen ihrer schlechten finanziellen Verfassung von Firmen nur sehr ungern verwendet wird. Diese neue Kooperation wurde durch ein gemeinsames Pilot-Projekt am Duty-free-Shop des Amsterdamer Flughafens getestet.
Neue Produkte dürften für Dynamik sorgen
Auf der diesjährigen Systems wurden zwei neue Ausführungen der Ecommerce-Lösung vorgestellt. Für mittlere bis große Unternehmen bietet man nun mit der Enterprise Edition eine adäquate High-End-Lösung an. Interessant dürfte allerdings der Preis von rd. 80.000 DM für die Lizenz allein sein. Hinzu kommen noch Erlöse aus dem Service (z. B. Anpassungen). Somit wird bereits mit einer relativ geringen Zahl verkaufter Lizenzen ein hoher Umsatz generiert. Eine weitere Messeneuheit sind die "e-pages". Diese Lösung richtet sich vor allem an Telefongesellschaften und Internet-Service-Provider. Ist die Software auf deren installiert, können deren Kunden eigene Shops zu sehr günstigen Preisen einrichten. In der Regel hängt der Preis, den ein ISP für einen Shop-im-Shop verlangt, von der Zahl der darin angebotenen Produkte ab. Der Preis könnte bei wenigen hundert Mark liegen. Dieses Angebot richtet sich direkt gegen den Konkurrenten und Noch-Marktführer Open Market und ist mit einem Preis von 80.000 DM für die Grundversion mit bis zu 100 Shops und 650 DM für jeden weiteren Shop preislich sehr attraktiv. Wir rechnen damit, daß mit diesen beiden Produktneuheiten die Umsatzentwicklung an Dynamik hinzugewinnt. Auch der soeben angekündigte Großauftrag von Kaufhof dürfte sich positiv auf die Umsätze der nächsten Quartale auswirken. Zudem festigt er die Marktführerschaft. Für weitere Dynamik dürfte die verstärkte Expansion nach Nordamerika sorgen, da man aufgrund der noch geringen Basis hier überdurchschnittlich schnell wachsen kann. Gegenüber dem 2. Quartal 98 nahmen im 3. Quartal die Umsätze in den USA um 70% zu. Der Umsatzanteil beträgt nunmehr 35%, so daß sich diese Dynamik nun in stärkerem Maße auf das Wachstum des Gesamtumsatzes auswirken wird. Auch die nun mögliche Anbindung an Oracle-Datenbanken dürfte die Akzeptanz spürbar erhöhen, da Oracle der mit Abstand führende Datenbankhersteller ist und viele Firmen bereits Oracle-Datenbanken installiert haben.
Bewertung
Umsatzentwicklung:
1998 34,0
1999 85,0
2000 170,0
2001 340,0
2002 510,0
2003 765,0
2004 1148,0
2005 1721,0
2006 1721,0
Gewinnentwicklung
1998 - 34,0
1999 - 8,5
2000 8,5
2001 34,0
2002 76,5
2003 153,0
2004 229,0
2005 344,0
2006 516,0
Alle Gewinne beziehen sich auf eine fiktive Besteuerung, berücksichtigen daher also keine (Einmal-) Effekte aus Verlustvorträgen. Für die Berechnung des Ertragswerts setzen wir ab 2007 eine ewige Rente mit den Gewinnen des Jahres 2006 an. Als Zinssatz legen wir recht konservative 12% zugrunde. Darin spiegelt sich das erhöhte Risiko wieder. Dabei ergibt sich ein Ertragswert von 2,2 Mrd. DM bzw. ein fairer Aktienkurs von 330 DM. Die von uns erwarteten Wachstumsraten liegen unter jenen, die das Marktforschungsinstitut Forrester Research für den Gesamtmarkt erwartet. Somit dürften unsere Annahmen realistisch sein, mit Raum für positive Überraschungen. Aus der Emission stehen Intershop noch rd. 50 Mio. DM zur Verfügung, die man in nächster Zeit in Übernahmen investieren möchte. Somit ergibt sich auch von dieser Seite Potential, schneller zu wachsen als von uns erwartet. Aufgrund der starken Kostendegression bei standardisierter Software, dürfte die Rohertragsmarge von derzeit rd. 70% weiter steigen. Derzeit zahlt Intershop rd. 10% seiner Lizenzumsatzerlöse an Sybase für die zugrundeliegende Datenbanktechnologie. Bei höheren Umsätzen sinkt dieser Anteil. Zudem ist Intershop im Bereich Verwaltung bereits ausreichend mit Personal besetzt, so daß dieser Kostenblock in nächster Zeit kaum noch steigen dürfte. Unterproportional dürften auch die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung steigen. Die Steuerquote wird deutlich unter 50% betragen, da ein zunehmender Umsatzanteil in den Vereinigten Staaten erwirtschaftet und versteuert wird. Eine Umsatzrendite von rd. 20% ab dem Jahr 2003 dürfte daher möglich sein.
Fazit
Wir sehen in Intershop einen günstig bewerteten Internetwert, falls sich unsere Annahmen bewahrheiten. Sollten die von uns gestellten Prognosen im negativen Sinne nicht eintreten, so sind aber durchaus hohe Verluste zu erwarten. Aufgrund der starken Marktstellung gibt es allerdings derzeit keinen Anhaltspunkt, daß es so kommen wird. Für den langfristigen und risikobereiten Anleger ist Intershop derzeit ein aussichtsreicher Kauf.
(al, 5.12.1998) - http://www.stisweekly.de
(c) 1998 STIS Weekly - Der kostenlose Email-Börsenbrief
(www.stisweekly.de) Einen ziemlich unspektakulären Auftritt am Neuen Markt hatte bislang Intershop. Emittiert zu 100 DM schnellte der Kurs am ersten Handelstag bis auf 260 DM hoch und dümpelt seither um die 200 DM-Marke. Für langfristig orientierte Anleger könnte dies einen attraktiven Einstieg bieten.
Die 1992 von Stephan Schambach und Wilfried Beeck gegründete Intershop ist - gemessen an der Zahl der installierten Shops - Weltmarktführer für Online-Shopsoftware. Andere Firmen wie Open Market setzen zwar etwas mehr um, haben aber bei vergleichbarer Funktionalität deutlich teurere Lösungen, so daß sie Marktanteile an Intershop verlieren. Mittlerweile setzen mehr als 1500 Kunden auf die Software von Intershop. Eine besondere Stärke im Vergleich zu Konkurrenzprodukten ist dabei die vorbildliche Anbindung an Backend-Systeme wie SAP R/3. Erst durch diese Schnittstelle können E-commerce-Transaktionen vollständig automatisiert werden. Außerdem ist die Intershop-Lösung in hohem Umfang konfigurierbar, was Änderungen an bestehenden Shops schnell und zuverlässig geschehen läßt. So verwundert es nicht, daß Intershop in letzter Zeit eine Reihe begehrter Auszeichnungen erhalten konnte: Im April zeichnete die renommierte amerikanische Fachzeitschrift Byte in einem Vergleichstest die Intershop-Software als einziges Produkt in jeder Kategorie mit der Bestnote aus. Außerdem war Intershop Finalist bei der von Byte veranstalteten Best of CeBit 98-Wahl. Die Vorgängerversion der Software erhielt vom Konkurrenten (!) IBM den zweiten Platz bei den Solutions of the Year 1997. Dennoch sollte man die Konkurrenz nicht unterschätzen: Dazu zählen nämlich z. B. die Open Market-Tochter ICentral und zunehmend Open Market selbst, IBM und Microsoft (Site-Server). Offenbar hat Intershop derzeit aber einen beträchtlichen technologischen Vorsprung. Die Bedrohung durch Microsoft ist durchaus ernst zu nehmen, allerdings wird aus Intershop mit hoher Wahrscheinlichkeit keine zweite Netscape, da in diesem Bereich Microsoft seine dominante Position bei Desktop-Betriebssystemen nicht ausspielen kann und der Markt erheblich größer ist. Außerdem dürfte sich Microsoft, gemäß der bisherigen Philosophie, konsequent am low-end des Marktes orientieren.
Partnerschaften
Dem Intershop Vorstand Stephan Schambach gelang es in den vergangenen Monaten und Jahren, eine ganze Reihe wichtiger Partnerschaften mit den "Big-Playern" einzugehen. Darunter befinden sich Brokat, Hewlett Packard, Siemens Nixdorf, Dt. Telekom, KPMG und CSC Ploenzke. Ganz neu ist das Kooperationsabkommen mit Sun Microsystems, dem führenden Hersteller von Servern. Besonders wichtig stufen wir die neue Kooperation mit Oracle ein, da Intershop bisher auf Sybase-Datenbanken aufbaute, die eigentlich eher am absteigenden Ast sind und Sybase wegen ihrer schlechten finanziellen Verfassung von Firmen nur sehr ungern verwendet wird. Diese neue Kooperation wurde durch ein gemeinsames Pilot-Projekt am Duty-free-Shop des Amsterdamer Flughafens getestet.
Neue Produkte dürften für Dynamik sorgen
Auf der diesjährigen Systems wurden zwei neue Ausführungen der Ecommerce-Lösung vorgestellt. Für mittlere bis große Unternehmen bietet man nun mit der Enterprise Edition eine adäquate High-End-Lösung an. Interessant dürfte allerdings der Preis von rd. 80.000 DM für die Lizenz allein sein. Hinzu kommen noch Erlöse aus dem Service (z. B. Anpassungen). Somit wird bereits mit einer relativ geringen Zahl verkaufter Lizenzen ein hoher Umsatz generiert. Eine weitere Messeneuheit sind die "e-pages". Diese Lösung richtet sich vor allem an Telefongesellschaften und Internet-Service-Provider. Ist die Software auf deren installiert, können deren Kunden eigene Shops zu sehr günstigen Preisen einrichten. In der Regel hängt der Preis, den ein ISP für einen Shop-im-Shop verlangt, von der Zahl der darin angebotenen Produkte ab. Der Preis könnte bei wenigen hundert Mark liegen. Dieses Angebot richtet sich direkt gegen den Konkurrenten und Noch-Marktführer Open Market und ist mit einem Preis von 80.000 DM für die Grundversion mit bis zu 100 Shops und 650 DM für jeden weiteren Shop preislich sehr attraktiv. Wir rechnen damit, daß mit diesen beiden Produktneuheiten die Umsatzentwicklung an Dynamik hinzugewinnt. Auch der soeben angekündigte Großauftrag von Kaufhof dürfte sich positiv auf die Umsätze der nächsten Quartale auswirken. Zudem festigt er die Marktführerschaft. Für weitere Dynamik dürfte die verstärkte Expansion nach Nordamerika sorgen, da man aufgrund der noch geringen Basis hier überdurchschnittlich schnell wachsen kann. Gegenüber dem 2. Quartal 98 nahmen im 3. Quartal die Umsätze in den USA um 70% zu. Der Umsatzanteil beträgt nunmehr 35%, so daß sich diese Dynamik nun in stärkerem Maße auf das Wachstum des Gesamtumsatzes auswirken wird. Auch die nun mögliche Anbindung an Oracle-Datenbanken dürfte die Akzeptanz spürbar erhöhen, da Oracle der mit Abstand führende Datenbankhersteller ist und viele Firmen bereits Oracle-Datenbanken installiert haben.
Umsatzentwicklung:
1998 34,0
1999 85,0
2000 170,0
2001 340,0
2002 510,0
2003 765,0
2004 1148,0
2005 1721,0
2006 1721,0
Gewinnentwicklung
1998 - 34,0
1999 - 8,5
2000 8,5
2001 34,0
2002 76,5
2003 153,0
2004 229,0
2005 344,0
2006 516,0
Alle Gewinne beziehen sich auf eine fiktive Besteuerung, berücksichtigen daher also keine (Einmal-) Effekte aus Verlustvorträgen. Für die Berechnung des Ertragswerts setzen wir ab 2007 eine ewige Rente mit den Gewinnen des Jahres 2006 an. Als Zinssatz legen wir recht konservative 12% zugrunde. Darin spiegelt sich das erhöhte Risiko wieder. Dabei ergibt sich ein Ertragswert von 2,2 Mrd. DM bzw. ein fairer Aktienkurs von 330 DM. Die von uns erwarteten Wachstumsraten liegen unter jenen, die das Marktforschungsinstitut Forrester Research für den Gesamtmarkt erwartet. Somit dürften unsere Annahmen realistisch sein, mit Raum für positive Überraschungen. Aus der Emission stehen Intershop noch rd. 50 Mio. DM zur Verfügung, die man in nächster Zeit in Übernahmen investieren möchte. Somit ergibt sich auch von dieser Seite Potential, schneller zu wachsen als von uns erwartet. Aufgrund der starken Kostendegression bei standardisierter Software, dürfte die Rohertragsmarge von derzeit rd. 70% weiter steigen. Derzeit zahlt Intershop rd. 10% seiner Lizenzumsatzerlöse an Sybase für die zugrundeliegende Datenbanktechnologie. Bei höheren Umsätzen sinkt dieser Anteil. Zudem ist Intershop im Bereich Verwaltung bereits ausreichend mit Personal besetzt, so daß dieser Kostenblock in nächster Zeit kaum noch steigen dürfte. Unterproportional dürften auch die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung steigen. Die Steuerquote wird deutlich unter 50% betragen, da ein zunehmender Umsatzanteil in den Vereinigten Staaten erwirtschaftet und versteuert wird. Eine Umsatzrendite von rd. 20% ab dem Jahr 2003 dürfte daher möglich sein.
Fazit
Wir sehen in Intershop einen günstig bewerteten Internetwert, falls sich unsere Annahmen bewahrheiten. Sollten die von uns gestellten Prognosen im negativen Sinne nicht eintreten, so sind aber durchaus hohe Verluste zu erwarten. Aufgrund der starken Marktstellung gibt es allerdings derzeit keinen Anhaltspunkt, daß es so kommen wird. Für den langfristigen und risikobereiten Anleger ist Intershop derzeit ein aussichtsreicher Kauf.
(al, 5.12.1998) - http://www.stisweekly.de
(c) 1998 STIS Weekly - Der kostenlose Email-Börsenbrief
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