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Do, 23. April 2026, 10:19 Uhr

DAX

WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008

DAX & Dow-Analyse: Alle Analysten glauben an den Weihnachtsmann


15.11.13 08:18
Deutscher Investorenbrief

Frankfurt (www.aktiencheck.de)

Liebe Leserinnen und Leser,

alles sieht geradezu paradiesisch aus, wenn der Betrachter eine rosarote Brille
aufsetzt.

Explodierende Indizes, Geldschwemme, Euphorie.

Gestern meldete sich zu allem Überfluss auch noch die designierte Bernanke-
Nachfolgerin Janet Yellen zu Wort und verkündete, für uns natürlich nicht
überraschend, dass unter ihrem Dirigat ab 2014 die FED die Kontinuität des
ultraleichten Geldes (seit Greenspan 1997) in nuce weiterführen wolle.

Sie als treue Leser unserer Analysen wissen, was Sie von Frau Yellen und ihrer
geldpolitischen Strategie zu halten haben. Genau nichts. Obwohl der
Zinssozialismus bereits erhebliche Abnutzungserscheinungen und
Resistenzbildungssymptome auf Grund dauerhafter Überdosierung zeigt, gelingt
es der Fed immer wieder, die Investorengemeinde mit der Aussicht auf langfristig
niedrigste Zinsen bei Laune zu halten, ja im Mikrokosmischen sogar in
Partystimmung zu versetzen.

Der Dow Jones erklomm gestern also mit 15.879 neue Alltimehighs. Der DAX
blieb mit 9.150 nur knapp unter seinem bisherigen ATH von 9.194.

Was jetzt geschieht, ist aber hochinteressant und folgenschwer!

Nahezu alle bislang noch für den Gesamtmarkt skeptischen Researchhäuser sind
mit dem gestrigen Tag ins Bullenlager geschwenkt und haben endgültig kapituliert.
Der zweimalige Test der 9.000er Marke hat den Auguren ausgereicht, um darin
den Beleg für eine äußerst starke Bodenbildung zu sehen, der nach Meinung der
Mehrheit nun bis zum Jahresende nicht mehr unterschritten werden wird und als
Trampolin für weitere Kursavancen bis zum Kanalende bei 9.400 und darüber
hinaus gut sein sollte. Im Gespräch über den Dow Jones wird bereits die 17.000
herumgereicht als wäre dies nur eine Lappalie. Diese Debatten laufen allesamt
unter dem Label "Jahresendrallye" "Window Dressing" und Trendbeschleunigung.
Die Liquiditätsschwemme wird immer wieder als zukünftiger Treibsatz
angesprochen. Offenbar hat das entnervende Oszillieren zwischen 9.000 und
9.200 sowie die extreme Zunahme der Volatilität, schön zu beobachten an jetzt
häufiger auftretenden Wechseln von Intraday-Reversals, Turnarounds und
Rebounds, die Pessimisten verunsichert.

Dabei ist doch noch gar nichts passiert, was die Annahme eines Ausfalls der
notwendigen Korrektur (wohlgemerkt nicht eines Crashs, der erst bei
Zinserhöhungen einsetzen sollte) legitimieren würde.

Vor wenigen Tagen schrieben wir "Wir sehen uns immer stärker in unserer
Auffassung bestätigt, dass eine echte Jahresendrallye wohl nicht mehr kommen
wird.  Was jetzt noch passiert, wird ein Oszillieren zwischen 14.500 und 16.000 im
Dow sowie 8480 und 9.145 im DAX sein. Zu viele wollen noch in den Run
investieren, so dass die Volatilität extrem zunehmen wird, aber neue Hochs
werden immer schwerer gehalten werden können. Das typische Ende einer wahren
Hausse.

Und weiter

"Der Dow wird noch einige Versuche RIchtung 16.000 unternehmen, um dann
endgültig daran zu scheitern und wieder unter 15.350, also in den alten Kanal
13.500-15.500 zu fallen."

Dem ist weiterhin nichts hinzuzufügen. Die 9.200 wird eine echte Begrenzung im
DAX darstellen, von der 9.400 sind wir immer noch entfernt. Ein Abprallen an der
16.000 würde im Dow nach unserer Auffassung eine ideale Ausgangslage für eine
notwendige Korrektur schaffen, die den Dow noch bis 14.500, auf jeden Fall aber
in ein Abtauchen in den alten Kanal führen würde.

Nach über VIEREINHALBJÄHRIGER Superhausse und allein in diesem Jahr
extrem überhitzender Trendfortführung glauben wir nicht mehr an große Sprünge
zum Jahresende.

Heute sollte der DAX bis maximal 9.200 laufen und von dort wieder Richtung
9.150 fallen. Der Dow Jones hat Maximalpotenzial bis 16.000, dann kommt es zur
Entscheidung. Erst unter 15.350 sollten aber massiv Shortbestände aufgebaut
werden. Wenn alle Pessimisten weg sind und das Longielager aus allen Nähten
platzt, ist der Turnaroundpoint ausgesprochen in Reichweite. Nie war es in diesem
Jahr so gefährlich auf steigende Kurse zu setzen wie heute, wo alle schon an den
Weihnachtsmann denken und kein Analyst mehr mit Shortempfehlungen aufwarten
möchte, um sich nicht zu blamieren.

Seien Sie auf der Hut.
(15.11.2013/ac/a/d)




 
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