DAX-Reform bestenfalls halbherzig
03.12.20 11:25
Spectrum Markets
Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Die Deutsche Börse AG hat eine Reform des deutschen Aktienleitindex DAX angekündigt, so Tobias Stöhr, Sales Executive bei Spectrum Markets.
Die angekündigte Reform des deutschen Leitindex mache ihn für Anleger zwar attraktiver, lasse aber Chancen ungenutzt. Ab September 2021 werde der DAX die Entwicklung von 40, statt wie bisher 30 Werten umfassen, wodurch er die deutsche Aktienlandschaft besser abbilde. Investoren, die den Index handeln möchten, könnten zukünftig von der größeren Risikostreuung profitieren und der daraus resultierenden geringeren zu erwartenden Volatilität. Ebenso positiv, wenn auch überfällig, sei, dass Mitglieder künftig ausgeschlossen würden, wenn sie innerhalb bestimmter Fristen keine testierten Quartalszahlen und Geschäftsberichte vorlegen würden. Dadurch steige das Vertrauen in das Börsenbarometer.
Auch die Punktzahl des DAX werde sich mit der Umstellung im September nicht schlagartig ändern, da die 30 bereits im DAX vertretenen Titel entsprechend geringer gewichtet würden. Diese Änderungen würden die Emittenten von Derivaten nachvollziehen. Dadurch bleibe der Wert von Derivaten, die den Index abbilden würden, voraussichtlich stabil. Zusätzliche Kosten sollten für Investoren nicht entstehen. Der DAX werde daher sowohl als Investment als auch als Trading-Position attraktiver.
Könne man so den Rückschlag, den der Wirecard-Skandal für die deutsche Aktienkultur bedeutet habe, kompensieren? Die Antwort sei: "nicht vollständig". Zwar sei ein Teil der Änderungen - ob überfällig oder nicht - zu begrüßen, diesen stünden allerdings Mängel gegenüber.
So werde der MDAX geschwächt, der die Entwicklung der 60 nächstgrößeren Aktienunternehmen abbilde. Hinzu komme, dass sich die deutsche Unternehmenslandschaft auch durch einen ausgeweiteten DAX nicht darstellen lasse. Selbst die Aufnahme einer deutlich größeren Anzahl an Unternehmen, würde die volkswirtschaftliche Aussagekraft nicht zwangsweise steigern - wie der Blick auf den S&P 500 zeige. Auch seien Substanz- und Wachstumswerte nicht ausgewogen. Hier hätte man aus Fehlern der Vergangenheit und anderer Indices lernen können. Zudem bleibe die Chance ungenutzt, den DAX im Hinblick auf Dividenden mit anderen Leitindices vergleichbarer zu machen. Vor einem vorsätzlichen Betrug wie im Falle von Wirecard könnten Reformen dieser Art natürlich nicht schützen; das Fazit bleibe daher zurückhaltend. (03.12.2020/ac/a/m)
Die angekündigte Reform des deutschen Leitindex mache ihn für Anleger zwar attraktiver, lasse aber Chancen ungenutzt. Ab September 2021 werde der DAX die Entwicklung von 40, statt wie bisher 30 Werten umfassen, wodurch er die deutsche Aktienlandschaft besser abbilde. Investoren, die den Index handeln möchten, könnten zukünftig von der größeren Risikostreuung profitieren und der daraus resultierenden geringeren zu erwartenden Volatilität. Ebenso positiv, wenn auch überfällig, sei, dass Mitglieder künftig ausgeschlossen würden, wenn sie innerhalb bestimmter Fristen keine testierten Quartalszahlen und Geschäftsberichte vorlegen würden. Dadurch steige das Vertrauen in das Börsenbarometer.
Könne man so den Rückschlag, den der Wirecard-Skandal für die deutsche Aktienkultur bedeutet habe, kompensieren? Die Antwort sei: "nicht vollständig". Zwar sei ein Teil der Änderungen - ob überfällig oder nicht - zu begrüßen, diesen stünden allerdings Mängel gegenüber.
So werde der MDAX geschwächt, der die Entwicklung der 60 nächstgrößeren Aktienunternehmen abbilde. Hinzu komme, dass sich die deutsche Unternehmenslandschaft auch durch einen ausgeweiteten DAX nicht darstellen lasse. Selbst die Aufnahme einer deutlich größeren Anzahl an Unternehmen, würde die volkswirtschaftliche Aussagekraft nicht zwangsweise steigern - wie der Blick auf den S&P 500 zeige. Auch seien Substanz- und Wachstumswerte nicht ausgewogen. Hier hätte man aus Fehlern der Vergangenheit und anderer Indices lernen können. Zudem bleibe die Chance ungenutzt, den DAX im Hinblick auf Dividenden mit anderen Leitindices vergleichbarer zu machen. Vor einem vorsätzlichen Betrug wie im Falle von Wirecard könnten Reformen dieser Art natürlich nicht schützen; das Fazit bleibe daher zurückhaltend. (03.12.2020/ac/a/m)
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