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Fr, 17. April 2026, 4:36 Uhr

Infineon AG

WKN: 623100 / ISIN: DE0006231004

Infineon Aktie: Besserung in Sicht


01.10.25 17:49
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Infineon-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Manuel Stahl, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), stuft die Aktie der Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100, Ticker-Symbol: IFX, NASDAQ OTC-Symbol: IFNNF) von "Halten" auf "Kauf" hoch.

Q3 25: Der Umsatz habe gegenüber dem Vorjahresquartal unverändert bei EUR 3,7 Mrd. gelegen, womit die Erwartungen der Analyst:innen nahezu exakt getroffen worden seien. Der Grund für die stagnierende Umsatzentwicklung sei gemäß Unternehmensangaben vor allem der schwächere US-Dollar gewesen. Hinsichtlich des bereinigten Gewinns je Aktie habe wie auch zuletzt ein deutlicher Rückgang von nun 14% auf EUR 0,37 hingenommen werden müssen. Damit habe der Halbleiterhersteller aber dennoch über den Konsensschätzungen von EUR 0,33 gelegen. Auf Segmentebene sei "Power & Sensor Systems" wie auch im Vorquartal die einzige Sparte gewesen, die ein Umsatzwachstum von 13% verbuchen konnte. Der umsatzstärkste Bereich "Automotive" habe sich mit -3% rückläufig entwickelt, während "Green Industrial Power" und "Connected Secure Systems" 9% bzw. 5% eingebüßt hätten. Das bereits 2024 ins Leben gerufene Sparprogramm spiegle sich in einer Segmentergebnis-Marge von 18,0% wider, womit die Erwartungen von 15,8% klar übertroffen worden seien.

Infineon sei in den vergangenen Monaten gleich zwei Kooperationen mit NVIDIA eingegangen. Einerseits möchten die beiden Unternehmen ein System für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren entwickeln, welches die Stromumwandlung zentral am KI-Chip steuere und somit eine energieeffizientere und zuverlässigere Stromverteilung ermögliche. Damit werde der wachstumsstarke Bereich Power & Sensor Systems (PSS), der mit Power Supply Units (PSUs) und Battery Backup Units (BBUs) bereits jetzt den unterbrechungsfreien Betrieb von KI-Rechenzentren gewährleiste, weiter gestärkt. Andererseits sollten mithilfe der marktführenden Mikrocontroller-Technologie von Infineon und NVIDIAs Entwicklerplattform effizientere, leistungsfähigere und skalierbare Motorsteuerungslösungen für humanoide Roboter geschaffen werden, die anschließend im industriellen Kontext zum Einsatz kommen sollten.

Die Eröffnung des Front-End-Halbleiterwerks in Dresden, an dem Infineon als Teil der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) gemeinsam mit TSMC, Bosch und NXP Semiconductors beteiligt sei, rücke mit dem planmäßigen Produktionsstart im Jahr 2026 immer näher. Die damit verbundenen (geförderten) Investitionen von rund EUR 5,0 Mrd. sollten Infineon dann im Zentrum der europäischen Halbleiterindustrie positionieren. Schließlich plane die deutsche Bundesregierung bereits mit drei weiteren "Gigafactories", die 2027 in Betrieb gehen sollten. Darüber hinaus sei die Übernahme des Automotive-Ethernet-Geschäfts von Marvell Technology für USD 2,5 Mrd. finalisiert worden, mit der die führende Position im Bereich der Mikrocontroller für Automobilanwendungen gestärkt werden solle. An anderer Stelle seien jedoch auch Desinvestitionen in Austin, Texas, und Bangkok/Nonthaburi durchgeführt worden, die jedoch an langfristige Partnerschaften bzw. Lieferverträge mit den Käufern der Werke gebunden seien.

Der Export von Halbleitern in die USA unterliege dem mit der EU vereinbarten Zollsatz von 15%. Zwar schütze sich das Unternehmen mit dem Betrieb zahlreicher Werke in den USA und einem regionalen Umsatzanteil von lediglich 11% zu einem gewissen Grad gegen die Zölle, jedoch wirkten sich aufgrund der verflochtenen Lieferketten auch die Zölle anderer Länder und Industrien indirekt auf Infineon aus. Die jüngst öffentlich gewordenen internen Gespräche über die Einführung von Zöllen auf im Ausland produzierte elektronische Geräte, die sich nach der Anzahl der verbauten Chips richten würden, würden die weiterhin vorherrschende Unsicherheit rund um die Zoll-Thematik unterstreichen. Des Weiteren stelle der durch die Zollpolitik bedingt schwächere US-Dollar einen weiteren Belastungsfaktor für das Geschäft von Infineon dar.

Ausblick: Infineon prognostiziere für das vierte Geschäftsquartal bei einem angenommenen EUR/USD-Wechselkurs von 1,15 (bisher 1,125) einen Umsatz von rund EUR 3,9 Mrd. Für das gesamte Geschäftsjahr 2024/25 werde somit ein Umsatz von etwa EUR 14,6 Mrd. erwartet, was einem leichten Rückgang zum Vorjahr entsprechen würde. Die prognostizierten Investitionen sollten sich nun auf EUR 2,2 Mrd. (zuvor: EUR 2,3 Mrd.) belaufen, während die bereinigte Bruttomarge mindestens 40% (zuvor: etwa 40%) erreichen solle. Hinsichtlich der Segmentergebnismarge werde nun mit einem Wert im hohen Zehner-Prozentbereich gerechnet (zuvor: mittlerer Zehner-Prozentbereich). Außerdem sei ein bis Mitte November laufendes Aktienrückkaufprogramm im Ausmaß von bis zu EUR 37,0 Mio. angekündigt worden.

Nach einem holprigen ersten Halbjahr habe Infineon im dritten Quartal erneut Umsatz- sowie Gewinnrückgänge hinnehmen müssen. Die Ausgangslage sei nun jedoch eine bessere. Zwar würden die US-amerikanische Handelspolitik und der schwache US-Dollar nach wie vor signifikante Belastungsfaktoren darstellen, jedoch sollte sich zumindest der EUR/USD-Kurs auf einem zugegebenermaßen hohen Niveau stabilisieren. Darüber hinaus habe das Halbleiterunternehmen im dritten Quartal mit einer höheren Segmentergebnis-Marge überzeugen können, sodass der Margenausblick für das Geschäftsjahr 2025 angehoben worden sei. Langfristig würden sich insbesondere durch die Eröffnung des Halbleiterwerks in Dresden und die Kooperationen mit NVIDIA signifikante Wachstumsmöglichkeiten ergeben.

Folglich bestätigt Manuel Stahl, Analyst der RBI, sein bisheriges Kursziel von EUR 38,00, was angesichts des aktuell niedrigeren Kursniveaus einer KAUF-Empfehlung entspricht. Das Kursziel ergebe sich mittels eines relativen Bewertungsansatzes, welcher basierend auf Multiples für die nächsten zwölf Monate auch einen im historischen Vergleich angemessenen Bewertungsaufschlag zum Sektor berücksichtige. (Analyse vom 01.10.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity (01.10.2025/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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