Infineon Aktie: Kräftige Erhöhung der KI-Prognose euphorisiert Investoren
17.11.25 11:33
BNP Paribas
Paris (www.aktiencheck.de) - Infineon-Aktienanalyse von BNP Paribas:
Egmond Haidt von BNP Paribas nimmt die Aktie der Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100, Ticker-Symbol: IFX, NASDAQ OTC-Symbol: IFNNF) unter die Lupe.
Mit einem satten Kurssprung nach oben reagiere die Infineon-Aktie auf die Vorlage der Ergebnisse für das per September beendete Fiskaljahr 2024/25. Zwar seien diese gemischt ausgefallen, doch umso begeisterter seien Investoren, dass Vorstandschef Jochen Hanebeck die Prognose für die KI-Umsätze für das laufende Jahr um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro nach oben geschraubt habe.
Im vierten Quartal 2024/25 sei der Umsatz um 6 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 3,94 Milliarden Euro gestiegen. Das liege leicht über den Schätzungen der Analysten von 3,91 Milliarden Euro. Währungsbereinigt habe das Plus bei 8,5 Prozent gelegen.
Zu dem Wachstum hätten sämtliche Geschäftsbereiche beigetragen. Dabei hätten die Einnahmen mit Chips für Autos zugelegt, was Infineon unter anderem auf "das Auslaufen von Förderungen (für E-Autos) in den USA und China" zurückgeführt habe. Das Autogeschäft sei der mit weitem Abstand wichtigste Umsatzlieferant von Infineon, habe es doch mit 1,92 Milliarden Euro 48,7 Prozent der Konzernerlöse beigesteuert. Entsprechend stark hänge das Unternehmen von der Entwicklung des Automarkts ab.
Zudem seien die Einnahmen mit Chips für Energieinfrastruktur gewachsen, wozu Infineon erneuerbare Energien und Netzinfrastruktur zähle, ebenso wie mit jenen für Server und Rechenzentren für KI.
Dabei sei das Segment-Ergebnis, also der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), gegenüber dem Vorquartal um 7 Prozent auf 717 Millionen Euro gestiegen. Damit habe sich die Marge von 18,0 auf 18,2 Prozent leicht verbessert.
Allerdings habe das unter den Erwartungen von 733 Millionen Euro gelegen. Infineon habe eingeräumt, dass Chips aus "bestimmten Produktgruppen für konsumentennahe Anwendungen" aufgrund "unterausgelasteter Produktionskapazitäten vorübergehend zu niedrigeren Margen" verkauft worden seien.
Hingegen sei der Auftragsbestand erfreulicherweise gegenüber dem Vorquartal von 18 auf 20 Milliarden Euro gestiegen, womit sich der Wert auf dem Niveau der vergangenen fünf Quartale eingependelt habe.
Bei der Zahlenvorlage habe sich Hanebeck zufrieden mit den Ergebnissen gezeigt. "Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir ein moderates Wachstum in einem weiterhin uneinheitlichen Marktumfeld. In automobil-, industrie- und verbrauchernahen Märkten sind die Wachstumsimpulse noch verhalten. Viele Kunden fahren auf Sicht und bestellen kurzfristig", habe der Vorstandschef gesagt.
"Dagegen steigen Investitionen in die KI-Infrastruktur weltweit weiter stark an und wir rechnen mit einer deutlich anziehenden Nachfrage nach unseren führenden Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Wir heben unser Ziel deutlich an und erwarten hier im Geschäftsjahr 2026 rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz", so der Firmenlenker.
Das seien 50 Prozent mehr als die 1,0 Milliarden Euro, die er bei der Präsentation der 9-Monats-Zahlen in Aussicht gestellt habe, und bedeute zudem mehr als eine Verdopplung gegenüber 2024/25, als sich die Einnahmen aus KI-Chips fast verdreifacht hätten, auf mehr als 700 Millionen Euro.
Analysten würden für 2025/26 einen Anstieg des Konzernumsatzes auf 15,8 Milliarden Euro prognostizieren. Damit würde der Anteil der KI-Erlöse von 4,8 Prozent auf 9,5 Prozent nach oben schießen - und genau diese Aussicht euphorisiere Investoren.
Bis zum Ende des Jahrzehnts werde der für Infineon adressierbare Markt für KI-Chips eine Größe von 8 bis 12 Milliarden Euro erreichen. Dabei wolle Infineon seinen Marktanteil von aktuell 30 bis 40 Prozent verteidigen.
Für das erste Quartal 2025/26 habe Hanebeck einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, das habe allerdings unter den Erwartungen von 3,75 Milliarden Euro gelegen. Dabei solle eine Segment-Ergebnis-Marge im "mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich" erwirtschaftet werden.
Für das Fiskaljahr 2025/26 peile der Vorstandschef - wie oben geschrieben - bei einem moderaten Umsatzwachstum eine Segment-Ergebnis-Marge im "hohen Zehner-Prozentbereich" an.
Analysten würden für das Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatz von 15,82 Milliarden Euro prognostizieren, das entspreche einem Anstieg von 7,9 Prozent gegenüber 2024/25. Das wäre eine erfreuliche Entwicklung, nachdem die Erlöse zwei Jahre in Folge gesunken seien, von 16,4 Milliarden für 2022/23 über 15,0 Milliarden Euro für 2023/24 auf 14,7 Milliarden für 2024/25.
Im gleichen Zeitraum sei die Segment-Ergebnis-Marge von 27 Prozent über 21 Prozent auf 18 Prozent zurückgegangen. Das bereinigte Ebit solle 2025/26 2,8 Milliarden Euro erreichen, was einen Zuwachs von 9,4 Prozent bedeute. Damit würde sich die Marge leicht verbessern, von 17,5 auf 17,7 Prozent.
Nach dem Kurssprung liege der Börsenwert bei 47,5 Milliarden Euro. Inklusive der Nettoschulden von 4,7 Milliarden Euro liege der Enterprise Value (EV) bei 52,2 Milliarden Euro.
Das entspreche dem 18,6-Fachen des von Analysten für 2025/26 vorhergesagten Ebit. Haidt finde, das sei eigentlich eine ziemlich hohe Bewertung für ein Unternehmen, das üblicherweise ein zyklisches Geschäft habe und das zudem gerade unter der Flaute der Autoindustrie leide.
Und das KGV liege bei 19,9.
Der Kurssprung zeige, dass sich die Stimmung der Investoren für die Infineon-Aktie kräftig verbessert habe. Vor diesem Hintergrund dürfte die Infineon-Aktie kurzfristig weiter in Richtung des 52-Wochen-Hochs von 38,66 Euro vom Februar 2025 steigen, denn der KI-Hype euphorisiere nun auch die Aktionäre von Infineon. (Analyse vom 12.11.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (17.11.2025/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Egmond Haidt von BNP Paribas nimmt die Aktie der Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100, Ticker-Symbol: IFX, NASDAQ OTC-Symbol: IFNNF) unter die Lupe.
Mit einem satten Kurssprung nach oben reagiere die Infineon-Aktie auf die Vorlage der Ergebnisse für das per September beendete Fiskaljahr 2024/25. Zwar seien diese gemischt ausgefallen, doch umso begeisterter seien Investoren, dass Vorstandschef Jochen Hanebeck die Prognose für die KI-Umsätze für das laufende Jahr um 50 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro nach oben geschraubt habe.
Im vierten Quartal 2024/25 sei der Umsatz um 6 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 3,94 Milliarden Euro gestiegen. Das liege leicht über den Schätzungen der Analysten von 3,91 Milliarden Euro. Währungsbereinigt habe das Plus bei 8,5 Prozent gelegen.
Zu dem Wachstum hätten sämtliche Geschäftsbereiche beigetragen. Dabei hätten die Einnahmen mit Chips für Autos zugelegt, was Infineon unter anderem auf "das Auslaufen von Förderungen (für E-Autos) in den USA und China" zurückgeführt habe. Das Autogeschäft sei der mit weitem Abstand wichtigste Umsatzlieferant von Infineon, habe es doch mit 1,92 Milliarden Euro 48,7 Prozent der Konzernerlöse beigesteuert. Entsprechend stark hänge das Unternehmen von der Entwicklung des Automarkts ab.
Zudem seien die Einnahmen mit Chips für Energieinfrastruktur gewachsen, wozu Infineon erneuerbare Energien und Netzinfrastruktur zähle, ebenso wie mit jenen für Server und Rechenzentren für KI.
Dabei sei das Segment-Ergebnis, also der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), gegenüber dem Vorquartal um 7 Prozent auf 717 Millionen Euro gestiegen. Damit habe sich die Marge von 18,0 auf 18,2 Prozent leicht verbessert.
Allerdings habe das unter den Erwartungen von 733 Millionen Euro gelegen. Infineon habe eingeräumt, dass Chips aus "bestimmten Produktgruppen für konsumentennahe Anwendungen" aufgrund "unterausgelasteter Produktionskapazitäten vorübergehend zu niedrigeren Margen" verkauft worden seien.
Hingegen sei der Auftragsbestand erfreulicherweise gegenüber dem Vorquartal von 18 auf 20 Milliarden Euro gestiegen, womit sich der Wert auf dem Niveau der vergangenen fünf Quartale eingependelt habe.
Bei der Zahlenvorlage habe sich Hanebeck zufrieden mit den Ergebnissen gezeigt. "Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir ein moderates Wachstum in einem weiterhin uneinheitlichen Marktumfeld. In automobil-, industrie- und verbrauchernahen Märkten sind die Wachstumsimpulse noch verhalten. Viele Kunden fahren auf Sicht und bestellen kurzfristig", habe der Vorstandschef gesagt.
"Dagegen steigen Investitionen in die KI-Infrastruktur weltweit weiter stark an und wir rechnen mit einer deutlich anziehenden Nachfrage nach unseren führenden Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Wir heben unser Ziel deutlich an und erwarten hier im Geschäftsjahr 2026 rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz", so der Firmenlenker.
Analysten würden für 2025/26 einen Anstieg des Konzernumsatzes auf 15,8 Milliarden Euro prognostizieren. Damit würde der Anteil der KI-Erlöse von 4,8 Prozent auf 9,5 Prozent nach oben schießen - und genau diese Aussicht euphorisiere Investoren.
Bis zum Ende des Jahrzehnts werde der für Infineon adressierbare Markt für KI-Chips eine Größe von 8 bis 12 Milliarden Euro erreichen. Dabei wolle Infineon seinen Marktanteil von aktuell 30 bis 40 Prozent verteidigen.
Für das erste Quartal 2025/26 habe Hanebeck einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, das habe allerdings unter den Erwartungen von 3,75 Milliarden Euro gelegen. Dabei solle eine Segment-Ergebnis-Marge im "mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich" erwirtschaftet werden.
Für das Fiskaljahr 2025/26 peile der Vorstandschef - wie oben geschrieben - bei einem moderaten Umsatzwachstum eine Segment-Ergebnis-Marge im "hohen Zehner-Prozentbereich" an.
Analysten würden für das Fiskaljahr 2025/26 einen Umsatz von 15,82 Milliarden Euro prognostizieren, das entspreche einem Anstieg von 7,9 Prozent gegenüber 2024/25. Das wäre eine erfreuliche Entwicklung, nachdem die Erlöse zwei Jahre in Folge gesunken seien, von 16,4 Milliarden für 2022/23 über 15,0 Milliarden Euro für 2023/24 auf 14,7 Milliarden für 2024/25.
Im gleichen Zeitraum sei die Segment-Ergebnis-Marge von 27 Prozent über 21 Prozent auf 18 Prozent zurückgegangen. Das bereinigte Ebit solle 2025/26 2,8 Milliarden Euro erreichen, was einen Zuwachs von 9,4 Prozent bedeute. Damit würde sich die Marge leicht verbessern, von 17,5 auf 17,7 Prozent.
Nach dem Kurssprung liege der Börsenwert bei 47,5 Milliarden Euro. Inklusive der Nettoschulden von 4,7 Milliarden Euro liege der Enterprise Value (EV) bei 52,2 Milliarden Euro.
Das entspreche dem 18,6-Fachen des von Analysten für 2025/26 vorhergesagten Ebit. Haidt finde, das sei eigentlich eine ziemlich hohe Bewertung für ein Unternehmen, das üblicherweise ein zyklisches Geschäft habe und das zudem gerade unter der Flaute der Autoindustrie leide.
Und das KGV liege bei 19,9.
Der Kurssprung zeige, dass sich die Stimmung der Investoren für die Infineon-Aktie kräftig verbessert habe. Vor diesem Hintergrund dürfte die Infineon-Aktie kurzfristig weiter in Richtung des 52-Wochen-Hochs von 38,66 Euro vom Februar 2025 steigen, denn der KI-Hype euphorisiere nun auch die Aktionäre von Infineon. (Analyse vom 12.11.2025)
Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (17.11.2025/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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