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Fr, 17. April 2026, 8:32 Uhr

Polaris Inc

WKN: 893819 / ISIN: US7310681025

Polaris Aktie: Wiedereinführung der Prognose spiegelt Zuversicht des Vorstands wider


15.12.25 12:15
BNP Paribas

Paris (www.aktiencheck.de) - Polaris-Aktienanalyse von BNP Paribas:

Egmond Haidt von BNP Paribas nimmt die Aktie von Polaris Inc. (ISIN: US7310681025, WKN: 893819, Ticker-Symbol: PL6, NYSE-Symbol: PII) unter die Lupe.

Die US-Produzenten von Offroadfahrzeugen wie Quads und Schneemobilen hätten mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen, schließlich habe es im Rahmen der Corona-Pandemie eine erhebliche Blase gegeben, als sich viele Amerikaner derartige Fahrzeuge zugelegt hätten.

Anschließend sei es allerdings zu hoher Inflation und kräftig steigenden Zinsen gekommen, was den Sektor enorm in die Bredouille gebracht habe, weil die Käufer plötzlich ausgeblieben seien und viele Händler zu hohe Lagerbestände gehabt hätten, die sie abbauen mussten. Letzteres habe das Geschäft des Branchenprimus Polaris zusätzlich belastet.

Diesem Umfeld stelle sich Polaris entgegen. Im dritten Quartal sei der Umsatz um 7 Prozent auf 1,842 Milliarden Dollar gestiegen. Der um das Auslaufen von Produkten bereinigte Erlös – die für Vorstandschef Mike Speetzen und viele Investoren entscheidende Kennzahl – habe ebenfalls um 7 Prozent auf 1,838 Milliarden Dollar zugelegt.

Dabei seien die Einnahmen mit Offroadfahrzeugen um 8 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar gewachsen, zumal die Firma auf dem Heimatmarkt Nordamerika deutlich Marktanteile hinzugewonnen habe. Zudem seien die Umsätze im Bereich Marine, also mit Booten und Pontons, um 20 Prozent auf 103,4 Millionen Dollar angesprungen. Hingegen seien die Erlöse mit Straßenfahrzeugen wie etwa Motorrädern etwas auf 228,5 Millionen Dollar gesunken.

Zudem sei der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Konzernebene um 18,7 Millionen Dollar bzw. 11,8 Prozent auf 140,4 Millionen Dollar zurückgegangen, damit habe sich die Marge deutlich von 9,2 auf 7,6 Prozent verschlechtert.

Verantwortlich für den Rückgang seien allerdings ausschließlich Strafzölle der USA und die Reaktionen etlicher anderer Länder gewesen, die mit insgesamt 35 Millionen Dollar durchgeschlagen hätten.

Laut Speetzens neuer Prognose sollten die Strafzölle das Ergebnis im Gesamtjahr um insgesamt rund 90 Millionen Dollar belasten, dabei sollten rund 40 Millionen Dollar auf das vierte Quartal entfallen.

Das Management wolle daher weiter energisch gegensteuern und die Einkäufe von Teilen und Komponenten aus China bis Ende 2027 um 80 Prozent gegenüber 2024 senken.

Zudem möchte das Vorstandsteam die Kosten im Gesamtjahr 2025 um rund 40 Millionen Dollar senken, nach Einsparungen von mehr als 200 Millionen Dollar für 2024.

Außerdem sei der bereinigte Gewinn je Aktie im dritten Quartal um 44 Prozent auf 0,41 Dollar eingebrochen, das habe allerdings weit über den Schätzungen der Analysten von 0,23 Dollar gelegen.

Vorstand führt Prognose wieder ein

Bei der Zahlenvorlage am 28. Oktober habe sich Speetzen mit den Ergebnissen zufrieden gezeigt, zumal der Konzern am 13. Oktober den Verkauf eines Mehrheitsanteils an der rote Zahlen schreibenden Tochter Indian Motorcycle bekannt gegeben habe.

Nach dem geplanten Abschluss der Transaktion im ersten Quartal 2026 verliere Polaris zwar einen Jahresumsatz von rund 450 Millionen Dollar, allerdings werde dadurch das bereinigte Ebitda um 50 Millionen Dollar nach oben getrieben, der bereinigte Gewinn je Aktie um rund 1,00 Dollar.

Der Firmenlenker habe daher die Jahresprognose für 2025 wieder eingeführt, nachdem er sie Ende April aufgrund der unabsehbaren Folgen der US-Strafzölle ausgesetzt habe.

Demnach solle der bereinigte Umsatz im Gesamtjahr 2025 6,9 bis 7,1 Milliarden Dollar erreichen, das sei genau der Ausblick gewesen, den der Vorstandschef zum Jahresauftakt im Januar gegeben habe, nach 7,2 Milliarden Dollar für 2024.

Zudem gehe das Management nun von einem bereinigten Verlust je Aktie von rund 0,05 Dollar aus. Das bedeute für das vierte Quartal einen kleinen Gewinn, nachdem nach drei Quartalen ein bereinigter Verlust von 0,09 Dollar zu Buche gestanden habe. Bereinigt um die Effekte der Strafzölle würde laut Speetzen im Gesamtjahr die ursprüngliche Prognose eines bereinigten Gewinns je Aktie von rund 1,10 Dollar erreicht werden.

Allerdings habe Speetzen gewarnt, dass Strafzölle das Ergebnis im Jahr 2026 um mehr als 200 Millionen Dollar belasten würden, weil die Strafzölle für das gesamte Jahr anfielen, während sie im ersten Halbjahr 2025 bei "nur" rund 15 Millionen Dollar gelegen hätten.

So sehen die Schätzungen aus

Analysten prognostizierten für 2025 einen Umsatzrückgang um 1,8 Prozent auf 7,04 Milliarden Dollar, womit die obere Hälfte von Speetzens Prognose erreicht würde. Hingegen solle der Erlös 2026 minimal zulegen, auf 7,06 Milliarden Dollar.

Zudem solle das bereinigte Ebitda 2025 um ein Drittel auf 422,2 Millionen Dollar einbrechen, allerdings gefolgt von einem Anstieg um 22 Prozent auf 514,9 Millionen Dollar für 2026.

Außerdem solle der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2025 um 82 Prozent auf nur noch 53,0 Millionen Dollar kollabieren. Hingegen solle er 2026 um 270 Prozent auf 195,9 Millionen Dollar nach oben schießen, womit er allerdings noch weit unter dem Niveau früherer Jahre liegen würde. So seien es im Vor-Corona-Jahr 2019 483,7 Millionen Dollar gewesen. Damit würde die Marge von 2024 auf 2025 von 4,1 auf 0,8 Prozent einbrechen, um sich 2026 auf lediglich 2,8 Prozent zu erholen.

Wie geht’s weiter mit der Aktie?

Nachdem sich die Aktie gegenüber dem April-Tief inzwischen mehr als verdoppelt habe, liege der Börsenwert bei 3,8 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 1,4 Milliarden Dollar liege der Enterprise Value (EV) bei 5,2 Milliarden Dollar.

Das entspreche dem 26,5-Fachen des von Analysten für 2026 prognostizierten Ebit. Damit sei Polaris wie ein KI-Unternehmen bewertet, dabei habe Polaris ein überschaubares Umsatzwachstum und eine noch überschaubarere Marge. Auf Basis des 2027er-Ebit gehe das Multiple auf 17,5 zurück, was ich immer noch als sehr hoch erachte.

Und das 2026er-KGV liege bei herben 39,6.

Umso wichtiger werde die Fed-Sitzung am 10. Dezember. Sollte die Fed die Zinsen senken und signalisieren, dass die Senkungen im Jahr 2026 weitergehen könnten, sollten die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen nach dem zuletzt deutlichen Anstieg wieder nach unten drehen und damit auch die Zinsen für Kredite für Verbraucher mit nach unten ziehen. Damit würden sich die Aussichten für Polaris aufhellen, könnten doch Kunden dann die Fahrzeuge günstiger finanzieren, woraufhin sich die Aktie weiter erholen könnte.

Zudem sollten Investoren die Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt genau beobachten. Wenn es – nach der Schwäche der vergangenen Monate – Anzeichen für eine Belebung geben sollte, sollte auch das das Polaris-Papier beflügeln. (Analyse vom 09.12.2025)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link. (15.12.2025/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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