Die Situation am Golf treibt die Märkte auf und ab
15.04.26 10:16
aktiencheck.de Redaktion
Höheres Zins- und Renditeumfeld zu erwarten
Augsburg. Die letzten Tage haben gezeigt, wie komplex und schwer prognostizierbar die Lage in der Golfregion bleibt – und mit ihr die Reaktionen der Finanzmärkte. Wirkte die Perspektive einer möglichen Wiederöffnung der Straße von Hormus noch stabilisierend auf die Energiepreise, erhöht die von den USA angekündigte Blockade der Meerenge wieder das Konfliktpotenzial. Auch die Positionierung weiterer betroffener Staaten ist bislang unklar.
Für Oliver Grass, Portfoliomanager der Fürst Fugger Privatbank, bestätigen jedoch selbst die jüngsten Entwicklungen, dass Rücksetzer in geopolitisch getriebenen Phasen opportunistisch genutzt werden können: „Für die Aktienseite gewinnt selektives Investieren weiter an Bedeutung. Besonders attraktiv sind dabei Unternehmen, die über klare Wettbewerbsvorteile verfügen“, so Grass: Dies könnte Preissetzungsmacht ebenso sein wie technologische Führerschaft oder Monopol- bzw. Alleinstellungsmerkmale.
Auf der Rentenseite hält Grass es für sinnvoll, sich für ein strukturell höheres Renditeumfeld zu positionieren. Dabei gingen die zu erwartenden höheren Zinsen und Renditen einerseits mit erhöhten Risiken einher, gleichzeitig böten sie neue Chancen: „Kurze Laufzeiten helfen Rentenanlegern, die Sensitivität gegenüber Zinsanstiegen zu reduzieren und in Phasen steigender Renditen Kursverluste zu begrenzen. Gleichzeitig ermöglichen sie es, die investierten Gelder schneller wieder anzulegen – dann vielleicht zu höheren Zinssätzen.“ Außerdem sei auf eine hohe Bonität der Emittenten zu achten. Sie trage dazu bei, auch in volatilen Marktphasen Stabilität und Planbarkeit der Cashflows zu sichern. Dieser Aspekt gewinnt gerade in geopolitisch angespannten Zeiten zunehmend an Bedeutung.
Nicht nur für Oliver Grass bleibt die Situation in der Golfregion angespannt. Auch wenn trotz der US-Blockade offenbar Öltanker die Straße von Hormus passieren könnten, liege hier der Kern seines zentrale Risikoszenarios: „Neben erneuten Anstiegen der Ölpreise würde eine neue Eskalation Belastungen für die globale Konjunktur und Rückschläge an den Aktienmärkten bedeuten – und als Reaktion darauf die Flucht in sichere Häfen, wie z. B. Staatsanleihen hoher Bonität“, erläutert Grass. Ein stabiler Trend für die Gesamtsituation am Golf zeichne sich jedenfalls noch nicht ab und die Lage bleibe fragil.
Für Anleger bleibe eine disziplinierte Portfoliostruktur mit Fokus auf Qualität und Risikobewusstsein entscheidend. Es gebe weiterhin Chancen an den Aktienmärkten, so Grass, aber nicht nur dort: „Um von dem zu erwartenden strukturell höheren Renditeumfeld nachhaltig zu profitieren, halten wir insbesondere eine konservative Positionierung im Rentenbereich für einen zentralen Baustein.“
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Zitate Oliver Grass, Portfoliomanager der Fürst Fugger Privatbank:
- „Für die Aktienseite gewinnt selektives Investieren weiter an Bedeutung. Besonders attraktiv sind dabei Unternehmen, die über klare Wettbewerbsvorteile verfügen.“
- „Kurze Laufzeiten helfen Rentenanlegern, die Sensitivität gegenüber Zinsanstiegen zu reduzieren und in Phasen steigender Renditen Kursverluste zu begrenzen. Gleichzeitig ermöglichen sie es, die investierten Gelder schneller wieder anzulegen – dann vielleicht zu höheren Zinssätzen.“
- „Neben erneuten Anstiegen der Ölpreise würde eine neue Eskalation Belastungen für die globale Konjunktur und Rückschläge an den Aktienmärkten bedeuten – und als Reaktion darauf die Flucht in sichere Häfen, wie z. B. Staatsanleihen hoher Bonität.“
- „Um von dem zu erwartenden strukturell höheren Renditeumfeld nachhaltig zu profitieren, halten wir insbesondere eine konservative Positionierung im Rentenbereich für einen zentralen Baustein.“

Bild Oliver Grass, Portfoliomanager der Fürst Fugger Privatbank
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