AT0000785555 - Semperit
| eröffnet am: | 08.10.21 23:40 von: | MrTrillion3 |
| neuester Beitrag: | 12.04.26 18:16 von: | MrTrillion3 |
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sonder Dividende kommt 13.September
Semperit am Boden
CEO deckt sich mit Aktien ein
https://www.derboersianer.com/2024/03/...o-deckt-sich-mit-aktien-ein/
Vielleicht ein Turnaround-Kandidat? Zukunftspläne haben sie allemal (s.u.). Sollten die geopolitischen Konflikte und daraus resultierenden Lieferprobleme zu einer zumindest teilweisen De-Globalisierung führen, wäre Semperit womöglich unter den Profiteuren einer solchen Entwicklung, wenn es sich rechtzeitig aufgestellt hat dafür:
Expansion in Thalheim (Austria)
recently completed (incl. 3 production facilities, high-bay warehouse, handling areas and additional office space on an area of more than 10,000 sqm)
Planning production expansion in US and Switzerland
Considering smaller add-on acquisitions to exploit market growth
(market for silicone products in Western Europe and the USA to grow by around 7% p.a. until 2027) and leverage tooling expertise
Geographic expansion US and APAC
Der letzte verbliebene Teil der Handschuhsparte wird noch dieses Jahr um 7 Mio veräußert und wird somit das Ergebnis nicht mehr weiter belasten.
Die B&C Holding sucht zudem nach einem neuen Investoren, der einsteigen soll und ihnen einen Teil ihres 54% Aktienpaketes abkauft. Hier wird bald ein großer Investor ansteigen und für steigende Kurse sorgen. Bei der derzeitigen niedrigen Bewertung kann es nur nach oben gehen, die 15 in nächster Zeit sind quasi vorprogrammiert.
Die Medizinsparte Sempermed wurde inzwischen tatsächlich endgültig abgestoßen:
https://industriemagazin.at/news/semperit-schliesst-verkauf-des-medizingeschaefts-ab/
Allerdings endet am 31. März 2025 der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Karl Haider:
https://factorynet.at/menschen/...l-haider-verlaengert-vertrag-nicht/
Die Unsicherheit drückt vielleicht auch auf den Kurs.
Ich bin nach wie vor auf der Seitenlinie geblieben und bis dato froh darüber. Dennoch behalte ich die Aktie auf der Watchlist - allerdings möchte ich sowas wie eine Bodenbildung sehen, ehe ich hier mit einer ersten Position einsteige (sofern überhaupt).
Zu Semperit: "In unserer neuen Unternehmensanalyse zur Semperit-Aktie bestätigen wir un- sere Halten-Empfehlung mit leicht angepasstem Kursziel von EUR 13,30/Aktie (zuvor: EUR 13,50). Während die langfristigen Aussichten des Unternehmens, gestützt durch die Rico-Übernahme, intakt und vielversprechend sind, dürften die trüben kurzfristigen Aussichten infolge der schwierigen Marktbedingungen, die voraussichtlich bis 2025 anhalten werden, den Optimismus der Anleger dämpfen und die Kursentwicklung begrenzen. Wir bleiben weiter bei unserer Halten-Empfehlung."
Quelle: https://boerse-social.com/page/newsflow/fazits_zu_semperit_post
Was mich betrifft, so stehe ich nach wie vor an der Seitenlinie und fahre fort, zu beobachten...
Semperit ist heute nicht mehr das alte Gemischtwarenhaus aus Industrie- und Medizingeschäft, sondern ein fokussierter österreichischer Elastomer- und Industriegüterkonzern. Das Unternehmen geht auf das Jahr 1824 zurück und zählt damit zu den ältesten Industrieunternehmen Europas. In den letzten Jahren hat sich Semperit strategisch klar neu aufgestellt: Das Medizingeschäft wurde veräußert, 2023/2024 endgültig abgegeben, und mit der Übernahme der RICO Group wurde das industrielle Kerngeschäft ausgebaut. Heute arbeitet Semperit mit zwei Divisionen: Semperit Industrial Applications für eher skalengetriebene Produkte wie Schläuche und Dichtungsprofile sowie Semperit Engineered Applications für stärker spezialisierte, kundenspezifische Lösungen wie Förderbänder, Formteile und Liquid-Silicone-Anwendungen. Genau diese Fokussierung ist der entscheidende Punkt der Investmentstory: Semperit ist kein Handschuhhersteller mehr, sondern ein industrieller Nischenanbieter mit technologischem Know-how, solider Marktstellung und globaler Fertigungsbasis. (Semperit)
Fundamental ist das Bild für das Geschäftsjahr 2025 gemischt, aber nicht schlecht. Der Konzern erzielte 662,4 Mio. Euro Umsatz, 79,5 Mio. Euro EBITDA und 25,6 Mio. Euro EBIT; unterm Strich blieb allerdings nur ein minimaler Jahresüberschuss von 0,4 Mio. Euro beziehungsweise 0,02 Euro je Aktie. Positiv ist, dass sich das operative Geschäft im Jahresverlauf erholt hat: Die EBITDA-Marge stieg von 9,6 Prozent im ersten Halbjahr auf 14,3 Prozent im zweiten Halbjahr. Zudem lag das operative EBITDA vor Projektkosten mit 83,6 Mio. Euro über der zuvor kommunizierten Prognose. Das zeigt: operativ lief es deutlich besser, als es das fast verschwundene Nettoergebnis zunächst vermuten lässt. Der Grund für die große Lücke zwischen EBITDA und Gewinn lag vor allem bei Abschreibungen, schwächerem Finanzergebnis und negativen Währungseffekten. (Semperit)
Auch die Bilanz ist ordentlich. Zum Jahresende 2025 lag die Eigenkapitalquote bei 48,5 Prozent, das Eigenkapital bei 415,7 Mio. Euro, die Zahlungsmittel bei 94,8 Mio. Euro und die Nettofinanzverschuldung bei 92,0 Mio. Euro. Das ist für ein zyklisches Industrieunternehmen kein Stressniveau. Gleichzeitig erwirtschaftete Semperit 2025 einen freien Cashflow von 37,0 Mio. Euro. Die Bilanz ist also solide genug, um Investitionen, Digitalisierung und weitere Wachstumsprojekte zu tragen. Dass der Vorstand für 2025 keine Dividende vorschlägt, ist aus Aktionärssicht zwar unattraktiv, bilanziell und strategisch aber nachvollziehbar: Das Unternehmen will die Finanzbasis stärken und Wachstum finanzieren.
Wichtig ist, dass Semperit trotz des schwachen Nettoergebnisses operativ nicht auf der Stelle tritt. Die Hoses-Sparte sah 2025 eine Stabilisierung, weil das Lagerabbauproblem bei Direktkunden weitgehend auslief. Die Profile-Sparte litt weiter unter der schwachen Baukonjunktur. In der Engineered-Division gab es zunächst Projektverschiebungen, später aber eine Erholung. Für 2026 stellt der Vorstand Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und ein operatives EBITDA von rund 95 Mio. Euro in Aussicht, also eine weitere Verbesserung gegenüber 2025. Das ist keine aggressive Fantasieprognose, sondern eher eine nüchterne Fortschreibung der Erholung aus dem zweiten Halbjahr. (Semperit)
An der Börse wurde Semperit am letzten Handelstag vor Deinem Stichtag, also am 10. April 2026, mit 14,90 Euro je Aktie bewertet. Bei 20.573.434 Aktien ergibt das eine Marktkapitalisierung von rund 306,5 Mio. Euro. Dem stehen 415,7 Mio. Euro Eigenkapital gegenüber. Das heißt: Die Aktie notiert klar unter Buchwert; der rechnerische Buchwert je Aktie liegt bei gut 20,2 Euro. Rechnet man die Nettofinanzverschuldung hinzu, kommt man auf einen Unternehmenswert von knapp 399 Mio. Euro. Daraus ergibt sich auf Basis des 2025er EBITDA ein EV/EBITDA von etwa 5,0 und auf Basis der 2026er Unternehmensprognose von rund 95 Mio. Euro sogar nur etwa 4,2. Für einen industriellen Nischenanbieter mit solider Bilanz ist das keine teure Bewertung. Es ist aber auch kein offensichtlicher Irrtum des Marktes, weil Semperit eben zyklisch ist, der Gewinn stark schwanken kann und die Qualität des Geschäfts nicht auf dem Niveau eines strukturell hochmargigen Compounding-Unternehmens liegt. (Wiener Börse)
Genau daraus ergibt sich meine Einschätzung der Aktie: Semperit ist kein glamouröser Dauerläufer, sondern ein recht bodenständiger, zyklischer Spezialwert mit Turnaround- und Re-Rating-Potenzial. Die Aktie ist aus meiner Sicht nicht deswegen interessant, weil das Unternehmen explosionsartig wachsen wird, sondern weil der Markt ihm derzeit nur eine zurückhaltende Bewertung zugesteht, obwohl die Bilanz solide ist, die operative Erholung läuft und die Strategie seit der Fokussierung auf Industrie deutlich klarer geworden ist. Das ist ein klassischer Fall von „nicht schön, aber günstig genug, um interessant zu sein“. Die zentrale Frage ist nicht, ob Semperit ein tolles Unternehmen ist. Die zentrale Frage ist, ob das Unternehmen auf Sicht der nächsten Jahre stabil 90 bis 110 Mio. Euro EBITDA, ordentliche Cashflows und wieder vernünftige Nettoergebnisse liefern kann. Gelingt das, ist die Aktie eher zu niedrig als zu hoch bewertet. (Semperit)
Für die nächsten fünf bis fünfzehn Jahre ist das Bild zweigeteilt. Positiv ist, dass Semperit in Bereichen tätig ist, die nicht modisch, aber dauerhaft gebraucht werden: Industrielle Schläuche, Dichtungen, Fördertechnik, Elastomer-Komponenten und kundenspezifische Silikonlösungen verschwinden nicht. Die Produktwelt ist technisch, oft funktionkritisch und in vielen Anwendungen eher qualitäts- als preissensibel. Dazu kommt, dass Semperit mit RICO einen Zugang zu attraktiveren Nischen und höherwertigen Anwendungen gewonnen hat. Negativ ist, dass ein Teil des Geschäfts konjunktursensibel bleibt, etwa über Bau, Maschinenbau, Industrieinvestitionen und OEM-Nachfrage. Deshalb wird Semperit wahrscheinlich nie die Bewertungsmultiplikatoren eines hochwertigen Medtech- oder Softwaretitels bekommen. Wer diese Aktie kauft, kauft kein lineares Wachstum, sondern einen ordentlich geführten Industrie-Nischenwert mit Schwankungen. (Semperit)
Meine Kursziele würde ich daher szenariobasiert ansetzen. Im bearischen Szenario, also bei schwacher Konjunktur, anhaltender Schwäche im Profilgeschäft, keiner sauberen Ergebnisverbesserung und nur rund 80 bis 85 Mio. Euro EBITDA, halte ich etwa 11 bis 13 Euro für realistisch. Im Basisszenario, in dem Semperit die 2026er Zielgröße ungefähr erreicht, die Nettoergebnisse wieder normalisiert und der Markt die Aktie mit einem immer noch eher vorsichtigen Multiple bewertet, komme ich auf etwa 16 bis 19 Euro. Im bullischen Szenario, in dem die Erholung durchzieht, RICO und die Engineered-Aktivitäten stärker tragen, die Bau- und Industriezyklen drehen und Semperit wieder belastbar über 100 Mio. Euro EBITDA sowie klar positive Gewinne liefert, halte ich auch 20 bis 24 Euro für erreichbar. Diese Spanne ist keine Exaktheit, sondern eine Bewertungsableitung aus der aktuellen Kapitalstruktur, dem Buchwert, der EBITDA-Basis 2025 und dem 2026er Ausblick. (Semperit)
Unterm Strich halte ich Semperit auf dem Kursniveau vom 10. April 2026 für moderat unterbewertet. Nicht brutal billig, aber günstig genug, um für langfristige, geduldige Anleger interessant zu sein. Das Unternehmen hat Geschichte, technisches Know-how, reale industrielle Märkte, eine brauchbare Bilanz und nach dem Umbau eine klarere Strategie als früher. Was gegen die Aktie spricht, ist die Zyklik, die derzeit noch magere Gewinnqualität unter dem Strich und die Tatsache, dass 2025 keine Dividende gezahlt werden soll. Was für sie spricht, ist die niedrige Bewertung im Verhältnis zu Bilanz und operativer Ertragskraft sowie die Chance, dass der Markt bei weiter normalisierenden Gewinnen noch deutlich umdenkt. Ich sehe Semperit deshalb eher als konservativen Turnaround-Value-Titel mit industrieller Substanz als als klassischen Qualitätswachstumswert. Für einen Horizont von fünf bis fünfzehn Jahren ist das aus meiner Sicht investierbar, aber nur für Anleger, die mit zyklischen Dellen leben können. (Semperit)
Autor: ChatGPT
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