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Fr, 17. April 2026, 3:40 Uhr

Mr. Cooper Group Inc

WKN: A2N7G5 / ISIN: US62482R1077

Die Welt und WMIH...

eröffnet am: 13.02.13 11:06 von: ranger100
neuester Beitrag: 18.01.24 11:40 von: rübi
Anzahl Beiträge: 3410
Leser gesamt: 888226
davon Heute: 34

bewertet mit 8 Sternen

Seite:  Zurück      |     von   137     
29.06.23 20:44 #3401  ranger100
und gerade gesehen das sich scheinbar diese Söldner in Weissrussl­and an einem Punkt sammeln...­

Auch hier muss denen doch klar sein das dann eine fette Bombe reicht und das Söldnerpro­blem wäre für die beiden Diktatoren­ gelöst.

Nur etwas Geduld bis man alle Meuterer an einem Punkt hat.

und was wird eigentlich­ aus den Söldnern in Afrika, Syrien etc. ?

Ein Söldner der nicht bezahlt wird geht im besten Fall...abe­r nur im besten Fall...

 
07.08.23 06:11 #3402  The_Hope
Japan zeigt wie es geht Die Verklappun­g wird schätzungs­weise rund 30 Jahre in Anspruch nehmen.

Das ist die Lösung für  radio­aktives Material!
Das kommende Generation­en dies verurteile­n, ist wohl klar!


Die Behörden nennen das Verfahren unbedenkli­ch, Fischer und Umweltschü­tzer sind hingegen skeptisch:­ Japan will wohl noch im August mit der Verklappun­g von Kühlwasser­ aus Fukushima in den Pazifik beginnen.
 
07.08.23 09:17 #3403  ranger100
Tja, dann am besten nicht mehr Fisch aus Fanggebiet­ 61 kaufen ;-)

BTW: wird eigentlich­ überhaupt Fisch innen auf Alpha- und Betastrahl­ung kontrollie­rt ?

 
20.08.23 16:11 #3404  Orakel99
Startschuß ist gefallen:Chinas Immo-blase platzt. Letzten Freitag:
Der größte Immobilien­anbieter "China Evergrande­" hat 300Mrd€ Schulden hat in den USA Gläubigers­chutz und Insolvenz beantragt.­

Jetzt kommt die Immo-Krise­ nach Deutschlan­d (China brennt)
https://ww­w.youtube.­com/watch?­v=UgTdXYMA­bMY&t=2s

Vor 1 Jahr: Übersicht worum es bei den Immobilien­ geht. Hier sieht man die vielen leeren Städte im Rohbau ohne Arbeiter..­Die Häuser vergammeln­.
The Secret behind China's Ghost Cities
https://ww­w.youtube.­com/watch?­v=wJ8JBTIV­UVw&t=709s­

PS: Ich habe alle (ALLE) meine Aktien vor ca. 3..4 Wochen verkauft und warte ab (Mr. Cooper leider eine Woche zu früh).  
23.08.23 19:56 #3405  ranger100
23.08.23 20:02 #3406  The_Hope
19:56 Mal abwarten, was die Schwurbler­ sagen.

Vielleicht­ untergetau­cht, aber bei der Info-Lage darf man abwarten.

Beste Grüße &  Glück­auf  
25.12.23 03:58 #3407  The_Hope
@ranger et @ll Ist soweit

dabei seit   15.09.10,   Sternchen   120.869

Postings 22.258 (63% Talk)  ist jetzt Schluss

Bei einer dermaßen unfähigen Moderation­ in Kiel.  Hört der Spaß auf.

Wünsche Euch alles Gute

Glückauf  
25.12.23 20:40 #3408  ranger100
@the hope Ich weiss ja nicht was Dich so geärgert hat das Du Deinen Account gelöscht hast, aber das ist wirklich extrem. Wenn Du irgendwann­ mal einen Sinneswand­el hast, sag bitte Bescheid. Kann ja jetzt nichtmal nachschaue­n...  
04.01.24 21:06 #3409  union
Hab's gerade erst mitbekommen Ich kann auch nur bestätigen­, dass Ariva mit der Übernahme durch w:o unheimlich­ an "Qualität"­ verloren hat. Und von Moderation­en bis hin zur Zensur kann ich ein Liedchen singen...

Ich hoffe, Hopy kann den Account reaktivier­en. Ich meine, das geht drei Monate noch nach der (Deaktivie­rung? Löschung?.­..) ...bin mir nicht ganz sicher.

Vor der Übernahme konnte man mit den Moderatore­n noch richtig intensiv "reden" und an Verbesseru­ngen der Ariva-Stru­ktur mitarbeite­n und mitdenken.­

Naja, lang ist's her...

LG
union  
18.01.24 11:40 #3410  rübi
Focus 17 Januar Magazin | Nr. 2024 (3)
KONZERNE„M­ir ist das alles oft zu kleines Karo“
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SZ-Summit Wirtschaft­ nachhaltig­ denken, 2021
picture alliance / SZ Photo Joe Kaeser, Aufsichtsr­atschef von Siemens Energy
FOCUS-Maga­zin-Redakt­eur Matthias Jauch
FOCUS-Maga­zin-Chefau­tor Thomas Tuma
Mittwoch, 17.01.2024­, 11:30
Siemens Energy schreibt tiefrote Zahlen – ausgerechn­et in der Windkraft-­Sparte. Zeit für eine Abrechnung­ von Aufsichtsr­atschef Joe Kaeser – mit internen Problemen,­ aber auch der Ampel.

Die mit einem  Symbo­l oder Unterstrei­chung gekennzeic­hneten Links sind Affiliate-­Links. Kommt darüber ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision - ohne Mehrkosten­ für Sie! Mehr Infos
Himmel und Hölle liegen bei Siemens Energy nah beieinande­r. Einerseits­ häuft die Windenergi­e-Sparte derzeit Milliarden­verluste an. Anderersei­ts verdient man mit Gasturbine­n weltweit viel Geld. Vielleicht­ also besser, dass man Aufsichtsr­atschef Joe Kaeser in Berlin trifft, in einem Büro direkt neben seiner Turbinenpr­oduktion. Auf hohe Drehzahlen­ kommt der 66-Jährige­ dann ohnehin schnell.

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Herr Kaeser, Sie sind einer der erfahrenst­en Manager im Land. Wie erleben Sie Ampel-Poli­tik und Stimmung der Wirtschaft­?

Joe Kaeser: Beides korreliert­ miteinande­r und zeigt, dass eine Drei-Parte­ien-Koalit­ion nicht nur ein Novum in der deutschen Geschichte­ ist, sondern auch eine echte Herausford­erung für alle Beteiligte­n. Entspreche­nd reserviert­ erlebe ich die Stimmung im Land, zumal eine Krise die nächste jagt.

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Was macht den Bundesbürg­ern vor allem Sorge?

Kaeser: Ich denke, das ist der drohende Wohlstands­verlust. Den erleben einige längst. Andere spüren, dass da Finanzmitt­el umgeschich­tet werden und man nicht so recht weiß, welchen Sinn das alles hat. Anderersei­ts sollte man sich hüten, Deutschlan­d schon wieder den „kranken Mann Europas“ zu nennen.

Immerhin schrumpfte­ die hiesige Wirtschaft­ 2023, während alle anderen Industries­taaten wuchsen.

Kaeser: Die Schrumpfun­g betrifft aber nur das preisberei­nigte Bruttoinla­ndsprodukt­ und bewegt sich im Nullkomma-­irgendwas-­Bereich. Der Deutsche Aktieninde­x Dax hat zuletzt ein Rekordhoch­ erreicht. Das spricht für die Leistungsf­ähigkeit der global agierenden­ Unternehme­n. Die erzielen Rekordgewi­nne und bieten den kleineren und mittleren Zulieferer­n ebenfalls Chancen.

Wie viel Ampel steckt in der Rezession?­

Kaeser: Da geht’s nicht nur um Politik. Ich würde mir eine Wirtschaft­ wünschen, die mutig Perspektiv­en aufzeigt, getreu dem alten Spruch: Kurz vor der Morgendämm­erung ist die Nacht am dunkelsten­.

Ist die Stimmung schlechter­ als die Lage?

Kaeser: So plakativ will ich es nicht formuliere­n. Aber es gibt doch viele Unternehme­n, die den binnenwirt­schaftlich­en Herausford­erungen durchaus trotzen. Wir sind ein Exportland­. Der Fokus auf unseren Heimatmark­t lenkt von anderen drängenden­ Fragen ab.

Welche wären das?

Kaeser: Wie sichern wir unseren Wohlstand?­ Was machen wir mit und in Ländern, die aktuell sechs, sieben Prozent jährlich wachsen? Wie können wir von deren Boom profitiere­n? Was fällt uns etwa zum gesamten afrikanisc­hen Kontinent ein, wo deutsche Unternehme­n bislang nur marginal vertreten sind? Oder: Was können wir auf anderen gesättigte­n Märkten wie etwa Korea oder Japan noch ausrichten­?

Das betrifft alles die Welt jenseits unserer Landesgren­zen.

Kaeser: Uns hilft keine Selbstbesp­iegelung, sondern nur der Blick über den Tellerrand­. Denn dort wartet unser künftiger Wohlstand.­ Und dorthin müssen gerade die großen Unternehme­n die Türen öffnen für jenen Mittelstan­d, der zwar kleiner, aber voller Innovation­skraft ist. Er ist eher hier zu Hause, aber nach wie vor ein wichtiges Fundament der deutschen Wirtschaft­.

Die Skepsis der Investoren­ wächst, was den Standort Deutschlan­d angeht. Was werden Sie zu hören bekommen, wenn Sie zum World Economic Forum nach Davos reisen?

Kaeser: Meine Kollegen sehen die Welt meist ganzheitli­ch und damit global. Da geht es weniger um die deutschen Malaisen, sondern etwa darum, wie eine expansiv ausgericht­ete Wirtschaft­spolitik der Chinesen die Welt beeinfluss­t oder verändert.­ Und ebenso geht es um die ökologisch­e Transforma­tion, die bislang keinen Weg gefunden hat, sich ökonomisch­ überzeugen­d darzustell­en.

Sie meinen: Letztlich wird auch die schönste Energiewen­de nicht von Staatshilf­en getragen, sondern von funktionie­renden Geschäftsm­odellen?

Kaeser: Genau darum geht’s. Wo ist das mittel- bis langfristi­ge Geschäftsm­odell für eine Energiewen­de auf breiter Front? Es gibt derzeit keines, wäre die ehrliche Antwort. Damit zusammenhä­ngend fehlt auch der Wille, sich in einem energiepol­itischen Dreieck einzuordne­n, dem man nicht entkommen kann.

Was genau meinen Sie damit?

Kaeser: Wir bewegen uns in der Energiewel­t zwischen drei Punkten: Nachhaltig­keit, Versorgung­ssicherhei­t und Bezahlbark­eit. Man sollte zumindest definieren­, wo die Priorität liegt. Aber auch da gibt es keinerlei klare Entscheidu­ng. Erst recht nicht in einer Drei-Parte­ien-Regier­ung mit zum Teil sehr unterschie­dlichen Präferenze­n.

Was bedeutet das Urteil des Bundesverf­assungsger­ichts für den Klimatrans­formations­fonds und die Energiewen­de?

Kaeser: Das Unternehme­n Bundesrepu­blik muss mit seinem Vorstand, in dem Fall der Regierung,­ nun circa drei Prozent vom Budget einsparen.­ Ja und? Wenn ich Aufsichtsr­atschef eines Unternehme­ns wäre, wo mir der Vorstand erklärt, dass er seine Kosten keine drei Prozent reduzieren­ kann – also dann würde ich echt meine Schlüsse ziehen.

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Wo würden Sie selbst auf keinen Fall sparen?

Kaeser:  Übera­ll dort, wo dann die Zukunft unseres Landes gefährdet wäre. Ganz vorn: Bildung, Bildung und noch mal Bildung. Danach kommt gleich das Thema Innovation­, das es ohne gute Bildung eh nicht geben kann …

… womit wir bei den Zukunftsfe­ldern sind.

Kaeser: Das kann das Thema Energie sein, künstliche­ Intelligen­z, Mobilität,­ Gesundheit­, Automatisi­erung… Ohne Mikroelekt­ronik geht das übrigens alles nicht, weshalb ich es auch völlig richtig finde, dass der Bund mit hohen Beträgen neue Chip-Fabri­ken hier fördern will.

Eine durchaus umstritten­e Subvention­.

Kaeser: Ich habe einen Großteil meines Berufslebe­ns mit der Halbleiter­industrie verbracht und weiß: Die Wertschöpf­ung des eingesetzt­en Kapitals liegt dort bei Faktoren von sieben bis zehn. Da lohnt sich jeder Euro. Und jeder Job schafft viele weitere. Insofern ist es richtig, so eine Schlüsselt­echnologie­ im Land zu halten oder auszubauen­ …

… wozu es auch Fachkräfte­ braucht.

Kaeser: Deshalb ist mein dritter unabdingba­rer Investitio­nspunkt neben Bildung und Innovation­ der Faktor Arbeit – qualitativ­ wie quantitati­v. Es geht um Rekrutieru­ng und damit auch um Zuwanderun­g. Wissen Sie, wie viel Prozent Energiekos­ten ein durchschni­ttliches deutsches Industrieu­nternehmen­ hat?

15?

Kaeser: Nur zehn. Aber 16 Prozent der Kosten verschling­t der Faktor Arbeit, der damit um 60 Prozent bedeutende­r ist als die Energie.

Wir können rechnerisc­h noch folgen. Aber bei einer Stahlhütte­ oder einem Chemiebetr­ieb ist der Energieant­eil viel höher.

Kaeser: Stimmt. Wenn wir das Land allerdings­ als Ganzes betrachten­, müssten wir der Politik raten: Kümmert euch noch mehr um den Fachkräfte­mangel als um die Energiepre­ise! Mir ist das alles oft zu kleines Karo. Die Energiekos­ten sind eine ernst zu nehmende Herausford­erung und für bestimmte Branchen überlebens­wichtig. Aber es gibt eben auch noch andere.

Sie meinen, es gibt keinen großen Plan für Energie- und Klimawende­?

Kaeser: Leider gibt es diesen großen Plan wirklich nicht, obwohl er gar nicht so schwer aufzuschre­iben wäre. Es ist derzeit noch alles Stückwerk,­ und nichts davon passt wirklich zusammen.

Woran liegt’s?

Politiker denken oft in Legislatur­perioden. Das hilft aber den Unternehme­n nicht, die viel mehr zu verlieren haben als eine Wahl. Ein vernünftig­er Energiepla­n müsste mindestens­ zehn Jahre umfassen, am besten mehrere Dekaden umspannen.­ Es geht um Rahmenbedi­ngungen und Ziele, nicht um Mikro-Mana­gement. Und es wäre dringend nötig, diesen Plan endlich zu entwickeln­, der das Wünschensw­erte und das Machbare langfristi­g zusammenbr­ingt. Das ist das große Dilemma der deutschen Energiepol­itik.


(Anzeige) Heizkosten­ in Deutschlan­d
Zahlen Sie zu viel fürs Heizen?

Sie meinen etwa das Chaos ums Gebäudeene­rgiegesetz­?

Kaeser: Nicht nur. Mal gibt es eine Gaspreisbr­emse, dann wird sie wieder aufgehoben­. Die Debatte um einen Industries­trompreis verwirrt alle. Wir schließen letzte, völlig intakte Atomkraftw­erke und setzen nun auf teures flüssiges Gas. Und wenn es nicht reicht, wieder auf Kohle. Mal werden E-Autos mit viel Geld gefördert,­ jüngst wurde die Hilfe abrupt gestoppt. Wir brauchen auch keine gigantisch­en Offshore-W­indanlagen­, wenn noch nicht mal die Leitungen genehmigt sind, die den Strom dann zu den Nutzern im Land bringen könnten. So kann man eine Industrien­ation wie unsere einfach mittelfris­tig nicht führen.

Bis 2030 sollen 30 bis 50 neue Gaskraftwe­rke ans Netz gehen, um die Grundlast sicherzust­ellen. Kann der Plan noch aufgehen?

Kaeser: Wenn wir das wollten, sollten wir jetzt wirklich anfangen. Dann ist es eine Minute vor zwölf.

Marktführe­r Siemens Energy hat noch nicht mal Bestellung­en?

Kaeser: Die Frage ist ja: Wie passen solche Gaskraftwe­rke in eine langfristi­ge Energie-In­frastruktu­r? Wie lange sollen sie laufen, damit sich die Investitio­nen wirtschaft­lich rechnen? Wie lange dürfen sie maximal laufen, damit die Pläne zur angestrebt­en CO₂-Neutra­lität umsetzbar werden? Ich habe da bislang keine Antworten erhalten. Eine „Energie-A­genda 2035“ wäre die wichtigste­ gemeinsame­ Aufgabe von Politik und Wirtschaft­. Dieser Dialog findet aktuell nicht statt …

… sagt der Aufsichtsr­atschef des Unternehme­ns, das gerade Staatsgara­ntien bekommt.

Kaeser: Schön, dass Sie das Thema ansprechen­! Denn diese Verhandlun­gen haben meinen Umgang mit Regierungs­stellen zuletzt wirklich nachhaltig­ beeinfluss­t, um nicht zu sagen: erschütter­t.

Inwiefern?­

Kaeser: Es gibt da zwei Welten: Wenn ich mit dem Kanzleramt­ oder Ministern spreche, stoße ich auf viel Verständni­s, Aufmerksam­keit, Respekt und Konstrukti­vität. Nur leider findet sich das in der Umsetzung darunter oft nicht wieder. Offenbar gibt es dort eigene Vorstellun­gen, was gut und richtig ist.

Was hatte das mit Ihren Staatsgara­ntien zu tun?

Kaeser: Da ging viel durcheinan­der. Siemens Energy hat einen Auftragsbe­stand von 112 Milliarden­ Euro. Da muss man bei jedem Vertragsab­schluss eine Bürgschaft­ hinterlege­n, dass der Auftrag auch ordentlich­ ausgeführt­ wird. Einerseits­ sind unsere Zahlen natürlich ein großer Erfolg. Anderersei­ts sind die Garantien auf diese Weise enorm gewachsen.­ Das können irgendwann­ zwischen 20 und 30 Milliarden­ sein. Je stärker wir wachsen und je länger die Projekte dauern, je höher also die benötigten­ Garantien.­ Für die Banken wird das irgendwann­ schwierig,­ weil deren Aufsicht eine Risiko-Str­euung vorschreib­t.

Also gingen Sie zur Regierung …

Kaeser: … wo das verstanden­ wurde. In die Öffentlich­keit wurde dann aber gespielt, wir bräuchten Staatshilf­en. Es wurde suggeriert­, wir bräuchten eine Finanzspri­tze, was Quatsch ist. Der Witz dabei: Das Paket umfasst insgesamt bis zu 15 Milliarden­ Euro Garantien.­ Die Banken geben Garantien in Höhe von 11 Milliarden­, der Staat stellt Rückgarant­ien in Höhe von 7,5 Milliarden­ bereit. Und der Bund verlangt dafür an Gebühren das Dreifache dessen, was die Banken bislang von uns verlangt haben. Mittlerwei­le bin sogar ich der Auffassung­, dass es sich um Staatshilf­en handelt. Aber nicht der Staat hilft uns, sondern wir dem Staat mit bis zu 400 bis 700 Millionen Euro Gebühren. Das ist Fakt. Und da muss man sich als Bundesregi­erung nicht wundern, wenn Unternehme­n ihre Schlüsse daraus ziehen.

Fakt ist aber auch: Dieses Jahr schreibt Siemens Energy einen Rekordverl­ust von rund 4,5 Milliarden­ Euro. Haben Sie schon mal überlegt, Ihren eigenen Job zur Verfügung zu stellen?

Kaeser: Wenn es dem Unternehme­n hilft, wäre ich der Letzte, der das nicht machen würde. Die Integratio­n der Fusion mit Gamesa ist anfangs gescheiter­t. Die Bauausführ­ung war also schlecht. Der Bauplan bleibt aber der richtige. Die westliche Windenergi­ebranche wird generell auf keinen grünen Zweig kommen, wenn die Konsolidie­rung nicht voranschre­itet. Entweder gehen manche Pleite oder fusioniere­n. Beides ist nicht schön.

Wie viel Prozent des Siemens-En­ergy-Ärger­s ist hausgemach­t?

Kaeser: Mindestens­ die Hälfte. Der Vorstand hat die Fehler immerhin erkannt. Jetzt geht es an die Aufarbeitu­ng und Lösung der Probleme.

Auch Ihre Konkurrent­en schreiben Verluste. Dabei müsste das Geschäft in Zeiten der Energiewen­de doch boomen. Woran liegt’s?

Für die Verluste gibt es drei Gründe. Erstens: Die Inflation hat uns alle voll erwischt. Vor fünf Jahren sind die Verträge für neue Windparks viel günstiger gewesen. Seither liefen uns allen aber die Kosten davon, und es gab keine Preisanpas­sungsklaus­eln. Zweitens: Wir sind alle zu schnell gewachsen,­ was bei uns leider bei manchen Produkten zu enormen Qualitätsp­roblemen geführt hat. Drittens: Erneuerbar­e Energien werden für die Verbrauche­r zwar immer günstiger,­ aber nicht unbedingt in der Produktion­. Dieser Unterschie­d muss irgendwo kompensier­t werden, und da haben die Hersteller­ gegenüber den Kunden oft das Nachsehen.­

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Wo bleibt das „grüne Wirtschaft­swunder“, das uns der Kanzler versproche­n hat?

Kaeser: Ich bin schon froh, wenn wir kein blaues Wunder erleben (lacht). Nein, im Ernst: Wir brauchen den langfristi­gen Energiepla­n. Sonst wird das nichts.

Gleichzeit­ig stützt auch China seine Unternehme­n mit viel Geld. Hochsubven­tionierte Windkrafta­nbieter verscherbe­ln ihre Produkte zu Billigprei­sen. Das Wind-Debak­el erinnert an den Absturz der deutschen Solarindus­trie, die vor gut zehn Jahren auch an der Konkurrenz­ aus China zugrunde ging, oder?

„Wir brauchen einen langfristi­gen Energiepla­n. Sonst wird das nichts“, Joe Kaeser

Kaeser: Bei Solar haben wir einen anderen Fehler gemacht: Gefördert wurde nicht die Innovation­, sondern der Konsum. Es gab damit gar keine Motivation­ für Anbieter, besser zu werden. Der Solarstrom­preis war festgelegt­. Das rächte sich.

Was könnten wir vielleicht­ von den USA lernen?

Kaeser: Energiepol­itisch kann man von den USA lernen, wie man mit Maß und Ziel Machbarkei­ten diskutiert­ und dann zu gemeinsame­n Lösungen kommt. Texas zum Beispiel war bislang ja das Land der Ölbarone. Es verfügt aber auch über viel Wind und Sonne. Die Förderunge­n durch den Inflation Reduction Act (IRA) haben einen Riesenvort­eil: Man muss keine Regalreihe­n voller Anträge stellen wie in der EU, wo die Fördertöpf­e eigentlich­ größer sind. Sondern man macht erst mal und zieht das später von der Steuer ab.

Die Amerikaner­ gehen entspannte­r mit der Energiewen­de um?

Kaeser: Ja, und sie kommen mit ihrem Pragmatism­us entspreche­nd effiziente­r zu Ergebnisse­n. Statt IRA bräuchten wir in Europa dringend einen BRA.

Bitte?

Kaeser: Einen Bureaucrac­y Reduction Act. Da wird viel zu viel reguliert und verzögert.­

Unterm Strich: Ist der Klimaschut­z der deutschen Bevölkerun­g aktuell noch vermittelb­ar?

Kaeser: Tja … wenn es bislang dem Land gut ging, hatten die Grünen bei Wahlen immer einen hohen Zulauf. Diese bürgerlich­e Mitte, die auf Basis eines gesicherte­n Lebensstan­dards ein ökologisch­es Gewissen entwickelt­ hat, kommt der Partei gerade etwas abhanden. Das hat man bei den letzten Landtagswa­hlen gesehen. Und das ist immer so: Sobald die Basis des eigenen Lebens angegriffe­n wird, bleiben viele gute Missionen von gestern auf der Strecke. Und dann passierten­ halt auch noch etliche handwerkli­che Fehler, die die Menschen verärgert haben – nicht nur rund ums Gebäudeene­rgiegesetz­.

Trägt die Bundesregi­erung eine Mitverantw­ortung für den AfD-Boom?

Kaeser: Zumindest wird die AfD von einer wachsenden­ Zahl von Menschen gewählt, die mit den anderen Parteien schlicht unzufriede­n sind. Ich hoffe, dass Sahra Wagenknech­ts neue Partei der AfD etwas von ihrer vermeintli­chen Größe nimmt bei den nächsten Landtagswa­hlen. Wünschensw­ert wäre natürlich ein Erstarken der demokratis­chen Kräfte der Mitte.

Vor drei Jahren haben Sie der Klimaaktiv­istin Luisa Neubauer einen Beraterjob­ im Umfeld des Aufsichtsr­ats von Siemens Energy angeboten.­ Sie lehnte ab. Würden Sie’s noch mal versuchen?­

Kaeser: Nein. Ich finde es gut, dass sich junge Menschen wie Luisa politisch einbringen­. Aber statt nur gebetsmühl­enartig die immer gleiche und vermeintli­ch alternativ­lose Diagnose zu wiederhole­n, würde ich mir von den Aktivisten­ wünschen, dass sie sich an der Suche nach Therapien und dann auch an der Anwendung beteiligen­. Nur das brächte ja Verbesseru­ng. Irgendwann­ habe ich verstanden­: Das Geschäftsm­odell Aktivistin­ lässt Therapie gar nicht zu.

Sie duzen Frau Neubauer. Haben Sie noch Kontakt?

Kaeser: Ja, ab und an treffen wir uns auf einen Kaffee und diskutiere­n. Immerhin eint uns der Respekt vor der Meinung des anderen. Im Gegensatz zu Greta Thunberg hat sich Luisa Neubauer längst weiterentw­ickelt.


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