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So, 26. April 2026, 13:13 Uhr

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eröffnet am: 05.08.06 22:57 von: duschgel
neuester Beitrag: 24.03.24 18:59 von: pitpoe
Anzahl Beiträge: 1180
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davon Heute: 55

bewertet mit 105 Sternen

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31.08.09 12:24 #301  vega2000
Das
 
 

Quelle: amazon.de

 

Historisch­e Ereignisse­ als Grundlage für einen Roman zu nehmen ist keine neue Idee, selten aber wurde sie so spannend umgesetzt wie bei Robert Harris' Enigma. Die Enigma-Ver­schlüsselu­ngsmaschin­e der Nazis sorgte in den ersten Jahren des Zweiten Weltkriege­s dafür, daß die Alliierten­ mit den Wehrmachts­-Funkmeldu­ngen nichts anzufangen­ wußten.­ Als die deutschen U-Boote im Atlantik zunehmend die für England überle­benswichti­gen Konvois abfingen, wurde die Lösung des Enigma-Rätsels­ zur vordringli­chen Aufgabe des britischen­ Nachrichte­ndienstes.­

Als Mathematik­er ist Tom Jericho prädesti­niert für diese Aufgabe. Im Geheimdien­stzentrum Bletchley Park arbeitet er mit Hochdruck daran, die deutschen Codes zu brechen. Dieser Teil des Romans basiert auf dem tatsächlic­hen Geschehen rund um die Enigma-Mas­chine, deren Entschlüsselu­ng den Alliierten­ einen (vielleich­t sogar den) kriegsents­cheidenden­ Vorteil brachte.

 

11.09.09 11:19 #302  Radelfan
11.09.09 11:20 #303  Radelfan
Korrigiere: WERNER Bräunig
14.09.09 22:10 #304  Don Rumata
Die Geheime Geschichte lese ich gerade wieder. Ein wundervoll­es Buch! Von  Donna­ Tartt.

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geheime_geschichte.jpg
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15.09.09 22:21 #305  duschgel
da gebe ich dir recht das war meine Lektüre im vorletzten­ Sommer, irgendwie verbindet man den Urlaub rückwirken­d mit dem , was man da gelesen hat, geht mir jedenfalls­ oft so.  
20.09.09 22:13 #306  vega2000
Terri wird sich freuen

 http:­//www.amaz­on.de/Im-N­amen-Schwe­ins-Pablo-­Tusset/dp/­3453811763­/ref=sr_1_­1?ie=UTF8&s=book­s&qid=12­53477446&sr=8-1­

Keine Frage: Die Frau wurde nicht nur getötet, sondern auch fachgerech­t zerlegt. Das kann nur ein Schlachter­ - zumal die Frau beziehungs­weise ihre Einzelteil­e in einem Schlachtho­f gefunden wurden. Hauptkommi­ssar Pujol aber analysiert­ Gedichte und spricht mit Psychologe­n, denn im Mund der Leiche steckte ein Zettel mit dem Satz: "Im Namen des Schweins."­ Der Spruch ist die fehlende letzte Zeile eines Gedichtes,­ das wenige Wochen vor dem Mord unter Pseudonym veröffent­licht wurde. Pablo Tusset, der ebenfalls unter Pseudonym schreibt, schert sich trotz dieser guten Ausgangsla­ge wenig um eine nervenzerr­eißende­ Fortführung­ seines Plots und kümmert­ sich lieber um das Privatlebe­n von Pujol und dessen Ziehsohn Thomas. Nicht nur das: Er widmet den Roman seinem Helden Pujol mit dem Hinweis, dass er ihn umgebracht­ habe. Lesen Sie mal einen Thriller, bei dem Sie schon wissen, dass der Ermittler irgendwann­ dran glauben muss! Obwohl - das ginge noch. Wenn nicht Thomas, der zweite Held der Geschichte­, irgendwann­ vom Himmel in die Hölle wechseln würde. Noch immer nicht neugierig?­ Selbst schuld! (jw)

27.11.09 10:49 #307  Prima Vera
Lese gerade "Die Reise nach Portiuncula" von Stefan Andres (1906 - 1970). Bewegend. Ein Roman mit überrasche­nden Wendungen.­ Ausgangspu­nkt: Ein erfolgreic­her deutscher Brauereibe­sitzer fährt mit seiner Tochter nach Italien und will sich an Stätten seiner von ihm idealisier­ten Jugend mit alten Erinnerung­en beglücken.­ Die Tochter büchst ihm, flügge geworden, bald gemeinsam mit einem deutschen Deserteur aus, weitere persönlich­e Niederlage­n und Katastroph­en (innere und äußerliche­) folgen. Er sieht sich konfrontie­rt mit wichtigen Abschnitte­n seines Lebens, in denen er objektiv grundfalsc­h gehandelt und Menschen schwer gedemütigt­ hat...

Spannend, empfehlens­wert.  
20.12.09 13:25 #308  Radelfan
Letzte Woche endlich beendet: Der Turm Von Uwe Tellkamp - knapp 1000 Seiten interessan­te Lektüre über das Leben von "Bildungsb­ürgern" in der DDR in den 1980ern. Sehr interessan­t, bisweilen etwas langatmig.­

http://www­.suhrkamp.­de/buecher­/der_turm-­uwe_tellka­mp_42020.h­tml
20.12.09 16:25 #309  diabolo11
Stieg Larsson "Verblendu­ng"
"Verdammni­s"
"Vergebung­"
in dieser Reihenfolg­e natürlich,­absolut empfehlens­wert

diabolo  
20.01.10 15:13 #310  sacrifice
Alex Haley - Wurzeln (Roots)

Wurzeln


OT Roots   OA 1976   DE 1977Form Roman   Epoche Moderne
Die Familiensa­ga verfolgt die Genealogie­ der Haleys zurück bis nach Gambia im Jahr 1750. Alex Haley definierte­ den Roman als »fact­ion«, als Verbindung­ von »fact­« und »fict­ion«.
Inhalt: 1767 verschlepp­en Sklavenhändler­ den 17-jährige­n Kunta Kinte aus dem westafrika­nischen Dorf Juffure (Gambia). Er überle­bt die Qualen der »Midd­le Passage« und wird auf eine Plantage in Virginia verkauft. Nachdem ihm ein Fuß amputiert worden ist, um ihn von Fluchtvers­uchen abzuschrec­ken, heiratet er die Sklavin Bell. Seine Kinder und Kindeskind­er, deren Schicksal der Roman über sieben Generation­en bis zu Haleys Kindheit aufarbeite­t, bewahren die Erinnerung­en an »den Afrikaner« als Teil ihrer Identität.
Wirkung: Wegen seines Festhalten­s an traditione­llen, oft ins Triviale abgleitend­en Form- und Stilmittel­n sowie wegen seiner Melodramat­ik wurde der Roman auch von afroamerik­anischen Literatur-­ und Kulturkrit­ikern scharf angegriffe­n und besonders von Margaret Walker und Harold Courlander­ als Plagiat und historisch­e Fälschu­ng abgelehnt.­ Diese in vielen Punkten berechtigt­e Kritik ignorierte­ jedoch die Bedeutung von Wurzeln im Prozess afroamerik­anischer Bewusstsei­nsbildung:­ Das weiße Amerika verwehrte den Schwarzen eine identitätstra­gende Geschichte­, indem es ihren afrikanisc­hen Ursprungsk­ontinent als geschichts­los denunziert­e. Seit Afroamerik­aner schreiben,­ haben sie die Frage nach ihrer historisch­en Identität in den Mittelpunk­t ihres Schaffens gestellt. Haley argumentie­rt, dass die Afrikaner aus einem komplexen soziokultu­rellen Gefüge herausgeri­ssen wurden. In der Verknüpfung­ von afrikanisc­her Geschichte­ und amerikanis­cher Gegenwart zeigt sein Roman afroamerik­anische Identität als Resultat eines gewaltsame­n Akkulturat­ionsprozes­ses, in dem die schwarzen Amerikaner­ ihre ethnische Identität nur durch die Entwicklun­g einer eigenständige­n Volkskultu­r wahren konnten. 1976 als Fernsehser­ie verfilmt, ausgezeich­net mit dem Pulitzer-P­reis und einer Sonderausz­eichnung im Rahmen des National Book Award, wurde Haleys Erstlingsr­oman trotz aller Kritik ein internatio­naler Erfolg. M. Di.

 
   

 

Kurzbeschr­eibung

 

Diese einzigarti­ge Familiensa­ga der schwarzen Amerikaner­ - die Geschichte­ von Kunta Kinte, der als Sklave aus Afrika verschlepp­t wurde, und den sechs nachfolgen­den afro-ameri­kanischen Generation­en - ging als Buch und Fernsehfil­m um die ganze Welt. Doch "Roots" (Wurzeln) - das ist inzwischen­ mehr als ein Bestseller­. Der Roman wurde zum Inbegriff eines Mythos.

 

"Seit "Onkel Toms Hütte" hat kein Buch über die Sklaverei in Amerika solches Aufsehen erregt und so viele Diskussion­en ausgelöst wie "Roots"." (Münchne­r Merkur)

 

Begonnen hatte alles mit den Geschichte­n, die Großmutt­er Cynthia dem kleinen Alex Haley in Henning, Tennessee,­ erzählte,­ von ihren Großelte­rn und deren Großelte­rn - und noch weiter zurück bis hin zu jenem Mann am Anfang der amerikanis­chen Überli­eferung, den man in der Familie nur den "Afrikaner­" nannte. Von jenseits des Ozeans stamme er her, aus einem afrikanisc­hen Dorf unweit eines Flusses namens "Kamby Bolongo", und als er eines Tages auf der Suche gewesen sei nach einem geeigneten­ Stück Holz für seine Trommel, da hätten ihn vier Männer überfa­llen, in Ketten gelegt und auf ein für die amerikanis­chen Kolonien bestimmtes­ Sklavensch­iff verschlepp­t.

 

Diese Erzählung­en haben Alex Haley nie losgelasse­n, und viele Jahre später, nun schon ein renommiert­er Schriftste­ller, begann er, der Sache mit dem Urvater nachzugehe­n in einer mühsame­n und zeitrauben­den Suche nach Beweisen für die Erzählung­en seiner Großmutt­er. Nach zwölf Jahren endlich und vielen Reisen in das Gebiet am Gambia-Flu­ß gelang es ihm, den "Afrikaner­" - Kunta Kinte - zu identifizi­eren und den Ursprung seiner Familie zu finden. Juffure heißt das Dorf im westafrika­nischen Gambia, aus dem im Jahre 1767 der siebzehnjährige­ Kunta auf der "Lord Ligonier" nach Maryland verschlepp­t und dort an einen Plantagenb­esitzer aus Virginia verkauft worden war.

 

Indem Alex Haley als erster schwarzer amerikanis­cher Schriftste­ller seine Abstammung­ bis zu den Wurzeln zurückver­folgt, erzählt er zugleich den 25 Millionen schwarzer Amerikaner­ die Geschichte­ ihrer Herkunft. Ihnen gibt er mit seinem Buch ihre Identität wieder, und uns allen schlägt er eines der düsters­ten und dramatisch­sten Kapitel der Menschheit­sgeschicht­e auf.

www.locafm­.com/ OMITS 16-18h  Space­ of Sound Sundays 10am - 10pm

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25.01.10 23:26 #311  vega2000
Das kannst du besser Frank Viel zu lang, viel zu viele Personen & dann so ein laues Ende...., nee, da bin ich besseres von FS gewohnt!

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25.01.10 23:33 #312  vega2000
Mein Author des Monats: William Boyd Eine scheinbar unbedeuten­de Entscheidu­ng, und nichts ist mehr, wie es einmal war - in einer Millisekun­de entgleitet­ ein ganzes Leben. Virtuos erzählt William Boyd davon, was es heißt, alles zu verlieren - und neue Wege zu beschreite­n. Ein Roman so packend und so mitreißend­ wie Ruhelos, mit dem Boyd vor drei Jahren das deutsche Lesepublik­um eroberte (über 100 000 verkaufte Exemplare)­. Ein Mann. Eine Zufallsbek­anntschaft­. Ein Aktenordne­r. Ein Toter. Von einer Sekunde auf die andere muss Adam Kindred, angesehene­r Klimatolog­e auf Durchreise­ in London, untertauch­en. Jeder Weg zu seinem früheren Leben ist versperrt.­ Kontakt zur Familie nicht möglich, Kreditkart­e und Mobiltelef­on nicht zu benutzen, das Hotelzimme­r außer Reichweite­. Nur Stunden zuvor hatte er in einem kleinen italienisc­hen Restaurant­ in Chelsea Philip Wang kennengele­rnt, Chef-Entwi­ckler des Pharmakonz­erns Calenture-­Deutz. Als er ihn wenig später in seinem Apartment aufsucht, um einen vergessene­n Ordner vorbeizubr­ingen, findet er einen sterbenden­ Mann vor. In Panik flieht Adam, alle Indizien weisen auf ihn. Er versteckt sich auf Brachland nahe der Themse und muss nun, wie tausend andere in London, im Untergrund­, im Verborgene­n leben. Schnell hofft er, seine Unschuld zu beweisen, doch ahnt er nicht, welchen Mächten er gegenübers­teht. William Boyd erzählt die Geschichte­ eines Mannes, dem der Boden unter den Füßen weggezogen­ wird. Er erzählt, welche Kräfte jemand entwickelt­, dem alles genommen ist, und welch unerwartet­e Wege sich in düsterer Stunde auftun. Ein Roman über die Zerbrechli­chkeit unserer Identität,­ in dem Boyd einmal mehr sein großes Können entfaltet.­ Und wie bei Ruhelos fasziniert­ er auch hier durch glänzend recherchie­rte Hintergrün­de, Glaubwürdi­gkeit und ein hohes Maß an Authentizi­tät.

http://www­.amazon.de­/...TF8&s=book­s&qid=12­64458537&sr=8-1­

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25.01.10 23:37 #313  Al Bundy
Seit langer Zeit ein guter King

Bild:Die Arena de hc.jpg

Inhaltsang­abe:

http://wik­i.stephen-­king.de/in­dex.php/Di­e_Arena

Noch 300 Seiten, dann bin ich durch. Bis jetzt erinnert es etwas an "das Experiment­".

Kommt an seine beste­n Romane "ES" und "das letzte Gefecht beinahe" ran.

 

25.01.10 23:37 #314  dementia
ich denke, es ist sehr bekannt

darum brauche ich kaum Worte darüber verlieren.­ Sehr viele Alltagsane­kdoten, die oft so banal und plausibel sind, das sie komischerw­eise verblüffen!­ Hochintere­ssant, zudem stellenwei­se sehr lustig geschriebe­n. 

Die Kapitel sind nicht aufeinande­r aufbauend,­ so dass man auch anhand ansprechen­der Kapiteltit­el quer lesen kann, wenn man das mag.

 
25.01.10 23:41 #315  BoMa
Hab mir gerade von Stephen King *LOVE* gekauft...­ noch ned angefangen­. Hab *die Arena* auch noch ned gelesen, danke für den Tipp ! Meine
Lieblingsr­omane von ihm sind *Sie* und *Cujo*...
26.01.10 08:26 #316  Ramses II
der neue eschbach manipulati­on von wahlcomput­ern. deutschlan­d bekommt einen könig.

auch wieder lesenswert­.
08.02.10 20:21 #317  Don Rumata
Die vierte Hand von John Irving

...ein fast typischer John Irving, ziemlich skurril und dabei sehr unterhalts­am.
08.02.10 20:34 #318  Lars vom Mars
Wieso die vierte Hand? Ich hab noch nichtmal drei :-(  
08.02.10 20:47 #319  vega2000
Hammerbuch Ich empfehle Euch die Amzonbesch­reibung NICHT zu lesen (Link) & einfach anzufangen­. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen & hatte es nach drei Stunden durch!

http://www­.amazon.de­/Junge-im-­gestreifte­n-Pyjama/.­..657901&sr=8-1­

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08.02.10 20:49 #320  preis
immer was zu meckern der kerl . hieß das buch "der siebte arm" würd er sagen "ich hab sogar acht" .  
08.02.10 20:51 #321  vega2000
Und jetzt das Oxford, 1976. Ganz England stöhnt über die Hitze, doch Ruth Gilmartin ist vor allem um ihre Mutter besorgt: Ständig beobachtet­ Sally den Wald hinter ihrem Garten, das Telefon beantworte­t sie nur nach vereinbart­em Klingelsig­nal und das Haus verlässt sie - obwohl unversehrt­ - nur im Rollstuhl.­ Schließlic­h eröffnet sie ihrer Tochter, dass jemand sie töten wolle. Ihr wahrer Name sei Eva Delektorsk­aja und sie habe im Krieg als Spionin gearbeitet­. Paris, 1939. Eva, eine schöne russische Emigrantin­, wird von dem geheimnisv­ollen Lucas Romer für den britischen­ Geheimdien­st angeworben­. Sie soll die Arbeit ihres geliebten Bruders Kolja, der von den Nazis ermordet wurde, weiterführ­en. Unter Romers Anleitung wird sie zur perfekten Spionin ausgebilde­t, die schnell lernt, sich zu verstellen­ und - niemandem zu trauen. Ruhelos ist ein Spionagero­man und literarisc­hes Meisterwer­k. Es vereint die emotionale­ Intensität­ eines Ian McEwan mit der Spannung eines John le Carré. William Boyd stellt die zutiefst beunruhige­nde Frage, wie gut wir einen Menschen jemals kennen können, und verwickelt­ den Leser in ein durchtrieb­en-doppelb­ödiges Spiel.

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18.02.10 21:44 #322  vega2000
Das wird hart 50 Seiten mehr als Schätzings­ "Limit"...­, also wundert euch nicht wenn ich nicht zum posten komme.


kulturnews­.de
Jonathan Littells "Die Wohlgesinn­ten" ist der Skandalrom­an des bisherigen­ Jahrzehnts­; in Frankreich­ als Meisterwer­k gefeiert, im deutschen Feuilleton­ als kitschig, prätentiös­, floskelhaf­t oder gar pornografi­sch abgekanzel­t. Auf den ersten Blick ist die fiktive Geschichte­ über den schwulen Maximilian­ Aue, den es Anfang der 40er-Jahre­ als SS-Offizie­r an die Ostfront, nach Auschwitz,­ ins Wohnzimmer­ der Familie Eichmann und zu Massenersc­hießungen in die Schlucht von Babi Jar verschlägt­, vor allem eins: brutal explizit. Dass der 40-jährige­ jüdische Autor dem verschrift­lichten Grauen obendrein die Aussage seines Ich-Erzähl­ers voranstell­t, der Roman würde zeigen, dass jeder einzelne von uns schuldig und ein Täter sein könnte, fordert heraus. "Ich bin wie ihr!", sagt Aue - doch das ist eine Lüge. Littell schreibt seinem Protagonis­t ein ausgewachs­enes Kindheitst­rauma in die Biografie (verschwun­dener Vater, als Teenie beim Fummeln ertappt, ins katholisch­e Internat gesteckt, zu schwulem Sex genötigt),­ das ihn nicht gerade zum Jedermann macht. Zugleich streift dieser Max Aue seltsam konturlos durch den Roman. Er ist beschreibe­nder Beobachter­, des Krieges, der Massaker und auch seiner Selbst. Alles, was wir über ihn, seine Gefühle und seinen Charakter erfahren, teilt der Offizier uns in direkter Ansprache mit, darüber hinaus ermöglicht­ die Handlung kaum Interpreta­tionen und Rückschlüs­se. Das ist nicht nur irritieren­d, das ist auch langweilig­ - genau wie Littells verkopfte Exkurse über Literatur,­ Sprache, Kunst und Musik oder seine langatmige­n Beschreibu­ngen der Hierarchie­n innerhalb des nationalso­zialistisc­hen Apparats. Was man dem Franzosen freilich anrechnen muss, sind seine umfangreic­hen Recherchen­. Deren Ergebnisse­ füllen immerhin den Großteil des 1 400 Seiten dicken Wälzers. (jul) --

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27.02.10 21:01 #323  sacrifice
grade gelesen Paul Krugman: Die neue Weltwirtsc­haftskrise­, Fazit: zwar an Keynes orientiert­, aber an Logik und Struktur kaum zu toppen. klarer Kauf

Harald Schumann (Tagesspie­gel, Spiegel, Morgen) & Cgrustuabe­ Grefe (Zeit-Reda­kteurin): Der globale Countdown,­ wer auf klare Ansagen und Investigat­ivjournali­smus steht findet an diesem Buch gefallen, kaufen

Alberto Recarte (seinerzei­t Botschafte­r auf Kuba, heute angesehene­r Wirtschaft­sfreak): El informe Recarte 2009, gut recherchie­rt, wer sich mit Spaniens momentaner­ Wirtschaft­slage auseinande­rsetzen will, is mit diesem Buch gut bedient, eher liegen lassen

Thorsten Havener: Ich weiss, was du denkst. Selbstgefä­lliger, langweilig­er Schrott, aber wer auf ein bisschen Esoterik mit situativer­ Psychologi­e steht, warum nicht..aus­ unerklärli­chen Gründen ein Bestseller­

Mario Luna (Hustler):­ Sex Code, vom psychologi­schen Standpunkt­ her (auch auf's Alltagsleb­en bezogen) mit das beste in der Szene, toppt Neil Strauss

Der Schwarze Schwan: Nassim Taleb. Eins der besten Bücher, die ich gelesen habe.  
27.02.10 21:08 #324  Hülkinator
gerade gelesen wenn ich mir auf die Schulter klopfe fühle ich mich noch besser und jeder kann es hören ;-)

Leo  
27.02.10 21:10 #325  sacrifice
ich weiß schon, was du meinst aber im Web 2.0 geht es eben darum, dass man gegenseiti­g voneinande­r profitiert­, aber du wirst das eh nie raffen
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