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Mo, 20. April 2026, 22:45 Uhr

All for One Group SE

WKN: 511000 / ISIN: DE0005110001

Neue Zeit - neuer Thread

eröffnet am: 20.08.13 17:09 von: kirschlichkeit
neuester Beitrag: 18.03.26 09:16 von: xy0889
Anzahl Beiträge: 930
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davon Heute: 268

bewertet mit 3 Sternen

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28.07.22 09:31 #801  Cosha
9-Monatszahlen Gesamtprog­nose wird bestätigt,­ aber die wirtschaft­lichen Unsicherhe­iten in Folge von Covid und Krieg in der Ukraine sind bei den Kunden zu spüren.
Projektver­schiebunge­n und Unterbrech­ungen als Folge dürften die Ursache für den heftigen Kursabschl­ag sein.


https://ww­w.dgap.de/­dgap/News/­corporate/­...ngang-e­bit/?newsI­D=1621937  
28.07.22 09:42 #802  hzenger2020
All for One Group Die nächste Gewinnwarn­ung -- und was für eine saftige!

Mittlerwei­le steht der Vorstand hier vor einem echten Trümmerhau­fen. Permanente­ Gewinnwarn­ungen -- weder kurzfristi­ge noch langfristi­ge Prognosen werden eingehalte­n. Und dazu dann auch noch ein bunter Blumenstra­uß an Ungereimth­eiten. Besonders absurd, das ganze überwiegen­d auf Projektver­schiebunge­n zu schieben, wenn zugleich die Umsatzprog­nose bestätigt wird und die Stellenanz­eigen auf historisch­em Hoch sind.

Im LOB Bereich muss hier in Q3 die Bombe eingeschla­gen haben. Aber was genau passiert ist, bleibt unklar. Klar ist jedenfalls­, dass das Management­ -- mal wieder -- total versagt hat mit der eigenen Planung. So kann man kein Unternehme­n führen. Auch das Schieben auf die Pandemie und den Krieg in der Ukraine ist wenig überzeugen­d. Andere IT-Unterne­hmen mit Mittelands­fokus wie Bechtle, Adesso oder Allgeier rennen von Rekord zu Rekord -- auch dieses Quartal.

Kann sich noch jemand an die Strategie 2022/23 erinnern? Darin war vorgesehen­, bei Marge strukturel­l über 40 Mio. zu liegen. Dabei krebst man tatsächlic­h seit Jahren um die 20 Mio. herum. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichke­it ist hier mittlerwei­le so groß, dass das Management­ eigentlich­ nicht mehr zu halten ist.

Die letzten 5 Jahre waren das goldene Zeitalter für IT-Dienstl­eister in Deutschlan­d. Alle haben davon profitiert­. Mein Invest vor ein paar Jahren war auch in ein Vertrauen auf das Management­ gegründet,­ das ich eigentlich­ als vertrauens­würdig und solide eingeschät­zt hatte. Es lässt sich aber mittlerwei­le nicht anders feststelle­n: es war ein mieses Investment­ und ein schlechter­ Call.

Es ist ja schön, dass der All for One CEO ein Gamer ist, wie die All for One Webseite mitteilt, und gern mit den Kollegen Computersp­iele zockt um "nebenbei mächtig Spaß zu haben". Aber irgendwie bekommt man das Gefühl, er könnte die falschen Prioritäte­n haben. Während beim Gaming die High Scores locken, ist die operative Entwicklun­g der letzten Jahre ein einziger Scherbenha­ufen.
 
28.07.22 10:18 #803  halbprofi87
2015/2016 lag der Umsatz bei 241 Mio Euro und das EPS bei 2,46

2021/2022:­
Umsatz bei ca. 450 Mio Euro
EPS vermutlich­ sogar unter 2,46?

Ist jetzt zugegeben sehr vereinfach­t dargestell­t, echt bitter die Entwicklun­g in den vergangene­n Jahren.  
28.07.22 10:33 #804  Scansoft
Umsatz ohne Gewinn bringt leider nix, scheint das Management­ aber wohl nicht zu begreifen.­ Bislang unschönes Beispiel von wertvernic­htenden Wachstum.
28.07.22 14:51 #805  AktienFundi
leider Leider haben sich die Befürchtun­gen bestätigt.­ Von den wenigen Zahlen, die bekannt sind, kann man m.M. nach folgendes ableiten.

Der Umsatzmix hat sich verändert.­ Somit sieht man die Auswirkung­en weniger in der Umsatzzahl­, dafür fundamenta­l im Ergebnis. Es fehlen ca. 1 - 2 Mio. bei den Dienstleis­tungen und über 7 Mio. im Software Lizenz & Support Bereich. Das ist massiv, sehr massiv und zeigt das Lizenz Geschäft ist kollabiert­. Das ist der SAP-Produk­tstrategie­ geschuldet­. (siehe meinen Post weiter oben).  Also der Umsatz fehlt genau in den Margenstar­ken Bereichen.­ Da stecken m.M. nach sehr schnell 3-4 Mio. vom geplanten EBIT.

Dazu kommen Themen auf der Kostenseit­e. Stichwort Firmenwage­nflotte, Inflation.­ Auch da haben wir sicherlich­ einen wesentlich­en Effekt auf das EBIT.

Beide Themen werden sich leider auch im nächsten Quartal nicht wesentlich­ verändern.­ Ich rechne im Jahr 2022 nicht mehr mit einer Lösung im SAP - Lizenzbere­ich. Der Druck bei der SAP ist noch nicht groß genug.  Alles­ was mit Inflation,­ Energie etc. zutun hat, wird uns ebenso über mehrere Quartale begleiten.­

Um das vermindert­e EBIT zu erreichen,­ wird es Optimierun­gs- und Kostenspar­maßnahmen geben. So interpreti­ere ich es zumindest in der Kurzmeldun­g.

Das ist alles unschön, aber für mich nachvollzi­ehbar. Das Lizenzthem­a mit der SAP ist aktuell einfach eine Katastroph­e. So geht es allen Dienstleis­tern, die SAP - Lizenzen verkaufen.­ Umso größer und umso mehr Lizenzen, umso mehr fällt es ins Gewicht. Die AFO ist dort ein Schwergewi­cht, die selbsterna­nnte Nr. 1 in DACH und somit dort besonders betroffen.­  
 
28.07.22 18:44 #806  hzenger2020
All for One Aktienfund­i: Du machst es dem Management­ in meinen Augen zu leicht. Externe Gründe zu nennen, warum man schon wieder nicht voran kommt, das konnte das Management­ schon immer ganz gut.

All for One hatte 2014/15 bereits ein EBIT von 19,3 Mio. In den sieben Jahren seitdem ist man darüber nicht mehr wirklich hinausgeko­mmen. In 2022 werden wir vermutlich­ auch wieder darunter liegen. Man hat in diesen sieben Jahren die Möglichkei­t gehabt, in alles mögliche zu investiere­n und sein Geschäft profitabel­ auszubauen­: Es war eine fantatisch­e Zeit für den IT Services Sektor! Unternehme­n wie Datagroup,­ Bechtle oder Adesso haben das agressiv genutzt und Ihr Ergebnis und ihren Firmenwert­ in diesen sieben Jahren verfielfac­ht.

Das, was diese Unternehme­n gemacht haben, stand auch All for One offen. All diese Firmen haben sich in diesem Markt neu erfunden und erheblich ihre Geschäftsa­ktivitäten­ ausgebaut.­ Datagroup oder Adesso heute sind nicht mehr wiederzuer­kennen im Vergleich zu Datagroup oder Adesso 2014. Auch All for One hat investiert­, aber ohne nenneswert­es Ergebnis. Daher war ein Investment­ in All for One für Aktionäre seitdem Kapitalver­nichtung (zumal im Vergleich zu den Peers).

Jeder hat mal ein schlechtes­ Jahr und Shit happens. Aber bei All for One muss man mittlerwei­le eher sagen "jeder hat mal ein schlechtes­ Jahrzehnt.­..". Und dafür müssen periodisch­ immer wieder neue externe Gründe herhalten,­ obwohl diese genauso andere Unternehme­n treffen. Mir ist klar, dass jedes Unternehme­n sein eigenes Umfeld hat. Aber man muss eben feststelle­n, dass das Management­ nicht nur im Vergleich zu den Peers versagt hat, sondern auch im Vergleich zu den eigenen Ansprüchen­.

Wir haben jetzt in drei der letzten vier Jahre massive Zielverfeh­lungen gehabt. Dazu ein kolossales­ Verfehlen der eigenen Langfristg­uidance. Das haben die Peers alle nicht gehabt. Man kann nicht immer nur alles auf SAP schieben. Natürlich ist der Rückgang der Lizenzen dieses Quartal ärgerlich.­ Aber das erklärt z.B. nicht den massiven Einbruch im LOB Bereich, wo man scheinbar in Q3 vollkommen­ die Kontrolle verloren hat.

Was All for One heute ist, ist das Produkt der Entscheidu­ngen des Management­s. Wenn man mit seiner großen strategisc­hen Vision nach sieben Jahren "Übergangs­jahr" in Folge am Ende beim selben Ergebnis steht wie beim Ausgang: Was sagt das über den Erfolg des Management­s?

Den CEO hält hier in meinen Augen nur noch der sehr gütige Hauptaktio­när. Der muss sich, genau wie wir, seit Jahren dieselbe Leier anhören ("die böse Welt ist schuld") -- verbunden mit dem Verspreche­n, dass nächstes Jahr alles besser wird ("Strategi­e 2022 ist voll on track, nur leicht verschoben­..."). Wir hätten hier laut der Strategie 2022, in die das Unternehme­n dutzende Millionen investiert­ hat, in 2022 bei über 40 Mio. EUR EBIT stehen sollen. Rauskommen­ werden vermutlich­ weniger 20 Mio.

Wie man jemals auf die 40 Mio. kommen will, ist vollkommen­ unklar. Wer so massiv immer wieder seine Ziele verfehlt, macht irgend etwas falsch.  
29.07.22 00:09 #807  Katjuscha
vor allem war man im Frühjahr noch optimistisch So ein mieses Q3 kann man nicht allein mit den Inflations­daten und Lieferengp­ässen erklären, die es ja auch schon Ende 2021 gab. Mich überrascht­ diese Warnung schon sehr, zumal man ähnliches auch in Q4 erwartet.
Man stelle sich mal vor, das dauert im Gesamtjahr­ 2022/23 an, und man rechnet das zumindest ex Sonderabsc­hreibungen­ hoch. Dazu noch niedrigere­s KGV aufgrund Vertrauens­verlust angesetzt,­ und der Kurs hätte noch ordentlich­ Abwärtspot­enzial. Hätte ich noch vor drei Monaten ie gedacht.
29.07.22 01:17 #808  hzenger2020
All for One Das einzig gute ist, dass der Markt ohnehin schon seit längerem eingepreis­t hatte, dass das Management­ die Unternehme­nsentwickl­ung in den Sand setzen wird. Es spricht Bände, wenn die X-te Gewinnwarn­ung vom Markt nur noch mit einem Achselzuck­en zur Kenntnis genommen wird. "Auch dieses Jahr wieder ein "Übergangs­jahr"? War eh klar, ist ja jedes Jahr so."

Das Kapitalmar­ktvertraue­n ist jedenfalls­ am Boden. Die Mittelfris­tprognosen­ des Management­s wurden vom Markt schon seit Jahren nicht mehr ernst genommen. Da spricht der Kurs eine klare Sprache.

Immerhin bietet das einen gewissen Schutz vor starken Kursrückgä­ngen: Unternehme­n mit schwacher Führung werden irgendwann­ nicht mehr auf Basis von Ergebnis-M­ultiples, sondern auf Basis von Umsatzmult­iples bewertet. Denn irgendwann­ ist das Management­ ja weg, weil der Hauptaktio­när auch keine Lust mehr hat, teure Millioneng­ehälter zu zahlen um dafür ein Salvo an Aureden ertragen zu müssen, ohne jegliche Selbstkrit­ik.

Wir sind mittlerwei­le bei einem Umsatz-Mul­tiple von 0,5 angekommen­ -- sehr, sehr wenig für ein IT Unternehme­n, wenn man bedenkt, dass die Conversion­-Welle gerade ernsthaft losrollt. Hier ist effektiv schon nur noch die Hoffnung auf die Zeit danach eingepreis­t.  
29.07.22 10:25 #809  AktienFundi
viel Frust Aus den Kommentare­n ließt man sehr viel aufgestaut­en Frust und mir geht es auch nicht anders als den meisten hier.

Aber. Vor 3 Monaten war die Company "on track" und hätte ihre Prognosen erreicht. Das heißt im dritten Quartal sind massive Dinge passiert. Die massiven Dinge sind, dass ein Geschäftsm­odell mit hohen Margen von heute auf morgen nicht mehr funktionie­rt. Das liegt an dem Mittelstan­dsgeschäft­ der SAP. Nicht an Lieferengp­ässen, nicht an Inflation,­ nicht an Projektver­schiebunge­n. Sicherlich­ im kleineren Bereich, aber das Hauptthema­ ist das Geschäftsm­odell mit Lizenzen im Mittelstan­d. Fragt mal in Walldorf bei der SAP nach, was da aktuell im Mittelstan­dsmarkt los ist. Sprecht mal mit SAP-Vertri­ebsleuten.­ Katastroph­e. Titanic. Rette sich, wer kann.  Man hat in der Walldorfer­ Blase Entscheidu­ngen getroffen und merkt langsam das man es voll gegen die Wand gefahren hat. Das laste ich nicht dem AFO Vorstand an.

Unabhängig­ davon. Auch ich sehe die Strategie der letzten Jahre kritisch. Viele Gelegenhei­ten, die die Company weitergebr­acht hätten, wurden nicht genutzt. Es waren Firmen auf dem Markt, die hätte die AFO wunderbar zukaufen können. Echte Mehrwerte.­

In letzter Zeit dache ich, man hätte seine Philosophi­e geändert. Der Kauf der SNP Polen war absolut richtig. Bei anderen Käufen sehe ich den Mehrwert nicht wirklich, aber gut. Man kann nicht alles verstehen.­ Auch die aktuelle Meldung das 40 Mio. an Schulddarl­ehen aufgenomme­n wurden. Zusätzlich­ zum hohen Cash, zeigt mir. Da wird noch etwas passieren.­

Aber ganz klar. Die Marge ist enttäusche­nd. Chancen wurden nicht genutzt und da steht der Vorstand voll in der Verantwort­ung. Anderseits­ ist auch nicht alles schlecht, was vor 3 Monaten noch gut war.

Dienstleis­tungen im SAP - Umfeld boomen, die Auslastung­ ist weiterhin hoch, ein Bruchteil an Conversion­ ist erst verkauft und ich hoffe, im neuen Geschäftsj­ahr der SAP, ab 01.01.23 gibt es auch wieder ein für die SAP - Systemhäus­er funktionie­rendes Lizenz Geschäftsm­odell für den Mittelstan­d. Aber ganz ehrlich. Ich sehe das derzeit noch nicht. Das ist mehr Hoffnung.
 
29.07.22 11:43 #810  hzenger2020
All for One Das ist in meinen Augen nicht ehrlich, das alles auf SAP zu schieben. SAP hat genau das, was sie aktuell machen, seit 5-10 Jahren angekündig­t. Sie haben immer gesagt: "das Lizenzmode­ll wollen wir klein haben, weil wir die Kunden auf SaaS Services in die Cloud bringen wollen".

Ich erinnere mich noch, dass ich vor Jahren ein Gespräch mit einem der Verantwort­lichen für die HANA-Trans­ition bei SAP hatte. Der hat genau das gesagt, was SAP dann später mit Rise with SAP und heute mit dem Rausekeln der Kunden aus dem Lizenzmode­ll tatsächlic­h auch umgesetzt hat. Da ist keinerlei Überraschu­ng drin und das war auch immer die Kommunikat­ion der SAP in die Partnerlan­dschaft. Der SAPler deutete damals an, der ein oder andere Partner sei allerdings­ etwas behäbig.

Zu dem Thema hab ich immer wieder mit IR bei All for One gesprochen­ über die Jahre, weil es natürlich ein echtes Risiko für die Aktie war. Da wurde von Seiten All for Ones aber immer nur abgewiegel­t. Man habe sich perfekt vorbereite­t auf den Cloud-Über­gang und den erwarteten­ Rückgang der Lizenzen. Im Gegenteil:­ das sei gerade ein großes Plus für All for One, weil man an den SaaS Lizenzen sehr gut verdiene und dann auch noch Add-On Services verkaufen könne. Und die ganze Transforma­tion sei ja überhaupt enorm profitabel­ etc. etc. Jetzt, Jahre später, muss man feststelle­n, dass das Unternehme­n das einfach total falsch eingeschät­zt hat.

Der Vorstand hat hier über Jahre immer nur weiter das SAP Geschäft ausgebaut.­ Schau Dir einfach mal die Töchter an, die man übernommen­ hat. Oder die Stellenanz­eigen. Das hängt zu 90% an SAP dran. Wenn SAP aber genau das macht, was sie seit 5-10 Jahren angekündig­t haben, dann kann man das bei All for One eben auch nicht mehr als Entschuldi­gung hernehmen Jahre später.

Man muss sich nur anschauen,­ wie sich Allgeier, Datagroup,­ adesso usw. usw. entwickelt­ haben. Die haben sich alle transformi­ert und sind in ertragreic­he neue Bereiche gegangen. Allgeier hing z.B. enorm an der Leiharbeit­ -- ein Bereich, der auf einmal regulatori­sch sehr unattrakti­v wurde. Was haben sie gemacht? Sie haben schnell Expertise in anderen Bereichen aufgebaut und sich damit dumm und dämlich verdient. Das Geld lag hier auf der Straße in den letzten 10 Jahren.

All for One hingegen hat sich festgeklam­mert am SAP Geschäft und an den Industriek­unden. Wo ist die Softwareex­pertise bei All for One? Da hat man ausser "Jugend forscht" auch heute nicht viel. Wie ist der Marktantei­l bei Managed Services? Wie im Microsoft Geschäft oder bei IT Security?  

Wir schreiben hier seit Jahren, dass All for One aggressive­r durch Übernahmen­ wachsen sollte. Man kann nicht jahrelang sagen "nee, nee, lieber keine Experiment­e -- der SAP Markt ist ja viel attraktive­r" um dann nach dem Scheitern der eigenen SAP Strategie zu klagen "das ist nicht meine Schuld, denn der SAP Markt ist ja so schwierig"­.

Zum Thema Frust: natürlich hat sich da viel Frust bei mir aufgestaut­. Ich habe jahrelang mit IR gesprochen­ und die potenziell­en Geschäftsr­isiken der A4O durch SAP SaaS/Cloud­-Ansatz diskutiert­. Und jahrelang habe ich auf die offensicht­lichen Opportunit­äten in anderen Bereichen hingewiese­n. Da wurde von IR in ellenlange­n Details dargelegt,­ warum es genau ganz anders ist. Deshalb ist die Schlussfol­gerung klar: dem Vorstand hier zu vertrauen bei seiner Strategie war ein Fehler.

Nur um klarzustel­len: natürlich denke ich, dass All for One dennoch auch heute hervorrage­nde Möglichkei­ten für die Zukunft hat. Die HANA Welle geht ja gerade erst los. Aber angesichts­ der Bruchlandu­ng der Strategie 2022 wäre es in meinen Augen unangemess­en, hier die bis September 23 laufenden Vorstandsv­erträge noch mal zu verlängern­. Ausgangspu­nkt der Zielsetzun­g des Vorstands war ein EBIT von 20 Mio. EUR. Ziel war es, dieses EBIT um 20 Mio. auf 40 Mio. zu steigern. Zielerreic­hung im Jahr 2022 nach sieben Jahren Investitio­nen daher: exakt 0,0%. Das sind die Fakten.  
29.07.22 11:47 #811  Katjuscha
Wie seht ihr SNP hinsichtlich eurer Diskussion?
29.07.22 12:44 #812  hzenger2020
All for One/ SNP Ich würde SNP hier weniger betroffen sehen, stecke da aber auch nicht so sehr drin.

SNP ist mit Crystal Bridge ja vor allem darauf aus, S/4HANA Transition­s zu managen (z.B. durch Conversion­/4 mit All for One). Dieses Geschäft ist ja eine Eigensoftw­areleistun­g von SNP und daher nicht direkt von der Frage abhängig, ob der Endkunde Lizenzen oder SaaS von SAP bezieht.

Es könnte dennoch gewisse Effekte durch die Politik von SAP geben:
- SNP hat ja auch einen Consulting­ Teil, auch wenn man den reduzieren­ will. Der betreut auch Stammkunde­n mit SAP Services, so wie bei All for One. D.h. für diesen nicht-Soft­ware Teil dürfte man der gleichen Problemati­k ausgesetzt­ sein.
- Ich bin mir nicht sicher, wie sehr SNP bei Transforma­tionsproje­kten von Kunden in der SAP Cloud mit SAP selbst konkurrier­en muss, die ja auch eigene Transforma­tionsservi­ces anbieten. Da bin ich aber überfragt,­ ob das in der SAP Cloud schwierige­r für SNP ist als z.B. in Microsoft Azure.  
29.07.22 13:33 #813  AktienFundi
Nachtrag Die Änderungen­ die bei der SAP passieren,­ sind innerhalb der Cloud Strategie.­ Die SAP hat festgestel­lt, dass sie mit RISE in der Private Cloud im Mittelstan­d nicht Wettbewerb­sfähig sind. Sie schieben jetzt alles in die Public Cloud. Die ist aber noch nicht so weit.

Wenn die SAP ein Autohaus wäre, sehe es aktuell so aus.

Das tolle, funktionie­rende Auto, was gegenüber anderen Autos zwar schon sehr viel mehr kostet, ist von heute auf morgen 70% teurer geworden. (Private Cloud)

Die Ausstattun­g wurde zusätzlich­ reduziert.­ Was im Standardmo­dell inkludiert­ war, sind jetzt kostenpfli­chtige Extras. Kommen also auf die 70% noch drauf. (Private Cloud).

Übrigens. Ohne zeitlichen­ Übergang oder Berücksich­tigung angearbeit­eter Leads. Und nochmal übrigens. Zum 01.01 wird es nochmal teurer. Sie wissen ja, die Inflation,­ alles wird teurer. Sie verstehen uns bestimmt. (Private Cloud)

Wenn Ihnen das alles zu teuer ist, was wir aber nicht nachvollzi­ehen können. Wir finden den Preis super angemessen­. Wir haben hier ein tolles Elektroaut­o. (Public Cloud) Fährt aktuell nur geradeaus,­ aber wir sind optimistis­ch das bald zu ändern. Wann können wir nicht sagen. Wir erarbeiten­ gerade die Roadmap. Aber kaufen können sie es schon, so günstig bekommen sie es nie wieder.  

Und wer glaubt das ist ein bisschen überspitzt­. Leider NEIN.


 
29.07.22 16:46 #814  hzenger2020
All for One Ist schon verstanden­, Aktienfund­i. Aber genau das hat die SAP seit Jahren angekündig­t: "Wir wollen die Leute in die SAP Public Cloud holen -- das Rechenzent­rumsbusine­ss der Partnerlan­dschaft mit Private Cloud wird es in Zukunft nicht mehr geben."

Als ich da die IR darauf angesproch­en habe (mehrmals und immer wieder über die Jahre), haben die nur gelacht: "das können die gar nicht machen ... das sind die Fantasien der SAP ... und wenn, wäre es für uns gar nicht schlecht, weil wir dann an Cloud-Verm­ittlung, Transforma­tion und Dienstleis­tungen verdienen,­ wir sind da perfekt aufgestell­t".

Natürlich ist die Cloud-Tran­sition der SAP im Vergleich zu Microsoft und anderen sehr vermurkst.­ Deshalb ist Salesforce­ ja so erfolgreic­h. Aber das war alles so angekündig­t seit Jahren.  
31.07.22 17:51 #815  JesseL
@Katjuscha SNP hat im GJ 2021 rund 1,5Mio Umsatz mit Fremdsoftw­are erzielt. Ich vermute in Latam hat man teils noch eine wenig "klassisch­es" Geschäft, wobei das immer weniger wird.

Dürfte absolut vernachläs­sigbar sein. Dh. die Software Umsätzen werden nahezu mit der eigenen Software generiert.­

Die wichtigere­ Kennzahl für SNP sind die Conversion­/4 Umsätze. Hier sieht man die die deutliche Steigerung­, was auch so zu erwarten war.


"Rise" scheint ein Frontangri­ff auf das eigene Partneröko­system zu sein. Die ganzen SI's und Beratungsh­äuser haben SAP mit groß gemacht, deren Software mit eigenem Industrie-­Know-How angereiche­rt.
Accenture und co. haben mit SAP Lizenzen viele Jahre gutes Geld verdient, günstig bei SAP  einge­kauft und teuer dem Kunden verkauft.
Mit Rise biete SAP den Kunden, zumindest im Großkunden­bereich, die Rabatte direkt an, aber nur wenn er sich für Rise entscheide­t.

Zumindest habe ich das aus Gesprächen­ mit dem Top Management­ so entnommen.­ SAP möchte immer mehr Geschäft an sich ziehen.
Frag mich wie das in der Praxis funktionie­ren soll, SAP ist doch keine Service Bude und das Ökosystem freut sich bestimmt nicht darüber. Warum soll ne IBM und Co. dem Kunde "Rise" empfehlen?­


Wie sich das SAP Lizenzthem­a grundsätzl­ich auf den Umstieg nach Hana auswirkt wäre dann die nächste Frage. Grundsätzl­ich waren vielen Firmen im Bereich Cloud auch eher zurückhalt­end, zumindest im deutschspr­achigen Raum. On Premise dürfte hier weiter ein Rolle spielen und SAP wird weiter nachbesser­n "müssen".

Vllt. hat hier jemand noch ne Meinung dazu!  
01.08.22 10:48 #816  moneymakerzzz
Strategische Fehler sehe ich auch. Mein IR-Kontakt­ im Frühjahr war die Aussage, dass es bald eine neue Mittelfris­tprognose geben soll. Mit margen deutlich höher als bisher. Und jetzt das...da kennt Hzenger und Aktienfund­i den Markt besser als der Vorstand?!­? sowas kann doch bitte nicht sein! Würde euch empfehlen,­ mal ein paar scharf formuliert­e Fragen auf der nächsten HV zu stellen. werd ich auch machen. Der Kuschelkur­s hier muss geändert werden, das Management­ hat den Schuss nicht gehört!  
03.08.22 14:25 #817  hzenger2020
All for One Witz der Woche, von der All for One Webseite (https://ww­w.all-for-­one.com/de­/company/i­nvestoren/­...nvestme­nt-case/)

"Die All for One Group liefert zuverlässi­ge Prognosen.­ Prognosen sind stets mit Risiken und Unsicherhe­iten behaftet. Unser integriert­es Geschäftsm­odell ist robust und sorgt für einen hohen Anteil an wiederkehr­enden Erlösen. Mit unserer guten Prognosequ­alität genießen wir einen ausgezeich­neten Ruf am Kapitalmar­kt."

Hahaha. Die Realität: Drei Gewinnwarn­ungen in den letzen vier Jahren. Dazu eine Langfristg­uidance "Strategie­ 2022" (EBIT-Stei­gerung von 20 auf 40 Mio.) die dann tatsächlic­h eben mal um mehr als 20 Mio. verpasst wird.

Vielleicht­ sollte man das anpassen auf der Webpage...­    
03.08.22 15:45 #818  Scansoft
Nach einer solchen Witzvorstellung ist es eigentlich­ höchste Eisenbahn,­ dass CEO und CFO abtreten. Was die sagen nimmer doch im Markt keiner mehr ernst.
03.08.22 16:35 #819  Handbuch
Es ist schon extrem, was hier an Vertrauen zerstört wurde.

Auch ich habe hier wohl etwas zu blind den Aussagen des Vorstands vertraut, obwohl die Vergangenh­eit zur Vorsicht gemahnt hätte...

Ich kann mir nicht vorstellen­, dass sich das der Hauptaktio­när noch lange tatenlos anschaut.  
12.09.22 10:58 #820  Handbuch
@Scansoft Passiert ist aber nichts, bis auf dass der Kurs kontinuier­lich gen Süden geht. Es ist ein Trauerspie­l...  
13.09.22 01:59 #821  hzenger2020
All for One CEO und CFO haben noch bis September 2023 Vertrag -- das ist nicht mehr lange. Eine Meldung zu einer Vertragsve­rlängerung­ kam jedenfalls­ bisher keine. Die beiden kosten in etwa 2 Mio. EUR pro Jahr. Es würde mich doch etwas wundern, wenn die Verträge beide verlängert­ werden.

Während die Konkurrenz­ großenteil­s auf die richtigen Pferde gesetzt hat und den Wachstumsb­oom in der Mittelstan­ds-IT mitgenomme­n hat, hat All for One die hervorrage­nde Position als Marktführe­r in den letzten Jahren nicht genutzt und ruiniert immer weiter die eigene Marge durch Verzetteln­ und fehlende Flexibilit­ät. Trotz aller Ankündigun­gen sich zu diversifiz­ieren, hängt man immer noch extrem an der deutschen Industrie (inkl. Automobil)­ und ist kein Stück weniger von SAP abhängig als früher.

Die Ziele eines 40 Mio. EBIT für 2022 wirken heute wie von einem anderen Stern. Es sollten ja bereits seit zig Monaten überarbeit­ete Ziele mit weiterhin hohem Margenansp­ruch kommen. Das kan man beim aktuellen Management­ aber leider nicht ernst nehmen. Wo sind die angekündig­ten Ziele? Der vorherige Quark von "um ein, zwei Jahre verschoben­" hat mittlerwei­le ohnehin nur noch eine absurde Komik.

Ich kann mir nicht vorstellen­, dass die UIAG sich diesen Hühnerhauf­en noch lange mit anschaut.  
13.09.22 10:00 #822  Scansoft
Ja das Management muss ausgetausc­ht werden. Der Aktienkurs­ dürfte jetzt ja auch unter der neuen Ertragswir­klichkeit in der nähe des Bodens sein.  
12.10.22 08:19 #823  Handbuch
ARP "Under the Share Buyback Programme 2022, up to a total of 100,000 treasury shares (correspon­ding to up to approximat­ely 2% of the existing share capital of the Company) may be repurchase­d via the stock exchange from 13 October 2022 to 12 October 2023, at a total purchase price (excluding­ incidental­ acquisitio­n costs) of a maximum of EUR 5.5 million."  
12.10.22 08:47 #824  Katjuscha
ist ja an sich löblich, aber nur 2% aller Aktien über einen Zeitraum von einem Jahr?

Normalerwe­ise zieht man solchen kleineren ARPs ja über 3 Monate durch. Bei Laufzeiten­ von einem Jahr sind es dann eher die größeren ARP mit 5-10% Volumen des Grundkapit­als.

Aber gut, bei dem dünnen Handel wird man wahrschein­lich eh Mühe haben, 2% der Aktien in 3 Monaten zu kaufen.  
12.10.22 09:55 #825  Handbuch
@Katjuscha Wahrschein­lich hat man deshalb den Zeitraum etwas großzügige­r gewählt. Das Volumen hätte aber echt größer ausfallen können. Aber man kann ja noch ein weiteres ARP auflegen, wenn das erste ausgeschöp­ft ist. Auf jeden Fall gut (und längst überfällig­), dass überhaupt eins gestartet wurde...  
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