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Sa, 25. April 2026, 7:36 Uhr

Aurora Cannabis Inc

WKN: A4ZZ0W / ISIN: CA05156X8504

Kiffer-Nation


04.04.24 09:15
Ralf Flierl

„Buy the rumor, sell the fact“ – auch bei Cannabis?


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Titelbild: © Alina Rosanova – stock.adobe.com


Unspektakuläre Legalisierung


Eher unspektakulär begann die Freigabe von Cannabis in Deutschland. Wer erwartet hatte, dass die Nation nun in süßlichen Rauchschwaden untergehen würde, sah sich getäuscht. Das Untergehen geschieht derweil auf ganz anderen Gebieten, etwa bei Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, bei den Exporten und dem Wirtschaftswachstum. Dafür ist das Kiffen sicher nicht ursächlich. Eher wird schon andersherum ein Schuh daraus, wie Spötter frotzeln: Demnach sollte die Freigabe weicher Drogen jene Wurstigkeit fördern, die das Leben unter erschwerten Bedingungen erträglich macht und gleichzeitig das Durchregieren von oben vereinfacht – „ois easy“, würde der Bayer sagen. So gesehen ist es kein Zufall, dass sich ausgerechnet die Ampel-Regierung für die Legalisierung stark gemacht hat. Unabhängig davon ist die Scheinheiligkeit der Cannabis-Debatte nur allzu offensichtlich. In einem Land, in dem der Alkoholkonsum laut letzten Daten von statista.com für das Jahr 2019 der fünfthöchste der Welt ist (nach Rumänien, Georgien, Tschechien und Lettland), mag man der Opposition die Sorge um die Gesundheit der Menschen jedenfalls nicht abkaufen – besonders nicht jenem bayerischen Ministerpräsidenten, der die Menschen noch vor kurzem an die Impfnadel drängte und seinen Wahlkampf bevorzugt in Bierzelten führt.


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Spektakuläre Kursgewinne


An der Cannabis-Legalisierung in Deutschland entzündete sich auch die Fantasie für die börsennotierten Produzenten, die vornehmlich aus Kanada stammen. Offenbar traut man den Deutschen zu, nicht nur beim Alkohol- sondern auch beim Cannabis-Konsum einen der vorderen Plätze einzunehmen, wenn sie denn erst einmal losgelassen werden – deutsche Gründlichkeit eben. Das eröffnet perspektivisch Marktchancen, denn das Land hat mit seinen fast 84 Mio. Einwohnern etwa doppelt so viele potenzielle Konsumenten wie Kanada mit 39 Mio. Einwohnern. Zur Ermittlung der Kiffer-Inzidenzen wird üblicherweise die Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen herangezogen. Dabei gibt die sogenannte Prävalenz den Prozentsatz der Jugendlichen und Erwachsenen an, die mindestens einmal im Jahr Cannabis konsumiert haben. Mit weitem Abstand auf dem ersten Platz liegt Israel (2016: 27,0%), gefolgt von den USA (2017: 18,4%) und Jamaika (2016: 18,0%). Kanada liegt mit 14,7% (2015) erst auf dem fünften Platz. Die Bundesrepublik schaffte es mit 6,21% (2015) auf einen respektablen 30. Platz, wohlgemerkt zu einer Zeit, als der Konsum noch illegal war. Potenzial für Deutschlands Aufstieg – wenigstens in den Olymp der Kiffer-Nationen – ist also reichlich vorhanden. Bei den Aktien der Cannabis-Größen Aurora Cannabis (WKN: A4ZZ0W), Tilray (WKN: A2JQSC) und Canopy Growth (WKN: A3E2FV) ließen die Anleger bereits den Joint kreisen. Auf kurze Sicht könnte es sich hier allerdings um einen Fall von „Buy the rumor, sell the fact“ handeln, denn mit erfolgter Legalisierung wird der positive Newsflow in diesem Bereich erst einmal dünner.


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Countdown zum Halving


Ähnlich könnte es auch beim Bitcoin und dem mit Spannung erwarteten Bitcoin-Halving am 19. April laufen. Triebkraft hinter dem massiven Aufschwung der letzten Wochen waren zwar die Geldzuflüsse zu den Bitcoin-Spot-ETFs, die in Bitcoins untergebracht werden mussten, die zusätzliche Fantasie entzündet sich aber an der erwarteten Halbierung des künftigen Angebots. Nach dem 20. April fehlt es dann erst einmal an solchen zusätzlichen Anreizen für den Bitcoin-Kauf, auch wenn die Fangemeinde sicher versuchen wird, beide Storys im Bewusstsein potenzieller Investoren zu halten. Das Ungemach in solchen Situationen droht von jenen Käufern, die ihre Gewinne einfahren wollen, um zur nächsten Spekulation weiterzuziehen. Rechnen Sie um das Halving herum also mit erhöhter Volatilität und beobachten sie genau, wie viel Schubkraft in den Tagen danach noch in den Markt drängen wird. An Geschichten über die Verknappung des Angebots wird es nicht fehlen, aber es steht zu vermuten, dass die dann angezogenen Käufer, zu den eher schwächeren Händen gehören werden, während die starken Hände bereits Kasse machen. In unserem Musterdepot haben wir ja in eine Aktie investiert, die „in Bitcoin macht“, sind damit natürlich sehr flexibel und können jederzeit die Reißleine ziehen. Dies ist bei einem echten Bitcoin-Investment nicht so einfach möglich.


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Absatz im Rückwärtsgang


Kasse gemacht wurde zuletzt auch beim Thema Elektromobilität. Die Zukunft des Fahrens legte gestern sogar beim Branchen-Primus Tesla (WKN: A1CX3T) den Rückwärtsgang ein. Sinkende Absatzzahlen wollen nicht recht zur vielgepriesenen Überlegenheit dieser Antriebsart passen. Auch beim chinesischen Herausforderer BYD (WKN: A0M4W9) lief es zuletzt nicht mehr ganz so rund, wie es der massive Rückenwind für E-Autos und der gleichzeitig verschärfte regulatorischer Gegenwind für alternative Antriebe erwarten ließ. Zudem mehren sich die Hinweise vom Gebrauchtfahrzeugmarkt, wonach die Stromer buchstäblich wie Blei liegen. Das ist nachvollziehbar, denn der Wert eines E-Autos steht und fällt mit dem Zustand der Batterie. Hat der Vorbesitzer das Fahrzeug nicht artgerecht gehalten bzw. bewegt, kann in dem Gebrauchtschnäppchen auch ein wirtschaftlicher Totalschaden schlummern. Der Verdacht liegt nahe, dass die Politik in Sachen E-Mobilität einmal mehr eine Entscheidung mit der Brechstange durchsetzen wollte, die lediglich auf angemaßtem bzw. von Lobbyisten eingeflüstertem „Wissen“ beruhte. Mehr zum Thema finden Sie auch in Ausgabe 13/2024 dieses Newsletters.


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Edel & stark


Ein Bereich, der traditionell ohne politische Unterstützung auskommen muss, sind dagegen die Edelmetalle. Regelmäßig müssen sich die Gegenspieler der Fiatgelder sogar mit Störfeuer aus der Papierwelt arrangieren. Umso eindrucksvoller ist die Kletterpartie von Gold und zuletzt auch von Silber. Während Gold von Allzeithoch zu Allzeithoch eilt, ist bei Silber noch viel Luft nach oben, bis wir uns auch dort in „uncharted territory“ befinden. Aus der jüngeren Vergangenheit liegen hier sogar noch Widerstände im Bereich von rund 30 USD/Feinunze, an denen die fulminante Rally des Jahres 2020 scheiterte.


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Zu den Märkten


Der DAX musste am Dienstag seinen größten Kursverlust seit einigen Wochen hinnehmen, wobei dieses Minus mit rund -1,2% doch sehr überschaubar ausfiel. Schon heute konnte sich der deutsche Leitindex wieder stabilisieren. Die allgemeine Hausse scheint also noch nicht zu Ende zu sein. Wir hatten hier ja bereits die Logik der Zinssenkungshoffnungen umrissen. Je schlechter die wirtschaftliche Lage, desto größer der Druck auf die Notenbanken. Auch ein weiteres Absinken der Inflationszahlen erleichtert den Notenbanken eine mögliche Lockerung. Insofern ist auch der gestrige Rückgang der Verbraucherpreisinflation auf +2,2% positiv für die Märkte. Allerdings könnte uns auch hier das Thema „Buy the rumor, sell the fact“ begegnen, sobald Fed & Co. tatsächlich mit ihren Zinssenkungen beginnen.

Andererseits denken Anleger immer in Alternativen und die sind dünn gesät. Zwar kann man einen Zinssenkungszyklus in langlaufenden Anleihen spielen, aber auch ausgewählte Aktien gehören zu den Profiteuren einer solchen Entwicklung, die zudem häufig noch Substanz verkörpern. Was sowohl Edelmetalle als auch den Bitcoin und eben die Aktien, nicht aber Immobilien auszeichnet, ist die Liquidität dieser Anlageklassen. Hier lassen sich bei geänderten Verhältnissen rasch die Pferde wechseln. Gerade Immobilienbesitzer wissen ein Lied davon zu wissen, wenn sie aus heiterem Himmel von absurden neuen Gesetzen getroffen werden und keinen Ausgang aus einem verstopften Markt finden.


Fazit


Egal, ob Cannabis-Aktien, Bitcoin oder Fahrzeugtitel, an den Märkten wird auf die Zukunft gehandelt. Tritt sie ein, fällt häufig das Argument weg, eine Position weiter zu halten. Lediglich, wenn erwartete Ereignisse anders eintreffen als allgemein erwartet, gibt es frische Impulse für die Marktteilnehmer.

Ralf Flierl, Ralph Malisch


 




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