Amazon Aktie: 200-Milliarden-Wette läuft
16.04.26 14:50
Börse Global
Ein Chip-Geschäft, das bereits 20 Milliarden Dollar im Jahr einspielen soll. Ein Investitionsplan, der alle bisherigen Maßstäbe sprengt. Amazon hat diese Woche Zahlen vorgelegt, die zeigen, wie ernst es der Konzern mit seiner KI-Infrastruktur meint.
Eigene Chips als neues Standbein
Die interne Halbleitersparte mit den Prozessoren Trainium und Graviton ist längst kein reines Kostensenkungsprojekt mehr. Der Bereich hat eine jährliche Umsatzlaufrate von 20 Milliarden Dollar erreicht. Das Management peilt langfristig 50 Milliarden an — durch Verkäufe an externe Kunden jenseits von AWS.
Das ist bemerkenswert. Bislang beliefert Amazon ausschließlich eigene Cloud-Kunden. Die Nachfrage nach KI-Inferenzkapazität hat die vorhandenen Kapazitäten bereits ausgeschöpft. Marktbeobachter sehen in der Chip-Sparte zunehmend eine eigenständige Einnahmequelle, die mittelfristig Druck auf klassische Halbleiterhersteller ausüben könnte. Nvidias Marktanteil soll bis Ende 2026 auf rund 75 Prozent sinken, wenn Hyperscaler wie Amazon verstärkt auf günstigere eigene Lösungen setzen.
Rekordinvestitionen belasten den Cashflow
Für 2026 plant Amazon Investitionen von 200 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 60 Prozent gegenüber den 125 Milliarden aus dem Vorjahr. Der Großteil fließt in KI-Rechenzentren und die Produktion eigener Hardware.
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Die Folge: Der freie Cashflow ist eingebrochen. Im Zwölfmonatszeitraum sank er um 71 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Haupttreiber war ein Anstieg der Investitionen in Sachanlagen um 50,7 Milliarden Dollar. Einige Analysten halten es für möglich, dass der freie Cashflow im weiteren Jahresverlauf ins Negative dreht — sofern die Betriebscashflows nicht schnell genug mitziehen.
Goldman Sachs hat das Kursziel für die Aktie leicht auf 275 Dollar gesenkt, von zuvor 280 Dollar. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Die Bank kürzte ihre Gewinnprognosen für 2026 bis 2028 um rund fünf Prozent, um höhere Energie- und Inputkosten einzupreisen. Für das erste Quartal 2026 erwartet Goldman Sachs ein AWS-Umsatzwachstum von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Aktie trotz Druck stabil
Die Amazon-Aktie notiert aktuell bei rund 210 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 37 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp neun Prozent. Der Konsens unter 44 Analysten lautet weiterhin "Strong Buy", mit einem durchschnittlichen Kursziel von 284,30 Dollar.
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Der nächste Prüfstein ist der Quartalsbericht für Q1 2026. Entscheidend wird sein, ob die AWS-KI-Erlöse — zuletzt auf Jahresbasis bei 15 Milliarden Dollar — schnell genug wachsen, um den massiven Investitionszyklus zu rechtfertigen. Das Zahlenwerk dürfte die Stimmung rund um die 200-Milliarden-Wette maßgeblich prägen.
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