Biogen Aktie: Durchbruch verpasst
07.02.26 01:18
Börse Global
Der Biotech-Riese hat am Freitag die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt – und die Reaktion der Anleger lässt aufhorchen. Die Aktie schoss um knapp sieben Prozent nach oben, während der Nasdaq Biotechnology Index nur um drei Prozent zulegte. Doch ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt: Die Geschichte ist komplexer als die erste Euphorie vermuten lässt.
Während Biogen beim bereinigten Gewinn mit 1,99 Dollar je Aktie die Erwartungen von 1,63 Dollar deutlich übertraf, offenbaren die Umsatzzahlen die anhaltende Schwäche des Geschäfts. Der Quartalsumsatz brach um 7,1 Prozent auf 2,28 Milliarden Dollar ein. Noch drastischer: Das Unternehmen verzeichnete einen Nettoverlust von 48,9 Millionen Dollar – ein herber Kontrast zum Gewinn von 266,8 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.
Durchwachsener Ausblick für 2026
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management mit einem bereinigten Gewinn zwischen 15,25 und 16,25 Dollar je Aktie. Das liegt zwar über den Analystenerwartungen von 14,92 Dollar, doch der Haken sitzt an anderer Stelle: Die Umsätze sollen im mittleren einstelligen Prozentbereich zurückgehen. Der Grund ist klar – die älteren Multiple-Sklerose-Medikamente kämpfen zunehmend mit dem Druck durch günstigere Generika.
CEO Christopher Viehbacher setzt seine Hoffnung auf zwei experimentelle Behandlungen gegen Lupus und Nierentransplantatabstoßung, die 2028 auf den Markt kommen könnten. Das ist allerdings noch zwei Jahre entfernt – und selbst dann gibt es keine Garantie für einen Kassenschlager.
Leqembi enttäuscht weiterhin
Das gemeinsam mit Eisai vermarktete Alzheimer-Medikament Leqembi sollte längst zum Blockbuster geworden sein. Doch die Realität sieht ernüchternd aus: Die US-Umsätze stiegen im vierten Quartal zwar um 56 Prozent auf 78 Millionen Dollar, doch das ist weit entfernt von den ursprünglichen Hoffnungen. Bedenken zu Kosten, Wirksamkeit und Nebenwirkungen bremsen die Verordnungszahlen.
Viehbacher betont zwar, dass Leqembi mehr als 60 Prozent des Marktes für Anti-Amyloid-Behandlungen halte und sich dieser Gesamtmarkt verdoppelt habe. Doch Cantor-Analyst Eric Schmidt bleibt skeptisch: Es fehle an überzeugenden Daten für große Teile der Biogen-Pipeline, und es sei schwer vorherzusagen, wann das Unternehmen zur Umsatzexpansion zurückkehren könne.
Die Investmentbank Oppenheimer zeigt sich optimistischer und erhöhte ihr Kursziel von 225 auf 250 Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von etwa 33 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs von rund 188 Dollar. Die Begründung: beschleunigtes Leqembi-Wachstum ab 2027, neue Produktstarts 2028 und eine gestärkte Pipeline. Ob diese Hoffnung berechtigt ist, wird sich zeigen müssen – die nächsten Quartalszahlen dürften jedenfalls spannend werden.
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