Biogen Aktie: Neutrales Tagesgeschehen
09.08.25 02:55
Börse Global
Biogen zeigt sich im zweiten Quartal überraschend stark – doch der Biotech-Konzern kämpft weiter mit dem Niedergang seines einstigen Zugpferds. Während neue Medikamente wie der Alzheimer-Wirkstoff Leqembi für Wachstum sorgen, erodiert das Kerngeschäft mit Multipler Sklerose. Kann das Unternehmen den Wandel meistern?
Starke Quartalszahlen überraschen
Die jüngsten Zahlen des Biotechnologie-Unternehmens haben die Erwartungen deutlich übertroffen. Mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 5,47 US-Dollar lag Biogen deutlich über den Analystenschätzungen von 3,93 Dollar. Der Umsatz stieg um 7,3 Prozent im Jahresvergleich auf 2,65 Milliarden Dollar.
Besonders die neuen Präparate entwickeln sich dynamisch:
- Alzheimer-Medikament Leqembi: 160 Mio. Dollar Umsatz (inkl. Einmal-Lieferung nach China)
- Skyclarys (seltene Erkrankungen): +13% zum Vorquartal auf 130 Mio. Dollar
- Zurzuvae: Positive Bewertung der EU-Arzneimittelbehörde für postpartale Depression
Doch das traditionelle MS-Geschäft, einst Biogens Cashcow, schrumpft weiter – mit einem Umsatzrückgang von 4 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar.
Kostenkürzungen und höhere Prognose
Als Reaktion auf die positiven Entwicklungen hat Biogen seine Jahresprognose angehoben. Das Unternehmen erwartet nun einen bereinigten Gewinn zwischen 15,50 und 16,00 Dollar je Aktie, nach zuvor 14,50 bis 15,50 Dollar.
Hinter der verbesserten Aussicht steht das "Fit for Growth"-Programm, das bis Ende 2025 Einsparungen von 800 Millionen Dollar netto bringen soll. Die Forschungsausgaben wurden bereits um 21 Prozent reduziert – ein zweischneidiges Schwert, das kurzfristig die Margen stützt, aber langfristige Innovationen gefährden könnte.
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Analysten bleiben skeptisch
Trotz der erfreulichen Quartalszahlen bleibt die Stimmung unter Analysten verhalten. Während HC Wainwright sein Kursziel auf 194 Dollar anhob, senkten BofA und Morgan Stanley ihre Erwartungen leicht. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei "Hold" mit einem mittleren Kursziel von 185,63 Dollar.
Institutionelle Investoren zeigen ein gemischtes Bild: Während einige wie US Bancorp ihre Positionen deutlich aufstockten, reduzierten andere wie Primecap Management ihre Anteile. Insider verkauften zuletzt Aktien – ein potenziell negatives Signal.
Pipeline mit Potenzial
Biogen treibt seine Pipeline voran: Der Wirkstoff Felzartamab befindet sich nun in Phase-3-Studien für Nierenerkrankungen. Zudem könnte Zurzuvae bald eine neue Einnahmequelle in der Psychiatrie erschließen.
Die Frage bleibt: Reichen die neuen Wachstumstreiber aus, um den Niedergang des MS-Geschäfts zu kompensieren? Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Biogen den Wandel vom MS-Spezialisten zum breiter aufgestellten Neuro-Spezialisten erfolgreich meistert.
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