Covestro Aktie: Delisting rückt näher
04.03.26 00:41
Börse Global
Covestro bewegt sich Schritt für Schritt Richtung Börsenabschied. Großaktionär XRG hält inzwischen die klare Mehrheit und will die verbliebenen Minderheitsaktionäre per Squeeze-out herausdrängen. Gleichzeitig zeigt die Bilanz 2025, wie zäh das Umfeld für die Branche bleibt – und warum der Rückzug aus dem Prime Standard für das Unternehmen naheliegt.
XRG drückt aufs Tempo
Seit Abschluss der Partnerschaft im Dezember 2025 liegen 95,1% der Covestro-Aktien bei XRG P.J.S.C. und der Tochter ADNOC. XRG kündigte an, auf der diesjährigen Hauptversammlung einen aktienrechtlichen Squeeze-out anzustreben. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen das grundsätzlich.
Parallel läuft der formale Rückzug aus anspruchsvolleren Börsensegmenten bereits: Der Vorstand beschloss am 22. Januar 2026, den Widerruf der Prime-Standard-Zulassung zu beantragen und in den General Standard zu wechseln. Ziel: weniger kapitalmarktrechtlicher Zusatzaufwand. Der Widerruf wird drei Monate nach Veröffentlichung der Widerrufsentscheidung durch die Frankfurter Wertpapierbörse wirksam.
Und was ist für Minderheitsaktionäre der entscheidende Punkt? Die konkrete Höhe der Barabfindung – sie ist im Quelltext noch nicht genannt. Erst wenn Betrag und Eintragung ins Handelsregister stehen, gehen die restlichen Aktien automatisch auf XRG über und die Notierung endet.
Jahresbilanz 2025: Ergebnis klar unter Druck
Die Zahlen unterstreichen, warum Covestro von einem „anspruchsvollen Marktumfeld“ spricht. Der Umsatz sank 2025 auf 12,9 Mrd. Euro (–8,7%), das EBITDA auf 740 Mio. Euro (–30,9%). Der Free Operating Cash Flow lag bei –283 Mio. Euro. Unter dem Strich blieb ein Konzernverlust von 644 Mio. Euro, schlechter als im Vorjahr.
Besonders schwach lief es im Segment Performance Materials: Umsatz –12,1% auf 6,1 Mrd. Euro.
Konsequenz für Aktionäre: Für 2025 gibt es erneut keine Dividende. Zuletzt hatte Covestro 2022 ausgeschüttet (damals 3,40 Euro je Aktie).
Ausblick 2026 und Maßnahmen: Kosten runter, Portfolio weiterentwickeln
Für 2026 erwartet Covestro weiter keine nachhaltige Nachfrageerholung, dafür Überkapazitäten, Preisdruck und eine zunehmend protektionistische Handelspolitik. Beim EBITDA stellt das Unternehmen lediglich eine Größenordnung auf Vorjahresniveau in Aussicht. Beim Free Operating Cash Flow und beim ROCE über WACC soll es dagegen deutlich besser laufen als 2025.
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Ein Baustein dafür ist das Transformationsprogramm STRONG: Bis Ende 2025 wurden laut Unternehmen rund 275 Mio. Euro eingespart, bis Ende 2028 sollen es jährlich 400 Mio. Euro werden.
Strategisch arbeitet Covestro zudem an zwei Projekten:
- Vencorex-Deal: Erwerb von zwei Standorten für HDI-Derivate in Thailand und den USA; Abschluss möglichst in der ersten Jahreshälfte 2026.
- Ammoniak-Kooperation: Im Februar 2026 wurde ein Memorandum of Understanding mit Fertiglobe und TA'ZIZ zur Prüfung einer strategischen Zusammenarbeit unterzeichnet.
Auch personell stellt sich der Konzern auf Veränderungen ein: CEO Markus Steilemann will nach Ablauf seiner Amtszeit Ende Mai 2028 nicht verlängern. Zuvor hatte bereits Finanzvorstand Christian Baier angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Der Aufsichtsrat will nun die Nachfolge regeln.
Zum Handel heute passt das Bild einer „Übergangsphase“: Mit 60,54 Euro liegt der Kurs nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 61,00 Euro, während der RSI (14 Tage) bei 30,3 auf eine zuletzt schwächere Dynamik hindeutet.
Im Kalender bleibt ein Termin besonders greifbar: Die Hauptversammlung dürfte zum zentralen Schritt werden, weil XRG dort den Squeeze-out-Beschluss anstrebt – damit rückt das Ende der Börsennotierung ein gutes Stück näher.
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