Kaffee: Preise im Sinkflug
06.02.26 01:34
Börse Global
Optimistische Ernteprognosen aus Brasilien haben die Kaffeepreise heute deutlich ins Minus gedrückt. Sowohl Arabica- als auch Robusta-Futures erreichten Mehrwochentiefs, nachdem kräftige Regenfälle die Anbaubedingungen in den wichtigsten Regionen verbessert haben. Kann die erwartete Rekordernte den jahrelangen Aufwärtstrend nun nachhaltig brechen?
Regen in Brasilien sorgt für Entspannung
Der entscheidende Faktor für die aktuelle Marktschwäche ist das Wetter beim weltweit größten Produzenten Brasilien. Starke Regenfälle begünstigen derzeit die Bohnenfüllung in den Arabica-Anbaugebieten. Dies untermauert die jüngsten Prognosen, die auf eine deutliche Ausweitung des globalen Angebots hindeuten:
- Die Erntebehörde Conab erwartet für 2026 eine Rekordproduktion von 66,2 Millionen Säcken.
- Analysten von Itau BBA prognostizieren einen Anstieg der brasilianischen Ernte um 10,1 % auf 69,3 Millionen Säcke.
- Besonders bei der Sorte Arabica wird mit einem Zuwachs von 18 % auf 44,8 Millionen Säcke gerechnet.
Diese Aussichten überlagern derzeit kurzfristige Lieferengpässe. Zusätzlich belastet die Abwertung des brasilianischen Reals die Notierungen, da sie den Verkaufsdruck der Produzenten an den Terminbörsen erhöht.
Arabica und Robusta auf Tiefständen
Die Reaktion an den Handelsplätzen fiel heute deutlich aus. Robusta-Futures an der Londoner Börse verloren für den März-Kontrakt 5,43 % und fielen auf 3.810 US-Dollar pro Tonne – der niedrigste Stand seit sechs Wochen. Noch stärker gab der Mai-Kontrakt nach, der fast 6 % einbüßte.
Parallel dazu gerieten die Arabica-Preise in New York unter Druck. Mit einem Minus von 4,84 % rutschte die Notierung auf 317,1 US-Cent pro Pfund ab. Damit markiert der Rohstoff den tiefsten Stand seit über fünf Monaten. Auch in Vietnam, dem wichtigsten Robusta-Produzenten, brachen die lokalen Preise heute spürbar ein und fielen unter die Marke von 96.000 VND pro Kilogramm.
Trendwende nach der Preisexplosion
Die aktuellen Rücksetzer markieren eine Phase der Abkühlung nach Jahren extremer Teuerung. Seit 2019 hatten sich die Preise für Arabica vervierfacht, getrieben durch Ernteausfälle und gestiegene Energiekosten. Während die Börsenpreise nun nachgeben, bleibt das strukturelle Umfeld durch den Klimawandel und steigende Konsumzahlen in Asien herausfordernd.
Trotz der kurzfristigen Entspannung durch die brasilianische Rekordernte dürfte das Preisniveau für Endverbraucher auch im restlichen Jahr 2026 hoch bleiben. Während sich die Angebotsseite durch Zuwächse in Vietnam und Indien stabilisiert, stützen der wachsende globale Konsum und die zunehmende Premiumisierung das Preisgefüge.
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