Zucker: Zäher Gegenwind?
18.09.25 23:32
Börse Global
Der globale Zuckermarkt steckt in einer tiefen Krise. Rohzucker-Futures stürzten am Mittwoch ab und setzten ihren dramatischen Kurssturz am Donnerstag fort - auf Tiefststände seit zweieinhalb Monaten. Verantwortlich für diesen Einbruch ist ein massives Überangebot, das die Nachfrage bei weitem übersteigt und die Marktstimmung eindeutig bärisch prägt.
Brasilien flutet den Markt
Die Zuckerproduktion in Brasiliens Mitte-Süd-Region explodierte in der zweiten Augusthälfte um 18 Prozent auf 3,872 Millionen Tonnen. Noch signifikanter: Die Mühlen priorisieren Zucker gegenüber Ethanol. Der Anteil des Zuckerrohrs, der zu Zucker verarbeitet wird, stieg auf 54,20 Prozent gegenüber 48,78 Prozent im Vorjahr. Diese strategische Verschiebung überschwemmt den Weltmarkt mit zusätzlichen Mengen.
Indiens Exportoffensive
Auch Indien treibt das Angebot voran. Trotz geplanter Umlenkung von 4 Millionen Tonnen Zucker in die Ethanolproduktion reicht dies nicht aus, den nationalen Überschuss abzubauen. Marktbeobachter erwarten nun Exporte von bis zu 4 Millionen Tonnen - doppelt so viel wie ursprünglich prognostiziert. Die indische Zuckerindustrie hat bereits die Genehmigung für 2 Millionen Tonnen Exporte beantragt.
Globale Bestände explodieren
Die fundamentalen Daten zeichnen ein düsteres Bild für die Zuckerpreise:
- Die weltweiten Zuckerendbestände sollen 2025/26 um 7,5 Prozent auf 41,188 Millionen Tonnen steigen
- Brasilien produziert voraussichtlich 44,7 Millionen Tonnen (plus 2,3 Prozent) - ein neuer Rekord
- Indien erwartet eine Produktionssteigerung von 25 Prozent auf 35,3 Millionen Tonnen
- Thailand erhöht seine Produktion um 2 Prozent auf 10,3 Millionen Tonnen
Die Internationale Zuckerorganisation bestätigt den Trend: Zwar prognostiziert sie für 2025/26 noch ein minimales Defizit von 231.000 Tonnen, doch dies markiert eine massive Verbesserung gegenüber dem Defizit von 4,88 Millionen Tonnen im Vorjahr.
Short-Positionen auf Rekordhoch
Hedgefonds setzen weiter auf fallende Preise. Bis zum 9. September erhöhten sie ihre Netto-Short-Positionen bei New Yorker Zucker-Futures um 32.849 auf 182.608 Kontrakte - den höchsten Stand seit fast sechs Jahren. Diese extreme Positionierung verstärkt den Abwärtsdruck zusätzlich.
Gleichzeitig signalisiert rückläufiges Handelsvolumen und sinkendes Open Interest an der ICE-Börse nachlassendes Engagement der Marktteilnehmer. Das Open Interest fiel um 2.029 auf 918.579 Kontrakte, was auf abnehmende Liquidität und wachsende Vorsicht unter Investoren hindeutet.
Kann der Zuckerpreis bei dieser fundamentalen Schieflage überhaupt eine Trendwende schaffen? Die tektonischen Verschiebungen im Angebotsgefüge sprechen aktuell eine klare Sprache.
Zucker: Kaufen oder verkaufen?! Neue Zucker-Analyse vom 19. September liefert die Antwort:
Die neusten Zucker-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Zucker-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Zucker: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
13,82 US-Cent pro Pfund – am Zuckermarkt herrscht derzeit optische Flaute. Während die globalen Lagerbestände ...
Massive Abschreibungen und eine gestrichene Dividende lösen normalerweise Panik aus. Bei Südzucker greifen ...
An der Frankfurter Börse dürfte es zu Beginn der Woche wegen der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten wieder ...
